16.06.2025
GATE SPACE

Spin-off der TU Wien startet erste Weltraummission mit eigenem Satellitenantrieb

Ein Satellit mit Wiener Antriebssystem soll ab nächstem Jahr die Erde umkreisen. Möglich macht das Gate Space, ein Spin-off der TU Wien.
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Das Team von Gate Space rund um CEO und Co-Founder Moritz Novak (Mitte) © Gate Space
Das Team von Gate Space rund um CEO und Co-Founder Moritz Novak (Mitte) © Gate Space

Drei Jahre, tausende Tests und jetzt der große Sprung ins Weltall: Gate Space, ein Spin-off der TU Wien, steht kurz davor, mit dem von ihm entwickelten Antriebssystem ins All zu starten. Eine SpaceX-Rakete wird einen Satelliten mit dem Wiener Antrieb im kommenden Jahr in die Erdumlaufbahn bringen. Für das Wiener Unternehmen, das 2022 gegründet wurde, ist es die erste große Weltraummission.

„Das ist ein großartiger Erfolg für uns“, sagt Moritz Novak, CEO und Co-Founder von Gate Space. „Die Konkurrenz in diesem Sektor ist groß. Als junges Unternehmen so rasch den Sprung in die Praxis geschafft zu haben, bedeutet uns sehr viel.“

Noch hält sich das Unternehmen mit Details zur Mission bedeckt. Erst im kommenden Sommer will Gate Space mehr verraten. Klar ist jedoch: Die geplante Mission soll als Startschuss für die Serienproduktion der Triebwerke dienen. Gespräche mit potenziellen Kunden laufen bereits, heißt es aus dem Unternehmen.

Patentierte Technologie

Gate Space hat sich auf Raketentriebwerke spezialisiert, die laut eigenen Angaben eine höhere Agilität und präzisere Steuerung ermöglichen als vergleichbare Systeme. Die patentierte Technologie soll Satelliten im All flexibler und kontrollierter manövrieren lassen.

„Viele Firmen, die Technologie für Weltraum-Missionen entwickeln, schaffen den Sprung in die Praxis nie. Viele Projekte bleiben im Planungsstadium stecken“, sagt Novak. „Deshalb war es für uns so wichtig, möglichst rasch zu zeigen, dass sich unsere Produkte tatsächlich in der Praxis bewähren.“

Umweltfreundliche Treibstoffe

Auch an der Zukunft der Raumfahrt wird weiterhin gearbeitet: Gemeinsam mit dem Institut für Strömungsmechanik und Wärmeübertragung der TU Wien forscht Gate Space an einer Möglichkeit zur Speicherung und Verwendung umweltfreundlicher und ungiftiger Treibstoffe im All.

Die dafür vorgesehenen Substanzen – Ethan und Lachgas – gelten als effizient, ungiftig und langlebig. Sie kommen ohne zusätzliches Druckgas aus, was die Systemkomplexität und Kosten senken und potenzielle Fehlerquellen eliminieren soll. Diese Treibstoffe werden bereits auf der ersten Weltraummission von Gate Space im Einsatz sein.

Franz Viehböck als Investor

Seit seiner Gründung vor knapp drei Jahren hat sich einiges getan bei Gate Space. Dem Startup ist noch vor dem Sprung ins Weltall der Sprung in die USA gelungen. 2023 wurde das ursprünglich aus Tulln stammende Unternehmen in den Tech Stars Space Accelerator in Los Angeles aufgenommen. Schon zuvor war eine Niederlassung in San Francisco gegründet worden – damit habe man sich Zugang “zum größten Markt für Raumfahrt” verschaffen (brutkasten berichtet).

Ziemlich früh nach der Gründung holte sich Gate Space einen prominenten Namen als Investor an Bord. Österreichs erster und bisher einziger Astronaut Franz Viehböck führte 2022 eine Pre-Seed-Runde in Höhe von 450.000 Euro an.  

„Ich kenne die Gründer von Gate Space seit vielen Jahren persönlich. Sie haben nicht nur eine marktrelevante Lücke erkannt, sondern verfügen auch über das technische und unternehmerische Know-how, um die Raumfahrtindustrie langfristig mitzugestalten“, sagt Viehböck über das Startup.

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Lovable-CEO Anton Osika (r.) im Gespräch mit Times Senior Editorin Ayesha Javed. © brutkasten

Kaum ein Tool steht so sehr für den KI-Bauboom wie Lovable. Erst im August 2026 hat das schwedische Startup, wie brutkasten berichtete, eine Series-C-Runde über 400 Millionen US-Dollar abgeschlossen, angeführt von Menlo Ventures und mit dem EQT-gemanagten Scaleup Europe Fund als Co-Lead, bei einer Bewertung von 13,3 Milliarden US-Dollar.

