07.03.2018

Die Crux mit den passenden Startup-Mitarbeitern

Die richtigen Mitarbeiter für sein Startup zu finden ist nicht leicht. Sei es Qualifikation, Motivation oder Startup-Spirit - es muss alles passen. Rund 40 österreichische Jungunternehmen erhoffen sich, bei der Startup-Jobmesse im Rahmen von "Gründen in Wien" am 23. März fündig zu werden.
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Startup-Mitarbeiter
(c) Husar: Rund 40 Startups erhoffen sich, auf der Gründen in Wien-Jobmesse passende Mitarbeiter zu finden
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„Wir suchen aktuell Developer, was immer eine große Herausforderung ist. Für unseren Standort in Berlin haben wir in der Vergangenheit einige interessante Bewerbungen erhalten, in Wien war es bis jetzt schwieriger gute Kandidaten zu finden, die auch das richtige Startup-Mindset mitbringen“ sagt Petra Dobrocka vom Wiener Startup Byrd. Ähnlich geht es dem österreichischen Vorzeige-Startup Shpock. „Im Moment haben wir mehr als 30 Positionen in unterschiedlichen Bereichen ausgeschrieben. Eine besondere Herausforderung ist, neue Teammitglieder mit einem Spezialwissen, etwa Development und Marketing, zu finden, die im Idealfall sogar Vorerfahrung im digitalen sowie App-Business mitbringen. Für dieses Anforderungsprofil müssen wir oft international denken und über die Grenzen hinausblicken“, sagt Fabio Tiani von Shpock. Für ihn ist in Bezug auf Startup-Mitarbeiter klar: „Der Teamfit bleibt für uns das wichtigste Kriterium beim Hiring. Kandidatinnen und Kandidaten müssen den richtigen Spirit mitbringen“.

+++ Investorensuche: Das richtige Team ist entscheidend +++

Eigenbrödlerei und „nine to five“-Denken sind fehl am Platz

Es ist also eine ganze Fülle an Eigenschaften, die passende Startup-Mitarbeiter mitbringen müssen. Eigenbrödlerei und „nine to five“-Denken sind fehl am Platz. Johanna Kober von mySugr drückt es so aus: „Die Herausforderung besteht sicherlich darin, Leute zu finden, die in unser ganz besonderes Team passen, die darauf brennen, viele Aufgaben zu übernehmen und Spaß daran haben, mit innovativen Köpfen aus verschiedenen Disziplinen in einem dynamischen Startup-Umfeld in cross-funktionalen Teams zusammenzuarbeiten“. Für das Wiener Startup ToolSense stellt wiederum die Qualifikation die größte Herausforderung dar: „Einerseits suchen wir Top-Entwickler in den Bereichen Embedded, IT-Infrastruktur und Web Development und andererseits suchen wir sehr spezialisierte Machine Learning Ingenieure, die integriertes Wissen aus den Bereichen Embedded, Elektronik und Machine Learning mitbringen. Diese Leute sind sehr schwierig zu finden“, erzählt Gründer Alexander Manafi.

Startup-Mitarbeiter-Suche: „Nutzen eine Vielzahl von Kanälen“

Wie also die richtigen Startup-Mitarbeiter finden? „Wir schreiben Stellen in ganz unterschiedlichen Bereichen aus. Entsprechend nutzen wir auch eine Vielzahl von Kanälen“, sagt Petra Dobrocka. So nutze man bei byrd neben klassischen Ausschreibungen auch die Angebote von HR-Startups wie hokify oder jenes des Speedinvest-HR-Zweigs Speedinvest Heroes. Gemeinsam mit rund 40 weiteren Startups – auch die oben genannten Shpock, mySugr und ToolSense sind dabei – setzt byrd auch auf die Jobmesse im Rahmen von „Gründen in Wien“ am 23. März. „Von Gründen in Wien erwarten wir uns startupaffine Kandidaten, die uns helfen byrd auf das nächste Level zu bringen“, sagt Dobrocka. Auch Alexander Manafi ist zuversichtlich: „Wir sehen die Gründen in Wien-Jobmesse als eine sehr gute Gelegenheit, Leute für unsere spezialisierten Anforderungen zu finden“.

