20.11.2015

Startup Live: 4 Exklusiv-Tipps für’s Pitchen von Juror Bernhard Thalhammer

Am Freitag startet die "Startup Live Vienna"-Veranstaltung im Wiener T-Center. Jungunternehmer, oder die die es noch werden möchten pitchen was das Zeug hält. Dem Brutkasten hat Juror Bernhard Thalhammer exklusiv 4 Tipps verraten.
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Zum 12. Mal findet die Eventreihe Startup Live statt. Vor Ort geht es vor allem ums Ideen spinnen, Know-How sammeln und ums Austauschen mit anderen. Ob man nun selbst eine Idee hat, oder sich bei einem anderen Team anschließen möchte, rückt dabei in den Hintergrund. Das Startup Live Vienna hat sozusagen einen „Speed-Dating-Charakter“.

Bernhard Thalhammer, Juror und M&A-Manager bei der Styria Media Group hat 4 exklusive Tips zur optimalen Vorbereitung auf das Event:

Tipp 1: Gute Vorbereitung auf den Pitch!

Bereite dich nicht nur auf deinen Pitch vor, sondern auch auf die anderen Teilnehmer. Finde heraus wer noch an dem Event teilnimmt, frage wenn möglich nach einer Teilnehmerliste. Derartige Vorbereitung hilft dir die optimalen Matches zu finden bzw. herauszufinden mit wem du möglicherweise kooperieren möchtest. Vor Ort gilt es dann präzise zu kommunizieren, um mit den „richtigen“ Leuten in Kontakt zu kommen.

Tipp 2: Auf den Punkt kommen!

Erläutere mit einfachen aber präzisen Worten was dein Anliegen ist. Mache unmissverständlich klar, welches Problem du wie lösen möchtest. Die britische Programmierer-Koryphäe Paul Graham beschreibt das sehr eindrucksvoll: „We’re Jeff and Bob and we’ve built an easy to use web-based database. Now we’ll show it to you and explain why people need this.“ ist besser als „We’ve built a system that allows people to collaboratively leverage the value of information“. Ohne eine Web-Experte zu sein bemerkst du den Unterschied.

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Tipp 3: Fakten!

Zahlen sind das Um und Auf für jeden Investor. Mit konkreten Vorstellungen ist es viel einfacher dein Startup einzuordnen. Deine Ausführungen sollten klar nachvollziehbar sein aber nicht scheingenau. Die Marktgröße ist hierfür ein plakatives Beispiel: „unser Zielmarkt ist in etwa 500 Millionen Euro groß“ klingt weit vielversprechender als „fast jeder wird das haben wollen“ – „die Zielgruppe in DACH umfasst 237.348 Personen“ ist jedoch scheingenau und wird dich unglaubwürdig erscheinen lassen.

Tipp 4: Action!

Beim Startup Live Vienna hören dir sowohl das Publikum als auch eine hochkarätige Jury aufmerksam zu. Es liegt an dir, diese Aufmerksamkeit zu nutzen und den entsprechenden Call-to-Action zu platzieren. Egal, ob du dein Team komplettieren willst, oder ein Investment, einen Vertriebskanal oder nur Feedback suchst – am Ende des Pitches ist genau die richtige Gelegenheit dafür.

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SuperCycle Gründerinnen Rhana Loudon und Olivia "Lilli" Hromatka © SuperCycle / Sigrid Mayer

Discokugel an der Decke, Spiegel an den Wänden und ein neonpinker Schriftzug, auf dem „SuperCycle“ zu lesen ist. Im Takt treten bis zu 40 Beinpaare auf den Bikes und lassen Herzfrequenzen in die Höhe schnellen.

Dieses Gefühl, das SuperCycle seit 2016 in seinen fünf Wiener Studios aufgebaut hat, soll jetzt über die Stadtgrenzen hinausfinden. Seit dem ersten Jahr erreichen Mitgründerin Olivia „Lilli“ Hromatka und ihre Co-Founderin Rhana Loudon laufend E-Mails aus anderen Städten, vor allem aus Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Jetzt reagiert das Unternehmen darauf: Mit einem Franchisemodell soll das Boutique-Cycling-Konzept österreichweit wachsen.

