13.07.2023

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

Im brutkasten-Interview erklärt SPÖ-Wirtschaftssprecher, Christoph Matznetter, wie sich der deutlich linkere Kurs des neuen SPÖ-Chefs Andreas Babler auf Wirtschaft und Innovation auswirken könnte.
/artikel/spoe-unter-babler-vermoegenssteuer-auswirkungen-auf-startups
SPÖ-Wirtschaftssprecher, Christoph Matznetter, erklärt, wie sich der Führungswechsel in der SPÖ auf Wirtschaft und Innovation in Österreich auswirken kann. © Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Als Parteilinker gilt der frischgebackene SPÖ-Chef Andreas Babler als “echter Sozialdemokrat”, der sich vor allem für die “einfachen Leute” einsetzen möchte. Das wird auch in seinem Forderungsprogramm deutlich. Der 50-jährige Parteichef fordert sowohl die Einführung der 32-Stunden-Woche als auch die Einführung der Vermögenssteuer. Letztere versprach der Bürgermeister von Traiskirchen sogar zur Koalitionsbedingung zu machen. Greifen soll die “Millionärssteuer” ab einem Nettovermögen von einer Million Euro. Besteuert werden soll der Betrag, der über eine Million Euro hinausgeht. Die Einführung einer Vermögensteuer für Superreiche ist nicht nur ein Thema der SPÖ, sondern wird auch von Grünen-Chef Werner Kogler und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) unterstützt.

Rund 50 Prozent des gesamten Nettovermögens in Österreich gehört nur einem Prozent der Bevölkerung – den Superreichen. Das geht aus Zahlen des ÖGB hervor. Um zu diesem einen Prozent zu gehören, brauche man ein Vermögen von mehr als 2,1 Millionen Euro. Es sei daher an der Zeit, dass auch die Superreichen ihren Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Die Industriellenvereinigung (IV) zeigt sich über diese Forderungen äußerst verärgert und startet eine Gegeninitiative zur “Schnüffelsteuer”. Die Vermögenssteuer schaffe gläserne Bürger:innen und sei ein bürokratischer Albtraum, so die IV, die die Interessen der Unternehmer:innen in Österreich vertritt. Wie sich der Führungswechsel und der deutlich “linkere” Kurs in der SPÖ auf Wirtschaft und Innovation in Österreich auswirken kann, haben wir den Wirtschaftssprecher der SPÖ, Christoph Matznetter, im brutkasten-Interview gefragt. 

brutkasten: Die SPÖ unter Andreas Babler positioniert sich sehr links. Was bedeutet das jetzt für die Wirtschaftspolitik in Österreich?

Christoph Matznetter: Das bedeutet, dass einige bisher wenig diskutierte Themen, über die man normalerweise nicht sprechen darf, in den Vordergrund rücken. Beispielsweise rückt die Frage der Vermögensverteilung und der wirtschaftlichen Verhältnissen stärker in den Mittelpunkt. Es gibt eine zunehmende Konzentration von Vermögen und Gewinnen bei großen Konzernen, während viele Einpersonenunternehmen und Kleinbetriebe, die einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit Waren und Dienstleistungen leisten, vor großen Herausforderungen stehen. Bereits in der Covid-Zeit haben wir die unkontrollierte Vergabe von Fördermitteln kritisiert. Es gibt viele Fälle, in denen Großkonzerne trotz der Krise ihre Gewinne deutlich steigern konnten, oft mit Unterstützung von Steuergeldern, die von allen Bürgerinnen und Bürgern aufgebracht werden. Diese Diskussion wird nun weiter verschärft.

Viele empfinden die Forderung nach Erbschafts- und Vermögensbesteuerung als eine wirtschaftsfeindliche Maßnahme. Das ist völliger Unsinn, denn die meisten Wirtschaftstreibenden sind eher mit der Frage konfrontiert, wie sie ihre Schulden verwalten können, und verfügen nicht über Millionen- oder gar Milliardenvermögen. Wenn man Vermögensbesteuerung nur auf das internationale OECD-Niveau hebt, würde man Milliardenspielräume schaffen, um zum Beispiel die Arbeits- und Leistungsbesteuerung zu senken. Ein Programmierer, der Einkommensteuer zahlt, kriegt nur dann eine Reduktion der Einkommensteuer, wenn die Konzerne, die derzeit keine Steuern zahlen, einen Beitrag in Form von Körperschaftssteuer leisten und auch die Milliardenbesitzer ebenfalls einen Anteil beitragen. Nur in der Balance kann man die Struktur verbessern. 

Man hat auch den Eindruck, dass der alte Kampf Arbeitnehmer:innen gegen Arbeitgeber:innen wieder aufgewärmt wird. Ist das 2023 nicht ein Anachronismus?

