01.04.2021

So wird salz21 zur Initialzündung für den Wirtschaftsraum Salzburg

Am 16. und 17. Juni 2021 steht das Messezentrum Salzburg ganz im Zeichen von Zukunftsthemen und Vernetzung - und wird über Ländergrenzen hinaus Impulse setzen.
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Die New Business Tage salz21 - Zukunft am Fluss finden von 16. bis 17. Juni statt | Foto: Messezentrum Salzburg
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Vernetzung, Austausch, Innovation – das steht bei den New Business Tagen „salz21 – Zukunft am Fluss“ im Messezentrum Salzburg im Mittelpunkt. Am 16. und 17. Juni soll die Festspielstadt zur Innovationsmetropole werden – und dabei als Initialzündung für den Wirtschaftsraum weit über die Grenzen der Stadt und des Bundeslandes ausstrahlen.

Neustart nach Corona-Lähmung

Doch der Reihe nach: salz21 versteht sich als Startschuss für einen Neustart. Mit dem völlig neuen Konzept soll die lähmende Corona-Zeit endlich abgeschlossen, der Blick voll auf die Zukunft gerichtet werden. Rechtzeitig zum Sommerbeginn wird der Wirtschaftsraum aus dem pandemiebedingten Winterschlaf geweckt.

Dass salz21 unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen als physische Veranstaltung stattfindet – und nicht als Online-Konferenz – ist somit durchaus als Signal zu verstehen. Interaktion steht hier im Mittelpunkt – und zwar Austausch, der Mehrwert schafft. salz21 verbindet heimische Betriebe, Startups und Investor:innen mit international tonangebenden Unternehmen. Dazu wird es eine ganze Reihe an zielgerichteten Programmpunkten geben – von systematischem Business-Matchmaking über Coachings bis hin zu einem Open Space.

Reise ins Jahr 2050 und Lösungen mit Lego

Daneben stehen zahlreiche nützliche Workshops am Programm – darunter etwa „The Future Game 2050“, bei dem unter der Moderation des Unternehmers und Philosophen Felix M. Wieduwilt die Teilnehmer mit Methoden der strategischen Zukunftsgestaltung auf eine Reise ins Jahr 2050 mitgenommen werden.

Ein weiteres Beispiel ist der „Lego Serious Play“-Workshop, bei dem Teilnehmer unter der Leitung von FH-Professorin Barbara Neuhofer mithilfe einer umfangreichen Auswahl von Legosteinen Modelle und Lösungskonzepte erarbeiten. Dies sind aber nur zwei von insgesamt 60 Programmpunkten bei salz21.

Synergien bestehender Initiativen auf nächsthöhere Ebene heben

„Ziel von ’salz21 – Zukunft am Fluss‘ ist, die Synergien bereits bestehender Initiativen, die Zukunftsfragen unseres Wirtschaftsraums auf hohem Niveau zu verhandeln, zu bündeln und auf die nächsthöhere Ebene zu heben“, erläutert Alexander Kribus, Geschäftsführer des Messezentrums Salzburg. Durch B2B-Vernetzung soll das Potential vervielfacht werden.

Auch für den Standort ist salz21 ein Neustart: „Mit einem Innovationsfestival neuen Zuschnitts macht sich Salzburg als innovativer Standort sichtbar“, sagt der Salzburger Wirtschaftskammer-Präsident Peter Buchmüller. Salzburg setze ein starkes Zeichen, Wirtschaft und Standort für die Zeit nach Corona mit frischen Ideen, Startups und Internationalität neu aufzuladen.

Demo Day von Startup Salzburg bei salz21

Apropos Startups. Unternehmen können sich bei salz21 gleich mehrfach einen Eindruck verschaffen, was diese zu bieten haben – und wo es möglicherweise Anknüpfungspunkte zum eigenen Geschäft gibt. Bereits vorab haben Partner wie Startup Salzburg oder der oberösterreichische tech2b-Inkubator Jungunternehmen ausgewählt, denen salz21 eine Bühne bieten wird.

