Softbank: Erneuter Quartalsverlust in Milliardenhöhe für japanischen Mega-VC
Der japanische Mega-VC Softbank meldet einen Quartalsverlust von rund drei Milliarden Euro. Während aber Softbank den dritten Quartalsverlust in Folge hinnehmen musste, kehrte das Investmentvehikel “Vision Fund” in die Gewinnzone zurück.
Erst im August des Vorjahres hatte der japanische Startup-Investment-Riese Softbank, der über seinen Vision Fund 2 auch an GoStudent beteiligt ist, mit einem Quartalsverlust von 23 Milliarden Euro den größten Verlust in der Unternehmensgeschichte eingefahren. Ein Jahr später kündigt der Mega-VC den dritten Quartalsverlust in Folge an: Umgerechnet Milliarden Euro.
Als Grund nennt Softbank Kursverluste bei wichtigen Beteiligungen wie der Deutschen Telekom, deren US-Mobilfunktochter T-Mobile oder dem chinesischen Online-Händler Alibaba.
Deren Aktien haben in den vergangenen Monaten bis zu 20 Prozent an Wert verloren. Die jüngsten Verluste kamen für die Analyst:innen völlig unerwartet, denn trotz des Mega-Verlustes im Vorjahr und den Einbußen der letzten Monate erwarteten die Börsenexpert:innen für Softbank einen Gewinn von 484 Millionen Euro.
Vision Fund kehrt in Gewinnzone zurück
Währenddessen kehrten die Vorzeige-Investmentvehikel des japanischen Tech-Gurus Masayoshi Son, die „Vision Funds“, in die Gewinnzone zurück. Dank der Beteiligung am britischen Chip-Designer Arm, der Entwürfe für zahlreiche Smartphone-Chips geschaffen hat, erzielten die Vision Funds einen Überschuss von rund einer Milliarde Euro.
Für den geplanten Börsengang, der mit einem Emissionserlös von bis zu zehn Milliarden Dollar der weltweit größte des Jahres werden könnte, strebt der Fonds eine Bewertung von 60 bis 70 Milliarden Dollar an. Der rechnerische Anlagegewinn des Vision Fund ist der erste seit fünf aufeinanderfolgenden Quartalsverlusten.
Softbank konzentriert sich bei künftigen Investitionen auf KI-Technologien
Bei potenziellen Investitionen agiert der japanische Tech-Investor aktuell sehr vorsichtig und selektiv. Softbank möchte sich zunächst in wachstumsstarken Branchen engagieren. Daher ist der Startup-Investment-Riese bestrebt, sich bei künftigen Zukäufen auf den Bereich Künstliche Intelligenz zu konzentrieren.
Startup-Investments in Österreich im 1. Halbjahr: deutlicher Anstieg, aber weit vom Rekord
Eine Auswertung der Investment-Runden im ersten Halbjahr, über die brutkasten berichtete, ergibt: Das Tal des Vorjahrs ist eindeutig überwunden. Ein Boom wie 2021 und 2022 ist aber noch nicht in Sicht.
Startup-Investments in Österreich im 1. Halbjahr: deutlicher Anstieg, aber weit vom Rekord
Eine Auswertung der Investment-Runden im ersten Halbjahr, über die brutkasten berichtete, ergibt: Das Tal des Vorjahrs ist eindeutig überwunden. Ein Boom wie 2021 und 2022 ist aber noch nicht in Sicht.
Die Teams von Waterdrop, Gropyus, Aviloo und Enpulsion holten im ersten Halbjahr die größten Finanzierungsrunden in Österreich | Collage: brutkasten
Global sorgte der KI-Boom im Venture-Capital-Bereich (VC) zuletzt für neue Maßstäbe: Die US-KI-Giganten OpenAI und Anthropic sicherten sich im ersten Halbjahr 2026 die beiden größten VC-Investments in der Geschichte. Und auch in Europa sorgten die KI-Riesen Mistral (Frankreich) und Nscale (Vereinigtes Königreich) mit Milliardeninvestments für neue Rekorde. Dass das weltweite Rekord-Gesamtvolumen von rund 680 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 dieses Jahr noch überboten wird, ist aktuell anzunehmen.
