14.07.2025
AUSZEICHNUNG

Startup of the Year: NÖ-Gründerin erhält renommierten Award in London

Das Londoner Startup Peachies, gegründet von der Niederösterreicherin Rima Suppan und der US-Amerikanerin Morgan Mixon, wurde vom britischen Medium The Grocer als Startup des Jahres ausgezeichnet.
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Peachies
© zVg - (v.l.) Rima Suppan und Morgan Mixon vor der Royal Albert Hall in London.

The Grocer ist ein britisches Medium, das sich dem Lebensmitteleinzelhandel widmet und von William Reed herausgegeben wird. Es erscheint seit 1862 und veranstaltet die „Grocer Gold Awards“ seit 2003. Letzte Woche das Windel-Startup Peachies mit der NÖ-Gründerin Rima Suppan in der Royal Albert Hall in London als Startup des Jahres ausgezeichnet.

Peachies: Top 100 und Investment

Dieser Award reiht sich in ein erfolgreiches Jahr 2025 für Peachies ein. Im Jänner wurde man unter die Top 100 des Portals startups.co.uk gereiht, und erhielt jüngst im Juni ein Investment von rund 2,5 Millionen Euro von ArmaVir Partners, einem wachstumsorientierten Investor mit Sitz in New York, sowie von Triple B, einem in Amsterdam ansässigen Family Office des Bata-Erbes.

Im Mai letzten Jahres waren bereits Anotherway Ventures, ein britischer Consumer Fund, Antler, ein Frühphasen-Investor und die Gründer des Wiener Kinderfahrrad-Scaleups Woom mit 1.6 Millionen eingestiegen. Auch eine ehemalige Geschäftsführerin von Kimberly Clark, dem Eigentümer von Huggies, dem amerikanischen Marktführer für Windeln, war damals an der Runde beteiligt.

Peachies
© zVg – Die beiden Peachies-Gründerinnen mit dem Grocer Gold Award.

Die Gründe für die aktuelle Auszeichnung sind laut The Grocer u.a. in einer bemerkenswerten Statistik verankert: „Peachies-Windeln sparen laut Zahlen, die vom Climate KIC der EU verifiziert wurden, bis zu 93 Tonnen CO₂ pro 1.000 Babys ein“, schreibt das britische Medium. „Wenn das noch nicht genug ist, bietet der erstmals in seiner Art angebotene ‚Nappy Concierge‘-Service ein ‚luxuriöses, rundum-sorglos-Erlebnis, das die Last erleichtern soll.“

„Oscar der Konsumgüterbranche“

Für Suppan hat diese Auszeichnung eine besondere Bedeutung, wie sie dem brutkasten erzählt. „Der ‚Grocer Award‘ zählt zu den begehrtesten Auszeichnungen, man könnte sagen, er ist der Oscar der Konsumgüterbranche und des britischen Handels. Er ehrt Unternehmen, die nicht nur durch rasantes Wachstum auffallen, sondern auch eine Marke schaffen, die es mit den Großen der Branche aufnehmen kann“, sagt sie. „Wir sind unglaublich stolz, mit Peachies genau das aufzubauen. Am Ende des Tages sind solche Awards eine wunderbare Anerkennung für uns als Gründer, aber in solchen Momenten sind wir vor allem stolz auf unser brillantes Team, mit dem wir jeden Tag die Chance haben, etwas so Besonderes zu schaffen.“
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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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