Matznetter: Die Mehrheit der Menschen in unserem Land bestreiten ihren Lebensunterhalt durch ihre eigene Arbeit. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sie Arbeitnehmer sind. Es gibt Hunderttausende von Menschen, die in prekären Situationen leben, aber formell keine Arbeitnehmer sind. Ein gutes Beispiel dafür sind die Tausenden von Menschen, die für die neuen Lieferdienste arbeiten. Sie sind üblicherweise nicht angestellt, haben keine Arbeitsrechte, keinen Anspruch auf Urlaub, keinen Anspruch auf Krankengeld und sind dennoch verpflichtet, in Uniform für einen Auftraggeber zu arbeiten. Sie befinden sich in Wirklichkeit in ähnlichen Situationen wie die Arbeitnehmer vor 100 Jahren. Deshalb ist es wichtig, diejenigen zu schützen, die in ihren Vertragsgestaltungen schwächer sind und weniger Macht haben, etwas durchzusetzen. Diejenigen, die bereits die Macht haben, müssen Einschränkungen hinnehmen. 

Wir haben ein gutes Kollektivvertragssystem, das von Wirtschaft und Gewerkschaften ausgehandelt ist. Aber immer mehr Menschen fallen aus diesem System heraus. Das System der Kollektivverträge erodiert, da viele in die Selbstständigkeit ausgelagert werden, was aber keine wirkliche Selbstständigkeit ist. In diesem Bereich, glaube ich, wird die SPÖ unter Andreas Babler stärker auf die soziale Sicherheit für kleine Unternehmer drängen. Es geht darum, dass diese Unternehmer, wenn sie scheitern und arbeitslos werden, nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Sie sollen ein Krankengeld wie Arbeitnehmer erhalten und keinen Selbstbehalt beim Arzt zahlen müssen. Das sind nur einige der Anforderungen, die wir stellen. Diese gelten nicht für Arbeitnehmer, sondern für formal Selbstständige, die sich in Wirklichkeit in einer prekären Situation befinden.

Was ist das Angebot der SPÖ an Unternehmer:innen? Warum sollten sie rot wählen?

Matznetter: Das ist relativ einfach. Es stimmt, dass es Unternehmerinnen und Unternehmer gibt, die bei ÖVP und NEOS besser aufgehoben sind. Wir kennen zum Beispiel die Chatverläufe von Sigi Wolf mit dem Finanzministerium. Wenn du viele Millionen an Steuern zu zahlen hast und du möchtest zwei Millionen weniger zahlen, dann glaube ich, bist du bei der ÖVP besser aufgehoben. Auch wenn du ein Milliardenvermögen hast, also wenn du ein Milliardenerbe bist, dann bist du bei den NEOS besser aufgehoben. Milliardäre müssen woanders anklingeln, dieses Service haben wir nicht. 

Wer jeden Tag kämpfen muss, wer nicht weiß, wie er am Ende des Monats die Löhne zahlen soll, wie er am 15. eines jeden Monats die Steuern und Abgaben zahlen soll, oder wer Einzelunternehmer ist, der ist bei uns besser aufgehoben. Wir wollen ein gesichertes System, in dem auch die Schwächeren auch entsprechende Sicherheitsnetze und die Chance haben, ihre Ideen innovativ zu verwirklichen. 

Die Regierung hat im Mai das Startup-Förderungsgesetz in Begutachtung geschickt. Wie steht die SPÖ zu FlexKap und Co, die vom Startup-Komitee kritisiert wurde? Gibt es eine rote Startup-Strategie?

Matznetter: Wir brauchen in bestimmten Bereichen deutliche Erleichterungen, weil wir ein sehr altes und formalisiertes System haben. Insbesondere bei der Kapitalerhöhung von Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Hier ist das System zu restriktiv und zu teuer für die Gesellschafter, vor allem was die Notargebühren betrifft. Wir befürworten Erleichterungen, damit Startups schneller wachsen können. Mein Vorschlag ist die Gründung einer Kommanditgesellschaft. Da ist man einfach flexibler, denn bei einer GmbH geht die Hälfte der Kapitalerhöhung allein für die Notarkosten drauf. Hier etwas zu ändern, wäre bestimmt gut.

Was ich bei der FlexKap nicht einsehen kann, ist, dass sich die Unterstützung nicht auf echte Startups mit bis zu zehn Mitarbeitern und einem Umsatz von zehn Millionen Euro fokussiert. Diese Unternehmen befinden sich in einer Phase, in der sie wenig oder gar kein Kapital haben und Unterstützung am dringendsten benötigen. Es erscheint uns nicht sinnvoll, Begünstigungen auf Unternehmen mit einem Umsatz von 40 Millionen Euro auszuweiten.

Unser Fokus liegt daher darin, jungen Menschen, die eine Idee haben, aber kein Startkapital, eine Chance zu geben. Wir müssen zu dem Zeitpunkt fördern und helfen, wo diese Startups aus dem Boden sprießen. Bei Förderungen wie Double Equity, wo Startups zwei Millionen brauchen, aber dafür erst eine Million sammeln müssen, um die zweite Million zu erhalten, hielten wir es für viel sinnvoller, wenn die ÖBAG hier als Risikokapitalgeber einsteigt, wenn die Geschäftsidee vielversprechend ist. 

