20.10.2017

Reeviz: Wiener Startup verspricht Effizienzsteigerung für Makler

Startup-Steckbrief. Das Wiener Startup Reeviz will mit seiner App das Problem von "Leerbesichtigungen" verringern. Möglichst bald will man einen Investor an Bord holen und nach Deutschland expandieren.
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(c) Reeviz: Das Team (mit Oma)

Euer Elevator Pitch: Was macht ihr und welches Problem löst ihr damit?

Reeviz ist das perfekte Tool für MaklerInnen mit „Massenobjekten“, sprich Ein-, Zwei-, Dreizimmerwohnungen in Landeshauptstädten mit hoher Besichtigungsfrequenz. Die Erstbesichtigungen dieser Objekte können bequem über die Reeviz-Plattform von verifizierten PartnerInnen durchgeführt werden. Somit haben die MaklerInnen ab sofort erstmalig die Möglichkeit, ihren Interessenten beinahe jederzeit einen Besichtigungstermin anbieten zu können. Das alles schnell, einfach, zeitlich flexibel und günstig.

+++ Der Brutkasten Startup-Steckbrief +++

Wie verdient ihr damit Geld?

Wir verrechnen den Immobilien-Unternehmen eine monatliche Lizenzgebühr für die Nutzung der Reeviz-Plattform sowie eine Pauschalgebühr pro Besichtigung.

Wer hatte die Idee und wieso?

Sandro war bzw. ist seit über 6 Jahren in der Immobilienbranche als Immobilienmakler tätig und hatte immer wieder Wohnungen in Graz und am Wiener Stadtrand zu verkaufen. Die Besichtigungen dieser Wohnungen kostetet ihn immer enorm viel Zeit und Geld und das obwohl die meisten dieser Besichtigungen leer ausgingen, da es durchschnittlich 15 Besichtigungen benötigt, bis es zu einem Verkauf- bzw. zu einer Vermietung kommt. Sandro hat dann lange nach einer Lösung gesucht, diesen Prozess der „Leerbesichtigungen“ effizienter zu gestalten. Nachdem es am Markt absolut nichts gegeben hat, hat sich Sandro ein Herz genommen und die letzten 14 Monate die Reeviz-App mit seinem Team entwickelt.

Wo lagen eure größten Hürden?

Größere Hürden gab es bisher immer wieder und die wird es auch weiterhin ständig geben. Die bisher größte Hürde haben wir allerdings momentan gerade zu bewältigen. Gerade jetzt zu Beginn sind viele MaklerInnen noch sehr skeptisch. In der Immobilienbranche hat bisher noch nicht wirklich Innovation stattgefunden, das macht es natürlich nicht leichter. Davon werden wir uns natürlich keineswegs unterkriegen lassen, denn wie bei jeder anderen Sache, muss man gerade zu Beginn oftmals über die Schmerzgrenze gehen und den Erfolg förmlich erzwingen.

Wie kam es zum Gründer-Team?

Nachdem Sandro schon eine gewisse Zeit nach einem geeigneten Entwickler gesucht hatte, traf er bei seinem Friseur „zufällig“ auf Ivan, den Schwager von Sandro´s Friseur. Tom wiederum war seit Stunde 0 dabei, als ihm Sandro damals erstmals auf seinem Balkon von der Idee zu Reeviz erzählt hat.

Eure Marketingstrategie?

Damit Reeviz funktioniert, bedarf es an Reeviz-PartnerInnen, Schlüsseldepot-Stellen und MaklerInnen. Die PartnerInnen werden großteils über Social Media und Studentenportale rekrutiert. Die Schlüsseldepotstellen ausschließlich über Direktakquise akquiriert. Die MaklerInnen werden momentan ebenfalls noch über Direktakquise und Netzwerk-Partnerschaften akquiriert, jedoch werden wir jetzt auch immer mehr über gezielte Social-Media Kampagnen für MaklerInnen bauen.

+++ Warum die Digitale Transformation in der Marketing-Abteilung beginnt +++

Die Vision: Was sind eure nächsten Ziele? Kurzfristig, aber auch langfristig?

Unsere Vision ist es, mit Reeviz die Immobilienbranche nachhaltig zu verändern. Das nächste deklarierte Ziel ist es, Reeviz zuerst mal in Österreich bekannt zu machen und ins Laufen zu bringen. Danach wollen wir unbedingt nach Deutschland gehen und dort ist absolut alles möglich.

Habt ihr bereits Finanzierung oder bis jetzt “ge-bootstrapped”?

Die letzten 14 Monate haben wir uns durch Sandro´s Tätigkeit als Immobilienmakler über Wasser gehalten, sprich seine Provisionen aus diversen Immobilienverkäufen haben uns bisher finanziert. Jetzt hat es absolut Priorität, zeitnah eine geeignete Investorin bzw. einen geeigneten Investor zu finden, sodass wir schnellstmöglich den Schritt nach Deutschland gehen und wachsen können.

