21.04.2026
FOOD TECH

Spar sieht Trend hin zu „Healthy Convenience“ und Nahrungsergänzungsmittel

Das Startup-Programm "Young & Urban by Spar" ist laut Spar Österreich auf einem gutem Entwicklungskurs. Markus Kaser gibt Auskunft über die Entwicklungen im Programm und die aktuellen Trends im Food- und Non-Food-Bereich.
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Markus Kaser, Stv. Vorstandsvorsitzender von Spar, zeigt auf einen Monitor und erklärt eine Grafik
Markus Kaser, Stv. Vorstandsvorsitzender von Spar, präsentiert neue Entwicklungen (c) Hannah Fasching

Der Lebensmittelhandel gilt für Startups als hart umkämpftes Gebiet mit großen Chancen. Für heimische Food- und Non-Food-Startups ist das Programm Young & Urban von Spar seit 2018 ein wichtiges Sprungbrett in den Massenmarkt. Bekannte Erfolgsgeschichten, die aus dem Programm bereits hervorgegangen sind, sind Neni und Nussyy. Nach einer Zurückhaltung in den letzten Jahren zieht Young & Urban nun wieder an. „Während der Coronaphase und auch unmittelbar danach war das Thema Startups etwas gedämpft. Mittlerweile geht es wieder bergauf, steil bergauf. Die Entwicklung ist sehr gut“, zeigt sich Markus Kaser, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Spar Österreich, zufrieden.

Die wichtigsten Trends drehen sich um einen bewussteren und gesünderen Lifestyle. Mega-Trends, auch in der Startup-Szene, sieht Kaser in erster Linie bei alkoholfreien Alternativen und proteinreichen Lebensmitteln. So hat beispielsweise das Startup Benita Sophie mit dem Verkauf von alkoholfreiem Wein Einzug in die Supermarktregale gehalten. Ein weiterer Trend liegt bei „Healthy Convenience“, also an schnell, aber dennoch gesund zubereiteten Mahlzeiten. Ein anderes Wachstumsfeld zeigt sich im Non-Food-Bereich, wo gezielt immer mehr Nahrungsergänzungsmittel in das Sortiment aufgenommen werden.

Im Rahmen von Young & Urban werden kreative Jungunternehmer:innen und Produktinnovationen gefördert. Mit Produkten aus der Food- aber auch Non-Food Startup Szene erweitert Spar dadurch das Sortiment.

Essen als Lifestyle-Statement

Besonders bei der jüngeren Zielgruppe beobachtet Kaser einen klaren Wandel im Konsumverhalten: Was Menschen essen, wo, mit wem und wofür, ist zu einem zentralen Bestandteil der eigenen Identität geworden. Dieser sehr bewusste Umgang mit Lebensmitteln spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Die gesundheitsorientierte Eigenmarke Spar Vital verzeichnete im Vorjahr laut eigenen Angaben 15 Prozent Umsatzwachstum, was die Marke zu einem der stärksten Wachstumstreiber für Spar macht. Dicht darauf folgt mit 12,9 Prozent Umsatzwachstum die Eigenmarke Spar Free From, bei der gezielt auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichtet wird.

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Das C-Level von Minimist: Robert Andrei Damian (CTO), Anna Greil (COO) und Stephan Hofmann (CEO). | © Minimist

Nach der Finanzierungsrunde in Höhe von rund einer Million Euro im März treibt das Wiener Kreislaufwirtschafts-Startup Minimist seine internationale Expansion voran. Nach dem Markteintritt in Großbritannien kooperiert das Unternehmen nun mit Salvos Stores, dem Einzelhandelszweig der Heilsarmee in Australien.

Salvos: 400 Filialen in Australien und Teil der Heilsarmee

Salvos Stores betreibt landesweit rund 400 Filialen und verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich mehr als 50 Millionen Sachspenden. Als Einzelhandelszweig ist Salvos organisatorisch Teil der Heilsarmee, einer international tätigen evangelischen Freikirche mit sozialem Hilfswerk, die weltweit in Territorien und Divisionen gegliedert ist. Die Erlöse aus dem Verkauf gebrauchter Ware fließen laut Unternehmen in soziale Projekte der Organisation.

Minimists Software soll die Erfassung, die automatisierte Preisfindung und den Multi-Channel-Verkauf von Sachspenden digitalisieren. Salvos verspricht sich dadurch weniger administrativen Aufwand und kürzere Durchlaufzeiten in den Filialen. Ein Pilotprojekt sei laut Minimist erfolgreich abgeschlossen worden.

Minimist COO Anna Greil (links) vor einem der 400 Salvos Stores in Australien © Minimist

WU Ignite Ventures und Seebacher mit je 50.000 Euro

Laut Pressemitteilung investieren mit WU Ignite Ventures und dem Angel-Investor Johannes Seebacher zwei neue Geldgeber:innen in Minimist. Wie Anna Greil im Gespräch mit brutkasten präzisiert, beteiligen sich beide mit jeweils 50.000 Euro.

Insgesamt seien nach der 1-Million-Runde vom März diesen Jahres im Mai nochmals zwischen 150.000 und 200.000 Euro an zusätzlichem Kapital in das Startup geflossen; die übrigen Investor:innen dieser Nachfinanzierung wollten laut Greil nicht genannt werden.

WU-Ignite-Ventures-Co-Geschäftsführer Rudolf Dömötör begründet sein Investment in Minimist: „Re-Commerce wird oft als Nische betrachtet. Stephan, Anna und Robert beweisen mit Minimist das Gegenteil: Sie bauen die Infrastruktur für einen der wirksamsten Hebel der Kreislaufwirtschaft, und zwar in globalem Maßstab.Dass ein Wiener Team mit Salvos Stores einen der größten Charity-Retailer Australiens gewinnt, zeigt, wie ernst dieser Anspruch gemeint ist.“

Von Wien in die Welt

Minimist wurde von Stephan Hofmann und Robert Andrei Damian gegründet. 2025 stieß Anna Greil als Late-Co-Founder und COO dazu. Das Startup sicherte sich bereits mehrere Finanzierungsrunden, unter anderem von Eversports-Gründer Hanno Lippitsch. Die Produktentwicklung bleibt laut Unternehmen in Wien verankert.

CEO Stephan Hofmann sagt zur Expansion: „Wir sind im Kern ein Software-Startup und ein globales Team. Die Welt ist unser Spielfeld, und der Erfolg in Australien zeigt, dass wir durch diesen internationalen Ansatz massiv an Geschwindigkeit gewinnen. Die Skalierbarkeit unserer Technologie kennt keine Grenzen.“

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