13.01.2026
ECOSYSTEM

Startup South!: Graz und Klagenfurt bündeln Startup-Kräfte

Mit Startup South! formiert sich im Süden Österreichs eine neue Initiative, die die Startup-Ökosysteme der Steiermark und Kärntens enger miteinander verknüpfen soll. Ziel ist es, den entstehenden Wirtschaftsraum Süd länderübergreifend zu stärken und Gründer:innen künftig besseren Zugang zu Märkten, Kapital, Know-how und Talenten zu ermöglichen.
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Startup South!, Graz Klagenfurt
(c) Pexels/Ahmet Yüksek/Unsplash/Andreas Weilguny.

Initiiert wurde Startup South! vom Kärnten Gründungsnetzwerk unter der Federführung von Startup Carinthia gemeinsam mit dem Ideentriebwerk Graz. Unterstützt wird die Initiative von mehreren öffentlichen und privaten Partnern, darunter die Grazer Wirtschaftsabteilung, Invest in Klagenfurt, Stadtmarketing Klagenfurt, die ÖBB, der Lakeside Science & Technology Park und die Lanner Media GmbH.

Startup South!: Experimentelle Formen der Kooperation

Inhaltlich setzt Startup South! auf neue, experimentelle Formen der Zusammenarbeit zwischen den Regionen. Im Zentrum steht der Aufbau eines gemeinsamen Verständnisses für den Wirtschaftsraum Süd, in dem sich Startups, Investor:innen, Förderstellen, Hochschulen und weitere zentrale Akteur:innen als Teil eines zusammenhängenden Innovationsraums begreifen. Erste Kooperationsideen und Projektansätze wurden bereits angestoßen.

„Die Auftaktveranstaltung von Startup South! (Anm.: am 8. Jänner im Rahmen der Eventreihe „UNTERNEHMA WOS“ im Makerspace Carinthia) hat gezeigt, wie groß die Bereitschaft ist, gemeinsam Projekte anzustoßen: Die ersten Kooperationsideen sind bereits im Impuls-Workshop im Zug entstanden. Man spürt, dass der Süden gemeinsam etwas bewegen will. Der Wirtschaftsraum Süd wächst zusammen, und die Startup-Community macht den ersten Schritt“, kommentiert Iris Einöder, Vorstand Startup Carinthia.

Mentale Distanz verringern

Ein wichtiger Treiber für die Initiative ist auch die infrastrukturelle Annäherung der beiden Standorte Graz und Klagenfurt durch die Koralmbahn. Startup South! will dieses Momentum nutzen, um nicht nur die räumliche, sondern auch die wirtschaftliche und mentale Distanz zwischen den Regionen weiter zu verringern und nachhaltige Verbindungen im Startup-Ökosystem zu schaffen.

„Für viele aus Graz war es das erste Mal, die Kärntner Startup-Szene so gebündelt zu erleben – und es war großartig. Startup South! hat mit der Auftaktveranstaltung einen starken Startpunkt für die Zusammenarbeit gesetzt: Wir fahren mit neuen Kontakten, konkreten Projektideen und einem gemeinsamen Verständnis für den Wirtschaftsraum Süd nach Graz zurück“, sagt Andrea Udier, Präsidentin IdeenTriebwerk Graz.

Startup South! Teil 2

Langfristig soll Startup South! als Plattform für kontinuierlichen Austausch, Kooperationen und gemeinsame Projekte dienen. Ziel ist der Aufbau eines starken Wirtschaftsraums Süd, in dem Innovation, Unternehmertum und Wachstum über regionale Zuständigkeiten hinaus gedacht und umgesetzt werden.

Der zweite Teil der Initiative folgt am 15. Jänner 2026, wenn die Kärntner Startup-Community zum „Startup Spritzer“ nach Graz reist. Dort wird das Projekt in der Gegenrichtung fortgeführt und der Wirtschaftsraum Süd aus steirischer Perspektive weitergedacht.

