16.05.2015

Startup hilft beim Lektorieren: „Jackthepaper“ spürt jeden Fehler auf

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Der Lektor Jack und sein Hund.

Ob Motivationsschreiben, Abschlussarbeit oder journalistischer Text: Je öfter man beim Überprüfen über das Schriftstück geht, desto resistenter wird man, allfällige Fehler aufzuspüren. Darum könnte man das Startup der zwei Wiener Gründer auch mit einer Art Spürhund vergleichen. Denn sie suchen Fehler dort, wo man sie längst nicht (mehr) vermutet. Georg Adler und Christof Neuner haben die neu gegründete österreichische Lektorenplattform „Jackthepaper“ ins Leben gerufen.

User der Website laden einen Text hoch, erfahren, wie lange die Überprüfung dauert, und bekommen den lektorierten und verbesserten Text retourniert. Vor allem Studenten kann Jackthepaper vor dem nervlichen Zusammenbruch bewahren. Denn neben der Fehlerkorrektur stehen die beiden Wiener Gründer auch mit Know-how unterstützend zur Seite.

Dem Brutkasten haben Christof Neuner und Georg Adler ein paar Fragen beantwortet.

Euer Elevator Pitch: Was macht ihr und welches Problem löst ihr damit?

Der erste Eindruck zählt – das gilt insbesondere für jeden Text, egal ob Bachelor- oder Masterarbeiten, journalistische Beiträge oder Aufsätze. Jackthepaper bietet hoch qualitative Lektoratsdienstleistungen an. Jeder Text, den man uns anvertraut, wird von unseren Lektorinnen und Lektoren zur vollsten Zufriedenheit unserer AuftraggeberInnen lektoriert; gleichzeitig wird sichergestellt, dass sämtliche Arbeiten auch in Bezug auf Formatierung, Layout, Zitierregeln u. dgl. allfälligen Vorgaben entsprechen. Zu unseren KundInnen zählen in erster Linie SchülerInnen und StudentInnen, aber auch Personen mit einem abgeschlossenen (FH-)Studium und DoktorandInnen sowie Privatpersonen aus dem nichtschulischen und außeruniversitären Bereich.

Wie verdient ihr Geld?

Wir verlangen für die Erbringung der Lektoratsdienstleistung ein Entgelt. Der Preis hängt von der Wortanzahl des jeweiligen Dokuments ab. Mithilfe eines Online-Rechners auf unserer Website kann die Kundin/der Kunde rasch und unkompliziert den Preis ermitteln sowie den von Jackthepaper für das Lektorat des Textes veranschlagten Bearbeitungszeitraum ermitteln.

Als Basis für unsere Berechnungen dient eine sogenannte Norm- od. Standard-DIN-A4-Seite mit durchschnittlich 250 Wörtern bzw. 1.500 Anschlägen (inkl. Leerzeichen).

Wer hatte die Idee und wieso?

Bei vielen Arbeiten, die an den Universitäten geschrieben werden, kommt es gar nicht erst zu einer inhaltlichen Beurteilung durch die BetreuerInnen, weil die Werke schon bei der Prüfung der formellen Anforderungen ungenügend sind. Auf der anderen Seite gibt es kaum professionelle Anbieter von Lektoratsdienstleistungen, die den Studentinnen und Studenten unterstützend zur Seite stehen und innerhalb kurzer Zeit höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen können. Die beiden Gründer haben dies selbst während ihres Studiums beobachtet und sich später dazu entschlossen, eine professionelle Lektorenplattform aufzubauen.

Wie kam es zum Gründer-Team?

Die Gründer – beide wollten unternehmerisch tätig sein – kennen einander schon seit vielen Jahren. Wichtig war, dass die meisten Bereiche durch das Know-how der beiden abgedeckt werden konnten und die Expertise Dritter somit nur ausnahmsweise herangezogen werden muss. Da der eine Gründer im Finanzierungsbereich tätig ist und der andere als Rechtsanwalt, wurde einiges an Geld eingespart, das man ansonsten für die Beratung durch Dritte hätte ausgeben müssen. Da keiner der beiden Gründer Praxis im Bereich Lektorat aufweist, hat es noch jemanden im Führungsteam gebraucht. Diesen haben wir mit Peter Gura, einem erfahrenen (Verlags-)Lektor, gefunden.

Eure Marketingstrategie?

