29.01.2025
NEUE PARTNERSCHAFT

Software-Startup nista.io geht Partnerschaft mit französischem Milliardenkonzern ein

Das Wiener TU-Spin-off nista.io rund um Anna Pölzl geht eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric ein.
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Wolfgang Briem von Schneider Electric und Anna Pölzl von nista.io
Wolfgang Briem von Schneider Electric und Anna Pölzl von nista.io | Foto: Oskar Fleischanderl

Schneider Electric zählt nach eigenen Angaben zu den „weltweit führenden Spezialisten für Sensorik und Monitoring“. Spezialisiert hat sich Schneider Electric auf Hard- und Software-Automatisierungslösungen im Energiemanagement.

Der börsenorientierte Konzern sitzt im französischen Rueil-Malmaison nahe Paris und zählt mehrere Tochtergesellschaften, auch in Österreich. Die Aktie des Unternehmens ist Teil des französischen Leitindex CAC-40. An der Börse wird Schneider Electric aktuell mit rund 140 Mrd. Euro bewertet. Im Geschäftsjahr 2023 hat der Konzern einen Umsatz von knapp 36 Mrd. US-Dollar gemacht.

Neue Hard- und Software-Kombi mit Schneider Electric

Nun schließt die Österreich-Tochter von Schneider eine Partnerschaft mit dem Wiener TU-Spin-offs nista.io ab.

Das EnergyTech-Startup nista.io hat eine Datenanalysesoftware entwickelt, die mithilfe von künstlicher Intelligenz und Sensordaten den Energieverbrauch von Betrieben analysiert und stetig optimiert. Seit der Gründung im Jahr 2020 will das Founderteam Anna Pölzl und Benjamin Mörzinger Energiedaten in umsetzbare Aufgaben verwandeln.

Mit Schneider Electric will man nun gemeinsam „neue Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit für Industrieunternehmen“ setzen, heißt es per Aussendung.

Die Partnerschaft soll die von Schneider Electric entwickelten Hardware- und Monitoring-Lösungen mit der Technologie von nista kombinieren. Wie Jakob Winter, Growth Marketing Manager von nista.io, gegenüber brutkasten bestätigt, handelt es sich bei der strategischen Partnerschaft um eine reine Leistungs- und Produktkombination.

Die Algorithmen von nista.io helfen bei der verbesserten Analyse von Energiedaten. „Die Kunden merken nicht, dass zwei Softwares an der Analyse arbeiten“, so Winter gegenüber brutkasten.

DACH-Raum im Visier

Der Vertrieb der neuen Kombi-Lösung richtet sich nicht nur primär an Schneider-Kunden, sondern auch an nista-Bestandskunden. Für diese bietet das Wiener Spin-off ein eigenes Schneider-nista-Paket an. „Bei jedem Weiterverkauf sind wir quasi als Zwischenhändler von Schneider tätig“, so Winter. Aktuell richtet sich das Angebot an Unternehmen im DACH-Raum mit Österreich im Fokus.

20 Prozent Kostenersparniss

Sofern die Partnerschaft gut läuft, sollen auch weitere Märkte mit der Lösung erfasst werden. Ziel sei es, Unternehmen im DACH-Raum zu Kosteneffizienz und Compliance mit regulatorischen Anforderungen zu verhelfen. Konkret rechne man mit einer Kostenreduktion von 20 Prozent der Energiekosten.

Laut der Austrian Energy Agency liege das durchschnittliche Energieeinsparpotenzial bei der Nutzung von Energiemanagementsystemen bei zehn bis 20 Prozent. „Genau diese Potenziale müssen Unternehmen ausschöpfen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, so nista-CEO Anna Pölzl.

“Unternehmen brauchen verlässliche Daten und konkrete Maßnahmen, und zwar mehrmals
täglich. Nur so können sie auf Veränderungen im Energiemarkt und in der Produktion
sinnvoll reagieren. Erst durch die Kombination von Daten und KI-gestützter Verarbeitung in
Echtzeit werden kontinuierliches Energiesparen, flexibler Verbrauch und transparentes
Energiemanagement wirklich möglich“, sagt Pölzl weiter.