Was hinter dem Konzept steckt

© SuperCycle / Sigrid Mayer

SuperCycle ist ein Indoorcycling-Studio: Auf stationären Rädern fahren die Teilnehmenden im Gruppenkurs zur Musik, angeleitet von Instructor:innen, die Tempo, Widerstand und Choreografie vorgeben. Dabei setzen die Trainer:innen auf durchchoreografierte, HIIT(High-Intensity-Intervall-Training)-basierte Einheiten im abgedunkelten Raum, mit Lichtshow und Playlist als festem Bestandteil der Stunde.

Über 165 solcher Kurse laufen aktuell pro Woche in den Wiener Studios, aufgeteilt auf Formate wie Soft-, Sculpt- und Music-Rides. Die Gründerinnen Loudon und Hromatka haben SuperCycle über das letzte Jahrzehnt ohne Investor:innen aufgebaut.

Zehn Prozent Abgaben und 32.000 Euro Einstiegsgebühr

Konkrete Zahlen zum neuen Franchisemodell nennt Hromatka im brutkasten-Interview: Die monatlichen Gesamtgebühren sollen sollen bei rund zehn Prozent des Nettoumsatzes liegen, dazu kommt die Einstiegsgebühr von 32.000 Euro. Auf weitere Kosten bzw. genauere Zahlen wird im näheren Kennenlernen der Franchise PartnerInnen eingegangen, erklärt Hromatka. Denn wer ein Studio eröffnet, muss auch investieren: SuperCycle-Studios brauchen etwa eine eigene Lüftung sowie einen Raum-in-Raum, um die Musik in voller Lautstärke spielen zu können, ohne die Nachbarschaft zu stören.

Auch die Bikes schaffen sich Franchisenehmer:innen selbst an. Wie hoch die Gesamtinvestition ausfällt, hängt von Studiogröße und Standort ab. Wichtig seien in jedem „Fall Hands-on-Mentalität, Organisationstalent, die Liebe zu SuperCycle, und die Bereitschaft, regelmäßig vor Ort im Studio zu sein, um eine Community aufzubauen“, ergänzt die Co-Founderin.

Vier Landeshauptstädte zuerst

Die Expansion soll schrittweise erfolgen. „Ziel wäre Graz, ein bis zwei Studios, Linz, Salzburg, Innsbruck“, so Hromatka. Erst wenn die Partnerschaften in Österreich funktionieren, ist internationale Expansion geplant. „Ich bin ein großer Fan davon, sich realistische Ziele zu setzen“, erklärt die Co-Founderin weiter. Für jeden Standort gibt es laut eigenen Angaben bereits eine Gebietsanalyse, auf deren Basis ein Gebietsschutz vergeben wird, je nach Nachfrage auch mehrere Gebiete pro Stadt.

Rund 30 Interessent:innen, gezielte Auswahl

Bislang haben sich laut Hromatka rund 30 Interessent:innen gemeldet. Gesucht wird nicht in erster Linie Fitnessbranchen-Erfahrung, sondern Haltung: „Es geht nicht darum, dass jemand das aufbauen will, um einfach nur Geld zu machen“, sagt Hromatka. Wichtiger seien Hands-on-Mentalität, Organisationstalent, ein finanzielles Backup und die Bereitschaft, regelmäßig vor Ort im Studio zu sein.

Der Anspruch bleibt laut Hromatka derselbe wie beim Wiener Start: „Wir wollten weg von diesem langweiligen Sport.“ Wer einmal eine Sportart gefunden hat, die Freude macht, bleibt langfristig dabei. Genau dieses Gefühl soll das Franchisemodell nun nach ganz Österreich bringen.

© SuperCycle / Sigrid Mayer
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