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Dieser Artikel ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von November 2025 “Verantwortung” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.
Wie also plant man ein produktives Jahr, ohne in den Overload zu kippen? Wir haben bei Judith Girschik, Führungskräfte-Coachin und Gründerin des Leadership Institute in Wien, nachgefragt.
brutkasten: Viele Unternehmer:innen starten mit einer langen Liste an Zielen ins neue Jahr. Warum ist das problematisch?
Judith Girschik: Wer sich zu viele Ziele setzt, verliert schnell den Fokus und dann die Freude. Ich empfehle, das Jahr lieber mit drei starken Prioritäten zu starten – das gibt Klarheit und ermöglicht, Erfolge auch wirklich zu spüren.
Warum scheitern so viele Vorsätze – und was wäre die bessere Alternative?
Vorsätze scheitern, weil sie meist aus einem „Ich sollte…!“ entstehen, nicht aus einem echten inneren Wollen. Erfolgreiche Unternehmer:innen planen nicht moralisch, sondern realistisch. Sie fragen sich: Was zählt und was ist jetzt wirklich dran? Daraus bauen sie dann konkrete, machbare Schritte. Kleine, gut verankerte Gewohnheiten sind nachhaltiger als große, vage Vorhaben.
Ich empfehle, das Jahr in 90-Tage-Abschnitte zu unterteilen – also überschaubar, aber wirkungsvoll. So bleiben Klientinnen und Klienten flexibel und kommen trotzdem spürbar voran. Unternehmer:innen, die sich regelmäßig Zeit zum Nachjustieren nehmen, starten nicht mit Druck, sondern mit Richtung.
Welche Routinen helfen, langfristig an seinen Zielen dranzubleiben?
Hilfreich sind kleine, regelmäßige Rituale statt großer Neujahrsvorsätze. Ein kurzer Wochenrückblick – was lief gut, was will ich ändern? – wirkt oft stärker als jede Jahresplanung. Ich empfehle, diese Reflexionsmomente fest einzuplanen; am besten mit jemandem, der ehrlich und mit objektiver Distanz mitreflektiert. So bleibt man dran und behält Ruhe, auch wenn das Tagesgeschäft stürmisch wird.
Welche Rolle spielt Erholung bei der Jahresplanung?
Erholung ist kein Luxus, sondern eine Führungsaufgabe. Schlaf, Bewegung und bewusste Pausen sind die Grundpfeiler von Klarheit, Kreativität und Belastbarkeit – gerade für Gründer:innen, die oft über Monate unter Hochspannung stehen. Wer Leistung plant, sollte Regeneration genauso ernst nehmen: regelmäßiger Schlafrhythmus, kurze Bewegungseinheiten im Alltag, echte Auszeiten ohne Bildschirm. Diese Phasen sind kein Stillstand, sondern der Moment, in dem Körper und Geist neue Energie aufbauen. Nur wer auftankt, kann langfristig führen und inspirieren.