Eine weitere große Forderung der SPÖ ist die Vermögenssteuer. Dazu eine konkrete Frage: Wenn ein Startup bei einer Finanzierungsrunde eine hohe Bewertung bekommt, muss der Gründer dann eine entsprechende Vermögenssteuer entrichten, auch wenn das Unternehmen vielleicht noch lange nicht in der Gewinnzone ist und er sich kaum Gehalt auszahlt?

Matznetter: Wir wollen in unseren Vermögenssteuerplänen relativ hohe Freibeträge vorsehen. Das bedeutet, dass das Nettovermögen bis zu einer Million Euro steuerfrei bleibt. Nur eine kleine Anzahl von Startups erreicht sehr schnell eine Bewertung von zehn oder gar hundert Millionen Euro. In diesen Fällen ist die Frage des ausgezahlten Gehalts nicht mehr wirklich relevant und es sollte erwartet werden, dass ein Teil für die Gemeinschaft geleistet wird. Wir möchten anderen Startups die Möglichkeit geben, ebenfalls erfolgreich zu sein. Daher denke ich, dass es akzeptabel ist, ein Startup mit einem Vermögenswert von beispielsweise fünf Millionen Euro, einige tausend Euro Steuern zahlen zu lassen. Wir brauchen Fairness in diesem Bereich.

Ein weiteres großes Thema ist aktuell die Vier-Tage-Woche, die auch von der SPÖ gefordert wird. Die WKÖ ist der Meinung, dass dies angesichts des Fachkräftemangels nicht umsetzbar ist. Kann die Vier-Tage-Woche laut SPÖ trotzdem umgesetzt werden?

Matznetter: Die Zunahme der Teilzeitbeschäftigung, die insbesondere Frauen betrifft, ist eine Herausforderung, die wir adressieren müssen. Frauen sollten die Möglichkeit haben, ihren Karrieren genauso nachzugehen wie Männer, um Altersarmut zu vermeiden. Dies erfordert eine vollständige Kinderbetreuung, wenn möglich kostenfrei. Eine Vier-Tage-Woche könnte diese Teilzeitbeschäftigung ersetzen, indem alle laut Kollektivveretrag ein paar Stunden weniger arbeiten und somit Frauen ermöglichen, Vollzeit zu arbeiten. Das wäre mir auch viel lieber. Die Forderung nach einer kürzeren Arbeitswoche ist nicht neu. Kritiker haben schon im 19. Jahrhundert behauptet, dass durch solche Veränderungen sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft zusammenbrechen würden. Man hat das trotzdem durchgesetzt.

Die letzte Arbeitszeitverkürzung liegt schon 50 Jahre zurück, sie fand in den 70er-Jahren statt. Die Geschichte zeigt, dass Wirtschaft und Gesellschaft gestärkt aus diesen Veränderungen hervorgegangen sind. Im Vergleich zu anderen Ländern in Westeuropa waren wir damals ein Wirtschaftswunderland, hatten in den 80er-Jahren sogar Deutschland überholt. Jetzt kann man sagen, dass die Arbeitszeitverkürzung eine Katastrophe für die Wirtschaft sein wird, aber durch die letzte Arbeitszeitverkürzung wurde Österreichs Wirtschaft zu einer der stärksten in Westeuropa, weil sie zu einer gewissen Effizienzsteigerung geführt hat. Die Verkürzung der Arbeitszeit wird auch ohne staatliches Eingreifen stattfinden, denn wenn man das nicht tut, dann schlägt im Kapitalismus die Marktwirtschaft zu. Allerdings können die Auswirkungen negativer sein und zu einer höheren Arbeitslosigkeit führen, als notwendig wäre. 

Das größte Digitalisierungsthema ist seit Monaten die Künstliche Intelligenz. Mit dem rasanten Wachstum in diesem Bereich werden viele gesellschaftspolitische Auswirkungen erwartet, vor allem durch Automatisierung. Wie soll der Staat damit umgehen?

Matznetter: Wir haben die sozialen Medien unreguliert wachsen lassen. Das hat dazu geführt, dass amerikanische Großkonzerne nun ihre 100 Milliarden Dollar damit verdienen. Jedoch haben wir die Auswirkungen auf Staat, Gesellschaft und Wirtschaft zu wenig beachtet und erst sehr spät – auch auf Drängen der SPÖ – mit Regulierungen begonnen. Das Beispiel Social Media hat an den Tag gelegt, dass mangelnde Kontrolle zu unerwünschten Folgen in der Gesellschaft führen kann. Daher ist es auch wichtig zu erkennen, dass Algorithmen Biases und Vorurteile verstärken können, wie es in Österreich durch den Versuch des Arbeitsmarktservice bewusst wurde. Das AMS wollte Algorithmen für die Arbeitsvermittlung einsetzen und die Bewerber nach den besten Erfolgsaussichten auswählen. Die Erkenntnis war, dass KI nur Männer für Führungspositionen bevorzugt hat. Diese Vorurteile waren in den Daten verankert und die KI hat die Muster aus der Vergangenheit reproduziert. Daher ist es dringend erforderlich, Regeln für den Umgang mit KI festzulegen. 

