28.09.2018

„Startup Catapult“: Acht heimische Startups sichern sich ein Ticket für die Pitching Days in London

Im Rahmen eines Pre-Pitching in der britischen Botschaft in Wien konnten sich gestern am Abend acht von insgesamt zwölf heimischen Startups für das sogenannte "Startup Catapult" in London qualifizieren. Dieses wird vom AußenwirtschaftsCenter London gemeinsam mit der aws i2 Business Angels und der Jungen Wirtschaft organisiert. Die Idee dahinter ist, dass Startups die Möglichkeit bekommen, vor internationalen Investoren zu pitchen und den britischen Markt kennenzulernen. Der Brutkasten war exklusiv vor Ort und hat mit den Gründern über ihre Geschäftsideen und Erwartungen gesprochen.
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Pitching-Days-London
(c) Martin Pacher, Acht Startups konnten sich für die Pitching Days in London qualifizieren

Die Spielregeln beim Pre-Pitching in der britischen Botschaft waren eigentlich ganz einfach: Drei Minuten hatten die Gründer Zeit, um ihr Startup vor Investoren und Vertretern der aws i2 Business Angels, Jungen Wirtschaft, AußenwirtschaftsCenter London und dem Gastgeber des Abends, dem UK Department for International Trade zu präsentieren. Anschließend konnten Investoren in einer Q&A-Session weitere drei Minuten lang Fragen stellen. Die Startups waren gefordert, in kürzester Zeit Auskünfte über ihre Geschäftsidee, Expansionsstrategie und Finanzierung zu liefern, um sich einen Platz bei den Pitching Days in London zu sichern.

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Abschließend bewertete das Publikum mit einem Online-Voting-Tool die Startups anhand von fünf unterschiedlichen Kategorien. So konnten die Investoren auf einer Skala von null bis fünf beispielsweise angeben, wie wahrscheinlich es sei, dass sie in das jeweilige Startups investieren würden.

Zwölf Startups aber nur acht Plätze

Nach den zwölf Pitches und der elektronischen Auswertung des Votings wurde es für die teilnehmenden Startups ernst. Wie in den Spielregeln zuvor festgelegt, konnten sich nämlich nur acht der zwölf Startups einen Platz für die Pitching Days in London sichern. Viktor Pasquali von der aws i2 Business Angels verkündete schlussendlich das Ergebnis: Die österreichischen Startups Artivive, Bikemap, Cargometer, DerButton, Instahelp, Newsadoo, presono und Senseforce konnten das Publikum mit ihren Geschäftsideen überzeugen und sicherten sich somit die Teilnahme bei den “Startup Catapult Pitching Days” in London.

Live vom Selection-Day für Pitching Days London in der britischen Botschaft.

Live vom Selection-Day für "Pitching Days London" in der britischen Botschaft, powered by AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, Austria Wirtschaftsservice und Junge Wirtschaft mit Viktor Pas, Rafael Rasinger, Christiane Holzinger, Bronwen V. Moore, Susanne Klepsch, Bernadette Frech und weitere.

Gepostet von DerBrutkasten am Donnerstag, 27. September 2018

Für die Startups, die sich nicht qualifizieren konnten, war das Pre-Pitching in der britischen Botschaft jedoch nicht umsonst. Im Anschluss des Votings konnten sie mit den zahlreich anwesenden Investoren in Kontakt treten und sich untereinander vernetzen.

Was die Startups bei den Pitching Days in London erwartet

Wie Renate Schnutt vom AußenwirtschaftsCenter London gegenüber dem Brutkasten erläutert, werden die Gründer vom 25. bis 25 November einerseits an Trainings-Sessions teilnehmen, in denen Experten exklusive Einblicke in das britische Startup-Ökosystem geben. Andererseits erhalten die Startups die Möglichkeit vor britischen und internationalen Investoren zu pitchen.

Bernadette Frech vom Grazer Health-Tech-Startup Instahelp freut sich besonders über die erfolgreiche Qualifikation für die Pitching Days in London: „Wir sind bereits in fünf europäischen Märkten aktiv und einer davon ist England, wo wir 15 Prozent unseres Umsatzes generieren. Das Vernetzen mit britischen Investoren ist uns sehr wichtig und sind dankbar, dass wir diese Möglichkeit erhalten“, so Frech. Instahelp hat eine Tool entwickelt, welches eine psychologische Online-Beratung in Echtzeit ermöglicht. Wie Frech weiters erläutert, wolle das Startup auch auf dem britischen Markt Fuß fassen.

