08.07.2020

Startup Executive Academy: Alles, was man als Early-Stage-Startup wissen muss

In der dreimonatigen, internationalen Startup Executive Academy von Silicon Castles lernen Early-Stage-Startups, wie sie ihr Business vorantreiben.
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Startup Executive Academy
Zuvor fand die Startup Executive Academy offline statt, nun wird sie online durchgeführt. (c) Silicon Castles
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Die Startup Executive Academy (SEA) ist ein internationales, drei-monatiges Go-to-Market Programm für Führungskräfte und GründerInnen von Early-Stage Technologie-Startups, das jährlich seit 2017 stattfindet. Dieses Jahr wird die SEA20 Online erstmals online durchgeführt. Organisiert wird die SEA20 Online von Silicon Castles, einem Strategic Business Accelerator aus Salzburg.

Ziel der SEA ist es, dich als Teilnehmer/In mit neuen Fähigkeiten und Wissen auszustatten, das dich bereit macht, dein Startup auf ein neues Level zu bringen. Die Inhalte, vermittelt durch eine hochkarätige Faculty aus Wirtschaft und der akademischen Welt, sind stark praxisorientiert und optimal auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Startups abgestimmt. Geleitet wird die SEA Faculty von Prof. Baba Shiv von der Stanford Graduate School of Business und Andreas Spechtler, dem CEO von Silicon Castles.

Stage 1 – Oktober

Woche 1-2: Online Business Challenge Assessment

Während eines Video-Calls mit dir und deinen Mitarbeiter/innen wird das Silicon Castles Team und ein SEA Faculty Mitglied die aktuellen Herausforderung(en) deines Startups identifizieren. Darauf aufbauend  bekommt ihr Empfehlungen dazu, welche Themen ihr intern diskutieren und vorbereiten solltet, um optimal von der Teilnahme bei der SEA20 Online zu profitieren.

Woche 3: Triff deine SEA20 Online Gruppe

Basierend auf den Ergebnissen des Online Business Challenge Assessment wirst du einer Gruppe von Startups zugeteilt. Die Gruppenmitglieder unterstützen sich gegenseitig im Lernprozess und bei den Vorbereitungen für die Live Online Sessions.

Stage 2 – November

(c) Silicon Castles

Woche 4: SEA20 Online – Business Model & Strategy I & Storytelling

An jedem Montag der kommenden vier Wochen bekommst du nun Zugang zu Videos und anderen Unterlagen und Übungen, mit denen du dich auf die Live Online Sessions am darauffolgenden Samstagnachmittag vorbereiten kannst. Zwischen den Live Online Sessions hast du die Möglichkeit, dir individuelles Feedback von ausgewählten SEA Faculty Mitgliedern in privaten 1:1 Video-Calls einzuholen.

Prof. Baba Shiv beginnt die erste Woche dieser Stage 2 mit dem Business Model Canvas (BMC), einem erprobten, visuellen Werkzeug, das dir beim Entwickeln und Verfeinern deiner Geschäftsstrategie hilft. In den Vorbereitungsvideos wird Baba die einzelnen Teile des Canvas beleuchten, die übrige Woche nutzt du, um eigenständig dein BMC zu erstellen oder upzudaten. Während der zwei Live Online Sessions zu Business Model & Strategy werden die Herausforderungen, die du möglicherweise beim Erstellen des BMC hattest, sowie der optimale Einsatz des Canvas als Werkzeug, beleuchtet.

Die zweite Session der Woche wird von Marketing-Expertin Catherine Ogilvie unterrichtet. Catherine ist Gründungsmitglied von Napster und ehemalige Marketing-Führungskraft in großen Firmen wie Dolby. Sie wird dich beim Erstellen eins überzeugenden und authentischen Messagings leiten, die das Grundgerüst für deine interne und externe Kommunikationsstrategie bildet. Als Vorbereitung für die Session wirst du dein eigenes Marketing Canvas mithilfe der Videos gestalten.

Woche 5: SEA20 Online – Business Model & Strategy II & Value Proposition

Nach dem zweiten Teil von Business Model & Strategy geht es mit der Value Proposition Session von Prof. Baba Shiv weiter. In dieser Session wirst du ein Verständnis für die Mechanismen des instinktiven Gehirns bekommen, das einen großen Teil der menschlichen Entscheidungen und Handlungen beeinflusst, die nicht nur automatisch, sondern häufig unbewusst ablaufen. Du wirst lernen, wie du diese Information nutzen kannst, um Lösungen zu entdecken und zu gestalten, die das instinktive Gehirn ansprechen, um dann Value Propositions für diese instinktiven Lösungen zu erstellen.

