29.11.2021

Startup Storebox und Ikea erweitern Click & Collect auf ganz Österreich

Für 2021 wird mit einem erneuten Anstieg von "Click & Collect" in Österreich gerechnet. Der Trend spielt dem Wiener Startup Storebox in die Karten.
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Nach dem Probebetrieb in Wien wird nun die gemeinsame & innovative Click & Collect Lösung in mehreren Schritten österreichweit ausgerollt
V.l.n.r.: Claes Lindgren (IKEA) und Johannes Braith (Storebox) bauen das gemeinsame Click & Collect Service aus.

Das in Wien gegründete Startup Storebox bietet 24-Stunden-Lagerflächen in zentraler Lage an, auf die jederzeit kontaktlos zugegriffen werden kann. Neben der klassischen Lager-Dienstleistung ist das Startup damit auch für viele B2B-Angebote spannend – zum Beispiel als Lager für Lieferdienste oder für „Click & Collect“. Für Letzteres hat Storebox seit Sommer eine Kooperation mit Ikea laufen: Ikea-Kunden können Produkte online bestellen und in eine nahe gelegene Storebox in Wien zustellen lassen. Ein Abholung ist mit Code rund um die Uhr möglich. Rund 1000 Kunden haben dieses Angebot seither in Anspruch genommen – jetzt soll die Kooperation nach und nach auf ganz Österreich ausgedehnt werden.

Click & Collect boomt in Österreich

2020 haben 1,2 Millionen Menschen in Österreich per Click & Collect online Waren bestellt. Das ergab eine Studie der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) in Kooperation mit der WKÖ. Für 2021 wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet – jede:r Fünfte bestelle dann online und hole im Geschäft oder eben in einem Lager ab. „Unsere Kooperation mit Storebox ermöglicht für unsere Kund:innen eine hohe Flexibilität und Planbarkeit ihrer Warenannahme. Denn unsere Lieferungen können in den nahegelegenen Storeboxes 365 Tage im Jahr rund um die Uhr mit einem sehr niedrigen CO2-Fußabdruck abgeholt werden“, sagt Alpaslan Deliloglu, CEO von IKEA Österreich.

Storebox und Ikea arbeiten an „flächendeckender Ausrollung“

Um Click & Collect bei Ikea in Anspruch nehmen zu können, muss im Ikea-Onlineshop die Click & Collect-Lieferoption „Abholung in einer Ikea Abholstation in deiner Nähe” ausgewählt werden. Die Kosten für diese Zustellart liegen bei 10 Euro. Von Storebox wird ein Zugangscode generiert sowie ein Lagerabteil für die Bestellung ausgewählt. Die Übermittlung des Codes an den Kunden erfolgt per Mail oder SMS. Neben den Storebox-Standorten in Wien, sollen nun nach und nach alle anderen Landeshauptstädte und Ballungszentren in das Click & Collect Angebot integriert werden. „Wir arbeiten aktuell an einer flächendeckenden Ausrollung in allen Bundesländern“, so Co-Founder Johannes Braith.

Storebox wurde 2016 von Johannes Braith, Ferdinand Dietrich und Christoph Sandraschitz gegründet. 2021 sicherte sich das Startup ein Investment von 52 Millionen Euro. Mit dem frischen Kapital will Storebox das Filialnetzwerk weiter ausbauen. Aus den derzeit 130 Standorten sollen bis 2025 2.500 werden.

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CEO und Co-Founder Matthäus Offner | (c) Find my Werkstatt / Canva

So manche Autofahrer:innen hat wohl schon einmal der Schreck eingeholt, als die Rechnung für das letzte Service geschrieben wurde. Neben hohen Preisen ist es oft schwierig nachzuvollziehen, wie teuer die Reparatur sein darf. Das soll sich nun mit Find my Werkstatt ändern, denn das Wiener Unternehmen möchte Kosten sichtbar und transparent machen. Es stellt dafür digitale Fahrzeugberichte aus, die Autofahrer:innen zeigen, welche Arbeiten laut Wartungsplan vorgesehen sind, welche Ersatzteile benötigt werden und mit welchem Arbeitsaufwand zu rechnen ist.

„Wir machen Informationen zugänglich“

„Wer sein Auto zum Service bringt, weiß meistens nicht, was tatsächlich gemacht werden muss und wie sich die Rechnung zusammensetzt. Genau das wollen wir ändern. Wir machen Informationen zugänglich, die bisher vor allem Werkstätten zur Verfügung standen“, erklärt Matthäus Offner, Geschäftsführer von Find my Werkstatt. Ihm gehören 49 Prozent der Firma, Mehrheitseigentümer ist die pubbles FilmgesmbH.

Find my Werkstatt greift bei seinen Analysen auf technische Fahrzeugdaten, Wartungsvorgaben, Arbeitszeitwerte und aktuelle Ersatzteilpreise zurück. Laut dem Wiener Unternehmen würden die Service- und Reparaturkosten nach einem ähnlichen Prinzip berechnet werden, wie es auch in professionellen Werkstätten üblich sei. Find my Werkstatt betont aber, dass die berechneten Kosten als Orientierung dienen.

Ein Ersatzteil, zwei Preise

„Was mich immer wieder überrascht, sind die enormen Preisunterschiede bei Windschutzscheiben. Für ein und dasselbe Fahrzeug kann eine Windschutzscheibe bei einem Anbieter rund 300 Euro und bei einem anderen weit über 1.000 Euro kosten“, sagt Offner und ergänzt bezüglich der Arbeitskosten: „Der Stundensatz kann von Werkstatt zu Werkstatt um bis zum Dreifachen variieren. Viele Autofahrer wissen gar nicht, wie groß diese Unterschiede tatsächlich sein können.“ Durch Find my Werkstatt sollen Autofahrer:innen Angebote besser einschätzen können und informiertere Entscheidungen treffen.

Die Plattform würde auch beim Gebrauchtwagenkauf wichtige Informationen zur Verfügung stellen, wodurch Folgekosten besser berücksichtigt werden können. „Ein vermeintlich günstiges Auto kann schnell teuer werden, wenn kurz nach dem Kauf größere Wartungen oder Reparaturen anstehen. Wir wollen, dass man solche Kosten bereits vor dem Kauf besser einschätzen kann“, erklärt Offner.

Recherche nach der passenden Werkstatt

Grundsätzlich wurde Find my Werkstatt vor zwei Jahren gegründet, um eine passende Kfz-Werkstatt in der Nähe zu finden. Nutzer:innen können Betriebe anhand von Standort, angebotenen Leistungen und Bewertungen entdecken und direkt kontaktieren. Bisher habe die Firma 20.000 User:innen und mache laut eigenen Angaben heuer einen Umsatz von rund 100.000 Euro.

Vollständig gebootstrappt, jetzt beginnt Investorensuche

Werkstätte, die auf der Plattform aufgeführt werden möchten, zahlen eine Gebühr zwischen 109 Euro und 150 Euro. Je nach Preis ist eine einfache Listung bis hin zur Verfügungstellung einer Software, die den Prozess des Ersatzteilebesorgens vereinfacht, möglich. Aktuell seien rund 4.300 Werkstätten verzeichnet. Auf der anderen Seite bezahlen Autofahrer:innen pro Bericht zwischen 5,90 Euro und 19,90 Euro. Je nach Preis erhalten sie unterschiedlich ausführliche Informationen. Find my Werkstatt ist bisher eigenfinanziert, wobei man aktuell nach großen Investoren wie Versicherungen, Automarken etc. suche.

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