17.10.2023

Speedinvest Pirates erstmals unter weiblicher Führung – Jule Wilhelm folgt Rappold nach

Speedinvest Pirates kündigte einen Wechsel in der Geschäftsleitung an. Jule Wilhelm übernimmt die Rolle der Geschäftsführung von Dieter Rappold, nachdem dieser die Boutique-Agentur sechs Jahre lang aufgebaut hat.
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(c) Speedinvest Pirates - Jule Wilhelm folgt Dieter Rappold als Geschäftsführerin von Speedinvest Pirates nach.

Seit dem 1. Oktober steht Speedinvest Pirates erstmals unter weiblicher Führung. Jule Wilhelm wird als Geschäftsführerin die Zusammenarbeit mit Gründern und Gründerinnen von Early-Stage Tech-Startups weiter vorantreiben. Zuvor war sie bei Runtastic in Wien tätig und hat Erfahrung im Produktmarketing bei adidas in Herzogenaurach gesammelt.

Jule Wilhelm übernimmt Zepter

Seit eineinhalb Jahren arbeitet sie an Kundenprojekten für Pirates und hat den Aufbau des internen Teams sowie die Partnerschaft mit Qbit Capital unterstützt.

„Ich freue mich sehr darauf, die Zukunft von Pirates weiter zu gestalten und zusammen mit den Gründern in der Startup-Branche zu arbeiten, um ihr zukünftiges Wachstum zu steigern“, sagt sie.

Dieter Rappold, Serienunternehmer und aktiver Business Angel, freut sich, das Zepter an die nächste Generation der Pirates-Führung weiterzugeben. Er sagt: „Ich glaube fest an Diversität in der Führung und persönliches Wachstum. Jule hat ihre Fähigkeiten in einem Großkonzern, in Scaleups und in Early Stage Startups unter Beweis gestellt. Mit ihrer beeindruckenden Erfolgsbilanz und ihrer Begeisterung für Startups und leistungsstarke Teams ist sie die perfekte Ergänzung, um Speedinvest Pirates auf die nächste Stufe zu heben.“

Rappold soll in den kommenden Jahren in einer „aktiven Aktionärsrolle“ verbleiben und die neue Führung strategisch unterstützen, wie es heißt.

Speedinvest Pirates erweiterte Team

Speedinvest Pirates als praxisorientierte Growth-Marketing-Beratung in Wien hat in den letzten Jahren das Team auf zehn Mitarbeiter:innen erweitert und ein Experten-Netzwerk aufgebaut. Mit mehr als 200 abgeschlossenen Kundenprojekten, die von Early-Stage Startups bis zu Corporate Venture-Kunden reichen, hat es in dieser Zeit seine Präsenz im Startup-Ökosystem ausgebaut.

Jule Wilhelm, als neue Geschäftsführerin von Speedinvest Pirates, kommentiert, sie glaube fest daran, dass Innovation und Veränderung in unserer Gesellschaft maßgeblich durch Unternehmertum vorangetrieben werden. Pirates sei entschlossen, diesen Wandel zu unterstützen, indem es Early-Stage-Gründer:innen in ihrer Mission begleitet und ihnen die erforderlichen Fähigkeiten und das Fachwissen seines Teams zur Verfügung stellt.

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Ecocircling
© Franz Neumayr - Teresa Millinger (l.), Geschäftsführerin Ecocircling und Grace Sheehan, Investorin und US-Unternehmerin.

Das oberösterreichisch-salzburgische Startup hat knapp ein Jahr nach Projektstart und einem US-Investment seine erste Pilotanlage hochgefahren. Ziel ist es, die starke Importabhängigkeit Österreichs bei Speisefisch zu reduzieren. Die modularen „Cubes“ kombinieren dafür Fischzucht und Pflanzenproduktion in einem geschlossenen Wasserkreislauf, der durch moderne Sensorik und KI-gestütztes Monitoring weitgehend automatisiert betrieben wird.

Ecocircling und die Wasserersparnis

Die aktuelle Pilotanlage ist auf eine Jahresproduktion von bis zu neun Tonnen Wels ausgelegt und punktet vor allem durch einen extrem geringen Ressourcenverbrauch. Millinger erklärt das Prinzip: „Wir geben täglich weniger als fünf Prozent Frischwasser zu, das übrige Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet. In unserem Aquaponik-System reinigen zusätzlich die Pflanzen das Wasser, indem sie die Nährstoffe aufnehmen. So kommen wir auf über 90 Prozent Ersparnis gegenüber klassischer Teichhaltung.“

Künftig sollen die Anlagen in unterschiedlichen Größen unter anderem für Hotels, Gastronomie und landwirtschaftliche Betriebe angeboten werden. Dafür musste das Startup jedoch die größte Hürde der Branche meistern: den massiven Energiebedarf.

„Das ist genau der Punkt, an dem viele Wettbewerber gescheitert sind“, sagt die Co-Founderin. „Der entscheidende Faktor ist der Winter: Unsere Fische brauchen eine Beckentemperatur von 26 °C, und dieses Wasser dauerhaft warm zu halten, ist der mit Abstand aufwendigste Energieposten. Genau daran ist bei vielen die Kalkulation zerbrochen. Wir haben unsere Anlagen deshalb konsequent auf diesen Punkt hin optimiert: Durch eine exzellente Dämmung, die den Wärmeverlust von vornherein minimiert, durch eine KI-gesteuerte Wärmerückgewinnung und durch eigene Energiequellen – ein Windrad und eine Biomasseanlage, die als Brennstoff sogar den Abfall aus unserer Gemüseproduktion nutzt.“

PV und Windrad

Dieser Ansatz ist bei Ecocircling bereits in der Umsetzung: Bei der Pilotanlage in Oberösterreich soll in den kommenden Monaten das erwähnte Windrad installiert werden; auch Photovoltaik ist in Planung. „Dadurch fällt der zugekaufte Wärmeanteil sehr gering aus. Genaue Werte für die KWh pro Fisch hängen vom Standort ab. Westliche oder windarme Regionen sind hier benachteiligt“, räumt die Gründerin ein. Durch die eigene Energieversorgung möchte das Startup den Betrieb von den Preisschwankungen des volatilen Marktes entkoppeln. „Damit bleibt unsere Kalkulation planbar, auch wenn die Energiepreise steigen“, so Millinger.

Fokus auf Technologie

Ob es künftig Pläne gibt, diese Prozesstechnologie zu vertreiben, oder „nur“ mit Fischen Geld zu machen, meint Millinger, dass beides in den Köpfen des Teams bestehe, jedoch mit klarer Priorität auf der Technologie.

„Unser Kern ist die Anlage selbst: ein standardisiertes Plug-and-Play-Produkt, das wir künftig in verschiedenen Größen anbieten. Eigene Standorte betreiben wir vor allem als Referenzanlagen. Überzeugend macht das Ganze das Verhältnis von Investition zu Kapazität – 90.000 Euro für zwölf Tonnen Fisch pro Jahr, mit einem Return on Investment von typischerweise unter drei Jahren. Genau diese Kombination aus niedrigem Preis, Standardisierung und geringem Betreuungsaufwand macht die Anlage zu einem echten Produkt. Dass es schon in der Entwicklungsphase internationale Nachfrage gab, bestätigt das.“

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