23.02.2026
NATURBELASSENHEIT

Source to Bottle: Wie Wossa mit limitierter Wasserquelle Luxus-Sphären erobert

Das Kärntner Startup Wossa möchte mit extrem niedriger Mineralisierung und radikalem Fokus auf Naturbelassenheit das Premium-Segment erobern. Während die Konkurrenz auf Masse setzt, skaliert Wossa mit seinem Mineralwasser über Exklusivität und erhält dafür internationale Preise.
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Wossa
© zVg - Denise Hofmeister und Rainer Hofmeister bei der Rolls-Royce-Gala zum 120-jährigen Jubiläum der Automarke.

Österreich gilt als Land der Berge und des Wassers, doch für das Team hinter Wossa ist das kühle Nass weit mehr als ein Grundnahrungsmittel – es wird als Luxusgut behandelt. Die Idee entstand aus der tiefen Verbundenheit zur Region und einem Geistesblitz während eines Anglerausflugs. Auf 1.100 Metern Seehöhe, inmitten einer unberührten Marmorquelle in Vordertheißenegg, fanden die Gründer:innen Rainer Hofmeister, Susanne Kresch und Sebastian Guntschnig von Gentastic eine Quelle, aus der sie Wasser „mit maximalem Respekt vor der Natur“ gewinnen, wie Hofmeister erklärt.

Wossa „kein Massenprodukt“

Was als Vision startete, die „österreichische Reinheit auf die edelsten Tische der Welt“ zu bringen, führte zur Gründung der PRIMEwater GmbH, die hinter Wossa steht. Heute ist das Unternehmen Mitglied der Fine Water Society.

„Während viele Mineralwässer industriell stark genutzt werden, wollten wir bewusst einen anderen Weg gehen“, sagt Hofmeister. „Gegründet wurde Wossa mit der Vision, ein Premium-Quellwasser zu schaffen, das sowohl qualitativ als auch ökologisch neue Maßstäbe setzt (Anm.: Mit einem pH-Wert von 7,9 und einem Gesamtmineralgehalt von nur 13 mg/l zählt es zu den mineralstoffarmen Wässern). Von Beginn an war klar: Wossa soll kein Massenprodukt sein, sondern ein bewusst limitiertes Naturprodukt mit klarer Herkunft und kompromissloser Qualität.“

Neben dem Kernteam unterstützten Partner wie Gerald Perchtaler (Produktion), Günther Taferner (Finance) sowie Bernd Kresch und Denise Hofmeister (Marketing) das Unternehmen. Gemeinsam haben sie das Ziel, Wossa als das erste österreichische Premium-Quellwasser in der globalen Top-Gastronomie zu etablieren.

Verzicht auf industrielle Abfüllverfahren

Ein zentraler Pfeiler der Gründung ist der Verzicht auf moderne, industrielle Abfüllverfahren, um die natürliche „hexagonale Struktur“ des Wassers zu erhalten. In der Überzeugung, dass lange Rohrleitungen und mechanische Pumpen die Wasserqualität beeinträchtigen, setzt das Startup auf ein „Source to Bottle“-Konzept: Das Wasser tritt an der Karst-Quelle natürlich an die Oberfläche und wird ausschließlich mittels Schwerkraft und per Hand in Glasflaschen abgefüllt. Dieser Fokus auf Naturbelassenheit sicherte Wossa diverse internationale Auszeichnungen, etwa bei den „Taste Awards„.

Partnerschaft mit britischer Edelmarke

Konkret rangiert Wossa seit 2021 jährlich unter den Top 3 bei internationalen Verkostungen: Silber in Athen (2023), Doppel-Gold in San Sebastian (2024), Gold in Atlanta (2025) sowie der „Luxury Award“ in den USA für 2025 und 2026 reihen sich hier ein. Ein Ritterschlag war zudem die Partnerschaft mit Rolls-Royce zum 120-jährigen Jubiläum in London.

„Jeder dieser Auszeichnungen bringt neue Kontakte und Vertriebsmöglichkeiten und hilft beim Aufbau der Markenbekanntheit“, sagt Hofmeister.

