18.08.2025
WIENER STARTUP

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

Das Wiener Startup Social Cooling holt sich ein Pre-Seed-Investment von 400.000 Euro. Gründer und CEO Philippe Schmit erzählt im Gespräch mit brutkasten, wer investiert hat und wie das Geld eingesetzt werden soll.
/artikel/social-cooling-holt-400-000-euro-investment-fuer-plug-and-play-klimaanlage
(l.n.r.) Ben Assa, Philippe Schmit (CEO) und Alireza Eslamian (CTO) setzen auf innovative Lösungen. | © Alex Wieselthaler

Terra Breeze – so heißt die Plug-and-Play-Klimaanlage von Social Cooling. Sie ist laut Startup die erste ihrer Art weltweit. Das Besondere: Statt die Wärme nach außen zu leiten, wird sie mithilfe eines eigens entwickelten Phasenwechselmaterials im Gerät gespeichert. Herzstück ist ein patentiertes thermisches Energiespeichersystem, das ohne Abluftschlauch und Installationsaufwand auskommt. Dieser Ansatz soll auch den Stromverbrauch laut Startup um rund 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Klimaanlagen senken (brutkasten berichtete).

„Schwierige Zeit für Fundraising“

Über zwölf Monate habe es bis zum First Closing gedauert, erzählt Schmit. Angesichts der aktuellen Marktlage sei er mit dem Ergebnis jedoch sehr zufrieden: „Es ist aktuell eine schwierige Zeit für Fundraising im Allgemeinen. Und dann sind wir auch nicht das typische Software- und AI-Business. Und zusätzlich noch in einer Frühphase.“

Ursprünglich habe man sich auf VC-Finanzierungen konzentriert, habe aber feststellen müssen, dass viele Fonds erst ab der Seed-Phase einsteigen. Derzeit befindet sich Social Cooling noch in der Entwicklungs- und Optimierungsphase.

Investoren

Lead-Investoren sind der Schweizer Krypto-Unternehmer Robert Lauko sowie das Wiener Family Office c.e.l.l. Investment, das vor allem im Nachhaltigkeitsbereich aktiv ist. „Wir investieren in Social Cooling, weil wir darin eine nachhaltige, marktfähige und klimafreundliche Antwort auf die Herausforderungen der Innenraumkühlung sehen. Die installationsfreie Technologie, umweltverträglichen Kältemittel und der niedrige Energieverbrauch schließen entscheidende Lücken bestehender Systeme und leisten einen wertvollen Beitrag zur Climate Adaptation. Mit seiner Kombination aus technologischem Know-how und unternehmerischer Stärke hat das Team beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markteintritt“, so c.e.l.l. Investment.

Ebenfalls beteiligt ist die steirische Sabiatech HandelsGmbH, ein Energietechnik-Unternehmen mit eigenem Klimaanlagenvertrieb. „Das Produkt trifft den Puls der Zeit und passt perfekt zu unserem Anspruch, bei technologischen Entwicklungen ganz vorne dabei zu sein. Wir glauben an das Team und ihre Vision und sind überzeugt, dass wir gemeinsam viel erreichen können“, so der Investor über Social Cooling. Schmit sagt dazu: „Darauf bin ich besonders stolz, weil die wirklich optimal für uns sind. Sie als Investor zu haben, gibt uns extrem viel Wissen“.

Weitere Investoren sind Philipp Draxler und ein nicht namentlich genannter Business Angel. Vom Investment erhofft sich Social Cooling neben Kapital auch Unterstützung im Vertrieb, beim nächsten Fundraising und durch die Netzwerke der Geldgeber. In einer künftigen Seed-Runde sollen dann auch VC-Fonds an Bord geholt werden.

Produktoptimierung

Das frische Kapital soll vor allem in die Produktoptimierung fließen. Bei der Hardware-Entwicklung gebe es nämlich einige Herausforderungen, wie Schmit gegenüber brutkasten erklärt: „Man hat vielleicht ein perfektes Produkt, das ist aber meistens zu teuer in der Produktion. Dann optimiert man die Produktion, sodass sie günstiger wird, aber dadurch verliert man an Effizienz oder Qualität.“ Es sei ein ständiges Hin und Her, bis man alles optimiert. Das neue Kapital bringt dem Startup daher Zeit und Geld, um diese vielen Iterationsrunden zu finanzieren. Parallel dazu will man schon eine erste marktfähige Version (MVP) auf den Markt bringen, um so Feedback zu sammeln, während die Produktoptimierungen weiterlaufen.

Auch eine Software ist in Planung und soll nächstes Jahr gelauncht werden. Sie soll erkennen, ob sich Personen im Raum befinden, und die gespeicherte Wärme dann nur abgeben, wenn niemand anwesend ist. Damit sei keine Downtime von zwei Stunden am Stück nötig, sodass das Produkt auch im Privatsektor genutzt werden kann. Die aktuelle Hardware ist derzeit primär für Büros und andere öffentliche Räume gedacht.

Launch-Termin im September

Eigentlich sollte die Klimaanlage bereits im Juni in den Vorverkauf gegangen sein. „Leider gab es technische Probleme, hauptsächlich in der Werkstatt, die wir angemietet haben. Das hat zu Verzögerungen geführt“, so Schmit. Der neue geplante Launch-Termin ist nun im September.

