16.09.2025
FÖRDERUNGEN

StartMatch: Wiener Förder-Startup mit neuem KI-Feature für Forschungsprämie

Ab sofort unterstützt die KI von StartMatch beim Erstellen von Anträgen für die Forschungsprämie, für die jährlich über eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen.
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© StartMatch.AI - Oliver Lukesch (l.) und Robert Kopka von StartMatch.

StartMatch von Robert Kopka und Oliver Lukesch hat eine KI-Plattform entwickelt, die Unternehmen helfen soll, passende Förderungen zu finden und komplette Anträge automatisch zu erstellen. Dafür gab es Anfang September ein Investment in sechsstelliger Höhe – brutkasten berichtete. Nun hat das KI-Startup aus Wien ein neues Tool herausgebracht, mit dem auch Anträge für die Forschungsprämie erstellt werden können.

Startmatch: „Forschungsförderung keine unerlaubte Doppelförderung“

Die Forschungsprämie ist mit einem Volumen von über einer Milliarde Euro pro Jahr eine der wichtigsten Förderungen in Österreich. Es handelt sich dabei um eine rückwirkende Steuergutschrift von 14 Prozent des internen und externen Forschungsaufwands. Im Gegensatz zu anderen Förderungen ist keine vorherige Antragstellung oder Projektgenehmigung erforderlich. Die Forschungsprämie kann bis zu vier Jahre rückwirkend beantragt werden und kennt keinen Maximalbetrag.

„Wir empfehlen jeder Firma, die eine Innovations- oder Forschungsförderung erhalten hat, zusätzlich einen Antrag auf die Forschungsprämie zu stellen. Die Chancen stehen bei innovativen Projekten sehr gut, und diese Kombination gilt nicht als unerlaubte Doppelförderung“, erklärt Kopka.

Für die Beantragung muss ein technisches Gutachten bei der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eingereicht werden. In diesem Dokument wird die Innovation des Projekts in 3.000 Zeichen dargestellt: „Die größte technische Hürde war es, unsere KI auf kurze und prägnante Formulierungen zu trainieren. Lange Texte fallen vielen Modellen leichter, aber das präzise Einhalten eines Zeichenlimits ist technisch anspruchsvoll“, sagt Lukesch.

Ziel: Zehn Prozent der Einreichungen

StartMatch nutzt daher bestehende Projektbeschreibungen (etwa aus früheren Förderanträgen) und generiert daraus einen fertigen Entwurf des Gutachtens für die Forschungsprämie. Zusätzlich kann auf Wunsch ein Review durch erfahrene Förderberater gebucht werden. Dadurch habe man als Antragsteller:in laut Startup die „perfekte Kombination aus Künstlicher und menschlicher Intelligenz“, um die Erfolgschancen zu maximieren.

Im Jahr 2024 wurden mehr als 9.000 Anträge auf die Forschungsprämie gestellt. StartMatch hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren mindestens zehn Prozent dieser Einreichungen mit seiner Software zu unterstützen. Das Tool ist ab sofort über die Webseite von StartMatch verfügbar.

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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