Woche 6: SEA20 Online – Pricing, Sales & Negotiation

In Woche 6 wird Maciej Kraus, VC und ehemaliger PWC Global Pricing Head, der bereits an über 100 globalen Preisgestaltungsprojekten beteiligt war, dich zuerst mit den verschiedenen Preisgestaltungstrategien und Taktiken vertraut machen. Dazu zählen Preisbildung in umkämpften Märkten, Nachfrageschätzung, Preisdiskriminierung, und Preisgestaltung innovativer Produkte. Als Vorbereitung auf die Session wirst du dein eigenes Pricing Canvas erstellen.

Das Thema Sales wird gemeinsam von Andreas Spechtler, CEO von Silicon Castles und ehemaliger Präsident von Dolby International, und Mahesh Sundaram, CCO von Authentic Vision und ehemaliger VP Worldwide Sales und Customer Support von Immersion Corporation, vorgestellt. Zusammen haben die beiden über 500 Deals in allen Ecken der Welt erfolgreich abgeschlossen und werden die Erfahrungen, die sie dabei gesammelt haben, teilen, sowie weitverbreitete Irrglauben und Best Practices im Technologievertrieb aufklären.

Um erfolgreich zu verkaufen ist Verhandlungsgeschick gefragt. Dafür ist Christian Dreyer der Experte. Er ist Ex-McKinsey Berater und Unternehmer mit über 30 Jahren Erfahrung. Was braucht es um ein/e gute/r Verhandler/in zu sein? Wie treibe ich meine eigenen Interessen voran, ohne mein Gegenüber zu befremden? Wie reagiere ich, wenn mein Gegenüber auf einmal nicht mehr fair spielt?

(c) Silicon Castles

Woche 7: SEA20 Online – Investors

In der letzten Woche der Stage 2 geht es zuerst um Investoren – ein höchst relevantes, aber auch gefürchtetes Thema für viele Startups. Pascal Levensohn, Senior Managing Director von Dolby Family Ventures und ein wahrer Silicon Valley Veteran, wird dir die verschiedenen Arten von Investoren näherbringen, und erklären, wie und wann man sie anspricht.

Am 29. November, dem letzten Tag der Stage 2, findet der SEA CIRCLE Tag statt. Der SEA CIRCLE ist das Alumninetzwerk der Academy und umfasst 40+ Startups. An diesem Tag finden sich alle ehemaligen und aktuellen SEA Teilnehmer virtuell zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, wie jede/r mit der Covid-Krise umgegangen ist. Anschließend hast du bei einem Live Pitch Commentary die Möglichkeit, in den Kopf eines VCs einzutauchen und damit deinen eigenen Pitch zu verbessern. Nach einer Keynote von Prof. Baba Shiv endet der Tag mit einer offenen Q&A Session mit allen SEA Faculty Mitgliedern.

Stage 3 – Dezember & 2021

Woche 8-9: Online Faculty Mentoring

So, du hast viel gelernt während der SEA20 Online und brennst darauf, das alles umzusetzen und damit dein Startup auf das nächste Level zu bringen! Veränderungen zu implementieren kann unglaublich lohnend sein, aber ist meistens auch mit einigen Hürden verbunden. Ausgewählte SEA Faculty Mitglieder und das Silicon Castles Team werden dir bei diesem Prozess zur Seite stehen und dich während eines Mentoring Calls beraten.

Jänner 2021 und darüber hinaus: SEA CIRCLE Sessions

Ab Jänner 2021 wird sich der SEA CIRCLE und die SEA Faculty einmal im Monat zu einer online SEA CIRLE Session treffen, bei der neue Startup-Themen im Fokus stehen – erweitere deinen Wissensstand und deine Fähigkeiten und hole dir Rat und Feedback von der SEA Faculty!

Interessiert? Anmelden für die SEA20 Online kann man sich bis Ende August. Mehr Infos zum Programm, der Faculty und den Kosten findest du auf hier. Bei weiteren Fragen schicke einfach eine E-Mail an [email protected].

