20.02.2023

Fund of Funds: Speedinvest investiert seit kurzem auch in Fonds-Manager:innen

Das erste Speedinvest-Fund-of-Funds-Investment ging an den Female Founders-Fonds Fund F. Das Volumen beträgt aktuell drei Millionen Euro.
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Speedinvest Fund of Funds Investorin Deepali Nangia wird Venture Partner bei Speedinvest
Investorin Deepali Nangia ist Venture Partner bei Speedinvest | (c) The Refinery / https://twitter.com/TheRefineryLDN/status/1053219141354733569

Beim Closing des 20 Millionen Euro-Fonds Fund F von Female Founders gab Speedinvest bereits an, sich als Fund of Funds betätigt zu haben. Wie die dafür verantwortliche Speedinvest-Partnerin Deepali Nangia dem Magazin sifted erklärte, hat der Wiener VC-Fonds das Prinzip nun institutionalisiert. Drei Millionen Euro wurden für Investments in Early-Stage-Fonds-Manager:innen bereitgestellt. Man wolle diesen helfen – so wie damals Speedinvest selbst – vom zehn Millionen Euro-Fonds zum 500-Millionen-Euro-Fonds heranwachsen zu können.

Fokus auf kleinere Ökosysteme und Emerging Markets

„Sie lernen von uns, wir helfen ihnen bei der Skalierung. Ja, wir bekommen vielleicht einen frühen Zugang zu einigen Deals, aber darum geht es uns nicht. Wir wollen uns wirklich an der Weiterentwicklung des Ökosystems beteiligen“, sagt Nangia gegenüber sifted. Das Fund-of-Funds-Kapital soll in zehn bis zwölf Deals fließen, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Der Fokus liegt dabei tendenziell auf kleineren Tech-Ökosystemen und auf Emerging Markets in Regionen wie Lateinamerika und Afrika.

Frauen und im VC-Bereich unterrepräsentierte Gruppen bevorzugt

Zudem soll der Speedinvest-Fund-of-Funds bevorzugt in Frauen und andere in der klassischen VC-Welt unterrepräsentierte Gruppen investieren – mindestens 50 Prozent der Kapitals sollen laut Nangia zu entsprechenden Fonds-Manager:innen fließen. Auch suche man bei der Auswahl der Fonds nach Alleinstellungsmerkmalen. Neben dem ober erwähnten in Speedinvests Heimatstadt Wien ansässigen Female-Founders-Fonds Fund F gab es bereits ein zweites Investment, das aber voerst noch nicht kommuniziert wird.

Speedinvest Fund of Funds unterstützt Fonds-Manager:innen auch abseits von Kapital

Nun wolle man eine Community aufbauen und ein Curriculum schaffen, um First-Time-Fonds-Manager:innen in die Basics wie Markenaufbau, Portfolioaufbau und Unterstützung von Portfoliounternehmen einzuführen, sagt Nangia gegenüber sifted. Speedinvest werde auch bei der bei der Kontaktaufnahme mit potenziellen Partnern und bei der Due Diligence helfen.

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Das Fullstacks-Management vl.: Philipp Kainz, Sebastian Mangelkramer, Fabian Regitz und Philipp Schlaffer | (c) Fullstacks
Das Fullstacks-Management vl.: Philipp Kainz, Sebastian Mangelkramer, Fabian Regitz und Philipp Schlaffer | (c) Fullstacks

Die Rewe Group, die Neue Zürcher Zeitung, die ÖBB, Erste Digital, die Wirtschaftskammer, die Österreichische Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH, Admiral oder die niederösterreichische Landesregierung – die Liste namhafter Referenzkunden des 2021 in Wien gestarteten Platform-Engineering-Spezialisten Fullstacks ließe sich noch eine Zeit lang fortsetzen. Was sie alle gemeinsam haben: Sie arbeiten in regulatorisch anspruchsvollen Umfeldern.

„Unser Ansatz ist klar, dass wir immer compliant und secure by design sind“, sagt Sebastian Mangelkramer im Gespräch mit brutkasten. Er hat Fullstacks gemeinsam mit Philipp Kainz gegründet, später kamen Philipp Schlaffer und Fabian Regitz ins C-Level und als Anteilseigner dazu und bauten Standorte in der Schweiz und Deutschland auf. „Wir haben unser Ökosystem sukzessive erweitert, damit wir unserem Namen gerecht werden. Fullstacks bedeutet top-down alles von der Enterprise-Architektur über Softwaremodernisierung, Platform Ops, Architektur, Planung, Inbetriebnahme und letztlich Managed Services“, erklärt der Gründer.

