27.11.2018

Kickstarter-Erfolg: Grazer Balkonkraftwerk SolMate erreicht über 400 Prozent Funding-Ziel

Erneut kann ein österreichisches Startup einen Kickstarter-Erfolg feiern. Das CleanTech EET aus der Steiermark hat das angepeilte Fundingziel auf Kickstarter um das vierfache übertroffen. Das Mini-Solar-Kraftwerk "SolMate" für Garten bzw. Balkon soll nun in Serienproduktion gehen.
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SolMate
(c) EET.

Die Energiewende auf dem eigenen Balkon? Vielleicht nicht ganz. Aber zumindest einen Teil dazu beitragen kann SolMate. Es handelt sich dabei um ein Mini-Solar-Kraftwerk, das sich auf dem Balkon oder im Garten platzieren lässt. Laut Angaben auf der Website von EET soll mithilfe von SolMate 25 Prozent des Strombedarfs gedeckt erden, was einem CO2-Ausstoß von ca. 6700 kg gleichkomme. Und so funktioniert SolMate: Über den Zugang zur Steckdose misst ein Gerät, wie hoch der Stromverbrauch in der Wohnung aktuell ist. Verbraucht man aktuell Strom, preist SolMate ihn ein. Ist der Verbrauch hingegen niedrig, „wird der Sonnenstrom im Kleinkraftwerk gespeichert und erst später freigegeben“, erklärt Geschäftsführer und Gründer Christoph Grimmer. Diese firmeneigene Messtechnologie sei das Herzstück des Produkts. Sie gewährleiste auch in Mehrparteienhäusern, dass der eigens produzierte Strom nur in den eigenen vier Wänden zum Einsatz komme.

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SolMate: 400 Prozent des Funding-Ziels erreicht

Seit dem 24. Oktober sammelte EET, übrigens in Spin-Off der TU Graz, für das Balkon-Kraftwerk Kapital auf Kickstarter, um die Serienproduktion des Produktes zu finanzieren. Das Funding-Ziel von 50.000 Euro erreichte man schon am ersten Tag. Am Ende der Kampagne steht eine Summe von 205.143 Euro. Somit erreichte man ein Vielfaches der ursprünglich angepeilten Ziels. Gegen Ende waren die Kontingente auch recht erschöpft: Es waren nur noch wenige GardenMates mit festen Panelen für die Aufstellung im Garten (um 2159 Euro) verfügbar. Auch die HandMates mit flexiblen Panelen für den Gebrauch auf dem Balkon (um 2519 Euro) waren beinahe ausverkauft. Eine Auslieferung der Geräte ist für Juni 2019 angepeilt.

Einfache Installation

SolMate bietet mehrere interessante Features. Verbraucht man in den eigenen vier Wänden keinen Strom, so wird dieser in der Speichereinheit geparkt, anstatt in das öffentliche Stromnetz eingespeist zu werden. Um einen Tarif beim Energieversorger für die Einspeisung braucht man sich also nicht zu kümmern. Außerdem gibt es im Falle eines Stromausfalls mit SolMate eine Notversorgung. Auch mit einer besonders einfachen Installation wirbt SolMate: “Unser System kann auch von Laien angebracht werden. Die Installation ist einfach und in etwa 30 Minuten erledigt”, betont Grimmer.

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Gründer-Duo Josef Chen (l.) und Ivan Tregear (r.) mit dem Roboter Fusion. (c) Kaikaku

Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

Nach einigen Gründungen verzeichnete Chen durch Kaikaku seinen bislang größten Erfolg: Innerhalb von drei Monaten nach der Gründung im April 2023 konnten dafür bereits 750.000 US-Dollar an Investments eingesammelt werden. Nun gibt der Founder die Übernahme durch das US-Unternehmen Reef, und damit einen erfolgreichen Exit bekannt.

„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

30 Mio.-Dollar Bewertung

„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

SoftBank Vision Fund 1 als Investor

Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

„Reef ist die Skalierung“

Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

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