29.04.2021

SNOOOPit: Hohes sechsstelliges Investment für Ennser Startup

Das Ennser Startup Digital City Solutions baut mit SNOOOPit digitale Stadt-Marktplätze für lokale Händler. Das Linzer Unternehmen Neuson stieg nun ein.
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SNOOOPit: Die Gesellschafter von Digital City Solutions (vlnr.) Christian Richter, Neuson Industries, Alfred Hiebl, MIC Customs Solutions, Manfred Biermayer, MIC Customs Solutions, Mario Stangl, Digital City Solutions, Peter Riegler, Neuson Industries
(c) Neuson Industries: Die Gesellschafter von Digital City Solutions (vlnr.) Christian Richter, Neuson Industries, Alfred Hiebl, MIC Customs Solutions, Manfred Biermayer, MIC Customs Solutions, Mario Stangl, Digital City Solutions, Peter Riegler, Neuson Industries

Wenn man sich ansieht, was das Ennser Startup Digital City Solutions mit seinem Produkt SNOOOPit anbietet, kommt einem unweigerlich das grandios gescheiterte Projekt Kaufhaus Österreich in den Sinn. Denn das junge Unternehmen schafft etwas, das im Prestige-Projekt von Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer nicht gelang: Es ermöglicht lokalen Händlern, ihre einzelnen Produkte online zu verkaufen.

Digitale Marktplätze für einzelne Städte

Über die digitalen Stadt-Marktplätze, die nun in allen 86 heimischen Städten über 10.000 Einwohner ausgerollt werden sollen, können lokale Händler ihre Produkte mit wenigen Klicks online anbieten. Ein regionaler Lieferservice soll die Waren noch am selben Tag zum Bestimmungsort bringen. Zudem zeigen die Städte-spezifischen Marktplatz-Pages, die es derzeit bereits für mehrer oberösterreichische Städte gibt, noch weitere Angebote, etwa aus dem kulturellen Bereich. Über den regionalen Pages gibt es eine nationale, über die sich alle Angebote finden lassen.

Nun stieg das Linzer Unternehmen Neuson Industries mit einem „hohen sechsstelligen“ Investment ein. Das Angebot sei „einzigartig“ meint Neuson Industries-Geschäftsführer Peter Riegler. „Es bietet sich auch für die Kunden erstmals die Gelegenheit, beim Online-Einkauf umfassend nachhaltig und regional zu agieren – bei regionalen Anbietern mit kurzen Lieferwegen“. Auch für die Sparte der Transportdienste ergebe sich ein Vorteil. „Zusätzlich tragen die SNOOOPit-Online-Shops mit den regionalen Marktplätzen dazu bei, die Innenstädte zu beleben und die Kaufkraft in der Region zu halten“, so Riegler.

„SNOOOPit verbindet die Online-Welt mit der realen“

Mittel- und langfristig will das Startup sein Angebot in den Marktplätzen noch deutlich ausbauen. Demnächst sollen darüber auch die Mittagsmenüs und Speisen der Gastronomie zu bestellen sein, und Museumstickets und Stadtführungen online gebucht werden können. „Stellen Sie sich vor, Sie erhalten alle wichtigen Informationen über die Städte und Regionen des Landes schnell und einfach auf einen Blick. Sie bekommen Tipps zu Ihren Interessen, etwa zum vegetarischen Restaurant mit seinen Mittagsmenüs oder zum beliebten Mountainbike-Laden mit seinen Angeboten um die Ecke“, sagt Co-Founder und CEO Mario Stangl. „SNOOOPit verbindet die Online-Welt mit der realen, wodurch sich sowohl für die Städte und Händler als auch für die Bewohner und Besucher große Vorteile ergeben“.

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Angelos Chronis, CEO und Co-Founder von infrared.city | (c) infrared.city

Wer schon einmal durch Wien gegangen ist, kennt das Dilemma: Ein sonniger Platz ist schnell gefunden. Aber einer, der zugleich windgeschützt und angenehm temperiert ist, schon deutlich schwerer. Genau hier setzt das Wiener Startup infrared.city an. Mit Echtzeit-Mikroklimasimulationen, trainiert auf über 500.000 Datenpunkten aus mehr als 100 Städten weltweit, will das Unternehmen diese komplexen Zusammenhänge für alle verständlich und nutzbar machen – bald auch per App.

Doch hinter dem praktischen Nutzen steckt ein größeres Anliegen. Klimaanpassung ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern akute Realität. Bisher waren Architekturbüros, Stadtplaner:innen und Kommunen auf aufwendige Tools angewiesen, die viel Zeit, Expertise und Budget erfordern. Das Startup will diese Hürde deutlich senken.

