Science Park Graz startet die „Start-up Idea Competition“ mit Preisgeld bis zu 12.000 Euro
Die Bewerbungsphase für die alljährliche "Start-up Idea Competition" von Science Park Graz und ESA BIC Austria ist noch bis zum 28. Feber 2022 geöffnet. Der Ideenwettbewerb zielt auf innovative Ideen ab, die es am Markt noch nicht gibt.
Jedes Jahr veranstalten der Science Park Graz und das ESA BIC Austria die Start-up Idea Competition, um angehende Unternehmer:innen aller Altersgruppen und Hintergründe zu inspirieren und zu ermutigen, ihre Träume zu verwirklichen. Im Rahmen der Competition werden innovative Ideen aus allen Bereichen gesucht – der unternehmerischen Kreativität und Innovation sind somit keine Grenzen gesetzt.
6 Kategorien stehen zur Auswahl
Für Gründer:innen ist das die Gelegenheit, das Potenzial ihrer Ideen auszuschöpfen und die Chance zu ergreifen, einen Geldpreis von 2000 Euro in einer von sechs Kategorien zu gewinnen – insgesamt stehen somit 12.000 Euro Preisgeld zur Verfügung.
Energy & Environment
Mobility
Health
Special Societal Impact
Digital Economy & ICT
Space – Space Technologien für terrestrische Anwendungen
Die Kriterien der Start-up Idea Competition
Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Ideenwettbewerb. Die Idee muss daher nicht tatsächlich verwirklicht werden, um an der Idea Competition teilnehmen zu können. Zudem ist eine Teilnahme auch dann möglich, wenn das Unternehmen bereits gegründet wurde. Die eingereichte Idee sollte jedoch neu sein und kein Produkt oder eine Dienstleistung umfassen, die bereits auf dem Markt erhältlich ist. Zudem können alle Teilnehmer:innen auch mehrere Ideen einreichen. Die Bewerbungsfrist läuft bis 28. Feber 2022.
Wie die Challenge abläuft
Die besten Ideen jeder Kategorie kommen in die engere Wahl. Die Finalist:innen werden eingeladen, vor einer hochkarätigen Jury ihre Ideen mit einem dreiminütigen Pitch zu präsentieren. Die Gewinner:innen werden einige Stunden später bekannt gegeben.
Und natürlich wird im Rahmen der Challenge auch auf das geistiges Eigentum geachtet. Jede eingereichte Idee ist durch eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) geschützt, der alle Mitarbeiter:innen des Science Park Graz wie auch die Jury unterliegen.
voidsy: Wie ein Welser DeepTech-Startup den Blick unter die Oberfläche bringt
Das Welser Startup voidsy prüft mit seinem 3D V-ROX-System berührungslos, ob in Compositebauteilen für Luftfahrt, Automotive und Windkraft verborgene Defekte stecken, und macht so sichtbar, was unter der Oberfläche liegt. brutkasten hat das Unternehmen in Wels besucht und mit CEO Holger Plasser über die Technologie und weiteren Wachstumspläne gesprochen.
voidsy: Wie ein Welser DeepTech-Startup den Blick unter die Oberfläche bringt
Das Welser Startup voidsy prüft mit seinem 3D V-ROX-System berührungslos, ob in Compositebauteilen für Luftfahrt, Automotive und Windkraft verborgene Defekte stecken, und macht so sichtbar, was unter der Oberfläche liegt. brutkasten hat das Unternehmen in Wels besucht und mit CEO Holger Plasser über die Technologie und weiteren Wachstumspläne gesprochen.
Wer voidsy besuchen will, muss in Wels nicht weit gehen. Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt, in einem unscheinbaren, ehemaligen Bahngebäude, hat das Startup seit dem Sommer 2025 sein Quartier bezogen. In der angeschlossenen Lagerhalle stapeln sich die Test-Bauteile der Kund:innen, manche mehrere Meter lang. Viele bestehen aus jenem Compositematerial, das in der Luft- und Raumfahrt längst Standard ist: Im Inneren verbirgt sich eine feine Wabenstruktur, leicht und zugleich hochfest. Genau auf die zerstörungsfreie Prüfung solcher Materialien hat sich voidsy spezialisiert.
Im Büro hängt, fast wie ein Gruß an die Geschichte des Gebäudes, eine alte Bahnuhr in Blau an der Wand. Der Blick der Besucher:innen fällt aber zuerst auf etwas anderes: die Auszeichnungen entlang der Wand. 2025 holte voidsy beim Oberösterreichischen Landespreis für Innovation in der Kategorie Kleine und mittlere Unternehmen Platz 1, im März 2026 folgte der Österreichische Gründungspreis Phönix in der Kategorie „Startup“. Sichtbare Belege dafür, dass aus der Ausgründung einer Forschungsgruppe der Fachhochschule Oberösterreich in wenigen Jahren ein ernstzunehmender DeepTech-Player geworden ist.
