13.10.2022

Standsome: Flexibler Schreibtischaufsatz zum Arbeiten im Stehen

Ein dreiköpfiges Gründerteam aus Mainz in Rheinland-Pfalz hat einen Schreibtischaufsatz aus Holz entwickelt, der flexibles Arbeiten im Stehen ermöglichen soll.
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Standsome Team
Standsome entwickelt einen flexiblen Schreibtischaufsatz zum Arbeiten im Stehen. (c) standsome.com/team

Der Otto-Normalverbraucher sitzt neun Stunden am Tag. “Langes Sitzen ist nicht gesund. Rund 75 Prozent der Berufstätigen leiden unter Rückenschmerzen”, so Dennis Albert, Co-Founder von Standsome. Zu langes und vor allem falsches Sitzen sei die Hauptursache für krankheitsbedingte Fehltage, bestätigt der Unternehmer. Deshalb haben drei Innovatoren aus Rheinland-Pfalz einen Schreibtischaufsatz zum flexiblen Arbeiten im Stehen entwickelt.

Arbeiten im Stehen entlastet den Rücken und kurbelt den Kreislauf an

Das Gründerteam aus Mainz in Rheinland-Pfalz hat einen Schreibtischaufsatz aus Holz entwickelt, der flexibles Arbeiten im Stehen ermöglichen soll. Je nach Modell besteht Standsome aus vier bis sechs Holzplatten, die ohne Schrauben, Nägel oder Werkzeug zusammengesteckt werden können. Standsome sei in wenigen Handgriffen einsatzbereit und könne platzsparend verstaut werden. “Expert:innen empfehlen das Arbeiten im Sitzen und im Stehen”, so Mitgründer Leonard Beck. Das Arbeiten im Stehen würde den Rücken entlasten, den Kreislauf ankurbeln und die Konzentration verbessern.

Höhenverstellbar und regional produziert

Die höhenverstellbaren Ebenen würden Personen mit einer Körpergröße von 1,50 bis 2 Metern eine optimale Standposition ermöglichen, so Johanna Dicks, Mitgründerin des Startups. Standsome gäbe es bislang in drei verschiedenen Versionen: Slim, Double und Free, wobei Letzteres ein freistehendes 2-in-1 Steh-Sitz-Pult sei. Alle Produkte würden aus zertifiziertem Birkenholz in deutschen Handwerksbetrieben produziert.

Standsome für mehr Nachhaltigkeit

Neben nachhaltiger, regionaler Produktion würden die Standsome-Produkte auch plastikfrei versandt werden. Außerdem soll das Startup für jedes verkauftes Standsome-Pult einen Baum pflanzen. Damit Produktpalette und Produktion erweitert werden können, benötigt das Gründerteam ein Investment von 400.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Dafür pitchen die drei Innovatoren ihr Business-Model vor den Investor:innen der Höhle der Löwen.

Mehr zu Standsome gibt es kommenden Montag, den 17.10., in der Höhle der Löwen um 20.15 Uhr auf VOX. Weiters dabei sind Layzee, Mama Cooling, KlettPack und Histafit.

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Die beiden kokei-Geschäftsführer Nima Derakhshan und Alexander Groll am Standort des übernommenen Transportbetriebs Winkler F & S Transport in Hörsching. | (c) kokei

Die klassische Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie verliert in Österreich zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie von Creditreform Österreich und CH Consult zeigt: 45 Prozent der befragten Unternehmen benötigen bis 2030 eine Nachfolgelösung. Bereits 40 Prozent planen dabei eine Übergabe außerhalb der Familie, etwa durch den Verkauf an Investoren oder die Übernahme durch das Management.

Genau hier setzt die 2025 gegründete kokei Nachfolge GmbH an. Ein bekanntes Gesicht der österreichischen Startup-Szene hat die Idee dazu ins Rollen gebracht: Daniel Horak, Mitgründer der Finanzierungsplattform CONDA. Durch Gespräche mit Unternehmen wurde er auf die zunehmende Nachfolgeproblematik im österreichischen Mittelstand aufmerksam. Gemeinsam mit Alexander Groll, Nima Derakhshan und Dirk Littig entwickelte sich daraus das heutige Geschäftsmodell. Das Wiener Unternehmen will profitable österreichische KMU übernehmen und langfristig weiterführen. Anders als klassische Private-Equity-Gesellschaften setzt kokei dabei nicht auf einen gewinnbringenden Weiterverkauf.

