27.06.2017

Startups auf dem richtigen (Export)Weg

Der 15. Exporttag der WKO demonstrierte eindrucksvoll, dass für den Erfolg eines Unternehmens der Eintritt in ausländische Märkte notwendig ist. Von Christian Scherl.
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Im Haus der Wirtschaft in Wien fand am 26. Juni mit dem „15. Exporttag 2017“ die größte Exportveranstaltung Österreichs statt. WKÖ-Präsident Christoph Leitl sprach in der Eröffnungsrede von der Notwendigkeit, die heimische Exportwirtschaft voranzutreiben, um den Wohlstand im Land zu sichern. Rafael Rasinger von der Außenwirtschaft Austria betonte: „Über 3000 Besucher beim Exporttag 2017 spiegeln die wachsende Bedeutung des Themas.“ Startups spielten bei diesem Event eine große Rolle, weil sie bezüglich Internationalisierung vorbildlich agieren. Mit den „Born Global Champions“-Awards wurden im Zuge der Veranstaltung 44 junge Unternehmen für ihre internationalen Erfolge ausgezeichnet. „Sie demonstrieren, wie sich der Internationalisierungsgedanke veränderte“, sagte Rasinger. „Früher wagten Unternehmen den Schritt ins Ausland erst, wenn sie im heimischen Markt erfolgreich Fuß gefasst haben. Heute denken Unternehmer schon bei der Gründung an den Export.“

Zwei von 44

Erstmals wurden in diesem Jahr auch die Unterstützer in einer eigenen Kategorie „Born Global Supporters“ gewürdigt. Die Bandbreite der 44 ausgezeichneten Startups war sehr vielfältig. Sehr konträr zum Beispiel das Getränke-Startup „Big Smile“ und das Software-Startup „More than metrics“. „Österreich ist zwar unser Hauptmarkt, aber unsere Lifestylegetränke werden auch gerne in Taiwan, Schweiz, Schweden und Abu Dhabi konsumiert“, sagten die „Big Smile“-Founder Doris Wurz und Martin Sternath. Beim Innsbrucker Unternehmen „More than metrics“, das Software für Servicedesigner anbietet, liegt die Exportquote bei 95 Prozent. „Unsere Hauptexportländer sind Australien und USA. Wir exportieren seit dem ersten Tag unseres Bestehens und haben inzwischen Kunden in 64 Ländern“, erzählten Alexander Mayr und Martin Kaiblinger. „Wir wachsen monatlichen um fünf bis zehn Prozent. Allein im letzten Jahr haben wir unser Kernteam verdoppelt.“

Redaktionstipps

Hilfe vor Ort

Bei den zahlreichen Info-Sessions am Exporttag unterstrichen die Diskutanten, dass der Wille zum Export mit Internationalisierungsoffensiven vorangetrieben werden kann. Wie etwa „go-international. Es werden nicht nur Mittel zur Verfügung gestellt, sondern auch Knowhow und das Netzwerk der österreichischen Außenwirtschaft, das für österreichische Unternehmer vor Ort ist. Albrecht Zimburg vom Außenwirtschaftscenter Stockholm empfahl zum Beispiel, Schweden als Test-Location für neue Ideen zu nützen. „Das Land ist wesentlich offener für Neues. Scheitern wird in der Gesellschaft nicht als Problem angesehen, sondern als Entwicklungsprozess.“ Deshalb gäbe es in Schweden wesentlich mehr Startups als in Österreich. Problem hierzulande ist häufig die Schwierigkeit, Finanzmittel aufzustellen. Das Außenwirtschaftscenter Zürich organisiert im Jänner 2018 zum zweiten Mal „Pitching Days“ für österreichische Startups, um geeignete Investoren zu finden. „Nach einem Screening bringen wir die überzeugendsten österreichischen Jungunternehmer mit potenziellen Investoren zusammen“, sagte Manfred Schmid. Der Exporttag mahnte aber auch, dass der amerikanische und asiatische Markt bei heimischen Unternehmen noch viel zu wenig auf dem Radar ist. „Wir bemühen uns, österreichische Startups nach Hongkong zu bringen, weil Hongkong als „China light“ der optimale Ort für die Expansion nach ganz Asien sein kann“, sagte Franz Rößler vom Außenwirtschaftscenter Hongkong. Vor allem sei Hongkong in vielen Sektoren noch traditionell tätig und wünsche sich Schwung, der durch dynamische, kreative Startups ins Land gebracht werden kann. „Besonders im Fintech-Sektor, bei Prototyping, IoT und Kleinserienproduktionen ist der Boden hier sehr fruchtbar“, so Rößler.