Startup Salzburg etwa veranstaltet im Rahmen von salz21 seinen Demo Day. Bei diesem werden ausgewählte Jungunternehmen ihre Konzepte live pitchen und sich danach mit einer Jury aus Investor:innen und Unternehmer:innen austauschen. Per Publikumsvoting wird ein Sonderpreis verliehen. „salz21 bietet eine einmalige Bühne für unsere Startups. Es ist ein enormer Benefit, wenn junge Unternehmen frühzeitig mit Firmen aus der Region zusammenkommen“, sagt Oliver Wagner, der die Leitung von Startup Salzburg innehat.

tech2B vernetzt Startups mit OÖ-Leitbetrieben

Dass salz21 über die Grenzen Salzburgs hinaus ausstrahlt, zeigt unter anderem die Teilnahme des tech2B-Inkubators aus Oberösterreich. Auch hier werden vorab ausgewählte Startups pitchen. Tech2B verknüpft mit seiner „PIER4“-Initiative Jungunternehmen mit oberösterreichischen Leitbetrieben.

„salz21 bietet unseren Startups eine tolle Möglichkeit, sich vor internationalem Publikum zu präsentieren, neue Kontakte zu knüpfen und Teil eines in der Region einzigartigen Events zu werden“, erläutert tech2b-CEO Raphael Friedl. Der Claim von salz21 – „Wirtschaft trifft Innovation – Drehscheibe für internationalen Austausch“ entspreche auch dem täglichen Handeln in der Initiative PIER4.

Start local, scale up global

Doch auch für Startups, die nicht vorab ausgewählt wurden, ist salz21 einen Besuch wert. Interessant könnte hier etwa das Panel „Start local, scale up global“ werden. Dieses wird von der Austrian Angel Investors Association (aaia) veranstaltet. Erfahrende Investor:innen und Entrepreneure diskutieren darüber, wie sich Unternehmen, Startups, öffentliche Einrichtungen und private Geldgeber:innen in der Region gegenseitig stärken und die Basis für globales Wachstum legen können.

„Mit salz21 wird sich Salzburg als Innovations- und Startup-Standort positionieren und das Potenzial der Region aufzeigen“, sagt Laura Egg, Managing Director der aaia. Die Region biete insbesondere ideale Voraussetzungen für Unternehmensgründungen im Bereich Kunst/Kultur und Tourismus.

Mit dabei am Panel ist auch Business Angel Niki Futter. Daneben wird er aber auch am zweiten Tag beim „Investors Meet & Greet“ anzutreffen sein. Dort haben einerseits Startups die Möglichkeit, sich in direkten Austausch mit Investoren zu begeben. Andererseits können Personen, die selbst als Investoren aktiv werden wollen, sämtliche Fragen rund um Angel Investing in entspannter Atmosphäre stellen.

Mehrwert für Startups

Aber auch darüber hinaus liefert salz21 Mehrwert für Startups – etwa über die bereits eingangs erwähnten Matchmaking-Möglichkeiten. Neben dem systematischen B2B-Matchmaking können bei salz21 auch individuelle Gespräche vereinbart werden. Jedem Startup wird ein relevantes Meeting garantiert.

Außerdem können Startups auch Partner von salz21 werden – mit einem günstigen, zielgerichteten Startup-Paket um 800 Euro. Neben einer Präsentationsfläche bei salz21 beinhaltet es Online-, Print- und Vor-Ort-Werbung, 2×2 Veranstaltungstickets sowie 2 Tickets für die Teilnahme an einem Gala-Dinner.

Studierende erarbeiten Konzepte bei Innovation Days

Ebenfalls im Rahmen von salz21 gehostet werden die diesjährigen Innovation Days Salzburg. Bei diesen treffen namhafte Unternehmen mit Studierenden der Universitäten Innsbruck und Salzburg aufeinander. Das Ziel: Lösungen für Problemstellungen aus der Praxis entwickeln. Dazu erarbeiten die Studierenden in zwölf interdisziplinären Teams Konzepte und Prototypen, die dann präsentiert werden.

„Gefragt sind Offenheit, Engagement und Zusammenarbeit“, erklärt Katja Hutter, Professorin für Innovation & Entrepreneurshop an der Universität Innsbruck und Organisatorin der Innovation days. „Im Team und begleitet von Innovationscoaches möchten wir gemeinsam das Bestehende neu denken. Radikale Innovation abseits vom Kerngeschäft steht im Mittelpunkt“.

Zukunftsthemen von Artificial Intelligence bis New Mobility

Beim Rahmenprogramm von salz21 steht übrigens inhaltlich die ganze Bandbreite an Zukunftsthemen auf der Agenda: Artificial Intelligence, New Mobility, Life Science, Educational Technology und Tourismus.

