21.02.2022

Startup World Cup: Weltgrößter Pitch-Wettbewerb kommt wieder nach Österreich

Die aaia holt zusammen mit AustrianStartups und der Wirtschaftskammer den Startup World Cup zum zweiten Mal nach Österreich. Mit drei Pre-Events und einem Austrian Finale haben Bewerber:innen die Chance, am weltweiten Finale in San Francisco teilzunehmen.
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Hannah Wundsam (l.) und Laura Egg (r.) beim Startup World Cup Austria 2021. | © aaia
Hannah Wundsam (l.) und Laura Egg (r.) beim Startup World Cup Austria 2021. | © aaia

Initiiert von Pegasus Tech Ventures ist der Startup World Cup mit Teilnehmer:innen aus mehr als 50 Ländern der größte Pitch-Wettbewerb der Welt. Letztes Jahr brachten die Austrian Angel Investors Association und Austrian Startups den Contest zum ersten Mal nach Österreich. Mit der Unterstützung der Wirtschaftskammer findet dieses Jahr der Startup World Cup Austria im Mai 2022 im Rahmen der ViennaUp statt.

Ziel der internationalen Veranstaltung ist es, Teilnehmer:innen die Möglichkeit zu geben, Anerkennung für ihre Startups außerhalb von Österreich zu gewinnen und ein hochkarätiges, internationales Netzwerk aufzubauen. “Der Startup World Cup ist die ideale Gelegenheit für Startups, um sich zu positionieren, wertvolle Preise zu gewinnen und sich im besten Fall direkt ein Investment zu sichern”, sagt Hannah Wundsam, Managing Director von Austrian Startups. Das österreichische Gewinnerteam bekommt eine Reise zum Finale des Startup World Cup ins Silicon Valley, wo es im Pitch um eine Million US-Dollar Investment von Pegasus Tech Ventures geht.

Vorentscheidungen für das Startup World Cup Austria

Wie bereits im vergangenen Jahr können österreichische Startups, die bereits gegründet haben und über einen Prototyp verfügen, sich für einen der drei Pre-Events bewerben:

  • Team West (Vorarlberg, Tirol & Salzburg): 21.02. – 20.03.2022 
  • Team South (Kärnten, Steiermark & Burgenland): 07.03. – 03.04.2022 
  • Team North (Oberösterreich, Niederösterreich & Wien): 21.03. – 17.04.2022 

Das große Österreich-Finale findet am 30. Mai 2022 statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass Bewerber:innen in einen der vier Kategorien – Digital Health & BioTech, Social & Climate Impact, Smart City und FinTech & InsurTech – tätig sind. 

Zur ersten Vorentscheidung kommt es schon am 6. April 2022 in Innsbruck. Potentielle Teilnehmer:innen können sich ab heute unter diesem Link bewerben.

Europäische Finale 2021 war in Prag

Letztes Jahr wurde das oberösterreichische Startup Kape Skateboards, das recyceltes Meeresplastik für die Herstellung seiner Skateboards verwendet, zum Gesamtgewinner des Startup World Cup Österreich gekürt. Durch den Sieg hat der Kape Gründer, Peter Karacsonyi, mehr Vertrauen und Anerkennung für sein Startup genossen. “Nach dem Sieg beim Startup World Cup Austria haben wir kurz darauf ein Investment von € 500.000 mit eQventure abgeschlossen. Die Verhandlungen dazu waren zwar davor schon am Laufen, aber ich denke, dass es sich als positiv für das finale Signing erwiesen hat”, sagt der Kape Gründer. 

Die Teilnahme beim Startup World Cup Austria 2021 öffnete auch dem eSquirrel-Gründer Michael Maurer Türen für weitere Wettbewerbe und erweiterte seine Präsenz in Österreich. “Letztendlich hat uns der Pitch beim Startup World Cup sicher auch geholfen, das Finale des Global EdTech Startups Awards (GESA) für die DACH-Region zu gewinnen und uns dabei gegen 18 andere Startups, darunter GoStudent, durchzusetzen”, sagt Maurer.

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Playmobil baut Rechenzentrum: Anthropic muss weichen

Die Horst Brandstätter Group baut ihr ehemaliges Playmobil-Werk in Dietenhofen zu einem Rechenzentrum um. Anthropic wollte ein solches nur wenige Kilometer entfernt zusammen mit der Gemeinde Neuhof an der Zenn errichten. Das gemeinsame Projekt wurde nun gestoppt, denn eine Zusage für den Netzanschluss blieb aus.
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Das Playmobil-Werk in Dietenhofen © Horst Brandstätter Group

Dass sich europäische Firmen gegen Anthropic im IT-Sektor behaupten können, hätte wohl niemand gedacht. In Bayern zieht der KI-Gigant gegen Playmobil nun den Kürzeren. Die Horst Brandstätter Group, zu der Playmobil gehört, baut nämlich ihre einstige Produktionsstätte in Dietenhofen zu einem Rechenzentrum um. Im wenige Kilometer entfernten Hirschneuses wird dafür das geplante Rechenzentrum der Gemeinde Neuhof an der Zenn und Anthropic auf Eis gelegt.

