17.05.2023

Sono Motors insolvent: 42 Mio. Euro Kunden-Anzahlungen so gut wie weg

Sono Motors aus München wollte mit dem "Sion" ein teilweise solarbetriebenes E-Auto bauen. Zur Finanzierung setzte man auch auf Anzahlungen.
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So sollte der Sion aussehen | (c) Sono Motors
So sollte der Sion aussehen | (c) Sono Motors

Der Plan des Münchner Startups Sono Motors, mit dem „Sion“ ein E-Auto zu bauen, das sich über Solarpanele am Dach teilweise selbst lädt, sorgte in den vergangenen Jahren für viel Aufmerksamkeit. Auch zahlreiche potenzielle Kund:innen konnten überzeugt werden. Rund 21.000 davon leisteten gemeinsam insgesamt 42 Millionen Euro Anzahlung, also im Durschnitt 2.000 Euro pro Kund:in, und sorgten damit für einen wichtigen Teil der Finanzierung des Projekts. Dem Startup ging dennoch das Geld aus, bevor die kostspielige Produktion auf den Boden gebracht werden konnte. Nun meldete es Insolvenz an.

Börsen-Euphorie für Sono Motors währte nicht lange

Davor lag eine ganze Reihe mehr oder weniger geglückter Finanzierungsversuche. 2021 ging Sono Motors in den USA an die Börse und wurde im Nasdaq gelistet. Das schwemmte initial viel Kapital herein. Doch nach einer anfänglichen Euphorie, die den Kurs in die Höhe schnellen ließ, folgte in den Folgemonaten der Absturz der Aktie. Zuletzt wollte das Startup über private Investoren genug Geld hereinholen, um das Projekt fortzuführen. Das scheiterte jedoch.

„Schutzschirmverfahren“ in der Insolvenz dürfte Anzahlungen nicht retten

Im Februar dieses Jahrs folgte das offizielle Ende des Projekts „Sion“. Noch immer wollte man die 42 Millionen Euro Kundengelder hereinholen und fortan mit dem zweiten Geschäftsmodell, der Installation von Solarpanälen auf E-Autos anderer Anbieter, weitermachen. Mit der Insolvenz ist auch dieser Plan gescheitert. Sono Motors versucht nun über ein sogenanntes „Schutzschirmverfahren“ noch Geld für die Kund:innen herauszuholen und sich zu sanieren. Expert:innen sehen aber gegenüber dem deutschen Handelsblatt wenig Chance, dass viel für jene 21.000 Kund:innen überbleibt, die eine Anzahlung geleistet haben.

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fluctus, aws
© fluctus - Anna Kurpierz und Christian Sattlecker von fluctus.

Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.

fluctus mit End-to-End

„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.

Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.

„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“

Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.

Wettbewerb steigern

„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“

Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.

„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“

Zielgruppen von fluctus

Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.

Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.

Hürden überwunden

Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“

© fluctus – Das fluctus-Team.

Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt

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