Eine dritte Dimension für die Materialprüfung
Gegründet wurde voidsy 2022 von CEO Holger Plasser gemeinsam mit den drei Co-Gründern Gernot Mayr, Günther Mayr und Gregor Thummerer, alle zuvor wissenschaftliche Mitarbeiter an der FH Oberösterreich am Campus Wels. Mit dem 3D V-ROX hat das Team ein System entwickelt, das Bauteile berührungslos auf innere Defekte untersucht. Die Besonderheit: Während herkömmliche Thermografiesysteme ein zweidimensionales Bild liefern, extrahiert die Software von voidsy eine dritte Dimension. „Damit weiß man nicht nur, dass ein Defekt da ist, sondern auch, in welcher Tiefe er liegt“, erklärt Plasser. Eine essenzielle Information, denn viele Bauteile werden repariert und nicht ersetzt.
(c) Voidsy
Gesucht werden Subsurface-Defekte, also Unregelmäßigkeiten unter der Oberfläche. Bei Compositematerialien sind das etwa Porosität, die in der Fertigung entsteht, oder Delaminationen, bei denen sich einzelne Materiallagen voneinander lösen, ausgelöst beispielsweise durch Vogelschlag oder Hagel. „Das Tückische ist, dass die Oberfläche nach dem Aufprall zurückfedert und mit freiem Auge nichts zu erkennen ist“, so Plasser. Im Inneren kann die Festigkeit aber kritisch geschwächt sein.
Mobil bis zum 110-Meter-Rotorblatt
Weil das System mobil ist, kann voidsy auch dort prüfen, wo Bauteile nicht ins Labor passen. In Frankreich und Spanien etwa inspiziert das Unternehmen Rotorblätter von Windturbinen, bei Offshore-Anlagen mit einer Länge von bis zu 110 Metern. Fokusmarkt bleibt aber die Luft- und Raumfahrt, wo gesetzliche Vorschriften eine hundertprozentige Prüfung verlangen.
(c) Voidsy
Seit dem ersten brutkasten-Porträt hat sich einiges getan. Im Juni 2025 erklärte voidsy die CE-Konformität, seither ist das europäische Seriengerät am Markt. Rund 15 Geräte hat das Unternehmen bislang verkauft. Aktuell arbeitet das Team an der UL-Zertifizierung für den US-Markt, wofür eigens Prüfer:innen aus den USA nach Wels anreisen. Patente hält voidsy in Europa, den USA, China, Hongkong und Japan.
Wie die aws-Förderung den Weg geebnet hat
Möglich gemacht hat diesen Weg auch eine durchdachte Förderstrategie. voidsy wurde über die Austria Wirtschaftsservice (aws) gefördert: Den Start machte das Programm aws Preseed DeepTech, mit dem das Startup die Grundlagen für seine Thermografie-Technologie legte. Aktuell befindet sich voidsy im aws Seedfinancing DeepTech. „Das hat uns die Möglichkeit gegeben, das Team so aufzustellen, dass wir den Proof of Concept aus dem Preseed über den Proof of Market hinaus zu den ersten Schritten in Richtung Markt führen konnten“, sagt Plasser.
Das aktuelle Projekt zielt auf die wirtschaftliche Umsetzung des 3D V-ROX-Systems für faserverstärkte Kunststoffe und andere Materialien ab. Aufbauend auf den Erfolgen des aws Preseed DeepTech soll das Seedfinancing die Skalierung und Marktdurchdringung vorantreiben und die industrielle Qualitätskontrolle effizienter und nachhaltiger gestalten. Über die finanzielle Unterstützung hinaus half die aws dem Startup schon früh bei der Ausarbeitung eines Schutzrechtskonzepts und des Geschäftsmodells.
Organisches Wachstum, offen für Gespräche
Den Großteil seines Wachstums finanziert voidsy aus dem Cashflow, organisch und profitabel. „Ich bin ein Freund des organischen Wachstums“, sagt Plasser. Für Investmentgespräche ist man dennoch offen, gerade aus dem US-Verteidigungsumfeld gebe es Interesse. Eine eigene US-Gesellschaft schließt Plasser mittelfristig nicht aus. Die Vision bleibt: einer der führenden Anbieter in der zerstörungsfreien Materialprüfung zu werden.
Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).
Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.