18.09.2018

Speedinvest Industry investiert 1,2 Mio Euro in Batterieanalytik-Startup Twaice

Das TU München Spin-Off Twaice ermöglicht über digitale Zwillinge eine genaue Analyse des Zustandes von Li-Ionen-Batterien und hilft, ihre Lebensdauer vorherzusagen und zu verlängern. Es sicherte sich ein Investment in Höhe von 1,2 Millionen Euro von Speedinvest i und Unternehmertum Venture Capital.
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Twaice. Die Co-Founder Stefan Rohr und Michael Baumann.
(c) Twaice. Die Co-Founder Stefan Rohr und Michael Baumann.

Speedinvest Industry (kurz Speedinvest i) stellt knapp 50 Millionen Euro an Wachstumskapital für Industrial Tech Startups zur Verfügung und fokussiert sich dabei auf Bereiche wie Big Data & Analytics, intelligente Produktionssysteme und neue Geschäftsmodelle für die Industrie. Das Batterieanalytik-Startup Twaice erhält nun 1,2 Millionen Euro Seedfinanzierung von Speedinvest Industry und Unternehmertum Venture Capital. Das Münchner Startup Twaice Technologies ist ein Spin-Off der TU München und entwickelt digitale Zwillinge für Unternehmen der Batteriewertschöpfungskette. Das Investment soll in die Produktentwicklung und die Vergrößerung des Teams fließen sowie den Markteintritt beschleunigen.

+++ Philipp Stangl und Markus Lang über Speedinvest Pre-Seed Unit +++

Twaice: mehr Effizienz in Produktion und Verwendung von Li-Ionen Batterien

„Twaice passt als Industrial Tech Startup perfekt in das Portfolio von Speedinvest Industry, da es über intelligente Daten-Analyse zu mehr Effizienz in der Produktion und Verwendung von Li-Ionen Batterien verhilft”, betont Marie-Helene Ametsreiter, Partnerin bei Speedinvest. Die Mission von Twaice ist es, zuverlässige, langlebige und nachhaltige Anwendungen von Li-Ionen Batterien zu ermöglichen. Obwohl das Batteriesystem die teuerste und wichtigste Komponente in einem Elektrofahrzeug ist, lassen sich Zustand sowie die verbleibende Lebensdauer aktuell nur schwer bestimmen. Die Software von Twaice ermöglicht es durch einen digitalen Zwilling, den Gesamtzustand von Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen in Echtzeit präzise zu analysieren. Ihre Lebensdauer lässt sich somit vorhersagen und verlängern. Die Betreiber von elektrischen Fahrzeugflotten können dadurch die Gesamtkosten des Betriebs um bis zu 25 Prozent senken.

Eines der Top 30 CleanTech Startups

Nach über vier Jahren Forschung und Entwicklung an der Technischen Universität München wurde Twaice 2018 gegründet. Der Gewinn des Hauptpreises im Gründerwettbewerb Digitale Innovation vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (08/2018) und die Wahl in die Top 30 CleanTech Startups von Climate-KIC haben die Relevanz der Lösung von Twaice einmal mehr unterstrichen.

Über Speedinvest und Speedinvest Industry

Speedinvest ist ein paneuropäischer Investmentfonds mit 200 Millionen Euro under Management, der in Technologie-Startups in der Seed Phase investiert. Dabei betreibt Speedinvest branchenspezifische Fokus-Fonds in den Bereichen FinTech, Marktplätze und Deep / Industrial Tech. Neben Cash-Investments nutzt Speedinvest sein Netzwerk und Know-how, um Startups operativ zu unterstützen. Vom Standort Silicon Valley aus unterstützt Speedinvest sein Portfolio beim Markteintritt in die USA.

Speedinvest i ist der neuste Fokus Fonds von Speedinvest, der sich gezielt auf Startups im Bereich Industrial Tech spezialisiert hat. Dabei wird Seedfinanzierung zur Digitalisierung der Europäischen Industrie bereitgestellt und primär in Startups in den Bereichen Big Data, intelligente Produktion und neue Geschäftsmodelle für Industrie investiert.  Vorwiegend finanzieren führende Industrieunternehmen aus Österreich und Deutschland den Fonds. Dadurch ermöglicht Speedinvest einen direkten Zugang für Startups zu einem weitreichenden Industrienetzwerk.

Über Unternehmertum Venture Capital Partners

Unternehmertum Venture Capital Partners (UVC Partners) ist eine early-stage Venture Capital-Gesellschaft. Sie investiert gezielt in technologiebasierte Startups aus dem deutschsprachigen Raum. Dabei fokussiert sich UVC Partners auf Unternehmen in den Bereichen Industrial Technologies, Enterprise Software und Mobility. Pro Investitionsrunde werden 0,5 – 3 Millionen Euro investiert und in erfolgreiche Beteiligungen bis zu 12 Millionen Euro insgesamt.


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(PA/red)

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(c) Standortagentur Tirol

Im Juli wird auf der Streif Golf gespielt. Wo im Jänner die Weltelite mit bis zu 140 km/h in den Zielhang rast, wird jetzt am Grün geputtet, dahinter staffeln sich die Kitzbüheler Alpen in ein sattes Grün, wie es nur der Tiroler Sommer hinbekommt. Im Rasmushof, direkt im Zielgelände, ging es an zwei Tagen allerdings nicht um Hundertstel, sondern um Dekaden: um die Frage, wovon Österreich in zwanzig Jahren leben wird.