Aus dem Forschungslabor in die Praxis

Die Geschichte von infrared.city beginnt nicht mit einer Geschäftsidee. „Wir sind nicht von Natur aus Unternehmer“, sagt CEO und Co-Founder Angelos Chronis im Interview mit brutkasten. „Wir kommen alle aus einem Forschungs- und Architektur-Background. Das war keine Business-Idee, um Geld zu verdienen. Es war ein Problem, das wir selbst hatten.“

Chronis leitete eine Forschungsgruppe am Austrian Institute of Technology (AIT), die sich mit KI, Stadtentwicklung und Klimaresilienz beschäftigte. Dort entstand, was heute infrared.city ist: ein KI-gestütztes Simulationsmodell, das komplexe Klimaanalysen in Sekunden berechnet, statt in Tagen.

Gemeinsam mit Co-Founderin und CPO Oana Taut, CSO Theodoros Galanos und CTO Serjoscha Duering baute Chronis das Forschungsprojekt zur Plattform aus. Die Idee dahinter: „Die Möglichkeit, etwas, das wir entwickelt haben, wirklich vielen Menschen zugänglich zu machen, war der eigentliche Antrieb, daraus ein Unternehmen zu machen“, so der CEO.

Bäume pflanzen in Riad

Was infrared.city in der Praxis bedeutet, lässt sich an folgendem Projekt illustrieren. In Riad, Saudi-Arabien, arbeitete das Team mit der Stadt daran, Begrünungsmaßnahmen zu planen. „Workshop-Teilnehmer konnten einfach Bäume irgendwo hinpflanzen und sofort sehen, welchen Effekt das auf den thermischen Komfort der Menschen hat“, erklärt Chronis. „Auf welcher Straßenseite bringt ein Baum mehr? Das könnte man mit einem Experten herausfinden, aber es dauert sehr lange. Bei uns sieht man es sofort.“

Das Produkt richtet sich heute an Stadtplaner:innen, Architekturbüros, Nachhaltigkeitsberater:innen und Kommunen. Über 1.300 Projekte wurden laut Unternehmensangaben bereits auf der Plattform optimiert.

Warum Österreich?

Dass infrared.city in Wien gegründet wurde, war eine bewusste Entscheidung. „Ehrlich gesagt war die Bürokratie am Anfang enorm“, sagt Chronis. „In Großbritannien kann ich ein Unternehmen an einem Nachmittag gründen. In den USA genauso. In Österreich war das damals wirklich aufwendig.“ Trotzdem blieb das Team in Wien.

„Was mich in Österreich gehalten hat, war die Work-Life-Balance und das Wissen, dass man als Arbeitgeber und Mensch gewisse Sicherheiten hat. Das war wahrscheinlich der wichtigste Faktor für mich“, sagt Chronis.

Hinzu kommt, was er als besondere Offenheit des österreichischen Ökosystems beschreibt: „Es ist ein kleines Land, aber das macht manche Dinge einfacher. Die Menschen sind offen, man kann auf Englisch sprechen, das Businessmodell wird verstanden. Das schafft echte Verbindungen.“

Austria Wirtschaftsservice (aws): Mehr als Förderung

Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Austria Wirtschaftsservice (aws). Unterstützt wurde infrared.city im Rahmen von aws Seedfinancing – Innovative Solutions. Das Programm setzt genau dort an, wo das Startup damals stand: Es richtet sich an impactorientierte Jungunternehmen, die bereits einen Proof of Concept vorweisen können und den Schritt zur Marktreife gehen wollen.

„Das Programm selbst ist sehr wichtig. Die Finanzierung hilft dir, deinen Weg zu finden“, sagt Chronis. Was er besonders hervorhebt, sind jedoch nicht die Mittel, sondern die Türen, die aws geöffnet hat. „aws ist ein sehr guter Partner“, sagt Chronis. „Viel Unterstützung – persönlich und natürlich auch finanziell.“ Nebenbei bereitet sich infrared.city derzeit auf eine erneute Fundraising-Runde vor.

Das nächste Kapitel: KI-Infrastruktur für das Klima

Die Vision geht weit über das heutige Produkt hinaus. „Wir bauen eine KI-Schicht, eine Foundation, die es erlaubt, alles rund um das Klima in Städten abzufragen“, erklärt Chronis. Das Ziel: infrared.city als das zu positionieren, was OpenAI oder Anthropic für Sprache sind – bloß für Klimasimulationen.

Aktuell umfasst die Plattform bereits mehr als 20 verschiedene Simulationsmodelle und Analytics-Workflows. In der nächsten Phase soll diese Grundlagentechnologie für externe Entwickler:innen geöffnet werden. Über eine API können dann auf deren Basis neue Anwendungen entstehen. „Klimawandel wird die Art, wie wir in Städten leben, tiefgreifend verändern. Man kann das Klima nicht mehr ignorieren. Je extremer es wird, desto mehr muss man damit planen“, sagt Chronis.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.

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