Sicherlich eines der Highlights dabei: Der Auftritt des humanoiden Roboters Sophia von Entwickler David Hanson – dem Gründer, Chairman und Chief Creative Officer von Hanson Robotics. Sophia erkennt Mimik und Gestik, tanzt, malt, singt – und wird im Messezentrum Salzburg neu erlernte Fähigkeiten erstmals in Europa präsentieren. Welche genau das sind, ist noch geheim. Was aber schon verraten werden kann: Besucherinnen und Besucher werden – ganz im Sinne von Austausch und Interaktion – auch selbst Sophia zum „Meet & Greet“ treffen können.

Tickets

Ein Ticket für beide Tage von salz21 kostet 380 Euro und inkludiert alle 60 Programmpunkte – also sämtliche Keynotes, Panels, Workshops und darüber hinaus auch noch Essen, Getränke und Kaffee. Außerdem sind Tagestickets für 260 Euro verfügbar.

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Viktoria Ilger
Viktoria Ilger | Foto: Viktoria Ilger/Adobe Stock (Hintergrund)

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von Mai 2026 „Die nächste Stufe“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Österreich beschafft jährlich Güter, IT-Leistungen und Dienstleistungen im Wert von rund 67 ­Milliarden Euro – etwa 18 Prozent des BIP. Gleichzeitig erwirtschaften laut Austrian Startup Monitor 2023 gerade einmal fünf Prozent der heimischen Startups Umsätze mit öffentlichen Organisationen.

Dieses Missverhältnis ist kein Zufall und kein Versagen einzelner Akteure. Es ist das Ergebnis zweier Welten, die aneinander vorbeireden – und eine Chance, die Österreich systematisch liegen lässt.

Warum Innovation heute Partnerschaften braucht

Unsere Welt wird zunehmend komplexer: Neue Technologien entstehen schneller, als Organisationen sie intern entwickeln können. Lieferketten werden vernetzter, Kundenanforderungen anspruchsvoller, regulatorische Rahmenbedingungen vielschichtiger. In diesem Umfeld ist es weder möglich noch sinnvoll, alles selbst zu entwickeln. Was es braucht, sind smarte Partnerschaften – mit Unternehmen, die genau das lösen, wofür intern Zeit, Team, Ressourcen oder Kernkompetenzen fehlen.

Startups sind dafür prädestiniert: Sie arbeiten mit starkem Problemfokus, entwickeln schlanke Lösungen und bringen eine Geschwindigkeit mit, die etablierte Organisationen strukturell nur schwer erreichen. Viele große Unternehmen im DACH-Raum haben das längst erkannt.

Doch einfach bei Startups einzukaufen funktioniert nicht – klassische Einkaufsprozesse, Rechtsabteilungen und Risikomanagement-Strukturen sind auf Stabilität ausgelegt: bewährte Lieferanten, lange Referenzlisten, geprüfte Bilanzen. Ein Startup mit 18 Monaten Geschichte fällt durch dieses Raster; nicht, weil die Lösung schlecht ist, sondern weil die Prozesse keine Ausnahme kennen. Das Ergebnis: Startups scheitern nicht am Produkt, sondern an der Bürokratie.

Ein Modell, das in der Praxis bereits funktioniert

Venture Clienting wurde als strukturierte Antwort auf genau dieses Problem entwickelt. Kein Fördermodell, keine Beteiligung, kein Accelerator-Programm – sondern ein klarer Prozess: Problemstellungen aus den Fachabteilungen werden identifiziert, passende Startups gescoutet und strukturiert evaluiert. Dann folgt ein Pilotprojekt unter realen Bedingungen, mit definierten Hypothesen und messbaren KPIs. Das Ziel ist nicht das Pilotprojekt selbst, sondern die fundierte Entscheidung danach: skalieren, stoppen oder weiter iterieren?

BMW hat den Ansatz mit der Startup Garage salonfähig gemacht; mittlerweile setzen viele Unternehmen im DACH-Raum und darüber hinaus darauf. Gerade in einer Zeit knapper Budgets gewinnen Effizienzgewinne aus der Zusammenarbeit mit Startups strategisch an Bedeutung.

