26.04.2021

So will Kocher Fachkräfte in Österreich zum Umzug bewegen

Österreicher sind zu wenig bereit, für einen Job umzuziehen oder sich umschulen zu lassen. Kocher nimmt für dieses Problem 700.000 Euro in die Hand.
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Minister Martin Kocher.
© BKA/Dunker - Minister Martin Kocher.

Zu wenig „Flexibilität am Arbeitsmarkt“. So urteilten Top-Manager aus Österreich im jüngsten „Deloitte Radar“ zum Wirtschaftsstandort. Gemeint ist damit, dass zu wenige Menschen bereit sind, für einen Job umzuziehen oder sich umschulen zu lassen. Um genau diese Hürde im Bemühen gegen den Fachkräftemangel zu senken, hat Arbeitsminister Martin Kocher nun ein spezielles Mobilitäts-Programm gestartet.

Mit Geld und Infos zu mehr Mobilität

Mit „ticket2west“ sollen Arbeitslose mit Förderungen zu mehr Mobilität und Umschulungs-Lust motiviert werden. 700.000 Euro stehen insgesamt bereit. Mit dem Geld sollen die üblichen Zuschüsse für Wohnkosten und Kursnebenkosten aus der Mobilitätsbeihilfe verdoppelt werden, so das Arbeitsministerium per Aussendung. Im Rahmen des Programms sollen grundsätzliche Erfolgsfaktoren identifiziert werden, um die Arbeitsmobilität in Österreich zu erhöhen. 

Mit einer Informationsveranstaltung sollen 1.000 Menschen erreicht werden: „Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten letztlich ein Rundumpaket, das von einer Unterstützung bei der Wohnungssuche bis hin zu einem großzügigen Förderprogramm reicht“, so Kocher. Gleichzeitig werden aber auch bis zu 40 Unternehmen im Rahmen des Programms unterstützt, die bisher erfolglos nach Fachkräften suchen. 

Arbeitslose Wiener sollen im Westen arbeiten

Wie der Titel des Programms bereits vermuten lässt, geht es vor allem um die Vermittlung arbeitsloser Wienerinnen und Wiener in westlichere Bundesländer. Dort wird mit Ende der Lockdowns und Corona-Maßnahmen mit einem Fachkräftemangel in Tourismus und Gastronomie gerechnet. 

Es geht aber auch um andere Branchen. Das Arbeitsministerium weist etwa auf Elektroinstallateure hin. In diesem Bereich gebe es in in Wien 856 Arbeitslose, aber nur 251 offene Stellen für Elektroinstallateure. In Salzburg hingegen kämen auf einen Installateur fünf offene Stellen.

„Ein wesentlicher Erfolg für die überregionale Vermittlung ist, dass sich die Menschen am neuen Arbeitsort unterstützt fühlen – von grundlegenden Informationen über die Region über die Wohnungssuche bis zu Kinderbetreuung und Schulplatz. Dieses Projekt leistet genau das“, sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. „Damit können wir arbeitsuchende Wienerinnen und Wiener, die bereit sind, auch einmal in anderen österreichischen Regionen zu arbeiten, mit den gewonnenen Erfahrungen zu gesuchten Fachkräften machen.“ 

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vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media
vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder und President) | © DREAM/eclipse media

Etwa eineinhalb Monate nach seiner Series-C-Finanzierungsrunde über 260 Millionen US-Dollar (brutkasten berichtete) verkündete das Cybersecurity-Scaleup Dream nun den Start eines neuen Standorts in Zürich. Das berichtet das Schweizer Magazin Bilanz. Seinen Sitz hat das zuletzt mit drei Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen in Tel Aviv. Bereits vor mehr als einem Jahr kam Wien als erster Europa-Standort hinzu.

100 Mio. US-Dollar Jahresumsatz

Das Unternehmen rund um den österreichischen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (President) und den als früheren NSO-Chef bekannten israelischen Unternehmer Shalev Hulio (CEO) hat nach eigenen Angaben aktuell rund 450 Mitarbeiter:innen und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen US-Dollar. Kunden sind vor allem Staaten und Betreiber kritischer Infrastruktur.

„Ich bin ein grosser Schweiz-Fan“

„Wir haben begonnen, dort ein Team aufzubauen“, sagt Kurz nun über die Pläne in Zürich. Aktuell ist jedoch noch nicht klar, wie groß der Standort letztlich wird. Allerdings soviel: Die Schweiz sei „ein wichtiger Markt“, so Kurz. „Ich bin ein grosser Schweiz-Fan. Daher ist es natürlich schön, auch in der Schweiz tätig zu sein.“ Im Zuge dessen äußerte sich Kurz auch kurz zur Unternehmensentwicklung. Der Hauptfokus liege aktuell auf weiterem Wachstum, man arbeite aber bereits profitabel. Und: „Ein Börsengang ist absolut ein Thema.“

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