Wir glauben, dass professionelle und hoch qualitative Lektoratsdienstleister Mangelware sind. Diesen Platz soll Jackthepaper einnehmen. Wir gehen an die Unis und in die sozialen Netzwerke, um unsere Zielgruppe aus dem universitären und außeruniversitären Bereich anzusprechen. Unsere KundInnen sollen darauf vertrauen können, innerhalb kurzer Zeit ein perfektes Produkt zu bekommen. Aus diesem Grund sind wir in der Auswahl unserer Lektorinnen und Lektoren sehr anspruchsvoll. Jede Person, die in den LektorInnen-Pool von Jackthepaper aufgenommen werden möchte, muss Probetexte lektorieren, in die eine Reihe von Fehlern (Orthografie, Interpunktion, Grammatik, Syntax, Layout u. a. m.) eingebaut wurde. Die Kandidatin/Der Kandidat darf sich dabei kaum Fehler erlauben. Wenn eine Person diesen schwierigen und sehr selektiven Aufnahmeprozess schafft, betrachten wir sie als wichtigen Partner bei der Verwirklichung unseres Anspruchs – nämlich der beste Lektoratsdienstleister im deutschsprachigen Raum zu sein.

Habt ihr bereits Finanzierung? Wie seid ihr an die Investoren-Suche herangegangen – Cold Calling oder übers Netzwerk?

Bislang konnten wir die Kosten sehr gering halten. Der Grund ist ganz einfach: Wir decken viele Aufgaben, die normalerweise durch Dritte wahrgenommen werden – das reicht von der Gründung der Gesellschaft bis zur Erstellung der Probetexte für die LektorInnen –, selbst ab. Das spart eine Menge Geld. Darüber hinaus haben wir versucht, auch die notwendige Infrastruktur kosteneffizient aufzustellen. So haben wir beispielsweise die Website von Spezialisten in Indien erstellen lassen. Wir sind selbst hingeflogen, um mit den Webdesignern jedes Detail zu besprechen. Es mag vielleicht überraschend klingen, aber diese Vorgehensweise war immer noch deutlich billiger als die Kostenvoranschläge, die wir zuvor von österreichischen oder deutschen Anbietern eingeholt hatten.

Wien/Österreich – der richtige Ort zum Gründen?

Für unser Business trifft dies auf jeden Fall zu. Die Gründungskosten kann man aufgrund verschiedener Förderungen von Neugründungen gering halten und die Abgaben sind – solange man in der Aufbauphase ist – ebenfalls minimal.

Eure bisherigen Learnings?

An den Dingen dranbleiben, bis sie perfekt sind. Das gilt von der Erstellung der Website über rechtliche Themen (z. B. Markenschutz) bis zur Auswahl von kompetenten Lektorinnen und Lektoren. Besonders wichtig: Geduld haben! Denn die Umsetzung der Idee geht nicht von einem Tag auf den anderen, auch wenn man sich das manchmal anders erwartet oder wünscht.

Die Vision: Was sind eure nächsten Ziele? Kurzfristig, aber auch über einen längeren Zeitraum gesehen.

Wir wollen Jackthepaper im universitären und außeruniversitären Bereich in Österreich und Deutschland als professionellen und hoch qualitativen Dienstleister für Lektorate zu fairen Preisen verankern. Als nächsten Schritt streben wir an, unser Angebot auf englischsprachige Lektoratsdienstleistungen zu erstrecken. Und wer weiß, welche Märkte und Sprachen wir dann im Laufe der Zeit noch erschließen werden …

Danke.

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Bild: KI-generiert / Google Gemini

Die europäischen NATO-Länder werden ihre Verteidigungsausgaben in den kommenden zehn Jahren massiv erhöhen. Neben den direkten Verteidigungsausgaben, die auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen sollen, sind weitere 1,5 Prozent des BIP für sicherheitsrelevante Investitionen vorgesehen: etwa für die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, für den Bevölkerungsschutz oder für Cyber- und Netzwerksicherheit. Europaweit entspricht das jährlich rund 320 Mrd. Euro.

Auch für Österreich als Nicht-NATO-Staat hat das Folgen. Legt man das 1,5-Prozent-Ziel als Referenzmaßstab zugrunde, ergibt sich ein potenzieller jährlicher Investitionsbedarf von rund 7,5 Mrd. Euro. Das geht aus der Studie „Verteidigungsrelevante Infrastruktur als Rückgrat souveräner Sicherheitsvorsorge“ von EY und der deutschen DekaBank hervor.