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Mikko Hyppönen im Rahmen der TEDAI Vienna 2026. | © TEDAI Vienna / Robert Leslie

Mikko Hyppönen zählt seit drei Jahrzehnten zu den bekanntesten Stimmen der Cybersecurity-Szene. Seit Kurzem gilt sein Arbeitsalltag aber nicht mehr Viren und Hackern, sondern Drohnen: Der Finne ist Chief Research Officer beim Helsinkier Counter-Drone-Unternehmen Sensofusion, das militärische Drohnen aufspürt und abwehrt, unter anderem in der Ukraine und im Nahen Osten. Brutkasten hat Hyppönen am Rande der TEDAI Vienna 2026 in der Hofburg getroffen. Ein Gespräch über die Parallelen zwischen Malware und Kampfdrohnen, autonome Waffen, den „Black October“ der KI-Sicherheitslücken und die Frage, warum chinesische Open-Source-Modelle für Europa derzeit die privatere Wahl sind.


brutkasten: Sie gelten als einer der angesehensten Cybersecurity-Experten weltweit. Warum sind Sie in die Drohnenabwehr gewechselt?

Mikko Hyppönen: Die Antwort ist sehr einfach: Es herrscht Krieg in Europa. Ich habe mein ganzes Leben auf Cyber geschaut. Cyber hat sich von Teenagern, die zum Spaß Viren schreiben, zu organisierter Kriminalität, Cyberkrieg, Spionage und staatlichen Operationen entwickelt. Cyber spielt natürlich auch im Krieg eine Rolle, Russland hat der Ukraine schon dreimal mit Cyberangriffen den Strom abgedreht. Aber wenn man fragt, was den Ukraine-Krieg wirklich auszeichnet, dann ist es nicht Cyber, sondern es sind Drohnen. Ich habe es als meine Pflicht gesehen, die Fähigkeiten, die ich über drei Jahrzehnte im Cyber-Bereich gesammelt habe, in die Drohnenabwehr einzubringen.

Was lässt sich von der Cyberabwehr auf die Drohnenabwehr übertragen?

Es gibt viele Ähnlichkeiten, aber auch viele Unterschiede. In beiden Fällen versucht man, etwas zu entdecken, das nicht entdeckt werden will. Bei Cyberangriffen sammelt man ein Sample, analysiert es, baut eine Signatur, erstellt eine Datenbank und schickt die Updates an alle Nutzer weltweit. So funktionieren Antivirenprogramme. Bei Drohnen ist es dasselbe: Wir zeichnen den Funkverkehr militärischer Drohnen auf, dekodieren die Protokolle, bauen Erkennungssignaturen und schicken die Updates an alle Kunden, die unsere Hardware einsetzen.

Wir kaufen Panzer, was keinen Sinn ergibt, wenn künftige Kriege so aussehen wie in der Ukraine oder im Nahen Osten.

Bei Drohnen ohne Funkverbindung, etwa Glasfaserdrohnen mit einem Kabel zwischen Pilot und Drohne oder Drohnen, die autonom Koordinaten abfliegen und wie eine Rakete einschlagen, nutzen wir andere Sensoren: Kameras, Radar, Akustik. Und in beiden Welten gilt: Sobald der Gegner merkt, dass er erkannt wird, verändert er sich, und man steht wieder am Anfang. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Ich musste viel lernen, aber es gefällt mir. Übrigens gibt es noch eine Gemeinsamkeit zwischen altem und neuem Job: In beiden Fällen waren die meisten Gegner, gegen die ich gekämpft habe, Russen.

Wie funktioniert die Abwehr konkret?

Sobald wir wissen, wo die Drohne ist, können wir sie bekämpfen. Bei funkgesteuerten Drohnen stören wir das Signal: Wir kennen die Frequenzen und Protokolle und senden ein stärkeres Signal zwischen Pilot und Drohne. Das machen wir seit Jahren. Ist die Drohne nicht funkgesteuert, braucht es andere Lösungen. Wir forschen intensiv an elektromagnetischen Impulsen, also künstlichen Blitzen, die die Elektronik der Drohnen zerstören. Wir arbeiten an Lasern, an klassischen Geschützen mit unserer Zielerfassung, und wir haben eine eigene Drohnenfabrik in Containergröße, die kleine Abfangdrohnen baut. Die fliegen 380 Kilometer pro Stunde und treffen die großen gegnerischen Drohnen in der Luft.

„Das ist die Grenze, die wir nicht überschreiten sollten. Die Russen haben sie bereits überschritten.“

Gegen Jet-Drohnen funktioniert das nicht. Unsere Abfangdrohnen erreichen heute etwa zwei Kilometer Höhe, das reicht für Drohnen mit Verbrennungsmotor. Jets fliegen auf sieben Kilometern und verhalten sich eher wie Marschflugkörper. Die bekämpft man mit Raketen und Kampfjets. Aber das ist extrem asymmetrisch: Drohnen sind billig, und man kann es sich nicht leisten, sie dauerhaft mit teuren Raketen abzuschießen. Wir brauchen neue Lösungen, und daran denken wir gerade.

