03.05.2021

„Social Banking“ der Erste Bank bekommt neue Chefin

Günter Benischek hat das "Social Banking" der Erste Bank zwölf Jahre lang aufgebaut und übergibt nun das Ruder.
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Carmencita Nader übernimmt das Social Banking der Erste Bank © Erste Bank
Carmencita Nader übernimmt das Social Banking der Erste Bank © Erste Bank

Die Erste Bank besetzt die Leitung des „Social Banking“-Bereichs neu. Mit Mai übernimmt Carmencita Nader diese Rolle von Günter Benischek, der die Abteilung die vergangenen zwölf Jahre aufgebaut hat. Die 36-Jährige ist seit 2010 bei der Erste Bank tätig und seit 2019 im „Social Banking“. Davor war die Volkswirtin unter anderem am AIT und der Bank of New York Mellon in London tätig.

Leistbares Wohnen, Mikrokredite und Social Businesses

Zu den bekanntesten Social-Banking-Projekten der Erste Bank gehört etwa die Social Housing Initiative, bei der Menschen, die in Einrichtungen von Sozialorganisationen betreut werden, Zugang zu leistbaren Wohnungen ermöglicht wird. Die Abteilung betreut zudem Spenden- und Hilfsorganisationen und Social Entrepreneurs wie etwa die Vollpension oder das RUSZ. Über das durch das Bundesministerium für Arbeit geförderte Programm „Der Mikrokredit“ werden Kleinkredite für den Sprung aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit vergeben. Neben den Bestands-Projekten will Nader auch neue Initiativen starten. Benischek wird ihr dabei weiterhin beratend zur Seite stehen. Der 65-Jährige ist zudem ehrenamtlicher Vorstand der „Zweite Sparkasse“.

Helfen dort „wo es kein Angebot gibt“

„Social Banking ist wichtig wie nie. Egal, ob als Hilfe zur Selbsthilfe für Einzelpersonen oder Unterstützung unseres starken Netzwerks in Österreichs Sozial- und NPO-Szene. Unsere bewährten Initiativen leisten dabei nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern vor allem auch einen großen gesellschaftlichen Beitrag und helfen mit Bankdienstleistungen dort, wo es kein Angebot gibt“, sagt Nader. „Ich freue mich daher darauf, in meiner neuen Funktion wirkungsvolle Gestaltungsmöglichkeiten zu haben, unsere Partnerinnen und Partner bei der Umsetzung ihrer Projekte zu begleiten und die wertschätzende Zusammenarbeit mit ihnen zu vertiefen“.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019
Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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