Public Venture Clienting überträgt diesen Prozess auf die öffentliche Hand: Öffentliche Organisationen und staatsnahe Unternehmen treten als frühe zahlende Kund:innen auf. Die öffentliche Organisation bekommt eine funktionierende Lösung für ein konkretes Problem, das Startup bekommt das Wertvollste, was es in einer frühen Phase bekommen kann: einen zahlenden Kunden, einen Markttest, eine Referenz; und damit offene Türen zu weiteren Märkten und Investoren.

Warum Public Venture Clienting gerade jetzt an Bedeutung gewinnt

Die öffentliche Hand steht unter Druck: Digitalisierung, Klimawende, Versorgungssicherheit und Effizienzsteigerung müssen gleichzeitig vorangetrieben werden – bei begrenzten Ressourcen und steigenden Erwartungen von Bürger:innen und Politik. Startups liefern hier schnelle, digitale und nutzerzentrierte Lösungen für Verwaltung, Mobilität, Klima, Energie und Bürgerdienste; Lösungen, die der öffentliche Sektor in dieser Geschwindigkeit oft nicht selbst entwickeln kann.

Startups stehen unter einem anderen, aber gleichwertigen Druck – Risikokapital-Finanzierungen sind zurückgegangen, der Druck von Investor:innen wegen früher Umsätze ist gestiegen. Hier liegt ein fundamentales Paradox: Österreich hat einen der größten potenziellen Märkte direkt vor der Haustür (67 Milliarden Euro Beschaffungsvolumen), und doch ist dieser Markt für die meisten Startups praktisch nicht zugänglich. Ein öffentlicher Pilotkunde ändert das schlagartig: Cashflow, Stabilität – und eine Referenz, die kein Investor kaufen kann.

Hinzu kommt die dritte Dimension: der Standort. Ein Ökosystem, in dem öffentliche Organisationen systematisch als frühe Kunden auftreten, stärkt heimische Startups auf dem Weg zur Skalierung – und macht Österreich als Innovationsstandort attraktiver. Nicht als Schlagwort, sondern als messbarer Wettbewerbsvorteil im europäischen Vergleich.

Österreich hat eine sehr gute öffentliche Frühphasenfinanzierung für Startups geschaffen und mit dem Dachfonds entsteht Wachstumskapital für Skalierung und Internationalisierung. Das ist richtig und wichtig – und reicht trotzdem nicht. Denn Kapital allein macht aus einer guten Idee noch keine Innovation. Was eine Idee zur Innovation macht, ist die Marktannahme: der Moment, in dem ein echter Kunde echtes Geld bezahlt. Erst dieser Beweis macht aus einem Produkt ein skalierbares Unternehmen. Public Venture Clienting ist damit eine notwendige Ergänzung. Die Kombination aus Kapital und Marktzugang ist der entscheidende Hebel.

Wo die Zusammenarbeit heute an ihre Grenzen stößt

Für das Whitepaper „Public Venture Clienting“ wurden ausführliche Gespräche mit Führungskräften und Mitarbeitenden aus Verwaltung, staatsnahen Unternehmen und der Startup-Szene geführt. Die Herausforderungen sind strukturell tiefer verwurzelt als oft angenommen – und lassen sich in vier Bereiche unterteilen.

Kulturelle Unterschiede

Startups agieren schnell, iterativ und mit hoher Fehlertoleranz. Öffentliche Organisationen sind durch strenge Regulierungen, formale Prozesse und Verantwortlichkeit geprägt – jede Entscheidung muss öffentlich verantwortet werden können. Diese unterschiedlichen Betriebssysteme erzeugen täglich Reibung und Missverständnisse. Ohne bewusste Brückenbauer:innen auf beiden Seiten führt das zu Stillstand.

Fehlende Schnittstellen und Silostrukturen

Für Startups ist oft unklar, wer innerhalb der Organisation zuständig ist, wer entscheidet, wer Budget hat. Bedarfsträger:innen, Einkauf und Rechtsabteilung agieren in Silos mit unterschiedlichen Zielsystemen und ohne gemeinsame Verantwortung für Innovationsprojekte. Diese Fragmentierung erzeugt Reibungsverluste und macht es schwer, eine Tür zu finden, die wirklich aufgeht.

