10.03.2021

So baut die La Katz-Gründerin ein Luxus-Mode-Startup auf

Luxus-Mode ist für Startups ein hartes Pflaster. Laura Sänger hat 2020 mit dem Aufbau von LaKatz begonnen und teilt ihre Learnings.
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LaKatz-Gründerin Laura Sänger © LaKatz
LaKatz-Gründerin Laura Sänger © LaKatz

Die Wienerin Laura Sänger kommt aus dem Digitalmarketing, hat lange für bekannte Startups wie foodora oder Caspar in Deutschland gearbeitet und nun hat sie ihr eigenes Unternehmen zurück in die Heimatstadt geführt: La Katz ist ein Luxusmode-Startup. Elegante Mode für Frauen aus purer Seide. Gleichzeitig setzt die Jungunternehmerin auf eine „saubere“ und möglichst regionale Produktion – denn Greenwashing sei in der Modebranche sehr präsent und der CO2-Ausstoß hoch.

„Leder gilt als Naturmaterial, wird heute aber oft mit einem giftigen Stoff gegerbt“, erzählt Sänger im Interview mit dem brutkasten. Auch „recyceltes Plastik“, das heute oft als „Ocean Plastic“ vermarktet wird, sei ein solcher Greenwashing-Schmäh. Mit recyceltem Plastik löse man nicht das grundsätzliche Problem der Plastikproduktion und außerdem falle durch Kleidung aus „Ocean Plastic“ wiederum eine Menge Mikroplastik an.

Selbst Naturmaterialien können problematisch sein

Sänger setzt sich intensiv mit diesen Themen auseinander und legt Wert darauf, bei La Katz „von Anfang an sauber zu produzieren: Cradle to Cradle“. Das fängt bei der Seide an, denn „Natur bedeutet nicht immer besser“, sagt die Gründerin. Konventionelle Seide bedeute in der Regel den Tod der Seidenraupe. Sie wird in heißes Wasser getaucht. Die Bio-Seide, aus der La Katz-Kleidung ist, setze hingegen auf einen Herstellungsprozess, der die Metamorphose zum Schmetterling ermöglicht.

Die Materialien stammen laut Sänger alle aus Deutschland und Österreich und in Wien hat sie eine der letzten Färbereien Europas gefunden. Die arbeitet zwar nicht mit Naturfarbe, da dann keine leuchtenden Farben möglich seien, aber mit schadstofffreier Farbe. Die Hingabe zum Detail hat ihren Preis: Eine Damenbluse kostet bei La Katz 850 Euro.

Die Learnings für (Luxus)-Mode-Startups

Im Talk mit dem brutkasten teilt Laura Sänger ihre wichtigsten Learnings aus dem Aufbau eines Luxusmode-Startups:

  • Den Kapitalbedarf nicht unterschätzen. Zusätzlich zu den Kosten einer Firmengründung muss auch die Produktion vorfinanziert werden, hinzu kommen Kosten für Lager und Logistik.
  • Nur E-Commerce funktioniert nicht. Das hatte die Digital-Expertin nicht erwartet – in ihrem Luxus-Segment sei das Haptische ein sehr wichtiges Erlebnis. Dementsprechend baut sie nun ein internationales Netzwerk an Boutiquen auf, die La Katz vertreiben. „Im Einzelhandel erleben, online kaufen“, darin sieht sie die Zukunft für Luxusmode.
  • Mehr auf den einzelnen Kunden eingehen. Laura Sänger schreibt Weihnachtskarten für jede Kundin und jeden Kunden per Hand.
  • Die Modebranche ist sehr langsam: „Manchmal redet man nach zehn Jahren noch von Newcomern“.
  • Strategische Business Angels. Laura Sänger hat Gründung und Aufbau ihres Startups zunächst selbst finanziert, aber sie hat auch früh auf einen strategischen Business Angel gesetzt, weil: „Produktion und Marketing sind in der Modebranche sehr komplexe Themen“.

Laura Sänger von La Katz im Interview

La Katz Gründerin Laura Sänger im Live Talk

La Katz Gründerin Laura Sänger im Live TalkLaura Sänger, Gründerin von La Katz im Live Talk über den Aufbau eines Modeunternehmens, nachhaltige Produktion und die Digitalisierung im ModehandelLa Katz

Posted by DerBrutkasten on Tuesday, March 9, 2021

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iDWELL-Gründer und CEO Alexander Roth mit COO Anna-Katharina Matzenberger | Foto: iDWELL

Das 2017 gegründete Wiener PropTech iDWELL hat sich frisches Kapital gesichert: Der US-Kapitalgeber Riverside Acceleration Capital (RAC) stellt dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung. Anders als bei der Finanzierungsrunde im November 2024 handelt es sich diesmal aber um kein Investment im klassischen Sinn.

„Es handelt sich um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. Die Eigentümerstruktur von iDWELL wird dadurch nicht verändert“, bestätigt Gründer und CEO Alexander Roth auf Anfrage von brutkasten. Zu Laufzeit, exakter Höhe und Rückzahlungsmodell will sich das Unternehmen nicht äußern: Mit RAC sei Stillschweigen vereinbart worden.

RAC verfolgt nach eigener Darstellung zwei Strategien: Minderheitsbeteiligungen über RAC Growth Equity und nicht verwässernde Wachstumsdarlehen über RAC Growth Lending. Nach eigenen Angaben hat der Kapitalgeber seit seiner Gründung 2016 mehr als 100 B2B-Softwareunternehmen unterstützt. RAC ist Teil von The Riverside Company.

Bestandsinvestoren: Unterstützung ja, Beteiligung offen

Im November 2024 hatte iDWELL rund zehn Millionen Euro in einer klassischen Runde aufgenommen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war die Amsterdamer Investmentgesellschaft Knight Capital, auch die bestehenden Investoren Flashpoint Venture aus London und Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich.

Warum diesmal Fremd- statt Eigenkapital, beantwortet Roth allgemein: „In der aktuellen Unternehmensphase war eine nicht verwässernde Finanzierung die passende Lösung.“ Seit der letzten Runde habe man den Umsatz „signifikant“ gesteigert. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die langjährigen Bestandsinvestoren würden den eingeschlagenen Wachstumskurs „weiterhin voll“ unterstützen. Ob sie sich an der aktuellen Finanzierung beteiligt haben, lässt die Antwort offen.

Auch auf die Frage, wie stark der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt gewachsen ist und ob iDWELL heute cash-flow-positiv arbeitet, gibt es keine Zahlen. Man verfüge über eine „solide langfristige Basis“, heißt es dazu.

Kapital fließt in KI-Produkte

Das Geld soll in den Ausbau der KI-gestützten Produktwelt fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf „iDWELL Finance“, einer Lösung für automatisiertes Rechnungsmanagement. Sie stammt vom Wiener Startup domonda, an dessen Finanzsoftware sich iDWELL im Dezember 2025 die exklusiven Rechte für die Immobilienbranche gesichert hatte (brutkasten berichtete). Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet und wurde zwei Monate später saniert. Nach Angaben von iDWELL setzten Ende 2025 rund 100 Immobilienunternehmen die Lösung ein.

Zweiter Baustein ist die hauseigene KI „Greta-AI“, die Verwaltungs-, Dokumentations- und Rechnungsprozesse automatisieren soll. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist auf die Positionierung im deutschsprachigen Raum und das Ökosystem an ERP-Integrationen, mit dem iDWELL die Digitalisierung der professionellen Immobilienverwaltung vorantreiben könne.

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