Beim Business Angel Summit 2026 im Rasmushof Hotel Kitzbühel trafen am 9. und 10. Juli nationale und internationale Investor:innen auf zwölf ausgewählte österreichische Startups. Das von der Standortagentur Tirol und Austria Wirtschaftsservice (aws) organisierte Event ist die größte Veranstaltung dieser Art in Westösterreich und brachte heuer bereits zum zwölften Mal Kapital, Know-how und Gründungsgeist zusammen.

(V.l): Bernhard Sagmeister (aws), Alexander Pekarsky und Elisabeth Brunner (Thyra Imaging), Doris Müller und Bernhard Müller (Startup M-Chem) und Lisa Spöck (Standortagentur Tirol) beim 12. Business Angel Summit in Kitzbühel | (c)  Standortagentur Tirol

Der inhaltliche Bogen des Programms: Mit schönen Bergen allein wird sich der Wohlstand dieses Landes künftig nicht halten lassen, es braucht Innovation. Und dafür braucht es jene Spezies, die sich einmal im Jahr in Kitzbühel trifft: Business Angels, die dort investieren, wo Banken abwinken und Fonds noch nicht hinschauen, nämlich in der frühesten, riskantesten Phase eines Startups.

Boris Nemsic über den Wirtschaftsstandort

Den Auftakt machte die Standortfrage. Ob Europa den Anschluss verloren habe, ob wir, wie es ein Moderator zitierte, schlicht „fucked“ seien? Ex-Telekom-Austria-Chef Boris Nemsic, der Europas Mobilfunkindustrie einst an der Weltspitze erlebte, antwortete: „Wir sind frei, wir sind reich, wir sind eigentlich sehr erfolgreich.“ Die entscheidende Frage laute: „Was machen wir daraus?“ Als Hauptproblem benannte er die Regulierung und das Tempo: Die EU stocke ihre Technologie-Budgets erst ab 2028 auf, während relevante KI-Modelle im Abstand weniger Monate erscheinen. Sein Fazit: „No, we are not fucked yet, weil das ist das Vorspiel.“

Ex-Telekom-Austria-Chef Boris Nemsic | (c) Standortagentur Tirol

„Beware the AI Wash“: Platz warnt vor der Blase

Tricentis-Co-Founder Wolfgang Platz widmete seine Keynote dem „KI-Tsunami aus Investorensicht“, von Deep Blue über AlphaFold bis zur Gegenwart. Seine Botschaft: Bei Startups, die sich als AI-Companies verkaufen, sei rund ein Drittel „nur Marketing, nur Schmäh“, nur sieben Prozent hätten ein echtes KI-Produkt. Auch auf Unternehmensseite sei die Bilanz ernüchternd. Laut einer MIT-Untersuchung holen nur fünf Prozent der Firmen, die massiv in KI investieren, tatsächlich etwas heraus. Sein Appell an die Angels: „Beware the AI Wash.“

Tricentis-Co-Founder Wolfgang Platz | (c) Standortagentur Tirol

Platz beschrieb zudem einen aus seiner Sicht überhitzten Markt, in dem sich das KI-Ökosystem gegenseitig finanziere und Bewertungen von den Umsätzen entkoppelt seien, samt persönlicher Konsequenz: Für 2027, wenn große Tech-Börsengänge ihre Sperrfristen verlieren, rechnet er mit Abverkaufswellen.

Zwölf Startups am Business Angel Summit

Die zwölf ausgewählten Startups deckten eine Bandbreite von GreenTech bis MedTech ab. Darunter Serwas: Das Startup entwickelte ein System, das Serverleistung bereitstellt und die dadurch entstandene Abwärme zum Heizen von Gebäuden nutzt. Eine Pilotanlage ist seit Frühjahr 2026 im Amraser Schwimmbad in Innsbruck installiert und soll durch die Wärmerückgewinnung sieben Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Beim Business Angel Summit 2026 trafen am 9. und 10. Juli nationale und internationale Investor:innen auf zwölf ausgewählte österreichische Startups | (c) Standortagentur Tirol

Außerdem mit dabei ist in diesem Jahr das österreichische Spin-off Thyra Imaging, das mit Unterstützung einer aws Preseed-Förderung und der MedUni Wien eine Methode zur frühen Detektion von Neuroinflammation über das Auge entwickelt hat. „Die Netzhaut ist ein direktes Fenster ins Gehirn – das ist die Grundlage unserer Technologie. Wir können Zellen und Mikrostrukturen sichtbar machen, die mit herkömmlicher Bildgebung unsichtbar bleiben. Unser Ziel ist es, neurologische Erkrankungen wie Alzheimer früher zu erkennen – nicht-invasiv und in wenigen Sekunden“, erklärt Mitgründerin Elisabeth Brunner.


Disclaimer: brutkasten war beim Business Angel Summit 2026 in Kitzbühel vor Ort. Die Übernachtungskosten wurden zum Teil von der Austria Wirtschaftsservice (aws) getragen.

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