Eure bisherigen Learnings?

Unzählige, da könnten wir gut und locker eine A4 Seite vollbekommen.

Österreich als Gründerland – die richtige Entscheidung?

Ja, allerdings nur weil wir in Österreich leben und es keine andere realistische Möglichkeit gegeben hätte. Österreich ist mit seiner konservativen und teilweise auch oft noch negativen Einstellung zu Innovation, alles andere als ein Wunschpflaster für ein Startup in der Immobilienbranche. Deshalb ist es auch ganz klar das Ziel, so schnell wie möglich aus Österreich „rauszuexpandieren“ und andere Länder wie Deutschland, etc. zu bedienen.

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Reploid, Biogena, Herosan
© Reploid - Philip Pauer, CEO und Gründer von Reploid.

Mit dem Einstieg beim steirischen Petfood-Unternehmen Herosan Healthcare setzte das Welser Scaleup Reploid bereits im Oktober 2025 einen Schritt im Bereich Heimtierfutter (wie brutkasten berichtete). Nun, konkret mit Ende Juni 2026, hat das Unternehmen die Beteiligung an dem steirischen Tiergesundheits- und Haustiernahrungs-Unternehmen von 34 % auf über 50 % aufgestockt.

Reploid treibt vertikale Integration voran

„Wir treiben die vertikale Integration konsequent voran und steigern damit die Effizienz der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig können wir den Konsumenten mehr und mehr innovative Produkte anbieten – vom Hundefutter über Dünger bis hin zu Bio-Edelpilzen aus Österreich“, sagt Philip Pauer, CEO und Gründer von Reploid.

Seit dem Einstieg von Reploid im Herbst 2025 und der anschließenden Vertiefung der Zusammenarbeit hat sich Herosan in der Geschäftsentwicklung gesteigert, wie es heißt. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp zwei Drittel auf 2,3 Mio. Euro. Mit Unterstützung der Reploid-Strukturen baute Herosan zudem die Vertriebsaktivitäten in der Schweiz und in Italien aus.

Der Zugang zu Insektenlarven von Reploid sowie zu Pilzmyzel der Reploid-Tochter Vitus GmbH, einem österreichischen Produzenten von Bio-Edelpilzen, habe die Lieferkette erweitert und stabilisiert. Mit dem Ausscheiden eines Altgesellschafters und der mehrheitlichen Übernahme durch Reploid verfüge Herosan nun über die Voraussetzungen für die weitere Geschäftsentwicklung, liest man in der Aussendung.

Auch Biogena steigt ein

Nach der Anteilsaufstockung von Reploid steigt auch die Biogena Management Holding GmbH mit 13,7 % bei Herosan ein. Die Gruppe ist unter der Marke Biogena Pets bereits im Bereich Tiergesundheit tätig, konkret mit Premium-Nahrungsergänzungsmitteln für Hunde. Die restlichen 33,0 % der Gesellschaftsanteile an Herosan hält die PT26 Holding GmbH der beiden Gründer und Geschäftsführer Cornelia Pint und Daniel Taurer.

„Die ganzheitliche Betrachtung der Gesundheit war für mich einer der zentralen Beweggründe, Biogena und in weiterer Folge Biogena Pets zu gründen. Da auch Herosan diesen Ansatz verfolgt, freue ich mich über den gelungenen Einstieg bei diesem innovativen Unternehmen aus der Steiermark“, sagt Albert Schmidbauer, Founder und CEO der Biogena Group.

Daniel Taurer, Geschäftsführer und Mitbegründer von Herosan, ergänzt: „Bei Herosan haben wir in den letzten Jahren ein hochwertiges Produktsortiment rund um das Tierwohl entwickelt – nun gehen wir den nächsten Schritt. Mit Reploid und Biogena stehen starke Partner an unserer Seite, die unseren Wachstumskurs nicht nur unterstützen, sondern aktiv beschleunigen.“

Auf Basis von Reploid-Rohstoffen

Zudem wurde Alimentastic von Biogena-Gründer Albert Schmidbauer als Vertriebsplattform für Food- und Konsumgüter aufgebaut und soll als Schnittstelle zwischen Herstellern und Lebensmittel-, Fach- und Großhandel fungieren. Im Juli 2026 übernahm Reploid von der Schmidbauer zuzurechnenden Akira Management Holding 25,1 % an Alimentastic und erhielt eine Option, die Beteiligung innerhalb von drei Jahren auf über 51 % zu erhöhen.

Zusätzlich hält bereits die Addendum Holding von Reploid-Gründer Philip Pauer 25,5 %, womit sich laut Firmenbuch 51 % der Anteile in dessen Einflusssphäre befinden. Alimentastic übernimmt unter anderem Produktentwicklung, Distribution und Vertrieb und soll künftig mehrere neue Produktlinien auf Basis von Reploid-Rohstoffen in Deutschland und Österreich in den Handel bringen; erste Listungen bei großen Supermarktketten sind bereits vereinbart.

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