Darüber hinaus können KI-Algorithmen sowohl für die Nutzer als auch für die Programmierer selbst undurchschaubar sein. Es gibt Beispiele, bei denen ChatGPT in der höchsten Version unerklärliche Ergebnisse produziert und sogar Liebeserklärungen an Journalisten oder Hasskommentare generiert hat. Keiner weiß, wie sie zustande gekommen sind, weil das selbstadaptive Verhalten der Algorithmen den Weg zu diesem Ergebnis versperrt. Es gibt auch Beispiele wie das schreckliche SocialScoring in China. Um solche Szenarien zu verhindern, plädieren wir in der SPÖ dafür, dass Hersteller und Dienstleister auf europäischer Ebene eine ethische und rechtliche Verantwortung tragen. Nur so können wir sicherstellen, dass ethische Standards, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der KI-Branche gewährleistet werden. 

Wie sehen Sie die Rolle der Aus- und Weiterbildung in Bezug auf KI und Innovation? Müssen wir unsere Bildungssysteme anpassen, um auf diese Technologien vorzubereiten?

Matznetter: Wir werden eine Bildungsreform brauchen. Ich finde es vollkommen grenzgenial, dass wir Menschen immer noch mit Ziffernnoten bewerten. Diese Schüler sollen dann in der Lage sein, ein Problem sorgfältig zu beurteilen oder eine verbale Beurteilung eines anderen Menschen differenziert vorzunehmen. Sie lernen ja etwas ganz anderes. Ich fürchte, mit unserem jetzigen Bildungssystem werden wir das ohne radikale Reformen nicht schaffen. Vielleicht wäre es schon ein Fortschritt, wenn man Menschen wie Menschen behandeln würde.

Hat die SPÖ ein konkretes KI-Programm?

Matznetter: Wir sind gerade dabei, unser KI-Programm auszuarbeiten. Wir haben dazu mehrere Expertensitzungen im Parlament abgehalten und unsere Position zur KI-Regulierung auf EU-Ebene festgelegt. Unsere Abgeordneten im Europäischen Parlament sind dabei stark in die Ausarbeitung der KI-Regulierung involviert. In jenen Bereichen, wo unmittelbar die Interessen vieler Menschen betroffen sind, bleiben wir natürlich sehr kritisch. Die Gesamtstrategie ist und bleibt ein Work-in-Progress. Und nein, wir verwenden keine KI-Technologien, um unser Programm für Künstliche Intelligenz zu erstellen. Bei uns ist es nicht die KI selbst, die uns vorschlägt, wie wir sie regeln sollen. 

Vor wenigen Tagen wurde eine Startup Heatmap präsentiert, die zeigt, dass Österreich auf Platz 20 der beliebtesten Startup-Standorte abgerutscht ist. Auf den Plätzen eins und zwei liegen Berlin und London, vor Österreich liegen Malaga und Sofia. Woran liegt es, dass Österreich auf diesen Platz abgerutscht ist?

Matznetter: Ich kenne die Startup-Szene in Berlin sehr gut. Dort herrscht ein ganz tolles Surrounding, vor allem was die Co-Working Spaces betrifft. Auch was das Thema Zugang zu Investitionskapital betrifft, waren die großen Player in Deutschland mehr bereit als die Österreicher. In Österreich liegt das Problem auf der Investorenseite, weil wir eine sehr tradierte Bankenfinanzierung haben, die aufgrund ihrer gesamten Risikoanlage nicht für die Finanzierung von Startups geeignet ist. Man muss sich trauen, in mehrere Unternehmen zu investieren. Ein Startup schafft es, die anderen kann man abschreiben. Das mögen Banken nicht, da ständig hinterfragt wird, warum man Geld verliert. 

Auch auf der betrieblichen Seite ist es schwierig. Wir haben tolle Unternehmen in Österreich, die großteils Familienbetriebe sind. Für diese ist die Startup-Szene fremd und sie trauen sich nicht, dort einzusteigen, weil die Entscheidungsprozesse nicht ihren entsprechen. Wir haben in Österreich wahnsinnig kreative und junge Menschen mit tollen Ideen. Das Problem ist, dass sie sich fragen: “Wie komme ich an das erste Kapital?” Daher müssen wir versuchen, hier substitutiv zu handeln und diese Lage zu verbessern. Wir sollten auch die Strategie der Deutschen Telekom in Berlin umsetzen, indem beispielsweise die ÖBAG in Startups finanziert und ihnen den Start ermöglicht. Da müssen wir nachziehen. 

In welchen Bereichen sehen Sie in Österreich den dringendsten Digitalisierungsbedarf, wo muss dringend gehandelt werden? 

