Start Vienna: Internationales Entrepreneurship-Netzwerk startet Chapter in Wien
Das international agierende Entrepreneurship-Netzwerk Start eröffnet in Wien ein eigenes Chapter, um Studierende mit Interesse am Unternehmertum zusammenzubringen.
Es ist 1996. An der HSG in St. Gallen (Schweiz) wird Start als studentisches Non-profit gegründet. Im Laufe der Jahre entwickelt es sich von dort aus zu einem weltweiten Netzwerk mit Ortsgruppen auf der ganzen Welt. Die Initiative bringt Studierende mit Interesse an Entrepreneurship zusammen und organisiert Events wie den Start Summit, den jährlich mehr als 7.000 Gäste besuchen. Zu den Start-Alumnis gehören Gründer:innen, die bekannte Startups wie etwa Trade Republic oder Flixbus gegründet haben.
Start Vienna: Studierende als Zielgruppe
„Seit drei Monaten arbeiten wir daran, Start auch in Wien aufzubauen. Wir haben bereits im Dezember eine Pitching-Competition mit über 120 Gästen und Jury-Mitgliedern von Speedinvest und i5growth veranstaltet, was gleichzeitig unser Kick-Off Event darstellte“, erklärt Simon Fuhrbach, Vice-President Start Vienna, der gemeinsam mit Präsidentin Allegra Muhr die Wien Version gegründet hat.
Das Wiener Chapter richtet sich an alle Studierenden jedes Studiengangs in Wien, egal an welcher Universität oder Fachhochschule. Wichtig sei, dass man sich für Unternehmertum interessiert, auch ohne Vorerfahrungen.
Zweistufiger Aufnahmeprozess
Der Aufnahmeprozess erfolgt zweistufig: zuerst kann man sich über ein Formular auf der Website (noch bis zum 8. März) bewerben. Alle passenden Bewerber:innen werden in der Woche darauf über vier Tage zu einem Interview für ca. 20 Minuten einladen, um einen persönlichen Eindruck zu erhalten. Im Anschluss wird man dann in den Verein aufgenommen und Teil eines der sechs Departments: Partnerships, Events, People, Marketing, Operations oder Finance. Innerhalb dieser investiert man dann pro Woche etwa fünf Stunden, um die Weiterentwicklung des Vereins zu unterstützen, so das Konzept.
Außerdem wird man bei Start Vienna zu Beginn eine zweimonatige Fellow-Phase durchlaufen, in der man die Grundlagen beim Start eines Unternehmens erlernt und in einem Team einen eigenen MVP entwickelt. Über das Jahr hinweg hat man zusätzlich die Möglichkeit, an Workshops mit Partnerunternehmen wie WeXelerate oder diversen Startups und Investoren teilzunehmen, um das eigene Wissen zu erweitern und im Startup-Ökosystem anzukommen.
Start Vienna: Hackathon geplant
„Im Verlauf des Jahres ist außerdem ein größerer Hackathon geplant“, sagt Fuhrbach. „Außerdem arbeiten wir an einer Kursreihe, die unseren Mitgliedern die Basics der Arbeit bei einem Venture Capital-Fond beibringen wird.“
Traxit: Ehemaliges Tractive-Führungsteam startet Early-Stage-Investment-Firma
Nicht weniger als 19 Mitglieder des ehemaligen Leadership-Teams von Tractive, darunter auch Gründer Michael Hurnaus, wollen mit Traxit nicht nur Kapital investieren, sondern ihre Erfahrungen weitergeben. Wir sprachen mit Co-Geschäftsführerin Maria Rupprechter.
Traxit: Ehemaliges Tractive-Führungsteam startet Early-Stage-Investment-Firma
Nicht weniger als 19 Mitglieder des ehemaligen Leadership-Teams von Tractive, darunter auch Gründer Michael Hurnaus, wollen mit Traxit nicht nur Kapital investieren, sondern ihre Erfahrungen weitergeben. Wir sprachen mit Co-Geschäftsführerin Maria Rupprechter.
Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus bildeten die Führungsspitze von Tractive und sind nun auch bei Traxit an Bord | (c) Tractive
Schon davor, aber spätestens im März dieses Jahres wurde Tractive zu einer der ganz großen Startup-Geschichten des Landes. Mit 900 Millionen US-Dollar (rund 770 Millionen Euro) erzielte das oberösterreichische PetTech diesen Frühling bekanntlich den vermutlich größten Startup-Exit in der heimischen Geschichte. Käufer war das durchaus umstrittene italienische Unternehmen Bending Spoons, das wenige Monate nach der Übernahme, seinem üblichen Vorgehen entsprechend, einen Stellenabbau umsetzte (brutkasten berichtete).
Schon zuvor war – ebenfalls dem Playbook des Mailänder Konzerns folgend – der überwiegende Großteil des Führungsteams ausgetauscht worden. Dieses arbeitet nun aber in einem durchaus außergewöhnlichen Schritt geschlossen an einem neuen Projekt, das heute offiziell launcht: Traxit.