Pitching Days Instahelp
(c) Martin Pacher, Instahelp im Gespräch mit dem Brutkasten

London zählt zu den Top 3 Startup-Hubs

Wie Bronwen V. Moore, Gastgeberin und Leiterin des UK Department for International Trade, betont, zähle London neben dem Silicon Valley und New York mittlerweile zu den drittwichtigsten Startup-Hubs weltweit. Zudem sei der britische Tech-Sektor rund 184 Milliarden Pfund wert. „Mein Team arbeitet sehr stark mit österreichischen Firmen zusammen und wir wollen ihnen beim Markteintritt in Großbritannien helfen, damit sie auch in weiterer Folge auch international wachsen können“, so Moore. Die Pitching Days in Kooperation mit dem österreichischen AußenwirtschaftsCenter London, sei nur eine von vielen Initiativen, um Gründern hinsichtlich der Umsetzung ihrer Ideen zu helfen. Neben der Vernetzung mit Investoren und Experten helfe man Startups und Unternehmen auch bei banalen Dingen, wie beispielsweise dem Finden eines passenden Büros oder der Eröffnung eines Bankkontos.

Department for International Trade
(c) Martin Pacher, Bronwen V. Moore vom Department for International Trade

Pitching-Days als Erfolgsformat

Viktor Pasquali von der aws i2 Business Angles erläutert, dass die Pitching-Days seit mittlerweile vier Jahren existieren und unter anderem in New York, Tel Aviv und Zürich stattgefunden haben. Gegenüber dem Brutkasten betont er, dass die teilnehmenden Startups bei den Pitchings Days im Ausland sehr viel Wissen mitnehmen würden und oftmals auch neue Kunden lukrieren können. Ähnlich sieht dies auch Christiane Holzinger von der Jungen Wirtschaft. „Aus den letzten Veranstaltungen haben wir gesehen, dass Startups sehr viel Know-how mitnehmen. Die Erfahrung zeigt zudem, dass bis jetzt viele Investments getätigt wurden und Startups zudem mediale Aufmerksamkeit erhalten. Die Ergebnisse sind phänomenal“, so Holzinger.

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Goldene Houskapreis-Statue, Foto: Alexander Müller

Gute Forschung entsteht in Österreich viel. Was seltener gelingt, ist der Schritt danach: dass aus einer Erkenntnis ein Produkt wird, ein Verfahren, ein Unternehmen. Genau an dieser Schnittstelle setzt der Houskapreis der B&C Privatstiftung an. Ausgezeichnet werden Projekte, die wissenschaftliche Qualität mit konkreter wirtschaftlicher Wirkung verbinden. Mit einem Gesamtpreisgeld von 760.000 Euro ist er Österreichs größter privater Preis für anwendungsnahe Forschung.

Nun geht der Preis in seine 22. Runde. Die Einreichphase für den Houskapreis 2027 ist im September gestartet und läuft bis einschließlich 28. Oktober 2026. Eingereicht wird ausschließlich online unter www.houskapreis.at.

Warum der Fokus auf Anwendung? Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der B&C Privatstiftung, erklärt es so: „Forschung und Innovation sind wesentliche Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Gerade in einem zunehmend technologiegetriebenen internationalen Umfeld wird es für Österreich entscheidend sein, wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in die wirtschaftliche Praxis zu überführen. Dafür braucht es wissenschaftliche Exzellenz ebenso wie unternehmerisches Denken und den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Mit dem Houskapreis zeichnen wir Projekte aus, die diese Verbindung erfolgreich herstellen und wirtschaftliche Wirkung entfalten.“

Forschungspreis in drei Kategorien

Vergeben wird der Houskapreis 2027 in den Kategorien Hochschulforschung, Außeruniversitäre Forschung sowie Forschung & Entwicklung in KMU. Teilnahmeberechtigt sind österreichische staatliche und private Universitäten inklusive Fachhochschulen, Christian Doppler Labors, die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), heimische außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittlere Unternehmen. Gemeinsame Voraussetzung: Die wesentlichen Forschungsleistungen müssen in Österreich erbracht worden sein.

