06.09.2016

„Startup Milestones“: Florian Kandler startet neuen Gründer Podcast

Eine Zeit lang galten sie als ausgestorben. Doch seit einer Weile treffen Podcasts wieder den Zahn der Zeit. Florian Kandler startet mit seinem neuen Projekt "Startup Milestones" eine Interview Serie mit Persönlichkeiten aus der Startup Szene. Der Brutkasten hat sich mit Florian zu einem Gespräch getroffen.
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Florian Kandler startet einen neuen Podcast namens "Startup Milestones". Rawpixel.com - fotolia.com

Florian, viele Menschen in Österreich kennen dich, bitte stelle dich trotzdem kurz unserer Community vor

Florian Kandler: Ich habe in den vergangenen acht Jahren drei Unternehmen gegründet. Zwei davon mitels Venture Funding. Schlussendlich kamen mehr als drei Millionen Euro über drei Runden zusammen.

+++Hier gehts zum ersten Podcast mit Michael Smida von Twisto Payment+++

Mit deinem letzten Startup hast du Zeit im Silicon Valley verbracht, welche Erfahrungen konntest du für dich mitnehmen?

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Ich habe im Jahr 2011 sechs Monate im Silicon Valley verbracht. Anfangs war ich überwältigt, wie offen und hilfsbereit die Menschen in der Startupszene dort sind. Vom Wissen von Investoren, erfahrenen Unternehmern, Gründern und auch vom Feedback von Experten habe ich enorm profitiert und viel dazugelernt. Meine „Business DNA“ hat sich danach eindeutig verändert.

Stichwort „paying it forward“?

Das Einander-Helfen wird „paying it forward“ genannt – also jemandem zu helfen, von dem man nicht erwartet, etwas zurückzubekommen. So befeuert sich im Silicon Valley die Szene permanent selbst, und bringt Erstgründer extrem schnell auf Zack. Dieses Mind-Set habe ich mitgenommen. Vor etwa zwei bis drei Jahren habe ich damit begonnen, mein Wissen weiterzugeben und verfügbar zu machen. Als Mentor bei Events und Inkubatoren, bei Podiumsdiskussionen und Startup Grind. Wie jeder Lean Startup Fachmann habe ich zu überlegen begonnen: Wie kann ich das Helfen skalieren? Wie kann ich mit dem gleichen Zeitaufwand noch mehr junge Gründer erreichen? Und wie kann ich ihnen am besten und effektivsten helfen?

Redaktionstipps

Wann kam dir die Idee einen Podcast zu launchen?

Primär dachte ich an einen Blog. Ich machte mich anschließend auf die Suche nach einem europäischem Startup Podcast, in dem erfahrene Gründer ihr Wissen weitergeben. Da ich nicht fündig wurde, habe ich beschlossen selbst einen Podcast aufzuziehen. Startup Milestones war geboren! Die ganze Wahrheit gibt es für Themen, die Gründer interessieren ohnehin nicht. Und selbst der größte Experte kennt nicht alle Antworten. Deshalb lade ich verschiedene Gründer ein, und versuche die interessantesten und lehrreichsten Geschichten aus ihnen herauszukitzeln. Ich will Erkenntnisse, Tipps und Methoden für meine Zuhörer herausholen.

Welche Personen holst du dir vors Mikro?

Meine Gäste sind ausschließlich Gründer, die in Europa ihr Startup aufbauen. Im Moment lege ich den Schwerpunkt auf Gründer, die bereits ihre erste Funding-Runde geschafft haben. Ich spreche mit ihnen über ihre Learnings auf der Reise von Idee bis zur Finanzierung, und was kurz danach geschah. Sprich jene Themen und Probleme, vor denen jeder Gründer am Anfang steht.

+++Hier gehts es zur zweiten Podcast-Folge mit Rudolf Ball von Symvaro+++

Wann geht „Startup Milestones“ online?

Am 6. September gehen die ersten drei Episoden online. Am Freitag, den 9.9., eine weitere. Ab der Woche darauf folgt jeweils Montags und Donnerstags eine weitere Episode. Zum Beispiel erzählt Michel Willems von BimBimBikes, wie er es mit 250.000 Euro Funding und ein paar Praktikanten geschafft hat, in 60 Länder zu expandieren. Oder wie Ben Wynn von DAD über die Jahre ein so starkes Netzwerk an Menschen aufgebaut hat, dass er sein Startup nach dem 2-millionen-funding binnen weniger Monate mit top Leuten besetzt hatte. Olivièr Hamel erzählt, wie er die Teilnahme an Startup-Wettbewerben strategisch genutzt hat, um Marktchancen abzutesten. Nach den Gesprächen mit meinen Gästen bin ich immer total energetisiert – ich lerne auch ständig dazu!

+++Hier gehts zur dritten Podcast-Folge mit Olivièr Hamel von Prodibi+++

Danke für das Gespräch!

Die Podcasts von „Startup Milestones“ könnt ihr euch auch auf derbrutkasten.com anhören. Viel Spaß!

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce

Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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