07.07.2020

SolMate von EET: Wie das Solar-Kraftwerk für den Balkon funktioniert

Christof Grimmer, CEO von EET, erklärt die Funktionsweise von SolMate und spricht über den Werdegang des steirischen Startups.
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Das Gründerteam von SolMate.
Das Gründerteam von SolMate. (c) SolMate
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Vor wenigen Wochen sorgte das steirische Startup EET für Aufsehen, als man den Umzug in ein neues Büro verkündete – zum Preis von einer Million Euro. Das Geschäft läuft für die Steirer offensichtlich gut, über 300 Stück der „Photovoltaikanlage für den eigenen Balkon“ wurden in den Wochen des Corona-Lockdown verkauft. Doch wie funktioniert das Heim-Solarkraftwerk namens SolMate eigentlich, und wann rechnet sich der Kauf? Christof Grimmer, CEO von EET, erklärt:

Wie SolMate von EET funktioniert

Die Solarpanele des SolMate werden an einer Position mit guter Sonneneinstrahlung befestigt, wie zum Beispiel dem Balkongeländer. Von dort wird der Strom über Kabel in eine herkömmliche Steckdose übertragen. „Das ist möglich, indem die Spannung im Verhältnis zu jener des Haus-Stromkreislaufs leicht erhöht wird“, sagt Grimmer: Der Strom wird also quasi „zurückgeschoben“ und anschließend im Haushalt verteilt. Dort kann der Strom anschließend flexibel so verbraucht werden, wie er benötigt wird. Ein Pufferspeicher speichert den tagsüber produzierten Strom, wodurch dieser auch nachts verfügbar ist.

Die Investitionshürde für die Kunden ist mit knapp über 2000 Euro für das ganze Set – Solarpanele, Kabel und Zwischenspeicher – vergleichsweise gering. Laut Grimmer amortisiert sich ein solches Investment nach zwölf Jahren, die Garantie der Hersteller auf die Module beträgt hingegen 25 Jahre. Somit steigt man als Käufer nach zwölf Jahren positiv aus.

Zwei Investoren und ein neues Büro für EET

EET hat zwei Investoren an Bord, die für insgesamt 500.000 Euro Kapital jeweils 10 Prozent Anteile am Unternehmen erhalten haben. Einer von ihnen ist Klaus Fronius vom ebenfalls auf Solartechnologie spezialisierten Unternehmen Fronius – was inhaltlich natürlich perfekt zu EET passt. Der andere Investor ist der in der Steiermark sehr aktive Business Angel Michael Koncar,

Im Sommer erfolgt nun für das Team der Umzug in das neue Büro, das aus dem laufenden Geschäft sowie aus einem aws erp-Kredit finanziert wird. Vom neuen Unternehmenssitz aus sollen die nächsten Chargen finalisiert und produziert werden: Erstens rund 150 vorbestellte Systeme, die aufgrund von Corona nicht sofort ausgeliefert werden konnten – Grimmer: „Wichtige Schlüsselkomponenten für die Speicher-Produktion sind noch ausständig. Wir müssen leider noch um einige Wochen Geduld bitten“ -, zweitens rund 800 Systeme, die im Herbst dieses Jahres bereit für Verkauf und Auslieferung gemacht werden sollen.

Den Grund für die starke Nachfrage der vergangenen Wochen sieht Grimmer im Corona-Lockdown. „Diese Zeit hat viele Menschen für die Verletzlichkeit der öffentlichen Infrastruktur sensibilisiert. Unser Produkt liefert dahingehend eine umweltfreundliche Absicherung: ‚SolMate‘ produziert bis zu 25 Prozent des eigenen Strombedarfs,“ sagt er.

Unterstützung vom Science Park Graz

Zuvor war EET Teil des Science Park Graz gewesen. „Der Science Park Graz ist eine Top-Anlaufstelle“, sagt Grimmer: „Wir waren eineinhalb Jahre dort. Zu Beginn waren wir bloß die drei Gründer, am Ende waren wir 14 Leute.“ EET hat dabei genau jene Unterstützung erhalten, die das Team benötigte – es gab gezielte Unterstützung und kein „Gießkannen-Prinzip“, wie Grimmer erläutert.

So profitierte EET unter anderem von den Räumlichkeiten und vom Coaching, und hier vor allem bei betriebswirtschaftlichen Fragen und bei Soft Skills. „Wir waren drei Techniker ohne Gründungs-Knowhow“, sagt er: „In den 18 Monaten haben wir somit die richtigen Skills erworben und können nun weiter wachsen.“

==> zur Website des Startups

Video: Ein Blick auf den Science Park Graz

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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SolMate von EET: Wie das Solar-Kraftwerk für den Balkon funktioniert

  • Die Solarpanele des SolMate werden an einer Position mit guter Sonneneinstrahlung befestigt, wie zum Beispiel dem Balkongeländer.
  • Dann wird der Strom über die Steckdose in den Haushalt eingespeist.
  • „Das ist möglich, indem die Spannung gegenüber dem Haus-Stromkreislauf leicht erhöht wird“, sagt Grimmer: Der Strom wird also quasi „zurück geschoben“ und anschließend im Haushalt verteilt.
  • Ein Pufferspeicher speichert den tagsüber produzierten Strom, damit dieser auch nachts verfügbar ist.
  • Laut Grimmer amortisiert sich ein solches Investment nach zwölf Jahren, die Garantie der Hersteller auf die Module beträgt hingegen 25 Jahre.
  • Somit steigt man als Käufer nach zwölf Jahren positiv aus.

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