29.03.2021

So nutzt Microsoft die Bitcoin-Blockchain, um Passwörter überflüssig zu machen

Das dezentrale und offene Identitätsnetzwerk ION von Microsoft ist am Bitcoin-Mainnet gestartet.
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Die Software OS/2 wurde zur Microsoft-Blamage.
Die Software OS/2 wurde zur Microsoft-Blamage. Foto: dvoevnore - stock.adobe.com

Keinen Nutzernamen, keine E-Mail-Adresse, kein Passwort – und trotzdem Microsoft-Dienste nutzen. Dies könnte künftig durch die Identitätslösung ION möglich werden. Das Besondere: Das dezentrale Identitätsnetzwerk basiert auf der Bitcoin-Blockchain.

Microsoft hat an dem Projekt bereits vier Jahre gearbeitet – seit Juni vergangenen Jahres gab es dann eine Beta-Version, nun ist ION offiziell gestartet. „Wir freuen uns mitteilen zu können, dass Version 1 von ION komplett ist und am Bitcoin-Mainnet gelauncht wurde“, schreibt Microsoft-Experte Daniel Buchner in einem Blog-Eintrag des Unternehmens. Mit ION werden ein Public Key und ein damit verbundener Private Key genutzt, um User zu verifizieren.

Identifikation über „Decentralized Identifiers“

Eine zentrale Rolle bei ION spielen sogenannte Decentralized Identifiers (DID). „Anders als traditionelle Usernamen und E-Mail-Adressen sind DIDs im Eigentum der Einheit, also einer Person, eines Geräts oder eines Unternehmen, selbst und werden auch von dieser kontrolliert. Sie existieren unabhängig von jeder externen Organisation“, führt Buchner im Blogeintrag weiter aus.

Anstatt Username und Passwort einzugeben, um sich beim eigenen Microsoft-Konto anzumelden, würde man seinen DID mit dem ION-Account verifizieren. Persönliche Daten müssen dazu also nicht auf der Blockchain gespeichert werden.

Offenes Systems

„Weil ION ein offenes System ist, bei dem es für die Teilnahme keine Erlaubnis braucht, kann jeder einen ION-Node betrieben. Tatsächlich wird das Netzwerk umso stärker, je mehr Nodes in Betrieb sind“, heißt es in dem Blogeintrag weiter. Als nächstes will sich das für ION zuständige Microsoft-Team nun darauf konzentrieren, die Implementation von ION-Nodes zu optimieren. Außerdem sollen weitere Features entwickelt werden.

„Obwohl der Launch der ersten Version von ION ein bedeutender Meilenstein ist, sind wir noch in der frühen Phase der Reise“, schreibt Buchner abschließend. Man habe noch viel zu tun, damit ein besseres, vertrauenswürdigeres und dezentraleres Internet vollständig umgesetzt sei.

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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