03.02.2025
PHOTOVOLTAIK

SoleMio: OÖ-Startup baut gemeinschaftliche PV-Anlagen auf Mehrparteiengebäude

Erneuerbare Energien haben seit der Energiewende enorm an Bedeutung gewonnen – allen voran die Solarenergie. Sie ermöglicht nicht nur eine umweltfreundliche Stromgewinnung, sondern auch Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen und fossilen Brennstoffen.
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SoleMio
SoleMio-Team (v.l.): Franz Seher, Dragan Vuksan, Markus Jäger © SoleMio Energy

Dass Photovoltaikanlagen nicht nur der Umwelt zugutekommen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bieten, ist längst bekannt. Auch SoleMio Energy will in diesem wachsenden Markt mitwirken: Das oberösterreichische Unternehmen spezialisiert sich auf gemeinschaftliche Photovoltaikanlagen für Mehrparteiengebäude.

Laut SoleMio bleiben rund 500.000 Mehrparteiengebäude in Österreich mit dessen Dachflächen ungenutzt. „Bei der Energiewende fallen Mehrparteiengebäude damit unnötigerweise durch den Rost“, sagt Co-Founder Franz Seher. Um das verlorene Potenzial dieser Dächer auszuschöpfen, bietet SoleMio daher eine „unkomplizierte und individuelle Umsetzung von gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen (GEA)“ an. Dabei handelt es sich um die kleinste Form einer Energiegemeinschaft, in der der erzeugte Solarstrom direkt im Gebäude verteilt und gemeinschaftlich genutzt wird.

SoleMio liefert „Rundum-Sorglos-Projekt“ bei Bau von Photovoltaikanlagen

SoleMio bietet seinen Kunden ein „Rundum-Sorglos-Paket“, indem es sämtliche Schritte übernimmt – von der Planung bis hin zur Installation der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Auch nach der Inbetriebnahme bleibt das Unternehmen verantwortlich und kümmert sich um Wartung sowie die Entsorgung am Ende der Lebensdauer der Anlage. Dadurch werde der Aufwand für die Wohnungseigentümergemeinschaft „auf ein Minimum“ reduziert. Zu den Kunden zählen vor allem Wohnungseigentümer:innen und -mieter:innen, aber auch Hausverwaltungen und Bauträger.

Die Idee zu SoleMio entstand, als Co-Founder Dragan Vuksan in ein Mehrparteienhaus ohne Photovoltaikanlage zog. Als er eine Solaranlage bauen lassen wollte, stieß er auf zahlreiche rechtliche, wirtschaftliche und technische Hürden. Bis 2022 war beispielsweise die Zustimmung aller Wohnungseigentümer:innen erforderlich, um eine Photovoltaikanlage zu installieren. Eine Gesetzesänderung erleichterte diesen Prozess – seither reicht eine einfache Mehrheit.

Bei SoleMio sei es zudem vorteilhaft, dass nicht alle Wohnungseigentümer sich an der Photovoltaikanlage beteiligen müssen. In der Regel genügen bereits 25 bis 30 Prozent der Eigentümer:innen, um das Projekt zu finanzieren. „Wer nicht teilnehmen und damit nicht investieren möchte, erlebt keine Nachteile und erhält überdies noch eine Dachmiete, damit wir die ungenutzten Dachflächen für die PV-Anlage nutzen dürfen“, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Fünf Pilotprojekte in Oberösterreich

Um seine Vision zu verwirklichen, holte sich Vuksan zwei Co-Founder mit an Bord: Franz Seher und Markus Jäger. Gemeinsam bringt das Gründertrio langjährige Erfahrung in den Bereichen Photovoltaik, Nachhaltigkeit, Projektmanagement und Technik mit.

Mitte 2022 wurde schließlich das erste Pilotprojekt im oberösterreichischen Marchtrenk umgesetzt, 2024 folgten weitere Anlagen in Linz. Inzwischen beziehen fünf Gebäude mit insgesamt 35 Wohneinheiten den SoleMio-Sonnenstrom.

Das alles erreichte das Jungunternehmen ohne jegliche Förderungen oder Investoren. Bisher finanziert sich SoleMio laut eigenen Angaben ausschließlich über seine Projekte und setzt dabei auf Partnerschaften mit Hausverwaltungen und Photovoltaik-Installateuren. Um das Wachstum weiter voranzutreiben und den Ausbau der Anlagen zu beschleunigen, sollen künftig zusätzliche Kooperationen eingegangen werden, verrät Seher gegenüber brutkasten.

Österreichweite Skalierung geplant

Für dieses Jahr liege der Fokus darauf, neue Zielgruppen zu erschließen und weitere Kooperationen mit Bauträgern sowie Hausverwaltungen im Neubaubereich einzugehen. Gleichzeitig will man mehr in das Marketing investieren, um so die Bekanntheit des Unternehmens zu steigern. Zudem sei für dieses Jahr noch eine österreichweite Skalierung geplant.

Langfristig verfolgt SoleMio ein klares Ziel: Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen mehr als 100 Gebäude mit seinen Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Zudem möchte sich das Unternehmen als bevorzugter Dienstleister für nachhaltige Energielösungen im Neubaubereich etablieren.

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

„Serwas verbindet zwei Märkte, die in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen werden: Rechenleistung und nachhaltige Energieversorgung“, sagt Markus Kainz, Gründer und CEO von Gateway Ventures. Die auf Investoren-Pooling basierte Beteiligungsgesellschaft übernahm nun den Lead in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde für das Innsbrucker Startup Serwas Technologies, über das brutkasten bereits berichtete.

Server-Heizung für Schwimmbäder, Hotels und Co

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die dabei entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Server sollen künftig nicht nur rechnen, sondern gleichzeitig Gebäude beheizen“, erläutert Serwas Co-Founder Timo Berkmann. Das Startup fokussiert dabei auf Gebäude mit konstant hohem Wärmebedarf, etwa Schwimmbäder, Hotels, Pflegeeinrichtungen und größere Wohnanlagen. Serwas hat die dafür genutzte Kühltechnologie selbst entwickelt. Das Unternehmen betreibt die Server selbst und übernimmt die Integration in die bestehende Wärmeinfrastruktur der Gebäude. Die Rechenleistung wird an Unternehmen verkauft.

300.000 Euro im ersten Closing – zweites soll schon im Oktober folgen

Bei der aktuellen Finanzierungsrunde über insgesamt 300.000 Euro stiegen neben Gateway Ventures Business Angels aus dem „Pioneers Club“ und das MCI Innsbruck ein. Schon im Oktober soll ein Second Closing erfolgen und die Pre-Seed-Runde damit erweitert werden. „Besonders überzeugt uns der dezentrale Ansatz, weil neue Rechenkapazitäten dort aufgebaut werden können, wo die entstehende Wärme unmittelbar genutzt wird“, kommentiert Gateway-CEO Kainz.

Erster Standort in Innsbrucker Hallenbad

Bislang betreibt Serwas einen Standort in einem Innsbrucker Hallenbad. „Mit dem neuen Kapital wollen wir unseren ersten Standort weiter ausbauen und das Konzept auf weitere Gebäude übertragen“, sagt Serwas-Co-Founder Berkmann. Geplant ist laut Startup eine „schrittweise Skalierung“. Zuträglich sein soll dabei natürlich der massiv erhöhte Bedarf an Server-Zentren durch den KI-Boom. Die Nutzung bestehender Gebäude mit geeigneten Strom-Anschlüssen soll gleichzeitig eine Alternative in den Debatten rund um den Neubau großer Serverzentren sein.

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