Matznetter: Ich wäre froh, wenn diese Regierung das macht, was frühere Regierungen gemacht haben. Nämlich dafür zu sorgen, dass Österreich im Bereich der Digitalisierungsinfrastruktur in den vordersten Plätzen ist. Wir waren in den 90er-Jahren unter den ersten drei Ländern, was die Anbindung ans Netz, Breitbandanbindung und andere Themen betrifft. In diesem Bereich sind wir zurückgefallen. Wir haben Regionen in Österreich, wo es schwierig ist, 20 Megabit zu bekommen, wenn überhaupt. Trotz Breitbandmilliarde. Wir haben jetzt viele Leerverrohrungen, aber es fehlen die Glasfaserkabel. Auch der drahtlose Ausbau eines 5G-Netzes ist bei den vielen Alpen und Bergen, die wir haben, herausfordernd. Deshalb müssen wir, was die Infrastruktur betrifft, stärker planerisch eingreifen. Das ist der eine Teil.

Das zweite Problem ist, dass wir eines der ersten Länder waren, die ein E-Government  ausgerollt haben, wie beispielsweise in der Finanzverwaltung mit FinanzOnline. Auch in diesem Bereich sind wir zurückgefallen. Jetzt haben wir endlich den jahrelang diskutierten digitalen Führerschein. Ich habe den auch auf meinem Handy. Das heißt aber nicht, dass ich den Zulassungsschein meines Autos nicht mitnehmen muss. Seit einem Jahr wird etwas versprochen und keiner kann erklären, warum man einen digitalen Führerschein, aber keinen digitalen Zulassungsschein haben kann. Das bleibt völlig rätselhaft. Das sind die Themen, die unseren Fortschritt behindern und da sollte auch die Politik in die Gänge kommen.

Deine ungelesenen Artikel:
24.07.2026

Boris Nemšić:“Demokratie ist keine Ausrede dafür, dass alles so lange dauert“

„We are not fucked yet": Mit dieser Ansage sorgte Ex-Telekom-Austria-CEO Boris Nemšić beim Business Angel Summit in Kitzbühel für Aufsehen. Im brutkasten-Interview spricht er über den Standort Europa, überbordende Regulierung, das KI-Rennen und eine Idee, die er der Republik schon 2011 vorgeschlagen hat.
/artikel/boris-nemsic-interview
24.07.2026

Boris Nemšić:“Demokratie ist keine Ausrede dafür, dass alles so lange dauert“

„We are not fucked yet": Mit dieser Ansage sorgte Ex-Telekom-Austria-CEO Boris Nemšić beim Business Angel Summit in Kitzbühel für Aufsehen. Im brutkasten-Interview spricht er über den Standort Europa, überbordende Regulierung, das KI-Rennen und eine Idee, die er der Republik schon 2011 vorgeschlagen hat.
/artikel/boris-nemsic-interview
Ex-Telekom-Austria-CEO Boris Nemšić beim Business Angel Summit in Kitzbühel | Foto: Martin Pacher | brutkasten

Boris Nemšić zählt zu den prägenden Figuren der österreichischen Telekom-Geschichte. 1957 in Sarajevo geboren, kam er 1984 nach Wien, promovierte an der TU Wien und stieg 1997 bei der mobilkom austria ein, die er später als CEO zu einer der führenden Mobilfunkgruppen Zentral- und Osteuropas ausbaute. Bis Anfang 2009 stand er an der Spitze der Telekom Austria Group, danach wagte er den Sprung nach Russland und führte bis 2010 den Telekom-Konzern VimpelCom.

Heute lebt Nemšić in Dubai und ist längst fixer Bestandteil des Startup- und Investoren-Ökosystems: Er ist Industry Advisor bei KKR im Technologie-Bereich, Gründungsmitglied der Austrian Angel Investors Association (aaia) und Aufsichtsrat in mehreren Hightech-Unternehmen, darunter die börsennotierte Frequentis AG. Als Beiratsvorsitzender begleitete er den kroatischen Kommunikationsanbieter Infobip auf dem Weg zum ersten Unicorn des Landes. In Österreich ist er unter anderem am Drohnen-Software-Startup Dimetor, am Fintech Seasonax und am Grazer Video-Tech-Unternehmen eyeson beteiligt.

Beim Business Angel Summit in Kitzbühel saß Nemšić am Panel „Quo vadis Europa und Austria“, das mit der provokanten Frage „Are we fucked?“ eröffnet wurde. Seine Antwort dort machte die Runde, im Gespräch mit brutkasten führt er aus, was er damit meint, warum er das Rennen um generative KI noch nicht verloren gibt und woran seine eigene Initiative gegen SMS-Spam gescheitert ist.


brutkasten: Du bist heuer beim Business Angel Summit und bist in mehrere österreichische Startups investiert. Wie würdest du deine Rolle als Investor selbst beschreiben?

Boris Nemšić: Business-Angel-Investor wäre zu breit als Beschreibung. Was ich für mich selbst gemacht habe, waren frühe Investments, schon in den Zehner-Jahren, in Startups, die in meinem Gebiet tätig sind: Technologie, Telekommunikation, ICT. Dort bilde ich mir ein, dass ich mich ein bisschen auskenne, was nicht immer stimmt. Aber das mache ich mit vollem Herzen. Es geht nicht um ein Finanzinvestment als solches, sondern darum, ob ein Produkt einen Nutzen für die Kunden bringen kann und die Technologie weiterbringt. Und vielleicht ergibt sich auch eine Wertsteigerung.