„Neue Maßstäbe im Energiemanaement“

Wolfgang Briem, Vertriebsleiter für IoT-Lösungen und Energiemanagement bei Schneider Electric, sieht in der Kombination aus Digitalisierung und künstlicher Intelligenz „neue Maßstäbe im Energiemanagement“. Gemeinsam wolle man die Professionalisierung und Digitalisierung des Energiemanagements vorantreiben. Die Kooperation ist bereits am Laufen und erste Kundenverträge stehen vor dem Abschluss. Dazu sei bereits positives Feedback von Kunden geflossen, wird Briem zitiert.

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Ubitec
© Ubitec

Es war 2024, als sich in einer Ausschreibung der Bundesrepublik Deutschland das 2016 gegründete Linzer Startup Ubitec gemeinsam mit den Partnerunternehmen Materna Information & Communications SE und PwC Deutschland durchsetzte. Die Unternehmen schlossen damals einen Rahmenvertrag mit einem Volumen von 45 Millionen Euro über eine Laufzeit von vier Jahren mit ITZB (Informationstechnikzentrum Bund), dem IT-Dienstleister der deutschen Bundesverwaltung, ab.

Ubitec mit modell-agnostischer KI-Plattform

Etwas mehr als zwei Jahre später schließt sich die Ubitec GmbH mit aicx, einem KI-Unternehmen aus Deutschland, zusammen, um eine „der leistungsfähigsten souveränen KI-Plattformen im deutschsprachigen Raum“ zu schaffen.

Beide Unternehmen bündeln künftig ihre Kompetenzen und treten gemeinsam am Markt auf. Ubitec bringt seine modell-agnostische KI-Plattform sowie Chat- und Voicebot-Lösungen ein, die on-premise und in abgeschotteten (air-gapped) Umgebungen betrieben werden können. Eine Referenzinstallation von KIPITZ ist im Umfeld der deutschen Bundesverwaltung im Einsatz. Das deutsche Unternehmen indes bringt mit der Plattform „Heart“ Enterprise-Agenten ein, die nativ in Microsoft Teams, E-Mail und Messengerdiensten integriert sind und Geschäftsprozesse über natürliche Sprache automatisieren können.

Native Mobile-App

Zeitnah soll zudem eine native Mobile-App für agentisches Arbeiten hinzukommen, die mobiles Arbeiten niederschwellig ermöglicht. Auf der Plattform von Ubitec ergänzen dagegen die Multi-Agenten-Fähigkeiten und Systemintegrationen von aicx – etwa in ERP-, CRM- und Kommunikationssysteme – die bestehenden Einsatzfelder in Verwaltung, Finanzwesen und kritischer Infrastruktur, heißt es per Aussendung.

Die Lösungen von Ubitec und aicx können künftig für unterschiedliche Anwendungsfälle eingesetzt werden – vom RAG-gestützten Wissensmanagement über die automatisierte Angebotserstellung bis hin zu durchgängigen Geschäftsprozessen. Je nach Anforderungen lassen sich die Anwendungen in abgeschotteten, streng regulierten Umgebungen oder in bestehenden Cloud- und Systemlandschaften betreiben.

Ubitec mit Fokus auf öffentlichem Sektor

Durch den Zusammenschluss möchten beide Unternehmen ihre gemeinsame Marktabdeckung erweitern. Ubitec konzentriert sich auf den öffentlichen Sektor und regulierte Branchen in der DACH-Region sowie den Nordics, während aicx Unternehmen aus dem Mittelstand und dem Enterprise-Umfeld adressiert.

„Mit aicx liefern wir gemeinsam das europäische KI-Fundament – für Organisationen, die KI zu ihren eigenen Bedingungen nutzen wollen und für die Datensouveränität, Sicherheit und verlässlicher Betrieb nicht verhandelbar sind“, sagt Dieter Perndl, Geschäftsführer der Ubitec GmbH.

Und David Rizek, Geschäftsführer von aicx, ergänzt: „Ubitec bringt mit seiner souveränen, bis in die Bundesverwaltung erprobten KI-Plattform genau das sichere Fundament ein, das unsere praxiserprobten KI-Agenten auch in regulierten Umgebungen einsatzfähig macht – souveräne Infrastruktur und Enterprise-KI aus einer Hand.“

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