03.03.2020

Neues Ratgeberbuch: Wie ein Startup zum Börsekandidaten wird

Ein neu im Linde Verlag erschienenes Ratgeberbuch liefert Gründern Tipps für Unternehmenswachstum bis hin zum Börsengang. Das Buch wurde am Dienstagvormittag an der Wiener Börse präsentiert.
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Startup
Das Buch wurde heute an der Wiener Börse präsentiert | (c) der brutkasten

Im Jänner 2019 startete die Wiener Börse die beiden Märkte „direct market“ und „direct market plus“, über die Startups und KMU erstmalig einen einfachen und unkomplizierten Zugang zum Kapitalmarkt erhalten sollen. Möglich machte dies eine Änderung des Aktiengesetzes, die der ehemalige Finanzminister Hartwig Löger unter der türkis-blauen Bundesregierung kurz zuvor verabschiedete.

+++ „Being Public“ oder wie die Börse das (Unternehmer-)Leben verändert +++

Rund ein Jahr nach der Öffnung des sogenannten dritten Marktes der Wiener Börse haben bereits einige Unternehmen aus dem KUM- und Startup-Segment von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und eine Kapitalerhöhung umgesetzt – darunter beispielsweise die Marinomed Biotech AG oder die startup300 AG.

Startup Börsengang, aber wie?

Der Börsengang bleibt somit nicht mehr nur Großkonzernen vorbehalten, sondern bietet auch Unternehmen aus dem Startup- und KMU-Segment neue Möglichkeiten, ihr weiteres Wachstum zu finanzieren. Ein Initial Public Offering (IPO) ermöglicht Unternehmen nicht nur Zugang zu Kapital, sondern auch eine höhere Sichtbarkeit am Markt.

Doch wann ist ein Startup bereit für einen Börsengang? Welche Vorschriften auf nationaler und internationaler Ebene müssen vor einem Börsengang erfüllt werden? Ein neues Ratgeberbuch, das im Linde Verlag erschienen ist, soll Gründern auf diese Fragen Antworten liefern.

Startup

Experten-Tipps

Im Buch, das von Ralf Kunzmann (aws Fondsmanagment) sowie Philipp Schrader und Josef Schmidt (Eisenberger & Herzog) herausgegeben wurde, geben Experten Praxistipps zu steuerlichen, rechtlichen und finanziellen Fragen rund um den Börsengang von Startups und KMU.

Am Beginn des Buches wird auf die Unterschiede zwischen herkömmlichen Jungunternehmen und Startups eingegangen. Zudem wird Gründern Tipps gegeben, wie sie ihren Kapitalbedarf stillen können. Praxisnah aufbereitete Erfahrungswerte von Spezialisten aus den Bereichen Venture Capital, Investmentbanking, Kapitalmarkt sowie Steuer- und Rechtsberatung sollen dabei unterstützen, diese Herausforderungen zu meistern.

Im Buch werden darüber hinaus die relevanten Phasen des Finanzierungszyklus beleuchtet und ein Überblick über die damit verbundenen Herausforderungen, Möglichkeiten und Pflichten gegeben.

Wiener Börse CEO

Das Buch wurde am Dienstagvormittag in Wien unter Beisein von Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse, präsentiert. Im Rahmen der Präsentation verwies er auf die Vorteile, die ein Börsegang für ein Unternehmen im Startup- und KMU-Segment mit sich bringt.

Neben dem Abdecken des Kapitalbedarfs könne beispielsweise die eigene Sichtbarkeit am Markt gesteigert und die „innere Unternehmensorganisation“ professionalisiert werden. Zudem biete eine AG im Vergleich zu einer GmbH mehr Flexibilität. Als Beispiel führte er das Abtreten von Unternehmensanteile durch Altinvestoren an. Boschan begrüßte die im Regierungsprogramm in Aussicht gestellten Maßnahmen rund um die „AG light“.