Für Gründer und CEO Anton Osika ist das mehr als eine Finanzierungsrunde: Es sei ein Indikator dafür, dass KI-gestützte No-Code- und Low-Code-Plattformen die Nische verlassen hätten und im Mainstream angekommen seien.

Weg vom Entwickler-Monopol

Auf der Dreamforce in San Francisco erläutert Osika die zentrale These hinter Lovable: „Menschen mit Fachwissen über das jeweilige Problem sollten diejenigen sein, die Software bauen“, so Osika. Wer ein Problem am besten kenne, solle auch die Lösung bauen, egal ob in Marketing, HR, Finance oder Operations. Nicht die formale Qualifikation zähle, sondern die Nähe zum Problem.

Dass Lovable längst kein reines Anfänger-Werkzeug sei, belegt Osika mit einer internen Zahl: 55 Prozent der Lovable-Nutzer:innen brächten mehr als elf Jahre Berufserfahrung in ihrem Fachgebiet mit. Entscheidend sei laut dem Co-Founder nicht das klassische Programmieren, sondern die Fähigkeit, komplexe, unstrukturierte Probleme systematisch in funktionierende Systeme zu zerlegen.

Vom Nebenprojekt zur Unternehmenslösung

Besonders aufschlussreich sind die Praxisbeispiele, die Osika im Gespräch anführt. Bei einer Healthcare-Staffing-Firma habe ein Fachbereichsleiter eine komplette neue Produktlinie für die Zertifizierung von Pflegekräften aufgebaut, samt Verwaltung und Terminplanung, und anschließend mehr als zehn weitere interne Anwendungen vernetzt. In den nordischen McDonald’s-Filialen laufe mittlerweile ein auf Lovable gebautes Interface, über das rund 300 Standorte operative Anfragen abwickeln würden.

Solche Geschichten seien laut Osika keine Ausnahme: Bei knapp zwei Dritteln der Fortune-500-Unternehmen, darunter Adidas und Nvidia, würden Mitarbeitende die Plattform nutzen. Häufig beginne es als kleines Team-Projekt und wachse zur unternehmensweiten Lösung heran.

Entwicklung unter Aufsicht

Damit das nicht in unkontrollierter Schatten-IT ende, setzt Lovable laut Unternehmensangaben auf Admin- und Audit-Funktionen, mit denen IT-Verantwortliche nachvollziehen können sollen, welche Anwendungen entstehen, wo sensible Daten verarbeitet werden und wo Sicherheitslücken drohen. Genau das mache aus der anfänglichen Skepsis von IT-Abteilungen häufig Zustimmung, so Osika: „Es wird vom letzten Nein zu dem, was man ausrollen wollte, zum ersten Ja. So verhindern wir Schatten-IT und die Zersplitterung in unzählige Tools, die niemand mehr überblickt“, erklärt Osika.

Überflüssig würden Engineers durch die Lovable-Nutzung anderer trotzdem nicht, meint Osika: Ihre Rolle verschiebe sich von Routineaufgaben hin zu Architektur, Systemanbindung und der Betreuung unternehmenskritischen Codes.

Warum heißt Lovable eigentlich Lovable?

Zum Schluss des Gesprächs räumt Osika mit einem gängigen Klischee über den europäischen Tech-Standort auf: „Viele halten Europa für langsam, aber wenn man in die Tech-Hubs Europas geht, brodelt es dort wie nie zuvor“, sagt Osika. Dass der Produktfokus so stark auf dem Nutzererlebnis liege, führt Osika auch auf den Standort Stockholm zurück, wo der Großteil des Engineering-Teams sitzt. Man habe in den nordischen Ländern genaue Vorstellungen davon, wie ein Produkt funktionieren solle – oder eben nicht. Diese „I-Tüpfelchen-Reiterei“ mache Lovable erst zu dem was es heute ist.

Warum das Unternehmen ausgerechnet „Lovable“ heißt, erklärt er mit einer letzten Zeile, die zugleich als Leitmotiv des Gesprächs steht: „Software sollte nicht einfach nur funktionieren. Sie soll die Emotionen der Menschen wecken“, so Osika.

Vom Vibe zum Volumengeschäft

Was also vor nicht allzu langer Zeit noch als spielerisches „Vibe-Coding“ belächelt wurde, ist laut Osika längst zu einer Infrastruktur geworden, auf der Enterprisekund:innen die nächsten Prozesssysteme entwickeln. Der Markt für KI-gestütztes Bauen sei, so der Lovable-Gründer, endgültig über das reine Ausprobieren hinausgewachsen – und weit über das Vibecoding hinaus.

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