+++ Startup Jobs auf derbrutkasten.com +++


Über Gründen in Wien

100 Programmpunkte in 45 Locations stehen bei der vierten Auflage von Gründen in Wien für alle interessierten offen. 140 Jungunternehmen sind involviert. Co-working Spaces, Hubs, Initiativen, universitäre Einrichtungen und Förderstellen bieten 14 Stunden lang Workshops, Open Houses, Beratungen, Networking-Events, Grätzeltouren sowie Talks und Walks. Gründen in Wien ist damit die größte heimische Startup-Veranstaltung.

Die Jobmesse, die am 23. März ab 17:00 Uhr im ehemaligen Semperdepot (Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien, Lehargasse 6-8, 1060 Wien) stattfinden wird, gliedert sich in dieses umfassende Programm.

⇒ Zur Page von Gründen in Wien

⇒ Alle Startups bei der Jobmesse

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V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe
V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe "Science to Business" von Forwit | (c) Johannes Zinner

Die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Gesellschaftsform EU Inc. bewegen sich langsam auf die Zielgerade zu. Mitsprache haben dabei nicht nur die EU-Kommission, die bereits im März ihren Entwurf vorlegte, und das EU-Parlament, das letztlich über das Regelwerk abstimmen wird, sondern auch der Rat der EU, also die Regierungen der Mitgliedstaaten. In der zweiten Reihe machen zudem einige mächtige Interessensvertretungen, etwa mehrere nationalstaatliche Notariatsverbände, ihren Einfluss geltend.

Eines zeichnet sich dabei bereits klar ab: Die Verhandlungen laufen auf einen Kompromiss hinaus, wie brutkasten bereits analysierte. Bereits der Kommissionsentwurf war eine im Vergleich zu den ursprünglichen Forderungen der im Startup-Umfeld formierten Initiative „EU-INC“ abgespeckte Version. Dass es in den Verhandlungen zu Abänderungen im Sinne der Initiative kommt, ist höchst unwahrscheinlich. Vielmehr stehen Streichungen zentraler Punkte im Raum, die für die Initiative zum Kern des Vorhabens zählen.

„Once in a generation-Chance für Österreich und Europa“

Diese adressiert nun auch die Arbeitsgruppe „Science to Business“ des österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) in einem offenen Brief an mehrere österreichische Regierungsmitglieder. Der Arbeitsgruppe gehören TTTech-Gründer Georg Kopetz, Informatik-Professorin Johanna Pirker, Neurologe Dietrich Haubenberger und Philipp von Lattorff, Aufsichtsratsvorsitzender des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, an.

Die EU Inc. sei eine „once in a generation-Chance für Österreich und Europa“, heißt es im offenen Brief. Während die Bundesregierung mit der strategischen öffentlichen Beschaffung und der Errichtung eines Dachfonds bereits zwei „kritische Schwachstellen“ im Wissenstransfer in Österreich angehe, könne dies gemeinsam mit der EU mit der EU Inc. auch beim Thema Skalierung „schlagkräftig“ gelingen.

Regierung soll sich für zentrales Handelsregister und Mitarbeiter:innenbeteiligung einsetzen

Zwei aus Sicht von Forwit dafür maßgebliche Elemente der EU Inc., nämlich ein zentrales europäisches Handelsregister und eine standardisierte Mitarbeiter:innenbeteiligung, würden aber aktuell drohen, im Zuge der Verhandlungen gestrichen zu werden. Ersteres brauche man, damit es sich bei der EU Inc. tatsächlich um einen europäischen Standard handle, zweiteres, damit europäische Wachstumsunternehmen im Wettbewerb um Talente bestehen könnten. Zudem betont die Forwit-Arbeitsgruppe auch die Möglichkeiten, die die neue Gesellschaftsform KMU im Allgemeinen bieten könne.

Entsprechend fordert sie die Regierungsmitglieder im offenen Brief konkret dazu auf, sich in den Verhandlungen für das zentrale Handelsregister und die Mitarbeiter:innenbeteiligung einzusetzen, ebenso wie für die freie Wahl des Registrierungssitzes, den Zugang für alle Unternehmen und die Geltung des lokalen Arbeits- und Steuerrechts. Und zudem „die EU Inc. als Bestandteil der Umsetzung der Industriestrategie 2035 zu erachten und in der Folge entsprechend mitzugestalten.“ Man stehe den Adressat:innen und der gesamten Bundesregierung „für eine Vertiefung und Begleitung der österreichischen Position selbstverständlich zur Verfügung.“

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