Es heißt oft, die Ukraine sei zu Innovation gezwungen und die NATO-Staaten könnten von ihr lernen. Stimmt das?

Absolut. Wir haben ein Büro in Kiew, unsere Leute aus Helsinki sind ständig vor Ort und testen mit verschiedenen Teilen der ukrainischen Streitkräfte. Dieser Krieg ist anders als alles, was wir bisher gesehen haben. 70 bis 80 Prozent der Verluste gehen auf Drohnen zurück. Wenn das stimmt, müsste man meinen, dass auch 80 Prozent der Verteidigungsausgaben in die Drohnenabwehr fließen. Tatsächlich ist es wohl eher ein Prozent. Weltweit denken wir noch in den Kategorien des alten Krieges. Wir kaufen Panzer, was keinen Sinn ergibt, wenn künftige Kriege so aussehen wie in der Ukraine oder im Nahen Osten.

Welche Szenarien kommen auf uns zu?

Wir können vor allem bei den Russen erwarten, dass sie immer stärker auf vollständig autonome Waffen setzen, die die Entscheidung zu töten selbst treffen. Das ist die Grenze, die wir nicht überschreiten sollten. Die ukrainischen Soldaten, mit denen ich spreche, sagen mir, dass sie diese Grenze nicht überschreiten werden, sie wollen immer einen Menschen in der Entscheidung behalten. Die Russen haben sie bereits überschritten. Sie haben Zugang zu westlichen Chips, auch von Nvidia, haben sie in Langstreckendrohnen verbaut und damit Menschen getötet, ohne dass ein Mensch beteiligt war. Die New York Times hat vor zwei Monaten die Hardware auseinandergenommen und den Code dekodiert. Diese Drohnen haben Zivilisten getötet.

Worin liegt der Vorteil einer autonomen Drohne?

Das ist aus Sicht des Angreifers klar. Der Schwachpunkt jeder Drohne ist die Verbindung zwischen Pilot und Drohne. Funk kann man stören, ein Glasfaserkabel kann man durchtrennen. Also nimmt man die Verbindung weg, und damit den Piloten. Dann gibt es nichts mehr, das man unterbrechen kann. Logisch betrachtet ergibt der Schritt zu autonomen Waffen Sinn. Aber ich glaube, alle Menschen würden zustimmen, dass es eine schlechte Idee ist, Killerroboter zu bauen. Genau das sind sie: Maschinen, deren Zweck es ist, Menschen zu töten, und die diese Entscheidung selbst treffen.

Bisher haben wir das nur bei Flugdrohnen gesehen. Stellen Sie sich tausend Bodendrohnen vor, die über die Grenze kommen und nach Menschen suchen. Das wäre das Albtraumszenario, und die Technologie dafür existiert heute. Es will sie nur niemand bauen, und wir hoffen, dass das so lange wie möglich so bleibt. Ich muss betonen: Wir bauen ausschließlich Systeme zur Abwehr. Wir haben keine Drohnen, die Menschen töten. Wir töten Drohnen, nicht Menschen. Wir schützen Menschen, das ist unsere Mission.

Auf der TEDAI-Bühne sprechen Sie über KI und Cybersecurity. Was ist Ihre Botschaft?

Das erste Mal habe ich 1983 über künstliche Intelligenz gelesen, da war ich 13. Ich habe mein ganzes Leben auf die Systeme gewartet, die wir heute haben. Wie bei jeder technologischen Revolution bekommen wir große Vorteile und große Probleme. In der Cybersecurity ist die Lage gerade richtig schlecht. Wir nennen diesen Monat den „Black October“, weil die Zahl der entdeckten Sicherheitslücken in den letzten 30 Tagen explodiert ist. Gefunden werden sie von den Frontier-AI-Labs, Menschen kommen da nicht mehr mit. Und es sind nicht nur Kriminelle, die KI für Angriffe nutzen. Es gibt Dutzende Fälle, in denen KI-Systeme selbst ausgebrochen sind, viel mehr, als öffentlich bekannt ist.