Unterschiedliche Budgethorizonte

Startups operieren mit begrenzter Liquidität und brauchen rasche Entscheidungen sowie zeitnahe Zahlungen. Öffentliche Organisationen planen in Jahreshaushalten. Selbst kleine Beträge für erste Pilotierungen unterliegen langen internen Freigabeprozessen – ein strukturelles Missverhältnis, das Kooperationen abbremst, noch bevor sie begonnen haben.

Rechtliche Unsicherheit und Vergaberecht

Das Vergaberecht ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint – in beide Richtungen. Für Startups ist es eine strukturelle Hürde: Vergabeverfahren verlangen Eignungsnachweise wie Mindestumsätze, Bonitätsnachweise oder Referenzprojekte, die junge Unternehmen kaum erfüllen können. Ein überzeugendes MVP reicht formal nicht aus. Auf der anderen Seite existieren Spielräume: funktionale Leistungsbeschreibungen, Innovationspartnerschaften, Direktvergaben bis 143.000 Euro. Das Problem ist oft nicht das formale Erlaubtsein, sondern die Prüfrealität dahinter: Vergabeentscheidungen müssen ex post gegenüber Kontroll- und Prüfstellen – insbesondere dem Rechnungshof – tragfähig begründet werden können. Diese Anforderung prägt das tatsächliche Entscheidungshandeln oft stärker als der gesetzliche Spielraum selbst. Das Ergebnis: Innovative Beschaffungsansätze werden vor allem dort genutzt, wo sie in standardisierte, intern abgestimmte Prozesse eingebettet sind. Wo das fehlt, entscheiden Einkauf, Recht und Fachabteilungen mit unterschiedlichen Zielen und ohne gemeinsame Verantwortung für das Innovationsprojekt als Ganzes.

Vom Einzelfall zur Struktur

Public Venture Clienting ist ein Lernprozess für alle Beteiligten. Öffentliche Organisationen entwickeln ein besseres Verständnis für iterative Innovationsprozesse; Startups lernen, wie Vergabe- und Entscheidungslogiken im öffentlichen Bereich funktionieren. Beide Seiten gewinnen Sicherheit in der Zusammenarbeit.

Was es dafür braucht, zeigen die Interviews deutlich: klare Zuständigkeiten. Wer ist verantwortlich für die Zusammenarbeit mit Startups? Wer begleitet den Übergang vom Pilotprojekt in die Skalierung? Öffentliche Organisationen, die das intern klar regeln – mit einer zentralen Anlaufstelle, interdisziplinären Teams aus Bedarfsträger:innen, Einkauf und Recht sowie definierten Prozessen –, schaffen die Grundlage, auf der alles andere aufbaut.

Das Vergaberecht muss dabei kein Feind sein. Statt Einzelentscheidungen fallweise abzusichern – oft mit externen Gutachten, die Zeit und Geld kosten –, braucht es standardisierte Schablonen: Begründungstexte für Direktvergaben, Checklisten für funktionale Ausschreibungen, klare Pilotklauseln.

Wenn öffentliche Beschaffung konsequent als Innovationsinstrument verstanden wird, verwandelt sie sich vom bürokratischen Pflichtprogramm in einen Motor für Fortschritt, Digitalisierung und Standortentwicklung. Nicht vom Einzelfall zur Ausnahme – sondern vom Einzelfall zur Struktur.

Wie das konkret gelingen kann – mit Handlungsempfehlungen, Best Practices und einem detaillierten Blick auf das Vergaberecht –, zeigt das vollständige Whitepaper, das im Juni erschienen ist.


Dieser Text ist ein Sneakpeek aus dem Whitepaper „Public Venture Clienting“, veröffentlicht in Kooperation mit Viktoria Ilger und Venture Clienting Austria (VCA).

Viktoria Ilger unterstützt mit ihrem Unternehmen Sustainable Transformers Organisationen dabei, Innovation strukturiert in die Anwendung zu bringen – mit besonderem Fokus auf Corporate Venturing und der Zusammenarbeit mit Startups. Zuvor hat sie über mehrere Jahre die Open-Innovation-Aktivitäten eines internationalen Technologieunternehmens aufgebaut. Sie ist Mitgründerin und Vorstandsmitglied von Venture Clienting Austria (VCA), einem Verein, der den Austausch rund um Venture Clienting in Österreich fördert und Best Practices zwischen Unternehmen, öffentlicher Hand und Startups sichtbar macht.

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