Strategie für globalen Export

Trotz des globalen Erfolgs nutzt Wossa bewusst nur einen Bruchteil der Quellenkapazität, um das ökologische Gleichgewicht nicht zu stören. „Bis zu einer Fördermenge von 50.000 Litern pro Tag sind uns im Wachstum noch keine Grenzen gesetzt“, erklärt das Startup. Um den Spagat zwischen regionaler Identität und globalem Export (USA, China, Indien) zu meistern, setzt das Unternehmen auf eine klare Logistikstrategie, wie Hofmeister mitteilt.

Für den Weltmarkt wurde etwa eine 100 Prozent recycelbare Aluminiumdose entwickelt, die Gewicht spare und den ökologischen Fußabdruck reduziere. „Wir arbeiten auch an der Idee einer kompostierbaren Dose“, sagt Hofmeister. „Unsere Strategie für internationale Märkte wie die USA, China und Indien folgt einem klaren Prinzip: Qualität und Nachhaltigkeit stehen vor Geschwindigkeit. Statt auf schnellen Massenvertrieb setzen wir auf selektive Partnerschaften mit Premium-Distributoren sowie auf eine gezielte Positionierung in Gastronomie, Hotellerie und gehobenen Retail-Kanälen. Gleichzeitig optimieren wir unsere Logistikprozesse zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks und halten konsequent an der Produktion an der Quelle fest – ohne Verlagerung oder Industrialisierung.“

Team steckte 300.000 Euro ins Unternehmen

Bisher wurden rund 300.000 Euro investiert – vollständig eigenfinanziert durch die Gesellschafter. Nach einer Aufbauphase bis 2023 und einem Wachstumsschub 2024 prognostiziert Wossa für das Jahr 2026 einen Umsatzsprung auf ca. 280.000 Euro – ein Plus von 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auf die Frage nach dem nächsten Schritt antwortet Hofmeister mit: „No hassle – just nature“. Allgemein sei das Team offen für strategische Partner, um die globale Expansion weiter zu beschleunigen.

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Goldene Houskapreis-Statue, Foto: Alexander Müller

Gute Forschung entsteht in Österreich viel. Was seltener gelingt, ist der Schritt danach: dass aus einer Erkenntnis ein Produkt wird, ein Verfahren, ein Unternehmen. Genau an dieser Schnittstelle setzt der Houskapreis der B&C Privatstiftung an. Ausgezeichnet werden Projekte, die wissenschaftliche Qualität mit konkreter wirtschaftlicher Wirkung verbinden. Mit einem Gesamtpreisgeld von 760.000 Euro ist er Österreichs größter privater Preis für anwendungsnahe Forschung.

Nun geht der Preis in seine 22. Runde. Die Einreichphase für den Houskapreis 2027 ist im September gestartet und läuft bis einschließlich 28. Oktober 2026. Eingereicht wird ausschließlich online unter www.houskapreis.at.

Warum der Fokus auf Anwendung? Erich Hampel, Vorstandsvorsitzender der B&C Privatstiftung, erklärt es so: „Forschung und Innovation sind wesentliche Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Gerade in einem zunehmend technologiegetriebenen internationalen Umfeld wird es für Österreich entscheidend sein, wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in die wirtschaftliche Praxis zu überführen. Dafür braucht es wissenschaftliche Exzellenz ebenso wie unternehmerisches Denken und den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Mit dem Houskapreis zeichnen wir Projekte aus, die diese Verbindung erfolgreich herstellen und wirtschaftliche Wirkung entfalten.“

Forschungspreis in drei Kategorien

Vergeben wird der Houskapreis 2027 in den Kategorien Hochschulforschung, Außeruniversitäre Forschung sowie Forschung & Entwicklung in KMU. Teilnahmeberechtigt sind österreichische staatliche und private Universitäten inklusive Fachhochschulen, Christian Doppler Labors, die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), heimische außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittlere Unternehmen. Gemeinsame Voraussetzung: Die wesentlichen Forschungsleistungen müssen in Österreich erbracht worden sein.