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(c) x-tention / syndena

In den Kliniken liegt medizinisches Wissen aus Jahrzehnten überwiegend als Freitext vor. Für systematische Auswertungen und Forschung ist es damit nur mit erheblichem manuellem Aufwand nutzbar. Genau hier setzt syndena an: Das Unternehmen wandelt gewachsene klinische Dokumentation über einen KI- und NLP-gestützten Prozess mit menschlicher Qualitätssicherung in eine konsistente, interoperable Datenbasis um. Die so entstehenden Real World Data sollen laut Aussendung klinische Forschung und Versorgungsanalysen unterstützen, ohne die klinische Beurteilung zu ersetzen. Möglich werden sollen dadurch ein besseres Verständnis der Wirksamkeit von Therapien in der Versorgung sowie eine breitere Patientenrepräsentation.

Health-IT-Gruppe mit rund 850 Beschäftigten

Mit der nun verkündeten Mehrheitsübernahme erweitert x-tention sein Lösungsportfolio im Umfeld klinischer Daten. Die 2001 von Herbert Stöger gegründete Gruppe ist tief im Bereich Gesundheits-IT verankert: Sie deckt unter anderem Datenmanagement, ELGA, Konnektivität und Managed Services ab und betreut nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Kunden im Gesundheitswesen. Heute beschäftigt x-tention rund 850 Mitarbeiter:innen in Österreich, der Schweiz, Deutschland und England sowie in einem Office im Silicon Valley. Erst im Mai berichtete brutkasten über das von x-tention mitgegründete Cybersecurity-Startup SecurITe, das eine Seed-Runde im niedrigen zweistelligen Millionenbereich abschloss (brutkasten berichtete).

syndena bleibt in Innsbruck verankert

Der Hauptsitz von syndena bleibt laut Aussendung in Innsbruck, auch Forschung und Entwicklung sollen weiterhin von Tirol aus vorangetrieben werden. Zugleich soll die Partnerschaft dem Unternehmen die überregionale und internationale Skalierung der Technologie ermöglichen. Zu Kaufpreis und genauer Beteiligungshöhe machen die Unternehmen keine Angaben.

Vorbereitung auf den European Health Data Space

Hintergrund der Beteiligung ist der European Health Data Space (EHDS): Ab 2029 gelten erste zentrale Bestimmungen, darunter Regeln für die Sekundärnutzung der meisten Kategorien elektronischer Gesundheitsdaten. x-tention will österreichische Gesundheitseinrichtungen nach eigenen Angaben frühzeitig anschlussfähig an den Europäischen Gesundheitsdatenraum machen.

„Gesundheitsdaten sind das wertvollste und sensibelste Gut im System. Mit dem European Health Data Space rückt der verantwortungsvolle Umgang damit jetzt europaweit in den Fokus, und genau dafür holen wir syndena an Bord“, sagt Herbert Stöger, Geschäftsführer von x-tention.

Datenhoheit bleibt bei den Einrichtungen

Die Datenverarbeitung erfolgt laut den Unternehmen pseudonymisiert, die Datenhoheit verbleibt demnach bei der jeweiligen Einrichtung: Für Forschung und multizentrische Auswertungen werden Daten nur nach deren Freigabe bereitgestellt. Auf dieser Grundlage sollen auch Kooperationen mit Forschungs- und Life-Science-Partnern stattfinden. x-tention positioniert die Beteiligung zudem ausdrücklich als Gegenmodell zur Abhängigkeit von außereuropäischen Datenplattformen: europäisch, DSGVO-nativ und auf souveräner IT-Infrastruktur basierend.

„In den Krankenhäusern liegt ein jahrzehntelanger Wissensschatz, der bisher nur mit erheblichem Aufwand nutzbar ist. Wir machen ihn für Versorgung und Forschung systematisch nutzbar, ohne dass die Einrichtungen die Kontrolle über ihre Daten verlieren“, sagt Roman Weger, CEO von syndena.

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