Gab es in deiner Investorenlaufbahn schon erfolgreiche Exits?

Ich habe bis jetzt größte Misserfolge dokumentiert. (lacht) Die Erfolge kommen noch. Obwohl, ich hatte auch einige, allerdings hauptsächlich in Verbindung mit meiner Tätigkeit für KKR, wo ich Industry Advisor bin und mitinvestieren darf. Das waren durch die Bank hervorragende Investments.

Hast du einen spezifischen Branchenfokus? In welcher Phase steigst du ein?

Natürlich schaue ich, dass ich in einer frühen Phase einsteige, weil da die Tickets so sind, dass ich sie persönlich stemmen und die Chancen ergreifen kann. Es ist hauptsächlich ICT, alles, was sich um die Telekom- oder IT-Industrie dreht. Ich hatte auch positive Exits im Education-Bereich, aber wieder IT-getrieben. Das Gebiet, das mich derzeit sehr interessiert, sind Drohnen. Allerdings Drohnen im Sinne der Kommunikation mit Drohnen, nicht die Drohne selbst. Ein fliegendes Objekt kann fast jeder bauen. Die Frage ist, wie man Drohnen beyond line of sight, also auf lange Distanzen, reguliert und verkehrstechnisch richtig steuert. Man braucht Command and Control. Dass Drohnen inzwischen eher eine Dual-Use- und Defense-Geschichte geworden sind, hat die Geschichte ergeben.

Bei welchem Unternehmen bist du da engagiert?

Bei Dimetor in Österreich, dort bin ich Mitinvestor. Zwei meiner guten Freunde kommen von der gleichen Schule, der TU Wien, junge Doktoranden damals, als ich noch auf der Uni tätig war. Das ist eigentlich ein Brainpool, der fantastisch ist. Wir haben Produkte, die sowohl zivil als auch für Defense möglich sind. Zum Beispiel können wir fliegende SIM-Karten entdecken. Und wenn diese fliegende SIM-Karte in einer Drohne ist, dann kann es unangenehm werden. Wir können das detektieren, und dann kann man entscheiden: Ist das eine freundliche oder eine feindliche? Und dann tut man was damit.

Du lebst aktuell in Dubai. Schaust du dir von dort aus weltweit Startups an oder hast du dennoch einen Österreich-Fokus?

Ich habe vor allem einen Europa-Fokus. Ich habe in Kroatien sehr viel gearbeitet und das erste Unicorn Kroatiens mitbetreut, als wir diese Bewertung bekommen haben. Dubai ist natürlich ein unglaublicher Umschlagplatz. Dort gibt es sehr interessante Firmen, die aus irgendeinem Grund dort ansässig geworden sind. Ich glaube kaum, dass Leute hinkommen und sagen: Ich mache jetzt in Dubai ein Startup, weil Dubai. Das ist nicht der Fall. Dubai hat den Vorteil, sehr nahe an Indien, Bangladesch und Pakistan zu sein, mit einem großen Ingenieurs- und Wissenspool.

Beim Panel „Quo vadis Europa und Austria“ wurdest du gefragt: „Are we fucked?“ Deine Antwort?

Ich habe es ein bisschen frech ausgedrückt: We are not fucked yet. Wir sind im Vorspiel. Das heißt, es kann alles rauskommen. Was ich gemeint habe: Wir nehmen diese Dinge noch nicht ernst. Das ist ein Kritikpunkt, den ich mich traue, sehr laut zu sagen. Was ist Europa? Es ist ein Friedensprojekt. Wir sind reich, wir sind frei, wir sind eigentlich die beste Gegend der Welt. Jeder will zu uns kommen. Und was jetzt passiert, ist: Wir schlafen fast ein und reagieren nicht auf die Entwicklungen, die rund um uns sind. Sind das Kriege? Leider. Sind das Entwicklungen wie AI? Sind das Businessentwicklungen? Am Ende brauchen wir Wachstum, wir brauchen eine funktionierende Wirtschaft. Was wir als Europa machen, ist hauptsächlich Fokussierung auf Regulierung und Verlangsamung von allem Möglichen. Mich wundert nur, dass sie noch nicht sagen: Ein Fußball darf nicht schneller als sechzig Kilometer pro Stunde fliegen, weil sonst ist es nicht fair. Ich sage das bewusst überspitzt. Es ist traurig, dass wir unsere hervorragenden Ressourcen, unser Wissen, unsere Leute, unser Entrepreneurship verwalten, statt sie freizulassen. Das ist keine Kritik an Österreich. Österreich hat manchmal vernünftige, manchmal supergute Ansätze. Wir können nur als ganzes Europa erfolgreich sein in diesem Rennen.

Kannst du das konkretisieren?