Trendumkehr mit Verspätung in Österreich
Und wie sieht es in Österreich aus? An dieser Stelle das bekannte Gustav-Mahler-Zitat – „Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles fünfzig Jahre später.“ – anzubringen, mag übertrieben sein. Doch die Statistik zeigt: Die globale Entwicklung kommt hierzulande mit deutlicher Verspätung an. Denn hatte das globale Investment-Volumen sein Tal bereits 2023 erreicht und spätestens vergangenes Jahr eine kräftige Erholung aufgewiesen, kam der Tiefpunkt in Österreich erst im Vorjahr. Dieser ist mit dem ersten Halbjahr 2026 nun eindeutig überwunden, doch vom neuerlichen Rekord ist Österreich aktuell noch entfernt. Das zeigt eine Auswertung aller 64 Investmentrunden in Österreich, über die brutkasten seit Jahresanfang berichtete.
Dazu sei angemerkt: Nachdem nicht alle Kapitalrunden kommuniziert werden und bei einem signifikanten Anteil kein genauer Betrag genannt wird, kann kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Klare Tendenzen und grobe Werte lassen sich auf Basis von bekannten Zahlen und Schätzungen aber durchaus ableiten.
Gesamtvolumen im ersten Halbjahr über 400 Millionen Euro
Das Startup-Investment-Gesamtvolumen lag in Österreich im ersten Halbjahr demnach bei jedenfalls mehr als 403,1 Millionen Euro, vermutlich bei an die 410 Millionen Euro. Damit sind die 253 Millionen Euro Volumen im gesamten Jahr 2025 (laut EY) definitiv übertroffen. Dass die Jahreswerte aus 2023 (695 Millionen Euro) und 2024 (578 Millionen Euro) im weiteren Jahresverlauf geknackt werden, wirkt realistisch. Um an die Jahreswerte der Boom-Jahre 2021 (1,23 Milliarden Euro) und 2022 (1,01 Milliarden Euro) heranzukommen, bräuchte es dagegen noch ein deutlich stärkeres zweites Halbjahr.
Die Top 10 Investmentrunden in Österreich im ersten Halbjahr 2026
Getrieben wird das Gesamtvolumen – wie so oft – durch einige besonders große Kapitalrunden. Herausstechend sind hier Gropyus und Waterdrop, die jeweils 100 Millionen Euro einsammelten. Bemerkenswert ist auch, dass es sich – entgegen des globalen Trends – bei den gesamten Top-5 nicht um KI-Unternehmen handelt.
Wien dominant bei der Anzahl und übermächtig beim Volumen
Wie bereits anhand der Tabelle der größten Investmentrunden zu erahnen, kann die Bundeshauptstadt Wien mit mindestens rund 330 Millionen Euro Volumen mehr als 80 Prozent des investierten Gesamtvolumens für sich verbuchen. Bei der Anzahl der Runden kommt Wien mit 35 von 64 knapp über die Hälfte. Hier kommt Oberösterreich (13) klar vor Niederösterreich und der Steiermark (jeweils sechs) auf den zweiten Platz.
Leichte Verbesserung bei Anteil gemischter Gründer:innen-Teams
Eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Gesamtjahr 2025 (Zahlen aus dem „Female Start-up Funding Index“) könnte es dieses Jahr bei der Geschlechterverteilung in den Gründer:innen-Teams abzeichnen – wenn auch noch immer denkbar weit von Ausgeglichenheit entfernt. Von den bisherigen Finanzierungsrunden gingen demnach 12 Investments bzw. rund 19 Prozent an gemischte Gründer:innen-Teams (Ganzes Jahr 2025: 12 Prozent) und 2 Investments bzw. rund 3 Prozent an reine Frauen-Teams (2025: 3 Prozent). Aufgrund der besonders großen Runden für reine Männer-Teams geht allerdings mehr als 90 Prozent des Volumens an diese.
Erfolgreiche Auslandsösterreicher
Natürlich nicht in dieser Auswertung inkludiert haben wir österreichische Gründer:innen im Ausland. Ihre Startups haben im ersten Halbjahr dank zwei Mega-Runden gemeinsam noch deutlich mehr Kapital eingesammelt, als die Startups innerhalb Österreichs. Herausstechend sind hier Isar Aerospace rund um den Vorarlberger Daniel Metzler mit einer 270-Millionen-Euro-Runde und Dream rund um Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz mit einer 260-Millionen-US-Dollar-Runde.
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