19.05.2021

Start-up Your Mind: Eine Reise durch die Linzer Startup-Welt

Linz hat eine lebendige Startup-Szene mit zahlreichen spannenden Hotspots. Beides kann man jetzt in einer mehrtägigen Tour kennenlernen.
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Das Ars Electronica Center in Linz © Linz Tourismus
Das Ars Electronica Center in Linz © Linz Tourismus
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Linz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der spannendsten Startup-Hotspots Österreichs entwickelt. Auf dem großen Gelände der Tabakfabrik ist ein lebendiges Zentrum für Entrepreneure, Kreative und Maker entstanden. Hier treffen sich Mäzene mit jungen Wirtschaftstreibenden, hier entwickeln Tüftler, Forscher und kreative Köpfe Prototypen und Businesspläne. 

Linz hat für innovative Startups und Unternehmen die besten Voraussetzungen mit universitärer Bildung, Forschung, Förderstellen, Agenturen und Investoren. In einer mehrtägigen Tour kann man dieses engmaschige Innovations-Netzwerk und seine Hotspots nun besser kennenlernen: Linz Tourismus hat mit “Start-up Your Mind” eine spannende Reise durch die Welt der Entrepreneure und der Kreativszene zusammengestellt. 

Tour in die Zukunft

Die Studienreise soll Lust darauf machen den eigenen Ideen zu folgen und diese zu leben. Außerdem bietet sie Investierenden, Politiker:innen, Stadtplanenden oder Agenturen neue Anregungen, Perspektiven und Einblicke. Gleichzeitig soll aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen: Ob beim E-Cart-Race, beim Perspektivenwechsel im Ars Electronica, dem Museum der Zukunft, oder wenn in einem der größten Makerspaces Europas – der Grand Garage – die eigenen Prototypen entstehen.

In der Strada del Startup arbeiten Startups und etablierte Unternehmen in der Linzer Tabakfabrik an der Zukunft © Factory300
In der Strada del Startup arbeiten Startups und etablierte Unternehmen in der Linzer Tabakfabrik an der Zukunft © Factory300

Persönlicher Austausch mit Unternehmern und Investoren

Die Tour startet in der Tabakfabrik, durch die Kreativdirektor Chris Müller persönlich führt. Neben dem Austausch mit der Creative Region und dem Investoren-Netzwerk Startup300 steht auch ein Besuch in den beeindruckenden Hallen der “Grand Garage”, einem der größten Makerspaces Europas, am Programm. Geplant ist zudem ein persönlicher Austausch bei gutem Essen mit Startups wie Brotsüchtig oder Symflower und ein Besuch des Hightech-Inkubators tech2b. 

Eckdaten zur Founder-Reise in Linz:

  • Termine 2021: 10. – 12.6, 2. – 4.9., 11. – 13.10.
  • Kosten: Ab 409 Euro ohne Übernachtung, ab 559 Euro mit Hotelzimmer
  • Buchung: Linz Tourismus
Chris Müller ist Kreativdirektor der Tabakfabrik © Linz Tourismus
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Howie
© Suchart Wannaset - Ewa Lenart von Howie.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich (11.9.2026) nach Erhalt eines Statements von Gründerin Ewa Lenart ergänzt.

„Ein Unternehmen mit 300 Ingenieurinnen und Ingenieuren gibt im Durchschnitt zwischen 1,8 und 36 Millionen Euro pro Jahr für die manuelle Informationsbeschaffung aus“, erklärt Ewa Lenart, Gründerin des Wiener Startups Howie, vergangenes Jahr. Ihr Unternehmen könne helfen, die Kosten dafür zu halbieren.

„AI Copilot for the Built Environment“

Dazu positionierte Howie sich als „AI Copilot for the Built Environment“. Die KI-gestützte Plattform für die Bau- und Immobilienbranche bereitet unter anderem Texte, Bilder und Konstruktionszeichnungen mit großen Datenvolumina auf. Dabei nutzt sie LLMs, um Muster in den Daten, etwa auch aus Berichten, E-Mails, Bildern und Zeichnungen, zu erkennen.

Zwei Investmentrunden 2025

Mit dem Konzept konnte Howie vergangenes Jahr mehrere Investoren überzeugen. Im März und im November 2025 verkündete das Unternehmen jeweils eine sechsstellige Finanzierungsrunde. Dabei dürfte es sich um Wandeldarlehen gehandelt haben: In den öffentlich einsehbaren Firmenbuch-Daten sind die Finanzierungsrunden nämlich in den Beteiligungsverhältnissen nicht ablesbar. Zudem holte Gründerin Lenart vergangenes Jahr den zweiten Platz in der Kategorie Startups beim brutkasten „Innovator of the Year“.

Konkursantrag – keine Details von Kreditschutzverbänden

Doch nun brachte das Startup einen Konkursantrag ein, wie die heimischen Kreditschutzverbände übereinstimmend berichten. Konkrete Informationen dazu liegen aktuell bei keinem der Verbände vor. Sollten die Investments tatsächlich in Form von Wandeldarlehen erfolgt sein, würde ihre Summe in die Passiva fallen.

Gründerin Lenart: Zwei Investments nicht rechtzeitig abgeschlossen

Auf brutkasten-Anfrage meldete sich Gründerin Ewa Lenart mit einem Statement zur Insolvenz. Man sei in einem „technisch sehr anspruchsvollen und noch relativ jungen Markt“ tätig, und habe in den vergangenen zwei Jahren ein starkes, wachsendes Interesse von weltweit führenden Architektur-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen verzeichnen können. „Gleichzeitig erwiesen sich die Entwicklungs- und Implementierungszyklen in der Bau- und Immobilienbranche als länger und kapitalintensiver, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir waren daher auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen, um die nächsten kommerziellen Meilensteine zu erreichen“, so die Gründerin.

Während der jüngsten Finanzierungsrunde habe man zwei Term Sheets mit etablierten Investoren unterzeichnet. „Letztendlich wurde jedoch keine der beiden Transaktionen innerhalb des Zeitrahmens abgeschlossen, den das Unternehmen benötigte“, schreibt Lenart. „Wir haben zudem ein deutlich schlankeres und stärker kundenfinanziertes Betriebsmodell geprüft, konnten die daraus resultierende Liquiditätslücke aber nicht rechtzeitig schließen.“

Weiterführung steht noch im Raum

Doch Lenart fügt an: „Die zugrunde liegende Marktthese ist aus meiner Sicht nach wie vor sehr stark. Als wir Howie gründeten, befanden sich KI-native Workflows für die Baubranche noch in einer sehr frühen Phase. In den letzten zwei Jahren haben sich die Investitionen und die Adaption in diesem Bereich deutlich beschleunigt.“ Man sehe weiterhin Interesse von Kunden und Branchenakteuren an Howie und seiner Technologie. „Ob und in welcher Form Teile des Unternehmens oder des Produkts fortbestehen werden, hängt nun vom Insolvenzverfahren ab“, so die Gründerin.

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