Ich sage es in einer Metapher: In Wien habe ich in der Wohnung meines Sohnes leider fünfzehn Megabit pro Sekunde Internetverbindung. Und er ist weltweit in Competition mit Südkoreanern, die ein Gigabit haben. Wer wird gewinnen? Oder: Wir haben sechzehn Jahre gebraucht, um den Hochspannungsring in Österreich zu schließen. Gott sei Dank ist es, dank dem Verbund und den anderen, zu keinem Blackout gekommen. Wir waren ein paar Mal sehr nahe dran. Warum haben wir das nicht schneller gemacht? Weil wir alles schützen außer den Menschen. Wir schützen jede Pflanze, Hochachtung. Jede Schnecke, Hochachtung. Nur der Mensch, habe ich den Eindruck, ist nicht so wichtig. Ich überspitze ganz bewusst. Da soll man sehr viel pragmatischer sein. Wenn wir schauen, wer heute erfolgreich ist: Es sind die pragmatischen Zugänge, ob in Dubai, in den Emiraten, in China oder in den USA. Ein Problem wird erkannt und die Lösung wird gesucht. Und nicht der Prozess zur Lösung.

Fairerweise muss man sagen: Das sind unterschiedliche politische Systeme. Europa ist eine Demokratie mit 27 Mitgliedstaaten.

Du hast recht. Nur das politische System soll den Menschen dienen und nicht die Menschen behindern. Das ist der große Unterschied. Wir können uns nicht damit rühmen, dass wir ein besseres System haben. Ja, wir haben es. Nur wenn das System uns behindert, dann soll man das System so anpassen, dass es für uns gut ist. Das ist so banal. Aber wir verlieren uns in Parteien, in Strukturen, in Diskussionen. Und im Endeffekt: Ich will Strom haben. Ich will Internet haben. Ich muss Gesundheit haben, Education haben. Es ist keine Ausrede, dass es so lange dauert, weil wir eine Demokratie sind. Das ist eine faule Ausrede, die ich persönlich nicht akzeptieren kann. Noch einmal: Ich lobe keine Diktaturen und Königreiche, bei Gott nicht. Aber wenn man sich anschaut, was in den Emiraten passiert: Es wird ein Ziel gesetzt, das der Wirtschaft, den Menschen, der Entwicklung dient. Und dann wird das durchgezogen.

Wo siehst du das Problem, wenn nicht in einer Fehlkommunikation zwischen Industrie und Politik?

Du bist ja sehr nett. Wenn man Dinge falsch macht, dann sagt man, es ist falsche Kommunikation. Das lasse ich nicht gelten. Die Politik hat alle Möglichkeiten, sich beraten zu lassen, und muss das gesamtheitlicher sehen. Die Politik ist nicht blöd. Sie hat leider oft Partikularinteressen. Und es ist eine nachvollziehbare, aber schwierige Situation, dass immer irgendwo Wahlen sind. Wenn das Interesse an einer Partikularwahl das große ganze Ziel überwiegt, dann haben wir ein Problem. Wenn wir nicht in der Lage sind, das zu lösen, dann werden Systeme, die dieses Problem nicht haben, die Oberhand gewinnen. Schau, was China ist: eine Planwirtschaft, ein Einparteiensystem, alles, was wir eigentlich nicht wollen. Aber die wesentlichen Dinge machen sie richtig. Die haben uns innerhalb von dreißig Jahren in unheimliche Abhängigkeiten gebracht. Unglaublich. Und ich bin sicher, dass das viele Menschen in Europa erkannt haben, nicht heute, sondern vor zwanzig Jahren. Warum reagieren wir nicht? Weil wir kurzfristige Ziele setzen. Das Ziel ist das nächste Quartal, das Ziel ist die nächste Wahl. Statt das große Ganze zu sehen. Wir haben die Wissenschaft, wir haben Hirn, wir haben Geld, wir haben Ressourcen, um breiter und größer zu denken. Nur irgendwo am Weg verlieren wir uns.

Hast du ein Beispiel, wo du selbst an dieser Regulierung gescheitert bist?

Ich habe mich die letzten zwei, drei Jahre mit SMS-Spam beschäftigt. Jeder von uns bekommt irgendwelche blöden SMS, wo oben eine Bank steht, Unicredit oder Bitpanda oder was auch immer, und drinnen steht irgendein Scam. Ich habe mir zur Aufgabe gemacht: Wie kann man das verhindern? Weißt du, woran ich gescheitert bin? Am deutschen Briefgeheimnis. Das deutsche Briefgeheimnis wird auf SMS angewendet. Wie rückständig und ignorant muss man sein, um das anzuwenden? Es geht darum: Darf ich in den Header der SMS hineinschauen? Wenn dort Unicredit steht und ich erkenne, das ist die falsche Nummer, dann ist es Scam, und dann filtere ich es aus. Es ist so einfach. Die Erklärung ist: Das ist ein Verfassungsgesetz in Deutschland, es geht nicht. Und die Bevölkerung hat Millionen an Schaden. Wen schützen wir jetzt? Die armen Menschen, die auf das reinfallen und Millionen verlieren? Oder wen schützen wir da? Wenn ich krank bin, soll historisch gesehen auch ein Arzt kommen und mir Blut rauslassen statt eine CT zu machen. Ich meine, das ist absurd. Man muss mit der Zeit gehen.

