18.12.2017

Startup Catapult London: Zehntägiges „Bootcamp“ im März

Die Außenwirtschaft Austria veranstaltet im März mit dem Startup Catapult London ein "Bootcamp" für österreichische Gründer im größten Startup-Hub Europas. Anmeldung bis zum 19. Jänner.
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Ausschreibung zum Startup Catapult London
(c) fotolia.com - alice_photo

Zehn Tage im branchenspezifischen Inkubator, Teilnahme an einschlägigen Networking-Events und drei (intensive) Halbtage mit Learning-Lessons. Das ist, grob umrissen, das Programm, das österreichische Startups beim Startup Catapult London von 19. bis 29. März 2018 erwartet. Gründer sollen sich im Zuge des Programms ein Netzwerk im Hub aufbauen, an ihren Internationalisierungsstrategien arbeiten und damit die Voraussetzungen für den zukünftigen Zugriff auf internationales Risikokapital schaffen.

+++ Michael Otter und Rafael Rasinger über die österreichische Schlagkraft am globalen Wirtschaftsparkett +++

Katapult in die „Anglosphere“

London ist noch deutlich vor Berlin der bedeutenste Startup-Hub in Europa. Das ergibt sich schon durch die schiere Größe: Rund 250.000 Jungunternehmen beschäftigen dort laut Statistik 1,5 Millionen Menschen. London sei aber auch eines der wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der „Anglosphere“, schreibt die Außenwirtschaft in ihrer Aussendung zum Startup Catapult London. „In diesem Wirtschaftsraum wird unter hohem Wettbewerbsdruck nach anderen Regeln gespielt. Denkweisen, Verhaltensmuster, Marktumfeld und Entscheidungsstrukturen unterscheiden sich oft wesentlich vom ‚Gelernten‘ aus der DACH-Region und erfordern häufig die Neukonzeption von Geschäftsmodellen, Businessplänen und Marketingstrategien“, heißt es dort weiter. Und an der Bedeutung des Finanz-Hubs werde auch der Brexit wenig ändern. Dem Thema ist im Programm übrigens eine eigene Learning-Lesson gewidmet.

20 Personen beim Startup Catapult London

Die Bewerbung für das Programm läuft bis 19. Jänner. Die Teilnahmegebühr beträgt 900 Euro (jedes weitere teilnehmende Startup-Teammitglied zahlt 450 Euro). Reise und Unterkunft sind nicht inbegriffen. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt. Unter den Teams, die die Aufnahme-Voraussetzungen erfüllen (u.a. funktionsfähiger Prototyp oder Marktreife, skalierbares Businessmodell, internationaler Rollout über London geplant), gilt das First-Come-First-Serve-Prinzip.

+++ CEconnection: “Mitteleuropa im Silicon Valley als eine Region branden” +++


⇒ Nähere Information

⇒ Teilnahmevoraussetzungen und Programm

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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