09.04.2025
FÖRDERUNGEN

StartMatch: Wiener Startup launcht KI-Fördersuche

Das Wiener Startup StartMatch möchte es Gründer:innen vereinfachen, sich im oftmals wirren Förderdschungel zurechtzufinden. Deshalb stellt es nun eine KI-gestützte Fördersuche zur Verfügung.
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StartMatch, Förderanträge Startups, Förderungen, Förderanträge.
© StartMatch.AI - Oliver Lukesch (l.) und Robert Kopka von StartMatch.

Das Wiener Startup StartMatch möchte die Hürden für Förderungen senken und die Antragserstellung in Stunden statt Wochen ermöglichen – brutkasten berichtete. Nun launchen die beiden Founder Robert Kopka (Gründer von Luke Roberts) und Oliver Lukesch die angekündigte KI-gestützte Fördersuche, die individualisierte Empfehlungen zu konkreten Vorhaben erstellt. Dabei werden hunderte Bundes- und Landesförderungen aus ganz Österreich berücksichtigt. Das Angebot ergänzt die bereits vorhandene Möglichkeit, Förderanträge mittels einer von StartMatch trainierten KI schreiben zu lassen.

StartMatch: Transparenz bei Förderprogrammen

Österreich leistet sich ein sehr komplexes Fördersystem mit mehreren tausenden Förderungen, die von unzähligen Stellen ausgegeben werden. Es sei nahezu unmöglich einen guten Überblick über alle aktuell vorhandenen Förderungen zu erhalten und bestehende Fördersuchen würden nur wenig Abhilfe schaffen, meint das Gründer-Duo: „Wir wollen den Förderdschungel für alle lichten und einen transparenten Überblick zu passenden Förderprogrammen liefern“, präzisiert CEO Kopka.

Um gute Ergebnisse zu erzielen, wurden von StartMatch die Anforderungen aller Förderungen analysiert und klassifiziert. Die von Nutzer:innen eingegebene Projektbeschreibung wird ebenfalls nach relevanten Eckpunkten durchsucht und anschließend mit den vorhandenen Förderungen verglichen. Außerdem enthalten die gelieferten Ergebnisse kurze Erklärungen dazu, warum sie von der KI vorgeschlagen wurden.

KI oder Berater?

Ausgewählte Förderanträge können von der Künstlichen Intelligenz auch geschrieben werden, wenn das nicht möglich ist, vermittelt StartMatch auf Wunsch einen passenden Förderberater.

„Wir geben in Österreich jedes Jahr Milliarden für Unternehmensförderungen aus, während gleichzeitig wertvolle Zeit bei Suche und Antragstellung verloren geht“, betont Kopka. „Unsere Lösung beschleunigt diesen Prozess erheblich und hilft Unternehmen, genau die Förderungen zu identifizieren, die zu ihren Vorhaben passen.“

StartMatch mit Förderprogramm-Liste

Viele Unternehmer würden, Kopka und Lukesch nach, auf Förderungen verzichten, weil sie entweder keine Kenntnis über passende Programme haben oder den Aufwand scheuen. Dadurch könnten innovative Ideen nicht umgesetzt werden, was sowohl für die Firma als auch für den Standort nachteilig sei.

Bei der Fördersuche von StartMatch geben User:innen eine kurze Beschreibung ihres Vorhabens ein und erhalten innerhalb weniger Sekunden eine Liste mit relevanten Förderprogrammen. Jeder Vorschlag enthält detaillierte Informationen zur Förderhöhe, den Anforderungen sowie eine Einschätzung, wie passend sie für das geplante Vorhaben sind. Alle Nutzer:innendaten werden ausschließlich auf EU-Servern gespeichert und nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Sämtliche integrierte Dienstleister arbeiten DSGVO-konform.

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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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