07.11.2022

Speedinvest als europäischer VC des Jahres ausgezeichnet

Speedinvest setzte sich bei den "The Europas Tech Startup Awards" 2022 gegen einige der klingendsten Namen der Branche durch.
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Speedinvest CEO Oliver Holle | (c) Klaus Vyhnalek
Speedinvest-CEO Oliver Holle | Foto: Klaus Vyhnalek

Sequoia Capital, Accel, Hoxton Ventures und einige weitere sehr klingende Namen aus der VC-Branche standen auf der Shortlist. Gewonnen hat die Kategorie „VC“ bei den „The Europas Tech Startup Awards“ 2022 letztlich Speedinvest aus Wien. Gründungspartner Daniel Keiper-Knorr bringt die Gefühlslage in der Investment-Gesellschaft in einem LinkedIn-Posting auf den Punkt: „Ganz oben mit den besten. Unter all den Namen, zu denen wir vor elf Jahren, als wir Speedinvest gründeten, aufschauten, träumten und dachten: ‚Nun, vielleicht eines Tages…?‘
Und jetzt – wie verrückt ist das denn?“

20 Kategorien bei den „The Europas Tech Startup Awards“ 2022

Bei den „The Europas Tech Startup Awards“ 2022 wurden Auszeichnungen in 20 Kategorien vergeben, darunter 16 Startup-Branchen-Kategorien von AgTech über Cybersecurity bis hin zu Web3. Dazu kamen ein Scaleup-Award und Auszeichnungen für den besten Accelerator, den besten Seed-Fonds und den besten VC, wo sich Speedinvest durchsetzte.

Speedinvest: Von zehn auf 450 Millionen Euro Assets under Management

Speedinvest wurde 2011 in Wien von einem Team rund um CEO Oliver Holle gegründet und startete mit zehn Millionen Euro Assets under Management. Der aktuelle dritte Fonds, der Anfang 2020 geclosed wurde, hat ein Volumen von 190 Millionen Euro und zählt damit zu den größten Seed-VC-Fonds Europas. Die Investmentgesellschaft betreibt zudem mehrere Spezialfonds und hat damit mittlerweile insgesamt rund 450 Millionen Euro Assets under Management. Speedinvest hat Teams an fünf Standorten in Europa sowie in San Francisco. Mehrere (Teil-)Tochtergesellschaften erbringen unterschiedliche Dienstleistungen für Startups, die deren Erfolgschancen weiter vergrößern sollen.

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Das alqem-Gründungstrio © alqem

Ob Bronze, Eisen oder Silizium, die meisten Materialien, die wir heute kennen und nutzen, wurden vor Jahrzehnten entdeckt, heißt es auf der Website des Münchner DeepTech-Startups alqem. 99,9 % der möglichen Werkstoffe bleiben bislang unentdeckt, doch die nächste, bahnbrechende Entdeckung könnte nun näher sein, als wir dachten. Mithilfe von KI möchte alqem die „nächste Generation“ an Materialien finden.

UVC Partners und Union Square Ventures im Lead

Mit einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde über acht Millionen Euro kommt das Team seiner Mission nun womöglich ein Stückchen näher. Wie das im Jahr 2026 gegründete Unternehmen mitteilte, wurde die Runde gemeinsam von den Risikokapitalgebern UVC Partners und Union Square Ventures angeführt. Das frische Kapital soll in den Ausbau der KI-gestützten Plattform zur Entdeckung und Kommerzialisierung neuer Hochleistungsmaterialien fließen.

„Fortschrittliche Materialien stehen im Mittelpunkt der Technologien, die die nächsten Jahrzehnte prägen werden – von sauberer Energie über Mobilität bis hin zur Verteidigung. Alqem hat die einzigartige wissenschaftliche Grundlage und den unternehmerischen Antrieb, um in diesem Bereich zum prägenden Akteur zu werden“, meint Amanda Birkenholz, Principal bei UVC Partners.

Fokus auf Permanentmagnete und Lieferketten

Die Technologie von alqem basiert auf zwei hauseigenen Datenfundamenten: der Materialdatenbank „al-mine“ für kristalline Verbindungen und der Trainingsdatenbank „al-oracle“ für Materialeigenschaften. Zudem betreibt das Startup eigene Laborkapazitäten zur Synthese und Charakterisierung. Dadurch soll der Transfer von der wissenschaftlichen Vorhersage bis zur industriellen Nutzung der neuartigen Materialien von Jahrzehnten auf Jahre oder Monate verkürzt werden.

Als erstes kommerzielles Anwendungsfeld fokussiert sich alqem auf Permanentmagnete, die ohne seltene Erden auskommen. Aktuell werden laut dem Unternehmen rund 90 Prozent dieser Magnete in China produziert. Die Münchner haben eigenen Angaben zufolge bereits eine Pipeline potenzieller Materialien entwickelt und experimentell validiert.

Das Trio hinter alqem

Hinter alqem steht ein dreiköpfiges Gründerteam: Dr. Hanh Nguyen (CEO), die Erfahrung von McKinsey, OCI Global und Unilever mitbringt, Dr. Tiago Cerqueira (CTO), Mitentwickler der offenen Materialdatenbank Alexandria, sowie Prof. Milan Allan (CSO), Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik an der LMU München.

Das Startup ist Teil des UnternehmerTUM-Ökosystems und kooperiert mit wissenschaftlichen Partnern wie der LMU München, der TUM sowie Universitäten in Portugal. Arbeitsplätze möchte man demnach gezielt in München und im portugiesischen Coimbra aufbauen.

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