„China ist im Moment überraschenderweise privater als die amerikanischen Optionen.“

Meine Botschaft ist: Programmieren verändert sich. Der Grund, warum Ihr Windows oder Mac gehackt werden kann, ist, dass ein Mensch den Code geschrieben hat. Menschen machen Fehler, Fehler im Code werden zu Bugs, Bugs in vernetzten Systemen zu Sicherheitslücken. Die Lösung ist offensichtlich: Man nimmt den Menschen raus. Genau das passiert gerade. Künftig wird aller Code von Maschinen geschrieben, und Maschinen werden viel schneller besser als menschliche Programmierer. Irgendwann haben wir fehlerfreien Code, und es gibt keine Schwachstellen mehr, die Angreifer ausnutzen können. Bis dahin wird es aber eine sehr holprige Fahrt.

Wie hat sich das Verhältnis zwischen Angreifern und Verteidigern im KI-Zeitalter verschoben?

Die Reaktionszeit ist verschwunden. Früher hatte der Verteidiger Zeit: Eine Schwachstelle wurde gemeldet, man konnte einen Fix entwickeln und die Systeme patchen. Dieses Fenster ist inzwischen so klein, dass es keine Rolle mehr spielt.

Europa hat keinen Zugang zu den besten Modellen. Was bedeutet das geopolitisch?

Als Europäer ist die Lage ziemlich traurig. Es wird diskutiert, ob man die KI-Forschung wegen der Risiken bremsen sollte. Die USA bremsen, China überlegt. Europa muss nicht bremsen, weil wir gar keine Frontier-Labs haben. Der einzige echte Lichtblick sind Open-Source-Frontier-Modelle. Die können wir lokal betreiben, ohne Erlaubnis von irgendjemandem, auf unseren eigenen Systemen. Kritische Daten müssen wir nicht nach Kalifornien schicken. Ironischerweise bekommen wir mehr Privatsphäre und Sicherheit von offenen Systemen, und alle offenen Systeme sind chinesisch. Modelle wie GLM oder Kimi kann man vom Internet trennen und den Code prüfen. Selbst wenn irgendwo eine Hintertür versteckt wäre, könnte sie keine Daten abziehen. Mit Claude, Gemini, GPT oder Grok geht das nicht, die müssen online sein, und die Daten gehen in die USA. China ist im Moment überraschenderweise privater als die amerikanischen Optionen.

Hat Europa das KI-Rennen verloren?

Wir können hoffen, aber ich sehe wenige Anzeichen dafür. Interessant ist allerdings, dass ein großer Teil des Trainings und der Inferenz in Europa stattfindet, weil hier so viele Rechenzentren gebaut werden, vor allem in Nordeuropa mit billigem Strom und kaltem Klima. Google baut riesige Rechenzentren in Finnland, Nebius hat sein größtes Rechenzentrum in Mäntsälä. Ein Teil der KI-Revolution passiert also in Europa. Leider ist es der Billiglohn-Teil der Wertschöpfungskette. Aber immerhin etwas.

Haben Sie als 13-Jähriger eine Zukunft wie diese erwartet?

Ich habe darauf gehofft. Es hat viel länger gedauert, als ich dachte, alle haben schon vor 20 Jahren auf solche Systeme gewartet. Diese Revolution baut auf der Internet-Revolution auf: Vor dem Internet war alles Wissen auf Papier. Heute ist alles Daten, und wir haben auch das alte Wissen digitalisiert, Bücher, Filme, Radio, mit dem die Modelle jetzt lernen. Wir leben in aufregenden Zeiten. Aufregend und beängstigend zugleich, genau so, wie ich es mag.

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AI Summaries

Startup Executive Academy: Alles, was man als Early-Stage-Startup wissen muss

  • Die Startup Executive Academy (SEA) ist ein internationales, drei-monatiges Go-to-Market Programm für Führungskräfte und GründerInnen von Early-Stage Technologie-Startups, das jährlich seit 2017 stattfindet.
  • Dieses Jahr wird die SEA20 Online erstmals online durchgeführt.
  • Organisiert wird die SEA20 Online von Silicon Castles, einem Strategic Business Accelerator aus Salzburg.
  • Ziel der SEA ist es, dich als Teilnehmer/In mit neuen Fähigkeiten und Wissen auszustatten, das dich bereit macht, dein Startup auf ein neues Level zu bringen.
  • Die Inhalte, vermittelt durch eine hochkarätige Faculty aus Wirtschaft und der akademischen Welt, sind stark praxisorientiert und optimal auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Startups abgestimmt.
  • Geleitet wird die SEA Faculty von Prof. Baba Shiv von der Stanford Graduate School of Business und Andreas Spechtler, dem CEO von Silicon Castles.

AI Kontextualisierung

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