03.10.2017

Social Impact Award 2017: Wie junge Österreicher Veränderung bewirken

Nach vier Inkubations-Monaten wurde nun der Social Impact Award 2017 verliehen. Die Gewinner sind: Tetragon, refugees{code}, MTOP, Themencheck und Ingenieure ohne Grenzen.
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Die Teilnehmer des Social Impact Awards 2017

Social Entrepreneurship, also Unternehmertum, das sozialen oder ökologische Wirkung erzeugt, hat in den letzten zehn Jahren auch in Österreich stark an Bedeutung gewonnen. Am Donnerstag wurden im Rahmen des Social Impact Awards 2017 die fünf vielversprechendsten heimischen Social Entrepreneurship-Projekten des Jahres ausgezeichnet.

Die Gewinner

Die Zeremonie war das Ergebnis von vier intensiven Inkubations-Monaten. Zehn Teams wurden beim „Ausbrüten“ ihrer Projekte gecoacht unter vielseitig unterstützt. Dann war es soweit: Im Impact HUB Vienna erhielten die engagierten Teams die Möglichkeit, ihre Ideen vorzustellen. Die Award-Gewommer sind: Tetragon, refugees{code}, MTOP, Themencheck und Ingenieure ohne Grenzen. Mehr als 150 Investoren, Partner, Mentoren, Unterstützer und Fans waren bei der Preisverleihung vor Ort. Neben der Preisverleihung ging es bei der Veranstaltung vor allem auch darum, Ideen auszutauschen und sich von anderen inspirieren zu lassen.

Redaktionstipps

Veränderung bewirken

„Inspiring Students to make a difference“ – lautet übrigens das Versprechen des Social Impact Award. Das soll durch ein ganzjähriges Angebot, das kostenlose Ideengenerierungs-Workshops in ganz Österreich, Social Hackathons und weitere Formate wie Coaching, Mentoring und Boot Camps umfasst, verwirklicht werden. Das Ziel ist es, „junge Menschen dazu zu ermutigen und zu befähigen, selbst die Veränderung zu werden, die sie in der Welt sehen möchten“ sagt Markus Engelberger, der Koordinator des Social Impact Award Österreich.

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Das Verenas-Team mit Gründerin Verena Nairz-Kapferer (3. v.r.). © Verenas

Die Ursprungsidee für Verenas entstand krisenbedingt: Während des ersten Corona-Lockdowns 2020 entwickelte Verena Nairz-Kapferer im eigenen Innsbrucker Café haltbare Rezepturen, um den Betrieb abzusichern. Was als Initiative für Café-Gäste begann, wird nun zum eigenständigen Geschäftsmodell. Im November 2026 gründen Verena Nairz-Kapferer und Jürgen Nairz eine eigene GmbH, um das Produktangebot im B2B-Bereich überregional zu skalieren.

Prozesssicherheit statt Spezialzutaten

Im Zentrum der Vertriebsstrategie steht der Premium-Gastrogroßhandel, über den Hotels, Cafés und Restaurants flächendeckend beliefert werden sollen. Aus mehr als 60 praxiserprobten Rezepturen konzentriert sich das Unternehmen für Großküchen auf rund 20 Varianten. Der wirtschaftliche Hebel liegt laut dem Gründungsteam dabei nicht nur beim Wareneinsatz von 0,80 bis 1,20 Euro pro fertig gebackener Portion. Standardisierte Mischungen reduzieren insbesondere den Arbeits- und Lageraufwand für Betriebe, die keine eigenen Spezialzutaten vorhalten wollen.

„Für einen Gastronomiebetrieb zählt nicht nur, was eine Portion an Zutaten kostet. Entscheidend sind auch Arbeitszeit, Einfachheit, Prozesssicherheit und eine Qualität, die unabhängig davon funktioniert, wer den Kuchen gerade zubereitet“, erklärt Jürgen Nairz, der den Vertriebsaufbau verantwortet.

Getrennte Produktion für Glutenfrei-Zertifizierung

Verena Nairz-Kapferer arbeitete ursprünglich im sozialen Bereich und verkaufte samstags selbst gebackene Kuchen. © Verenas

Die Backmischungen sind rein pflanzlich sowie zu großen Teilen zusätzlich glutenfrei formuliert. „Ich wollte nie einen Kuchen entwickeln, bei dem jemand sagt: Für vegan oder glutenfrei schmeckt der aber gut“, betont Produktentwicklerin Verena Nairz-Kapferer.

Um die geforderten Qualitätsstandards im B2B-Geschäft sicherzustellen, trennt das Startup laut eigenen Angaben die Fertigung. Vegane Varianten sollen ab November 2026 in einem Partnerbetrieb nahe Graz abgefüllt werden. Die glutenfreien Mischungen verbleiben in einer separaten Innsbrucker Produktionsstätte, um Kreuzkontaminationen auszuschließen. Damit bereitet sich das Unternehmen auf die Zertifizierung mit dem Glutenfrei-Symbol vor.

Absatzziel: 40.000 Einheiten im Jahr 2027

Flankiert von einem B2C-Onlineshop mit vorerst sieben Sorten setzt das Unternehmen auf wiederkehrende B2B-Bestellungen. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Verenas ein Absatzvolumen von rund 40.000 Einheiten an. Gespräche mit weiteren Partnern im Gastrogroßhandel laufen laut den Gründer:innen bereits, um die Distribution im kommenden Jahr überregional auszubauen.

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