25.11.2021

Erster „Social Entrepreneurship VC Fonds“ Österreichs hat ein Volumen von 5 Mio. Euro

Der Senat der Wirtschaft hat gemeinsam mit fair-finance Österreichs ersten "Social Entrepreneurship Venture Capital Fonds" ins Leben gerufen. Das Fondvolumen beträgt aktuell fünf Millionen Euro und kann auf bis zu 20 Millionen Euro aufgestockt werden.
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(c) AdobeStock

Die Anfänge des ersten österreichischen „Social Entrepreneurship Venture Capital Fonds“ gehen bereits auf das Jahr 2019 zurück. Der Fonds agierte bislang allerdings fernab einer breiteren Medienöffentlichkeit. Nach einem „finalen Go“ der FMA präsentierten am Mittwoch der Senat der Wirtschaft und fair-finance nun erstmalig den VC-Fonds einer breiteren Öffentlichkeit.

Der Fonds investiert in österreichische Social Enterprises mit „innovativen und sinnstiftenden Geschäftsmodellen“. fair-finance hat als Initiator des Social Entrepreneurship Venture Capital Fonds bereits fünf Millionen Euro investiert. Insgesamt gibt es bereits sieben Beteiligungen. Dazu zählen die Social Enterprises Nut und Feder, R.U.S.Z. Franchising, Helioz, atempo, Tec-Innovation, Memocorby und tech2people.

Ticketgrößen bis 500.000 Euro

Die Ticketgrößen belaufen sich dabei von 200.000 Euro bis 500.000 Euro. „Der Fonds investiert in gewinnorientierte Geschäftsmodelle, die sicht- und messbare Wirkung erzielen und führt den Unternehmen langfristiges Eigenkapital zu. Ziel des Fonds ist es, gleichzeitig eine finanzielle und soziale Rendite zu erwirtschaften und dabei zu signalisieren, dass Impact-Unternehmen sehr wohl gewinnorientiert sein können,“ so Gabriele Stowasser, Vorstand – nationales & internationales Projektmanagement im Senat der Wirtschaft.

Angebot nur für institutionelle Investoren

Der Social Entrepreneurship Venture Capital Fonds ist ab sofort offen für Co-Investoren. Das Angebot richtet sich ausschließlich an institutionelle Investoren im deutschsprachigen Raum mit einem Mindestinvestment von 200.000 Euro. Privatanleger sind von einem Investment ausgeschlossen. Das Fondsvolumen kann laut dem Senat der Wirtschaft von aktuell fünf Millionen Euro auf künftig 20 Millionen Euro aufgestockt werden.

„Im Unterschied zu ESG Investing, also dem Erwerb nachhaltiger Aktien und Anleihen, stellt der Social Entrepreneurship Venture Capital Fonds Mittel zur Verfügung, die direkt in die Umsetzung der sozialen oder ökologischen Mission der Unternehmen investiert werden,“ so Senats-Vorsitzender Hans Harrer.

So erfolgt die Einreichung

Einreichungen zum Fonds werden vom Senat der Wirtschaft in einer Vorprüfung aufbereitet und einem Impact Beirat vorgelegt, der das jeweilige Geschäftsmodell nach seiner gesellschaftlichen Wirkung beurteilt. Dieser besteht aus 17 Personen mit umfassender Erfahrung aus Tätigkeiten in sozialen oder ökologischen Organisationen.

Nach einer positiven Beurteilung erfolgt der Due Diligence-Prozess und zum Schluss die Investmententscheidung durch den Fondsmanager. Neben der sozialen oder ökologischen Wirkung müssen Beteiligungskandidaten dafür sowohl ein bereits bewährtes Geschäftskonzept als auch einen belastbaren Businessplan vorlegen.


Podcast-Tipp vom Senat der Wirtschaft

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Gerhard Petzl möchte mit seinem Elektrolyt-Cocktail ein unbesetztes Segment erobern. | © Gerhard Petzl

Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.

Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks

Der Hybrid-Cocktail in den drei Geschmacksrichtungen Pink Guava, Lemon & Mint und Orange Ginger | © Plash

Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.

Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.

Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.

Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer

Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.

Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt

In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.

Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.

B2B-Personalisierung und Gastronomie

Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.

Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.

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