Hurnaus und 18 Leadership-Mitglieder melden sich mit neuem Projekt zurück
Alle 18 Mitglieder des Leadership-Teams zum Zeitpunkt des Exits sowie ein weiteres ehemaliges Leadership-Mitglied sind im neuen Unternehmen an Bord. Tractive-Gründer und Ex-CEO Michael Hurnaus wird damit seiner Aussage gegenüber brutkasten aus dem Mai, er werde sich sechs Monate lang nur Familie und Freizeit widmen, nicht ganz gerecht.
Mit Traxit startet nun ein Early-Stage-Investmentvehikel – zunächst mit einem niedrigen siebenstelligen Kapitalbetrag. „Wir haben alle Kapital eingebracht“, sagt Maria Rupprechter im Gespräch mit brutkasten. Die ehemalige Chief of Staff von Tractive übernahm gemeinsam mit Bernhard Trauner, ehemaligem VP Finance, die Geschäftsführung von Traxit.
„Können wirklich alle Aspekte abdecken“
Vergeben werden sollen von Traxit Tickets zwischen 50.000 und 150.000 Euro pro Unternehmen. Im Fokus stehen dabei Early-Stage-Unternehmen, die bereits erste Umsätze erzielen. Doch natürlich geht es nicht nur um Kapital, sondern auch und vor allem um Expertise für die Startups. „Durch die Breite unseres Teams mit der Erfahrung aus einem sehr erfolgreichen Scaleup können wir wirklich alle Aspekte abdecken“, sagt Rupprechter. Zu den Erfahrungen aus allen Führungsbereichen von Tractive kommen dabei auch Berufserfahrungen aus ehemaligen Jobs, etwa bei anderen Startups und Scaleups oder Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Trivago, Zalando und KPMG hinzu.
Maria Rupprechter übernahm gemeinsam mit Bernhard Trauner die Geschäftsführung von Traxit | Foto bereitgestellt
Diese Expertise einzubringen, wolle man sich „nicht nur auf die Fahnen schreiben, sondern den Startups dann auch wirklich zur Verfügung stehen“, so die Co-Geschäftsführerin. Entsprechend gebe es auch von allen 19 Traxit-Gründer:innen das Commitment, Zeit für die Portfolio-Startups aufzuwenden – nicht nur in Sparring-Calls und Workshops, sondern auch bei konkreten strategischen Fragen und operativen Herausforderungen.
Pay-it-forward-Philosophie
„Wir wollen für Gründerinnen und Gründer der Angel Investor sein, den wir uns selbst am Anfang gewünscht hätten“, kommentiert Michael Hurnaus in einer Aussendung zum Launch. „Gleichzeitig hatten wir bei Tractive das große Privileg, gerade in unseren frühen Jahren außergewöhnlich viel Unterstützung aus dem österreichischen Startup-Ökosystem zu bekommen. Die Runtastic-Gründer und Hansi Hansmann haben uns nicht nur Kapital gegeben, sondern waren für uns mit Erfahrung, Kontakten und konkretem Rat da. Auch später waren Gespräche mit anderen Gründerinnen, Gründern und Scaleup-Führungskräften oft unglaublich wertvoll. Mit Traxit möchten wir genau diese Form der Unterstützung weitergeben.“
Vier Investments bereits in Signing-Phase
Die ersten vier Investments von Traxit sind bereits unter Dach und Fach – eines in Oberösterreich, eines in Wien, eines in Deutschland und eines im Vereinigten Königreich. Weitere Details könne man aktuell noch nicht verraten, weil man sich jeweils in der Signing-Phase befinde, sagt Rupprechter. Alle aktuellen Deals kommen dabei aus dem Netzwerk – konkret über Michael Hurnaus. „Unser Dealflow wird generell aus dem Netzwerk kommen. Jedes Mitglied kann Vorschläge einbringen“, erklärt die Co-Geschäftsführerin. Entschieden werde darüber dann „pragmatisch, schnell und auf kurzem Wege“ im internen Investment-Komitee.
Im Fokus stehen werden dabei „Geschäftsmodelle mit Consumer-Fokus, wiederkehrenden Umsätzen, Hardware-plus-Subscription-Modellen sowie Unternehmen aus dem PetTech- und Haustierbereich“. Gleichzeitig will Traxit aber auch „bewusst einen relevanten Teil der Investments“ in Österreich tätigen. „Entscheidend ist dabei natürlich, ob wir eine Opportunity sehen und auch, ob wir glauben, dass wir einen Beitrag über Geld hinaus leisten können“, sagt Rupprechter.
Denn, wie Hurnaus sagt: „Wir haben über viele Jahre gemeinsam Tractive aufgebaut, Probleme gelöst, Fehler gemacht, Chancen genutzt und sehr viel gelernt. Jetzt gemeinsam in großartige Unternehmerinnen und Unternehmer zu investieren und sie ein Stück ihres Weges zu begleiten, fühlt sich wie eine sehr natürliche Fortsetzung dieser gemeinsamen Reise an.“
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