Auch der Houskapreis 2027 wird im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung vergeben, am 20. April 2027 in Wien | (c) Alexander Müller

Wie weit ein Projekt sein muss, hängt von der Kategorie ab. In der Hochschulforschung reicht es, wenn die wirtschaftliche Umsetzung unmittelbar bevorsteht oder bereits erfolgt ist. In der außeruniversitären Forschung muss sie schon passiert sein. Bei KMU muss das Projekt zusätzlich abgeschlossen sein und bereits Umsätze am Markt erzielen.

Was KMU wissen müssen

Für Unternehmen gelten klare Voraussetzungen. Sie müssen der KMU-Definition von EU und FFG entsprechen, ihren Firmensitz und ihre wesentlichen Forschungsaktivitäten in Österreich haben, maximal 249 Mitarbeiter:innen beschäftigen und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro ausweisen. Außerdem müssen sie seit mindestens zwei Jahren bestehen, also vor dem 31. Dezember 2024 im Firmenbuch eingetragen worden sein, und dürfen in keinem Beteiligungsverhältnis zur B&C-Gruppe stehen.

Die Kategorie steht auch jüngeren Unternehmen offen, sofern sie die genannten Voraussetzungen erfüllen. Entscheidend ist, dass das Unternehmen seit mindestens zwei Jahren besteht und mit seiner Innovation schon Umsätze erzielt. Wie realistisch die Chancen sind, hat der Vorjahresjahrgang gezeigt: Alle drei Nominierungen in der KMU-Kategorie gingen an heimische innovative Unternehmen, den ersten Platz holte sich das Linzer Unternehmen sendance.

Bewertung und Einreichung

Die Bewertung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren durch Fachbeiräte pro Kategorie und eine international renommierte Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft. Gewichtet wird dabei je nach Kategorie unterschiedlich: Bei der Hochschulforschung zählt die wissenschaftliche Qualität am meisten, bei KMU der wirtschaftliche Erfolg, der mit 40 Prozent in die Bewertung einfließt.

Vier Trophäen, vier Auszeichnungen: Der Houskapreis 2027 wird in drei Kategorien vergeben, dazu kommt der mit 10.000 Euro dotierte Mariella-Schurz-Preis, über den eine Oberstufenklasse entscheidet. | (c) Alexander Müller

Für die Einreichung braucht es je ein einseitiges Abstract auf Deutsch und Englisch sowie ein Dossier von maximal zehn Seiten. KMU dürfen das Dossier auf Deutsch oder Englisch verfassen, in den beiden anderen Kategorien ist Englisch vorgeschrieben. Hochschulen legen mindestens einen Letter of Intent eines Wirtschaftspartners bei, außeruniversitäre Einrichtungen mindestens einen Kooperationsnachweis. In allen Anträgen ist zudem der Beitrag zu den SDGs zu beschreiben.

Preisgeld und Termine

Pro Kategorie werden drei Projekte nominiert, und alle drei gehen mit Preisgeld nach Hause: 150.000 Euro für den ersten Platz, 70.000 Euro für den zweiten, 30.000 Euro für den dritten. Die Erstplatzierten bekommen von der B&C Privatstiftung zusätzlich die goldene Houskapreis-Statue überreicht.

Darüber hinaus vergibt die B&C Privatstiftung den mit 10.000 Euro dotierten Mariella-Schurz-Preis an eines der nominierten Projekte, das eine Oberstufenklasse auswählt. Die Preisgelder gehen an die Institutionen und kommen dort weiteren Forschungsarbeiten zugute.

Die Nominierten werden im Februar 2027 bekannt gegeben, die Verleihung findet am 20. April 2027 in Wien statt. Wer sich vorab informieren will, hat am 5. Oktober 2026 um 14 Uhr bei einer weiteren Online-Informationsveranstaltung Gelegenheit dazu, Anmeldung unter [email protected]. Im Vorjahr gingen die ersten Plätze an die TU Wien, das AIT Austrian Institute of Technology und das Unternehmen sendance. brutkasten hat über die neun Nominierungen für den Houskapreis 2026 berichtet.

Einreichung: bis 28. Oktober 2026 unter www.houskapreis.at
Kontakt: [email protected]

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