Jeder Euro löst 2,45 Euro aus

Die Investitionen stoßen laut Studie in den europäischen NATO-Ländern eine Produktion von insgesamt 822 Mrd. Euro pro Jahr an, 17 Mrd. Euro davon entfallen auf Österreich. Jeder investierte Euro führt demnach zu einem gesamtwirtschaftlichen Impuls von etwa 2,45 Euro. Profitieren dürften vor allem Bauunternehmen, Informations- und Kommunikationsunternehmen, Logistikfirmen sowie die Elektronik- und Elektrotechnikbranche.

Dazu kommen die Beschäftigungseffekte: Sofern die Infrastrukturinvestitionen wie vorgesehen zu ohnehin geplanten Projekten erfolgen, entstehen europaweit 4,4 Millionen Arbeitsplätze. Knapp 1,8 Millionen davon direkt in der Infrastrukturindustrie, ähnlich viele bei Zulieferern. In Österreich wären es rund 75.000 Jobs.

„Investitionen in Infrastruktur, von Mobilität über Energie bis zu Häfen, Flughäfen, Schutzräumen und Cyber-Sicherheit, bilden das Rückgrat militärischer Fähigkeiten“, sagt Axel Preiss, Partner bei EY Österreich und Defence Leader Europe. Die Effekte gingen über den Rüstungssektor hinaus: Solche Investitionen könnten die Konjunktur stärker ankurbeln als Rüstungsinvestitionen im engeren Sinn und bieten zugleich die Chance auf eine Modernisierung von Logistik, Verkehr und Energie.

Investitionsstau und knappe Kassen

Der Bedarf trifft allerdings auf strukturelle Engpässe. In Österreich wie in ganz Europa besteht bereits heute ein hoher Investitionsstau, die zugesagten Mittel müssten zusätzlich und möglichst kurzfristig aufgebracht werden.

Für Matthias Danne, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank, führt daran kein Weg vorbei: „Der Staat wird die hohen Kosten der militärischen Infrastrukturinvestitionen nicht allein schultern können, ohne privates Kapital ist eine ausreichende Resilienz nicht erreichbar.“ Er verweist auf ÖPP-Modelle, die bei deutschen Behörden unbeliebt, international aber etabliert seien. Besonders bei Dual-Use-fähiger Infrastruktur in den Bereichen Energie, Netze, Logistik und Kommunikation ermögliche privates Kapital eine zügigere Skalierung. Auch in Österreich werde verstärkt diskutiert, wie sich privates Kapital für öffentliche Zukunftsprojekte mobilisieren lässt, ergänzt Preiss.

Als weitere Hürden nennt der EY-Partner lange Vorlaufzeiten, komplexe Genehmigungsverfahren und begrenzte kurzfristige Skalierbarkeit. Nötig seien daher beschleunigte Genehmigungen, eine koordinierte zivil-militärische Planung und eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur.

Was das für die heimische Szene bedeutet

Für Österreichs Technologieunternehmen trifft der erwartete Investitionsschub auf ein Feld, das sich gerade erst öffnet. Reine DefenseTech-Startups gibt es hierzulande kaum, die meisten agieren im Dual-Use-Bereich, also mit Produkten, die sich zivil wie militärisch einsetzen lassen. Genau dort setzt auch die Studie an, wenn sie Dual-Use-fähige Infrastruktur in Energie, Netzen, Logistik und Kommunikation als bevorzugtes Feld für privates Kapital nennt. Bewegung kommt zusätzlich von politischer Seite: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat angekündigt, gesetzliche Hürden für die heimische Rüstungs- und DefenseTech-Branche abzubauen, unter der Bedingung, dass die Neutralität gewahrt bleibt.

Erste Finanzierungsrunden zeigen, dass das Thema auch bei Investor:innen ankommt. Das 2025 gegründete Grazer Startup GuardAero, dessen Systeme Drohnenbedrohungen an Militärfahrzeugen autonom erkennen und neutralisieren, holte sich zuletzt ein Seed-Investment im niedrigen Millionenbereich von Angels United und der Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Klemen. Zuvor hatte das Team die „Austrian Defence Innovation Garage 2025“ gewonnen und kooperiert bei Entwicklungstests mit dem Bundesheer. Ob die von EY skizzierten Milliarden tatsächlich auch bei heimischen Startups landen, wird weniger von den Zusagen abhängen als von Genehmigungsverfahren, Vergabepraxis und der Frage, wie schnell Österreich seinen eigenen regulatorischen Rahmen nachschärft.

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