Auch der Houskapreis 2027 wird im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung vergeben, am 20. April 2027 in Wien | (c) Alexander Müller

Wie weit ein Projekt sein muss, hängt von der Kategorie ab. In der Hochschulforschung reicht es, wenn die wirtschaftliche Umsetzung unmittelbar bevorsteht oder bereits erfolgt ist. In der außeruniversitären Forschung muss sie schon passiert sein. Bei KMU muss das Projekt zusätzlich abgeschlossen sein und bereits Umsätze am Markt erzielen.

Was KMU wissen müssen

Für Unternehmen gelten klare Voraussetzungen. Sie müssen der KMU-Definition von EU und FFG entsprechen, ihren Firmensitz und ihre wesentlichen Forschungsaktivitäten in Österreich haben, maximal 249 Mitarbeiter:innen beschäftigen und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro ausweisen. Außerdem müssen sie seit mindestens zwei Jahren bestehen, also vor dem 31. Dezember 2024 im Firmenbuch eingetragen worden sein, und dürfen in keinem Beteiligungsverhältnis zur B&C-Gruppe stehen.

Die Kategorie steht auch jüngeren Unternehmen offen, sofern sie die genannten Voraussetzungen erfüllen. Entscheidend ist, dass das Unternehmen seit mindestens zwei Jahren besteht und mit seiner Innovation schon Umsätze erzielt. Wie realistisch die Chancen sind, hat der Vorjahresjahrgang gezeigt: Alle drei Nominierungen in der KMU-Kategorie gingen an heimische innovative Unternehmen, den ersten Platz holte sich das Linzer Unternehmen sendance.

Bewertung und Einreichung

Die Bewertung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren durch Fachbeiräte pro Kategorie und eine international renommierte Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft. Gewichtet wird dabei je nach Kategorie unterschiedlich: Bei der Hochschulforschung zählt die wissenschaftliche Qualität am meisten, bei KMU der wirtschaftliche Erfolg, der mit 40 Prozent in die Bewertung einfließt.

Vier Trophäen, vier Auszeichnungen: Der Houskapreis 2027 wird in drei Kategorien vergeben, dazu kommt der mit 10.000 Euro dotierte Mariella-Schurz-Preis, über den eine Oberstufenklasse entscheidet. | (c) Alexander Müller

Für die Einreichung braucht es je ein einseitiges Abstract auf Deutsch und Englisch sowie ein Dossier von maximal zehn Seiten. KMU dürfen das Dossier auf Deutsch oder Englisch verfassen, in den beiden anderen Kategorien ist Englisch vorgeschrieben. Hochschulen legen mindestens einen Letter of Intent eines Wirtschaftspartners bei, außeruniversitäre Einrichtungen mindestens einen Kooperationsnachweis. In allen Anträgen ist zudem der Beitrag zu den SDGs zu beschreiben.

Preisgeld und Termine

Pro Kategorie werden drei Projekte nominiert, und alle drei gehen mit Preisgeld nach Hause: 150.000 Euro für den ersten Platz, 70.000 Euro für den zweiten, 30.000 Euro für den dritten. Die Erstplatzierten bekommen von der B&C Privatstiftung zusätzlich die goldene Houskapreis-Statue überreicht.

Darüber hinaus vergibt die B&C Privatstiftung den mit 10.000 Euro dotierten Mariella-Schurz-Preis an eines der nominierten Projekte, das eine Oberstufenklasse auswählt. Die Preisgelder gehen an die Institutionen und kommen dort weiteren Forschungsarbeiten zugute.

Die Nominierten werden im Februar 2027 bekannt gegeben, die Verleihung findet am 20. April 2027 in Wien statt. Wer sich vorab informieren will, hat am 5. Oktober 2026 um 14 Uhr bei einer weiteren Online-Informationsveranstaltung Gelegenheit dazu, Anmeldung unter [email protected]. Im Vorjahr gingen die ersten Plätze an die TU Wien, das AIT Austrian Institute of Technology und das Unternehmen sendance. brutkasten hat über die neun Nominierungen für den Houskapreis 2026 berichtet.

Einreichung: bis 28. Oktober 2026 unter www.houskapreis.at
Kontakt: [email protected]

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