31.03.2026
KI

sproof: Salzburger Startup stellt „Agent-ready“ API für den Einsatz von KI-Agenten vor

Das Salzburger RegTech sproof richtet sein Angebot auf den zunehmenden Einsatz autonomer KI-Systeme aus. Mit einer neuen API und speziell auf KI zugeschnittenen Schnittstellen will das Unternehmen eine technische Basis schaffen, die es digitalen Agenten ermöglicht, in regulierten Umgebungen rechtssicher zu agieren.
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sproof
© wildbild - (v.l.n.r.) Andreas Steiner, CSO; Clemens Brunner, CEO & Co-Founder; Philipp Gernerth, CPO; Fabian Knirsch, CEO & Co-Founder.

Das Salzburger RegTech-Unternehmen sproof reagiert auf den Wandel der Softwareentwicklung (Vibe Coding) und möchte sich als technisches Fundament für die autonome KI-Wirtschaft positionieren. Mit der Veröffentlichung einer spezialisierten „Agent-ready“ API und KI-optimierter Dokumentations-Standards stellt das Unternehmen nun die regulatorische Infrastruktur bereit, die es KI-Agenten ermöglichen soll, rechtsverbindliche Handlungen im europäischen Rechtsraum vorzunehmen.

sproof-CEO: „verifizierte Identität als kritische Ressource“

„In einer Wirtschaft, die zunehmend von autonomen Agenten gesteuert wird, wird die verifizierte Identität zur kritischen Ressource“, erklärt Clemens Brunner, CEO und Co-Founder von sproof. „Ein KI-System kann zwar komplexe Workflows in Sekunden erstellen, aber es kann keine rechtliche Haftung oder kryptografische Sicherheit ‚herbeiviben‘. Ohne einen dedizierten Trust Layer bleiben KI-Anwendungen in hochregulierten Bereichen bloße Spielerei. Wir liefern das fehlende Puzzleteil, das KI-Systeme erst voll geschäftsfähig macht. In dieser neuen Ära der Automatisierung führt an einer tief integrierten Vertrauens-Infrastruktur kein Weg mehr vorbei.“

Um die Anbindung für Entwickler:innen und KI-Systeme so nahtlos wie möglich zu gestalten, hat sproof seine technische Dokumentation für die Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz optimiert. Durch die Bereitstellung strukturierter Formate und einer offen zugänglichen OpenAPI-Spezifikation können KI-Assistenten nun die API-Fähigkeiten sofort interpretieren und präzisen Code generieren, so der Claim.

Compliance-Ebene

„Wir nutzen KI heute aktiv, um unsere Kund:innen bei der Anbindung zu unterstützen“, sagt Fabian Knirsch, CEO und Co-Founder von sproof. „Entwickler:innen können KI-Assistenten – wie den sproof Technical AI Consultant – mit einer einzigen URL auf unsere Dokumentation verweisen und erhalten sofort funktionsfähige Integrationslösungen. Wir reduzieren damit die ‚Time-to-Trust‘ auf ein absolutes Minimum.“

Sproof begreift eigenen Worten nach den Wandel weg von isolierten Werkzeugen hin zu integralen Bestandteilen größerer, KI-gesteuerter Ökosysteme als Chance. Während die KI die Logik und den Code liefert, steuert das Startup die Compliance-Ebene bei. Damit soll die sproof-Infrastruktur zum „unverzichtbaren Standard für Unternehmen“ werden, die „den Schritt von der einfachen Automatisierung zur rechtsverbindlichen Autonomisierung“ gehen wollen.

Als nächsten Schritt in der Roadmap kündigt sproof die Entwicklung eines eigenen MCP-Servers (Model Context Protocol) an. Dieser neue Standard soll es KI-Modellen ermöglichen, die Vertrauensdienste des Salzburger Unternehmens noch nativer in ihren Kontext einzubinden.

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Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD
Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD

„Naturgefahren frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber bereitstellen“ – so definiert das Innsbrucker Startup GMD sein Produkt. Dazu hat es mit der KI-gestützten Plattform GeoSenseAI ein ganzes Technolgoie-Portfolio aufgebaut. Das umfasst etwa IoT-Sensoren zur Erkennung von Hochwasser, Verklausungen, Hangbewegungen und Steinschlag, seismische Sensorik zur Überwachung instabiler Felsbereiche, Wetterstationen für hochalpine Standorte, Monitoring von Wasserressourcen und Quellen und KI-gestützte Analyse von Besucher- und Personenströmen. Über die Cloud-basierte Plattform erfolgen dann Visualisierung, Modellierung und Alarmierung.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen“

Damit war das 2024 gegründete Unternehmen, das als „Verified Social Enterprise“ eingetragen ist und unter anderem mit Infineon kooperiert, schon bislang über die Landesgrenzen hinaus aktiv – etwa über eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (brutkasten berichtete). Nun erfolgte mit der Eröffnung eines Standorts im Technopark Graubünden im Schweizer Landquart und der Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft der nächste Expansionsschritt. Dabei startete man bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Schweizer Bahnbetreiber Rhätische Bahn.

Ein Pegelsensor von GMD | (c) GMD

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen – unsere Technologien dürfen daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Mit der Gründung der GMD Swiss GmbH schaffen wir die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern und stärken unsere Präsenz im gesamten Alpenraum“, kommentiert Geschäftsführer Steve Weingarth. Der Standort Landquart sei „weit mehr als ein Vertriebsbüro“. „Er wird zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsstandort für intelligente Lösungen zur Prävention alpiner Naturgefahren und bildet einen wichtigen Baustein unserer internationalen Wachstumsstrategie“, so Weingarth.

Finanzierungsrunde für Expansionsstrategie

Die unmittelbare Nähe zu Forschungsinstitutionen, Infrastrukturbetreibern und öffentlichen Einrichtungen am Standort schaffe ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Klimaresilienz und Naturgefahrenprävention, heißt es von GMD. „Graubünden zählt zu den Regionen Europas, die besonders stark von Naturgefahren betroffen sind und gleichzeitig über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen. Damit bietet der Kanton ideale Bedingungen, um innovative Sensorik und digitale Frühwarnsysteme unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln.“

Langfristig verfolge man den Aufbau eines grenzüberschreitenden „Alpine Data Hub“, der Umwelt-, Sensor- und Geodaten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien zusammenführt. In den kommenden Jahren sollen weitere Standorte „entlang der Alpenachse“ entstehen. Dazu befinde man sich aktuell auch im Closing einer Seed-Finanzierungsrunde. Schon für Anfang 2027 sei ein weiteres Investment geplant.

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