08.01.2020

Wiener Agentur Startaparat expandiert nach Dubai

Die Wiener Agentur Startaparat will mit einem neuen Büro in Dubai (VAE) unter anderem zum Sprungbrett für österreichische Startups in den Mittleren Osten und nach Nordafrika (MENA) werden.
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Die Startaparat-Gründerinnen Helena Rosandic-Sepic und Tanja Skoric
(c) Franziska Liehl: Die Startaparat-Gründerinnen Helena Rosandic-Sepic und Tanja Skoric

Einer breiteren Öffentlichkeit sind Tanja Skoric und Helena Rosandic Sepic vielleicht als Mitgründerinnen von 1MillionStartups (1MS) bekannt. Vom Wiener Impact Hub aus betreiben die Gründerinnen die Agentur Startaparat, bei der wiederum die dritte 1MS-Mitgründerin, Selma Prodanovic, im Vorstand sitzt. Wie mit 1MS verfolgen sie auch mit der Agentur einen globalen Ansatz. Nach Auslands-Büros in Zagreb (Kroatien) und Johannesburg (Südafrika) folgte nun eines in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate). Dazu wurden vor Ort eine Geschäftsführerin und ein kleines Team eingestellt.

+++ 1MillionStartups-Mitgründerin: “strukturierter Fahrplan” zu einer Mio. Startups +++

Dienstleistungen für Startups und Corporates

Startaparat richtet sich mit seinen Angeboten – nun auch in Dubai – sowohl an Startups als auch an Corporates. Ersteren bietet man etwa verschiedene Kommunikations- und Brandingdienstleistungen. Zweitere unterstützt man in den Bereichen Organisationskulturdesign und digitale Transformation. Neben dem allgemeinen Angebot verfolgt man am neuen Standort auch spezifische Vorhaben. „Ein weiteres wesentliches Ziel ist es, österreichische Startups mit dem Ökosystem der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu verbinden und die österreichische Kreativbranche stärker in Dubai und den VAE zu positionieren“, heißt es in einer Aussendung. Die kommende Expo 2020 in Dubai sei eine großartige Chance, um bestehende Verbindungen zu stärken.

Startaparat besteht nur aus Frauen

Damit will man sich in der gesamten Region Mittlerer Osten und Nordafrika (MENA) positionieren und für heimische Startups zum Sprungbrett dorthin werden. Für den neuen Standort nahm man auch eine Kofinanzierung durch die Internationalisierungsförderung der Wirtschaftsagentur Wien in Anspruch. „Diese Mittel waren ein ausgezeichneter Impuls für uns. Wir haben die Möglichkeiten in dieser Region über ein Jahr lang ausgelotet“ schreiben Tanja Skoric und Helena Rosandic Sepic. Das gesamte Unternehmen besteht übrigens nur aus Frauen.

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Bildunterschrift: V. l. n. r.: Jonathan Grothaus (CEO & Founder myflexbox), Martin Trittler (CFO DeinFach), Lukas Beckedorff (CEO DeinFach) und Peter Klima (CTO & Founder myflexbox) | (c) myflexbox

Der Salzburger Paketstationen-Anbieter myflexbox und DeinFach, eine Tochter der Deutschen Post AG, schließen sich zusammen. Das gaben die DHL Group und myflexbox am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Die anbieteroffenen Automatennetze der beiden Unternehmen sollen künftig unter der Marke myflexbox geführt werden. Die Marke DeinFach wird schrittweise in myflexbox überführt.

Laut Aussendung betreibt myflexbox rund 3.000 Paketstationen in Deutschland und Österreich. Sie ergänzen das deutsche Automatennetz aus rund 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten. Nach Angaben der Unternehmen entsteht damit das mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Das Modell, Stationen für verschiedene Paketdienstleister bereitzustellen, soll erhalten bleiben.

Verkauf an die DHL-Gruppe

Wie der Deal rechtlich und wirtschaftlich ausgestaltet ist, geht aus der Aussendung nicht hervor. Dort ist von einem Zusammenschluss die Rede, Angaben zu Anteilen, Kaufpreis und künftiger Führung fehlen.

Laut einem Bericht von salzburg.ORF.at wird myflexbox an die DHL-Gruppe verkauft. Der Kauf erfolge über die DHL-Tochter AZL GmbH, die bisher die Marke DeinFach betreibt. Verkäufer sei Star Capital, zum Kaufpreis gebe es keine Angaben.

brutkasten hat bei der Deutschen Post AG zur Deal-Struktur angefragt. Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung.

50.000 Paketautomaten bis 2030

Die Deutsche Post AG verbindet mit dem Schritt ein Ausbauziel. Bis 2030 will sie Verbraucher:innen in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten zur Verfügung stellen. Mehr als die Hälfte davon sollen anbieteroffene myflexbox-Stationen sein. Langfristig soll die große Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Paketstation in fünf bis zehn Gehminuten erreichen.

„Gemeinsam bringen wir den Ausbau des größten offenen Paketstations-Netzwerks auf eine neue Ebene“, wird myflexbox-CEO und Founder Jonathan Grothaus in der Aussendung zitiert. DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff erklärt, man nutze bestehende Standorte, erschließe zusätzliche und verkürze damit die Wege für Verbraucher:innen.

Gegründet bei der Salzburg AG

myflexbox wurde 2018 als Corporate-Startup der Salzburg AG gegründet und 2022 ausgegründet. Im Februar 2023 holte das Unternehmen 75 Millionen Euro vom Star IV Fonds, der von Star Capital Partnership LLP verwaltet wird (brutkasten berichtete). Seither stand es im Mehrheitsbesitz eines Investorenkonsortiums.

Zuletzt ist das Unternehmen stark gewachsen. Im September 2025 betrieb myflexbox fast 1.400 Paketstationen in Deutschland und Österreich, davon 660 in Österreich (brutkasten berichtete). Mit den nun genannten rund 3.000 Stationen hat sich das Netz in etwa einem Jahr mehr als verdoppelt.

Mitgründer und Ex-Co-CEO Lukas Wieser ist seit Mai 2026 als Interim Head of Growth beim Linzer HR-Tech teamecho tätig (brutkasten berichtete).

Post und DPD als Partner in Österreich

In Österreich zählen unter anderem die Österreichische Post und DPD zu den Logistikpartnern. Die Post mietet seit 2024 Abholfächer in den myflexbox-Stationen (brutkasten berichtete). DPD sicherte sich im Vorjahr rund 9.000 Fächer und damit fast ein Viertel der hierzulande verfügbaren Fächer. Wie sich der Deal mit einer Tochter der Deutschen Post AG auf diese Partnerschaften auswirkt, lässt die Aussendung offen.

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