Born Global Champions

Das sind die 44 Born Global Champions Gründung 2012 oder danach) sortiert nach Bereich

– Agriculture: Geoprospectors

– Automotive: Kreisel Electric, Parkbob

– Consulting: Krauck-Systems

– Electrics: Fellner engineering, Lithoz, Llynx electronic, Taurob, USound, W2P Engineering, Xarion Laser Acoustics

– Green Building: soft-LED-System

– Food/Soft Drinks: Big Smile

– Furniture: Black Sky

– Life Science: Besurence, ivary

– Medical Technologies: ImageBiopsy

– New Technologies: Imprint Analytics

– Smart Factory: Nuki, Tablet Solutions

– Media & Publishing: Linkilike

– Renewable Energy: Aero Enterprise

– Retail: Bademeisterei Kosmetikmanufaktur, Bumas, snailX

– Software: appers, AR4, ASQS, BikerSOS, CyberTrap Software, Flowtap, KnowledgeFox, Lineapp, MedCubes, MetGIS, More than Metrics, OceanMaps, Onlim, Phönix New Media, Rateboard, Speech Code

– Sports: Campfire Outdoors, Senitec

– Urban Technologies: Holistic Imagine

– (neue Kategorie) Born Global Supporters: A1 und Frequentis

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CleanLoop
Österreichs Nationalteam-Goalie Alexander Schlager (r.) und Geschäftspartner Roman Hörantner .

Die im Frühjahr 2025 gegründete CleanLoop FlexCo bietet eine Lösung für den Handel mit Restbeständen von Reinigungsmitteln an. Die kostenlose App dient dabei als digitale Plattform, um überschüssige Reinigungsprodukte österreichweit zu verkaufen und zu kaufen. ÖFB-Nationaltormann Alexander Schlager war von Anfang an beim Unternehmen als Investor und Co-Founder dabei, wie brutkasten berichtete.

CleanLoop mit Fokus au Deutschland

Nach der Etablierung in Österreich richtet CleanLoop den Blick nun auf Deutschland. Auch wenn der Markt als stark fragmentiert und preissensibel gilt, biete er die idealen Voraussetzungen für ein Modell, das Kostenersparnis und Nachhaltigkeit verbindet, heißt es per Aussendung.

„Mit unserem Ansatz ‚Wiederverwenden statt Ressourcen verschwenden‘ wollen wir Betriebe und Privatpersonen zu nachhaltigem Handeln motivieren und diesen Schritt auch erleichtern“, erklärt Unternehmensgründer Roman Hörantner. Neben den ökologischen Vorteilen biete laut dem Gründer der Handel mit Reinigungsprodukten aus zweiter Hand auch wirtschaftliche Vorteile für alle Beteiligten: Verkäufer:innen vermeiden, dass Maschinen oder Reinigungsmittel ungenutzt in Abstellräumen oder Kellern von Betrieben verbleiben, und sie können gleichzeitig zusätzliche Einnahmen erzielen. Käufer:innen profitieren indes davon, dass sie diese Produkte in der Regel um rund 50 bis 70 Prozent günstiger erwerben können als vergleichbare Neuware, so der Claim.

Wachstumspotenzial

Das Ziel des Re-Use-Geschäftsmodells ist es, die Umwelt zu schonen und dabei Unternehmen zu helfen, Geld zu sparen. Nach dem Markstart in Österreich kann die CleanLoop-App nun auch in Deutschland genutzt werden.

Dort lag der Umsatz laut der Statistik-Plattform Statista im Wasch-, Putz- und Reinigungsmittelmarkt 2025 bei rund 15,7 Milliarden Euro. Insbesondere in den Bereichen umweltfreundliche und nachhaltige Produkte zeige der Markt ein großes Wachstumspotenzial. Aber, so der Clean-Loop-Founder, der Reinigungsbedarf hinterlasse einen nicht unwesentlichen ökologischen Fußabdruck. Denn Produktion, Verpackung, Transport und die spätere Entsorgung verbrauchen wertvolle Ressourcen und Energie.

Demgegenüber stehe die deutsche Reinigungsbranche durch steigende Kosten und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen unter massivem Druck. Hier möchte CleanLoop mit seinem Re-Use-Modell ansetzen.

Schlager: „Smarter Umgang mit Ressourcen“

„In vielen Betrieben lagern Produkte, die nicht mehr verwendet werden – sei es durch Lieferantenwechsel, Überbestellungen oder geänderte Anforderungen. Diese Ressourcen machen wir nutzbar“, sagt Hörantner. Die Motivation für das Re-Use-Geschäftsmodell basiert auf Hörantners jahrzehntelanger Erfahrung in der Reinigungsbranche. „Für viele Geräte in Hotellerie, Gastronomie oder Industrie benötigt es spezielle Reinigungsmittel, die bei einem Gerätetausch oder Lieferantenwechsel meist über Jahre ungenützt in den Lagern zurückbleiben oder aber entsorgt werden, obwohl sie noch verwendbar wären. Es ist weder wirtschaftlich sinnvoll noch umweltfreundlich, solche Produkte halb voll oder ungebraucht zu entsorgen.“

Bedarf ortet Hörantner hier vor allem bei Jungunternehmer:innen, die bei der Anschaffung von Spül- oder Waschmaschinen Budget sparen wollen und daher auf Second-Hand-Geräte setzen.

Für Investor und Goalie Schlager ist das CleanLoop-Modell mehr als nur ein Geschäftsansatz: „Im Leistungssport lernst du schnell: Erfolg entsteht nicht nur durch mehr Einsatz, sondern durch den smarteren Umgang mit Ressourcen“, sagt er. „Und genau dieses Prinzip überträgt CleanLoop auf eine ganze Branche. Das ist ein klares 1:0 für die Umwelt.“

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