Die Bundesregierung hat einige Maßnahmen für das Innovationsökosystem gesetzt, Stichwort Dachfonds. Wie bewertest du das?

Ich bewerte es positiv, eindeutig positiv. Ich habe mich 2011 als Chef der ÖIAG beworben. Bin es nicht geworden, Gott sei Dank. Eine meiner Thesen damals in meinen Bewerbungsunterlagen war, dass die ÖIAG-Companies, heute ÖBAG, einen Teil ihrer Dividende in einen Forschungsförderungsfonds oder Startup-Fonds einzahlen sollen, damit wir einen Geldpool haben, mit dem wir dieses Ökosystem stärken.

Das war vor fünfzehn Jahren. Jetzt wird genau das diskutiert.

Eben. Wenn eine Idee kommt und man sie fünfzehn Jahre später diskutiert, darf ich ein paar Fragezeichen stellen. Es gibt einen Punkt: Die Zeit kannst du nicht kaufen. Die Zeit kann man fast nie mit Geld erschlagen. Und ich glaube, wir gehen sehr sorglos mit der Zeit um. In der Wirtschaft ist das noch schlimmer.

Gibt es Tipping Points, die schon erreicht sind? In generativer KI etwa haben wir das Rennen doch verloren.

Nein, glaube ich nicht. Da bin ich anderer Meinung als einige Teilnehmer im Panel. Ich bin sicher, dass man das in drei Jahren aufholen kann. Weil das ist pure Force: Du nimmst so viel Geld, baust so viele Data Center. Wir haben die Wissenschaft, wir haben die Leute, die das können. In drei Jahren, so wie DeepSeek das gemacht hat, können wir es schaffen. Das Rennen ist nicht verloren. Es ist nur die Entscheidung, ob man es macht oder nicht. Mir wäre am liebsten, dass wir überhaupt nicht auf die Idee kommen müssen. Nur die Situation ist so, dass irgendjemand in den USA, China oder wo immer sagen kann: Mir gefällt überhaupt nicht, dass Österreich LLMs oder KI hat, ich drehe es ab. Das darf nicht passieren. Das heißt, wir brauchen einen gewissen Grad an Autonomie. Das heißt nicht, dass wir alles nachbilden und doppelt haben müssen. Aber man muss einen gewissen Grad an Selbstständigkeit haben oder mindestens Hebel, um diese Selbstständigkeit erhalten zu können.

In Europa ist nur ASML ein wichtiger globaler Player. Und nachdem er der Einzige ist, ist man erpressbar. Gott sei Dank haben wir das. Aber da sind wir nicht unbedingt die großen Meister. Ich habe noch die Hoffnung, dass sich die KI in eine Richtung entwickelt, dass die Industrievertikalen, die KI anwenden, so stark werden, dass sie sich selbstständig entwickeln. Eine wird in Europa sein, eine in Amerika, eine in Österreich, egal wo. Das wird sich ausgleichen. Aber die Infrastruktur muss man haben. Und auch damit gehen wir nicht besonders proaktiv um. Es ist blöd, dass ein Glasfaseranschluss in Österreich und Deutschland Pi mal Daumen dreitausend Euro kostet und gleichzeitig in Spanien zweihundertsechzig Euro. Es gibt ein paar Gründe dafür, ein paar sind legitim. Aber die Mehrzahl der Gründe ist einfach erfunden. Da sieht man, wie inkonsistent wir agieren.

Du hast sehr viel erreicht in deiner Karriere. Welche Ziele hast du dir noch gesteckt?

Ich habe mir in meiner Karriere, Karriere unter Anführungszeichen, nie persönliche Ziele gesetzt. Ich habe Business-Ziele gesetzt: Wenn ich Vorstand einer Firma bin, will ich diese und jene Ziele erreichen. Aber keine persönlichen Ziele, weil man so offen und so breit sein muss, dass man entscheiden kann, ob man eine Chance wahrnimmt oder nicht. Ich bin nach Russland gegangen, obwohl ich überzeugt bin, dass ich den besten Job in Österreich hatte, zehn Jahre lang.

Beim Summit haben zwölf Startups gepitcht, die noch am Anfang stehen. Was gibst du jungen Unternehmer:innen mit auf den Weg?

Es war interessant, dass die zwölf aus sehr verschiedenen Ecken kommen, was gut ist. Ich persönlich glaube an Startups, die entweder etwas sehr tangibles machen oder ein Businessmodell haben, das global anwendbar ist. Das kann eine kleine Sache sein, aber global anwendbar. Ich hoffe, sie denken in die Richtung, dass sie nicht nur ein kleines Problem lokal lösen, sondern dass ihre Plattform oder ihr Produkt eine globale Anwendung haben kann. Da gibt es viele Chancen, und auch viele Dinge, die man gut überlegen muss.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SP-Matznetter im Interview: Was bedeutet Bablers linker Kurs für Innovation und Startups?