Keine Zusage für Netzanschluss

Das Problem: Man wird nicht an das Stromnetz angeschlossen. „Die N-ergie hat die derzeit verfügbaren Netzkapazitäten zunächst für ein weiteres geplantes Rechenzentrumsprojekt der Firma geobra Brandstätter im Raum Dietenhofen reserviert. Damit fehlt dem Projekt in Hirschneuses gegenwärtig die notwendige Planungssicherheit“, erklärt Claudia Wust, Bürgermeisterin von Neuhof an der Zenn, gegenüber dem BR. Sie wünsche sich eine Aufteilung der vorhandenen Netzkapazitäten auf beide Rechenzentren. Brutkasten fragte bei Wust zur aktuellen Situation nach, eine Antwort steht noch aus.

Warum fiel die Wahl auf die Horst Brandstätter Group?

Gegenüber brutkasten antwortet N-ergie, dass man sich zu konkreten Bauprojekten und dem aktuellen Stand von Netzanschlussfragen nicht äußere. Der Energieversorger betont aber, dass diese Anfragen nach den gesetzlichen Vorgaben bearbeitet werden.

N-ergie erklärt: „In unserem Netzgebiet liegen aktuell mehrere Anschlussanfragen für Rechenzentren vor – zusammengenommen beanspruchen diese Projekte eine Leistung, die in etwa zweimal dem gewöhnlichen Leistungsbedarf der Stadt Nürnberg entspricht.“

Im Fokus sei immer die allgemeine Versorgungssicherheit. Durch derart große Projekte müsse das Stromnetz häufig ausgebaut werden, etwa in Form von neuen oder verstärkten Leitungen.

Playmobil „versperrt niemandem den Weg“

Auf ihrer Webseite reagiert die Horst Brandstätter Group: „Gelegentlich ist zu lesen, ein Rechenzentrum in Dietenhofen stehe anderen Vorhaben im Weg. Diese Lesart nehmen wir mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Ein Campus, der von Anfang an auf viele Partner ausgelegt ist, versperrt niemandem den Weg, er öffnet ihn.“ Playmobil habe sich nie gegen ein anderes Vorhaben ausgesprochen und begrüße jede Investition, die Mittelfranken als Standort für digitale Infrastruktur stärke.

Horst Brandstätter Group: Ein Unternehmen am Rande der Existenzkrise

Der Bau des Rechenzentrums ist für die Horst Brandstätter Group wohl ein weiterer Schritt, um sich aus der wirtschaftlichen Krise zu befreien. Im Geschäftsjahr 2024/25 ging ihr Umsatz laut Konzernabschluss um fast neun Prozent auf 409 Millionen Euro zurück. Der Konzernverlust betrug 115 Millionen Euro. Die Horst Brandstätter Group betreibt die Zweige Lechuza, die Playmobil-FunParks und eben Playmobil. Seit diesem Jahr gibt es in Deutschland keine Produktionsstätte der kleinen Plastikmännchen mehr. Dietenhofen wurde im Juni geschlossen. Die Produktion finde laut FAZ somit nur mehr in Tschechien und Malta statt.

Playmobil digital

Der neueste Zweig des Unternehmens ist Playmobil digital. Das Rechenzentrum richtet sich an Unternehmen aus der Region, klassische Rechenzentrumsbetreiber und internationale Hyperscaler. Playmobil digital sei für alle offen, die Rechenkapazität suchen, „ob im großen Maßstab oder für den eigenen Betrieb“. Gespräche mit internationalen Interessenten würden bereits laufen. Auch Startups erwähnt das Unternehmen als mögliche Kunden.

Man möchte mit Playmobil digital auf die wachsenden Anforderungen durch künstliche Intelligenz und High-Density-Computing reagieren. Die Horst Brandstätter Group werde in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in den Aufbau des Campus investieren. Auf dem Areal besteht bereits eine 110-kV-Netzanbindung. Ein 100-Megawatt-Strompfad sei vorgesehen und der Standort sei für Ausbaustufen darüber hinaus ausgelegt.

„Eine der wichtigsten Infrastrukturen der digitalen Zukunft“

„Wo über Jahrzehnte Playmobil produziert wurde, wollen wir künftig eine der wichtigsten Infrastrukturen der digitalen Zukunft ermöglichen. Wir transformieren ein bestehendes Industrieareal, statt neue Flächen auf der grünen Wiese zu erschließen. Dietenhofen kann damit zu einem bedeutenden Standort für KI, Digitalisierung und digitale Souveränität in Deutschland werden“, sagt Matthias Fauser, Vorstand der Horst Brandstätter Group.

René Feser, ebenfalls Vorstandsmitglied, ergänzt: „Mit dem Aufbau des Campus setzt die Stiftung ein klares Bekenntnis zu Dietenhofen und Bayern als Innovationsstandort.“

Die Nutzungsmodelle

Der Campus setzt auf vier unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Unter dem Modell „Land & Power“ kann ein Betreiber ein erschlossenes Baufeld mit Stromanschluss pachten und dort ein Rechenzentrum selbst errichten. „Powered Shell und Private Suite“ nennt sich jenes Modell, bei dem Playmobil das Gebäude zur Verfügung stellt und der Partner nur mehr die Rechentechnik einbringen muss. Energie, Kühlung und Sicherheit würden bereitgestellt werden. Unter dem Begriff „Colocation“ bietet Playmobil betriebsfertige Rechenzentrumsflächen an. Als „Sorglospaket“ kann wohl jenes Modell bezeichnet werden, bei dem Kunden fertige Rechenleistung erhalten, ohne eigene Hardware anschaffen zu müssen.  

Eigentümer und Betreiber ist die Horst Brandstätter Group. „Wer seine Daten in Deutschland und außerhalb der Reichweite außereuropäischer Zugriffsrechte wissen will, findet in Dietenhofen einen souveränen Standort“, heißt es von der Gruppe.

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