Digitale Souveränität „bereits Teil des Gründungsimpulses“

Dabei setzt der IT-Dienstleister auch auf eines der ganz großen aktuellen Themen: Digitale Souveränität. „Souveränität und Offenheit waren bereits Teil unseres Gründungsimpulses. Wir hatten damals sogar Angst, zu spät dran zu sein. Aber es stellte sich heraus: Wir haben genau das richtige Timing erwischt. Jetzt, wo die Nachfrage richtig hoch ist, können wir liefern und trauen uns auch dicke Dinger zu.“

Mehr als 14 Mio. Euro Umsatz im Vorjahr

Heute hat der Platform-Engineering-Spezialist knapp unter 60 Mitarbeiter:innen und verdoppelte ihren Umsatz im Vergleich von 2024 zu 2025 auf mehr als 14 Millionen Euro – „bei 20 Prozent Umsatzrendite“, wie Mangelkramer betont. In den schwarzen Zahlen ist Fullstacks aber nicht erst seit Kurzem. „Wir mussten von Tag eins rentabel sein. Das ging gar nicht anders. Wenn wir nicht rentabel gewesen wären, dann wäre unser Kühlschrank leer gewesen“, erzählt der Gründer.

Sebastian Mangelkramer ist Co-Founder und CEO von Fullstacks | (c) Fullstacks

Und bis heute ist das Unternehmen komplett eigenfinanziert. „Wir haben uns am Anfang 100.000 Euro von einem engen Freund privat geliehen. Das war aber eigentlich nur notwendig, um Sicherheit zu haben, um einen Knoten im Kopf aufzulösen. Wir haben das Geld nie angerührt, weil wir immer so viel Respekt davor hatten“, so Mangelkramer. Das Geld für die Eintragung der GmbH habe er sich von seinem Vater geliehen.

„Wir brauchen Leute, die zupacken, die eine ‚Whatever it takes‘-Mentalität haben“

Und schon im ersten Geschäftsjahr schrieb Fullstacks 900.000 Euro Umsatz – zu zweit mit Co-Founder Philipp Kainz. Dann holte man den ersten Mitarbeiter an Bord; später Philipp Schlaffer und Fabian Regitz als Geschäftspartner. Seitdem wuchs das Team konstant. Doch Mangelkramer betont: „Es darf und kann nicht jeder zu uns. Wir brauchen Leute, die zupacken, die eine ‚Whatever it takes‘-Mentalität haben, die unternehmerisch denken und einfach Bock haben.“

Diese Autonomie ermögliche es Fullstacks auch, trotz Wachstums ein „Speedboat“ zu bleiben. „Unsere Leute müssen selbst entscheiden. Wir übertragen Verantwortung und fordern sie auch ein. So bleibt man schnell und effizient“, sagt der Gründer. Doch er räumt ein: „Auch wir als Unternehmer dahinter sind greifbar. Man kann uns ‚beim Krawattl packen‘, wenn irgendwas nicht funktioniert.“ Letztlich sei es dennoch das Ziel, „sich überflüssig zu machen“. Und das funktioniere bereits gut: „Philipp und ich können mehrere Wochen gleichzeitig auf Urlaub gehen und der Laden läuft.“

Ziel: „ein signifikanter europäischer Player zu sein“

Doch das ist freilich nicht das einzige Ziel. Denn mit dem, was bereits erreicht wurde, will sich Mangelkramer noch lange nicht zufrieden geben. „Ich denke in Unternehmensphasen. Phase eins waren Fundament und Identität. Das haben wir gut erreicht. Jetzt sind wir in der zweiten Phase: Skalierung und Differenzierung.“ Hier wolle man in den kommenden Jahren noch auf 100 bis 150 Mitarbeiter:innen anwachsen, die Premium-Brand ausbauen und das laufende Geschäft mit Managed Services festigen.

Die dritte Phase schließlich betitelt Mangelkramer mit „Expansion und Nachhaltigkeit“. „Das heißt, nachhaltige Profitabilität, ein selbsttragendes Leadership-System und – vielleicht nach den Sternen gegriffen – aber ein signifikanter europäischer Player zu sein“, so der Gründer. Und wie kommt man dorthin? „Man muss immer kritisch sein, immer am Ball bleiben. Permanente Veränderung und Anpassungen sind der Kern.“

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