Zum Marktstart wird die Terra Breeze zunächst im Direktvertrieb angeboten. Später sollen B2B-Vertriebspartner hinzukommen, um eine breitere Marktabdeckung zu erreichen. Erste Pilotprojekte laufen bereits – unter anderem mit der Rewe Group in Köln, der Stadt Wien, der Energie Steiermark sowie mit zwei Gemeinden in Luxemburg.

Deine ungelesenen Artikel:
11.08.2026

Phoenics: Steirisches Konsortium entwickelt Speicherzellen ohne Kobalt und Nickel

Virtual Vehicle, Varta Innovation, das Materials Center Leoben und AVL forschen drei Jahre lang an einem neuen Kathodenmaterial für stationäre Batteriespeicher. Die Zellen sollen 20 Prozent mehr Energie speichern und 40 Prozent länger halten. So lauten die Projektziele. Budget: 2,9 Millionen Euro.
/artikel/phoenics-steirisches-konsortium-entwickelt-speicherzellen-ohne-kobalt-und-nickel
11.08.2026

Phoenics: Steirisches Konsortium entwickelt Speicherzellen ohne Kobalt und Nickel

Virtual Vehicle, Varta Innovation, das Materials Center Leoben und AVL forschen drei Jahre lang an einem neuen Kathodenmaterial für stationäre Batteriespeicher. Die Zellen sollen 20 Prozent mehr Energie speichern und 40 Prozent länger halten. So lauten die Projektziele. Budget: 2,9 Millionen Euro.
/artikel/phoenics-steirisches-konsortium-entwickelt-speicherzellen-ohne-kobalt-und-nickel
Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle
Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle

Wind und Sonne liefern Strom, wann sie wollen, nicht wann ihn jemand braucht. Diese Lücke schließen Batteriespeicher. Sie werden damit zur Schlüsseltechnologie der Energiewende. Genau hier setzt Phoenics an: Ein steirisches Konsortium entwickelt die nächste Generation von Lithium-Ionen-Zellen für stationäre Speicher.

Koordiniert wird das Projekt von der Virtual Vehicle Research GmbH in Graz. Partner sind Varta Innovation, die Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) und AVL List. Phoenics läuft 36 Monate und kostet 2,9 Millionen Euro. Knapp zwei Millionen davon kommen von der FFG, aus der Ausschreibung „Energieforschung 2024″.

Ein Material, zwei Ziele

Im Zentrum steht ein Kathodenmaterial: Lithium-Mangan-Eisenphosphat, kurz LMFP. Es ist eine Weiterentwicklung des etablierten Lithium-Eisenphosphats (LFP). LFP-Zellen gelten als sicher und robust, und sie kommen ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel aus. LMFP soll zusätzlich bis zu 20 Prozent mehr spezifische Energiedichte liefern. Auf gleichem Bauraum ließe sich damit mehr Energie speichern.

Diesen Materialvorteil will das Konsortium in die fertige Zelle bringen. Die Zielmarken: 20 Prozent mehr Energiedichte, 40 Prozent längere Lebensdauer.

Was noch offen ist

Bis dahin bleiben Fragen. Wie verhält sich das Material über die Lebensdauer, wie altert es, und lässt es sich industriell verarbeiten und skalieren?

Das Konsortium kombiniert deshalb Experiment und Simulation. Die Partner untersuchen das Kathodenmaterial über den gesamten Lebenszyklus, mit Materialcharakterisierung, hochauflösender Bildgebung und KI-gestützter Auswertung. Parallel entstehen physikbasierte und datengetriebene Modelle. Sie bilden das Verhalten der Zelle von der Mikrostruktur bis zum kompletten Speichermodul ab und sollen Entwicklungszyklen verkürzen.

„Die Mikrostruktur von Elektrodenmaterialien beeinflusst maßgeblich Leistung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Batteriezellen“, sagt Roland Brunner, Gruppenleiter am MCL.

Ein eigener Schwerpunkt gilt der Sicherheit. Spezielle Testverfahren sollen zeigen, ob LMFP-Zellen den Anforderungen an Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit genügen. AVL bringt dafür seine Erfahrung in der elektrochemischen Modellierung ein. Verbinde man physikalische Modelle mit Methoden des maschinellen Lernens, ließen sich kritische Betriebszustände und Sicherheitsaspekte frühzeitig vorhersagen, sagt Roland Wanker, Geschäftsbereichsleiter Advanced Simulation Technologies bei AVL.

Aufbauen statt neu anfangen

Phoenics setzt die Zusammenarbeit aus dem Vorgängerprojekt OpMoSi fort. „Unsere Stärke liegt darin, modernste Simulations- und Analysemethoden mit industrieller Entwicklungskompetenz zu verbinden“, sagt Projektleiter Philip Kargl von Virtual Vehicle.

Varta Innovation steuert die Fertigungsseite bei, von der Materialentwicklung über die Elektrodenfertigung bis zur Zellintegration. Großes Potenzial sehen die Partner vorerst bei stationären Speichern. Langfristig könnten die Ergebnisse auch der Elektromobilität nützen.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Social Cooling holt 400.000 Euro Investment für Plug-and-Play-Klimaanlage