„Das geniale am Börsegang ist, dass er gleichzeitig für Finanzierung, enorme Sichtbarkeit und Sicherstellung einer nachhaltig professionellen Unternehmensorganisation sorgt. Unternehmen können so auch ihre Nachfolge regeln. Diese Vorteile treffen auf Unternehmen jeder Größenordnung zu“, so Boschan. Dennoch sei nicht jedes Startup per se ein Börsekandidat. Die passende Finanzierungsform muss nämlich der jeweiligen „Wachstumsstufe“ des Unternehmens entsprechen.


Das Buch „Vom Start-up zum Börsekandidaten | Steuern, Recht, Finanzierung, Börsefitness“ ist im Linde Verlag erschienen.

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© Tom Jackson via Pexels

Erst vor wenigen Tagen berichtete brutkasten, dass die ÖBB Postbus beim Forum Alpbach einen autonomen Bus testen wird. Der Regelbetrieb mit bis zu 100 fahrerlosen Fahrzeugen ist hierzulande frühestens ab 2028 geplant. Was in Österreich also noch Zukunftsmusik ist, wird in Kalifornien gerade in einer ganz anderen Dimension Realität: Schwere autonome Lkw dürfen dort ab sofort auf öffentlichen Highways getestet werden.

Ein Heimspiel mit Verspätung

Die Situation hatte bislang etwas Paradoxes: Auf autonomes Fahren spezialisierte Firmen wie Aurora und Kodiak entwickeln ihre Technologie direkt im Silicon Valley, durften ihre schweren Trucks aber lange nicht auf kalifornischen Straßen erproben. Aurora wurde 2017 von drei Veteranen der Selbstfahr-Branche gegründet, unter anderem ehemals bei Tesla und beim Google-Ableger Waymo. Kodiak wiederum hat sich auf autonome Sattelschlepper spezialisiert.

Fahrzeuge ab 10.001 Pfund Gesamtmasse waren vom Testbetrieb ausgeschlossen. Mit neuen Regeln, die am 28. April beschlossen wurden, ist damit Schluss. Kodiak hat rund um seinen Firmensitz in Mountain View, mitten im Silicon Valley, bereits erste Fahrzeuge auf die Straße geschickt.

Von führerlosen Trucks kann trotzdem noch keine Rede sein. Die Genehmigungen gelten vorerst nur für Tests mit Sicherheitsfahrer:in am Steuer. Kalifornien will das Ganze stufenweise angehen: Auf begleitete Tests soll die fahrerlose Erprobung folgen, ein kommerzieller Einsatz ist frühestens danach denkbar.

Texas war schneller

Dass Aurora und Kodiak überhaupt schon so weit sind, liegt an Texas. Dort waren die regulatorischen Auflagen für autonomes Fahren von Anfang an niedriger, weshalb beide Unternehmen ihr operatives Geschäft zunächst dort entwickelten.

Aurora fährt seit 2025 kommerziell und fahrerlos zwischen mehreren texanischen Städten, Kodiak startete im wenig befahrenen Permian Basin und ist mittlerweile ebenfalls auf öffentlichen Highways unterwegs. Die kalifornische Zulassung erlaubt es nun vor allem Kodiak, seine Systeme erstmals auch im eigenen Heimmarkt unter anderen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln.

Gewerkschaft sieht Jobs in Gefahr

Weniger Begeisterung für die neuen Regeln gibt es bei den Lkw-Fahrer:innen selbst. Die Gewerkschaft Teamsters California hat das für die Zulassung zuständige DMV (Department of Motor Vehicles) verklagt und will die Zulassung wieder kippen. Ihr Vorwurf: Die Behörde habe mögliche Sicherheitsrisiken für andere Verkehrsteilnehmer:innen nicht ausreichend untersucht.

Die Unternehmen argumentieren umgekehrt mit mehr Effizienz und langfristig höherer Sicherheit. Am Ende steht die Frage, wer die amerikanische Logistik von morgen kontrolliert und was das für Fahrerjobs und die Milliarden bedeutet, die bereits in die Technologie geflossen sind.

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