Erste Übernahme eines Transportbetriebs

Mit der Winkler F & S Transport GmbH aus Hörsching hat kokei seine erste Beteiligung übernommen. Der auf spezialisierte Stück- und WAP-Frachten ausgerichtete Transportbetrieb beschäftigt 55 Mitarbeitende und verfügt über rund 40 Fahrzeuge. „Aus unserer Sicht ist Winkler eben ein Hidden Champion in einer attraktiven Nische“, sagt kokei-Mitgründer und Co-CEO Nima Derakhshan. Der Familienbetrieb in zweiter Generation sei bereits profitabel und verfüge über weiteres Wachstumspotenzial.

Da die Kinder des bisherigen Eigentümers Felix Winkler andere berufliche Interessen verfolgen, fehlte dem Familienbetrieb in zweiter Generation eine interne Nachfolge. Trotz weiterer Kaufangebote habe sich Winkler bewusst für kokei entschieden, erklärt Derakhshan. Von den konkreten Übernahmegesprächen bis zum Abschluss verging etwas mehr als ein Jahr.

Digitalisierung und neue Geschäftsführung bei Winkler

Die operative Geschäftsführung hat kokei-Co-CEO Alexander Groll übernommen, Felix Winkler bleibt während einer Übergangsphase weiterhin eingebunden. Seit der Übernahme im Frühjahr 2026 hat kokei bei Winkler bereits Veränderungen angestoßen. Dazu zählen ein neues Transportmanagementsystem, digitalisierte Prozesse und eine Neuausrichtung des Fahrer-Recruitings. Auch der Einstieg in die E-Mobilität wird vorbereitet.

Langfristig will kokei zentrale Dienstleistungen für sämtliche Beteiligungen aufbauen. Bereiche wie Personalwesen, IT, Marketing, Controlling und Recht sollen künftig unternehmensübergreifend unterstützt werden. Dadurch sollen sich die übernommenen Betriebe stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Auch bei der Geschäftsführung verfolgt kokei einen operativen Ansatz. Während Groll den ersten Betrieb selbst leitet, sollen künftig weitere Geschäftsführer eingesetzt werden. Dafür steht das Team bereits mit potenziellen Kandidaten in Kontakt. Auch geeignete Mitarbeitende aus den übernommenen Unternehmen kommen infrage. Das Wiener Unternehmen will dabei weiterhin eng in die operative Entwicklung eingebunden bleiben.

Zwei bis drei weitere Übernahmen pro Jahr geplant

Bei weiteren Übernahmen ist kokei grundsätzlich branchenoffen. Gesucht werden profitable österreichische KMU mit einem EBITDA ab rund 500.000 Euro, idealerweise einer Million Euro. Die Umsatzrentabilität sollte mindestens zehn Prozent betragen. Die Umsatzobergrenze liegt bei rund 30 Millionen Euro. Sanierungsfälle schließt kokei grundsätzlich aus.

Für die Auswahl nutzt das Unternehmen einen standardisierten Kriterienkatalog. Potenzielle Übernahmekandidaten werden anhand verschiedener Faktoren mit Punkten bewertet. Erfüllt ein Unternehmen die Anforderungen, folgt eine vertiefte Prüfung. Aktuell befindet sich kokei laut Derakhshan mit rund vier Unternehmen in konkreten Gesprächen. Wöchentlich würden etwa ein bis zwei weitere Betriebe geprüft. Mittelfristig strebt das Team durchschnittlich zwei bis drei Übernahmen pro Jahr an.

Langfristige Beteiligungen statt schneller Weiterverkauf

Die Beteiligungen werden gemeinsam mit einem Netzwerk langfristig orientierter Co-Investoren finanziert. Diese werden für jede Transaktion individuell ausgewählt. Dabei achtet kokei insbesondere auf unternehmerische Erfahrung und Interesse an der jeweiligen Branche.

Eine feste Exit-Strategie verfolgt kokei nicht. Stattdessen sollen die übernommenen Unternehmen langfristig gehalten werden und durch laufende Gewinnausschüttungen Erträge für die Investoren erwirtschaften. Einen späteren Verkauf schließt Derakhshan bei einem außergewöhnlich attraktiven Angebot allerdings nicht grundsätzlich aus.

„Wir wollen ein Portfolio von Unternehmen aufbauen. Nach dem Prinzip eines unternehmerischen Zinshauses: stabile Erträge, langfristige Wertsteigerung“, sagt Derakhshan. Durch die langfristigen Beteiligungen an unterschiedlichen österreichischen KMU sollen deren Gewinne Dividendeneinnahmen ermöglichen. Potenzial sieht Derakhshan jedenfalls genug. Eine Herausforderung sei weniger die rechtliche Situation als vielmehr die heimische Unternehmenskultur. Der Verkauf eines Familienunternehmens an Dritte werde hierzulande teilweise noch skeptisch gesehen. Dabei könne eine externe Übernahme eine sinnvolle Alternative zur klassischen Familiennachfolge darstellen.

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