04.11.2025
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smaXtec: Steirer AgriTech mit neuem CEO – Ex-Unilever-Chef neu im Board

SmaXtec, der Anbieter für Gesundheitsmonitoring bei Milchkühen, kündigt Veränderungen in der Unternehmensführung an.
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smaXtec
© smaXtec - Charlie Sheppy (l.) und Stefan Scherer.

Als „Kuh-Versteh-System“ versteht sich das steirische AgriTech-Unternehmen smaXtec. Es hat ein sensorbasiertes Früherkennungssystem für Milchkühe entwickelt. 2020 konnte das Startup damit drei Millionen Euro Wachstumskapital an Land ziehen. Vor kurzem hat man mit OwnX ein Erfolgsbeteiligungsprogramm für Mitarbeitende eingeführt, wie brutkasten berichtete. Nun gibt es weitere Neuigkeiten.

smaXtec: Tierwohl und Effizienz im Fokus

Charlie Sheppy übernimmt mit sofortiger Wirkung die Leitung als Chief Executive Officer (CEO). Er soll die globale Weiterentwicklung des Unternehmens und die Innovationsstrategie konsequent vorantreiben. Sheppy verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen Tiergesundheit, Tierernährung und landwirtschaftliche Technologie. Zuletzt war er Mitglied des Global Marketing & Technology Solutions Leadership Teams bei MSD Animal Health, einer Sparte von MSD (Merck & Co.).

„Ich bin begeistert, smaXtec in dieser spannenden Phase der Entwicklung zu übernehmen und gemeinsam mit diesem großartigen Team die nächsten Schritte zu gehen. Die Nutztierhaltung – insbesondere die Milchviehwirtschaft – erlebt derzeit eine technologische Revolution. Nur wenige Unternehmen sind so gut aufgestellt wie smaXtec, um einen echten und nachhaltigen Beitrag zum Tierwohl und zur Effizienz landwirtschaftlicher Betriebe zu leisten“, sagt der neue CEO.

Ex-CEO wird Non-Executive Director

Sheppy folgt auf Stefan Scherer, der seit 2020 als CEO bei smaXtec tätig war. Wie geplant übernimmt dieser nun die Rolle des „Non-Executive Directors“ und soll sich künftig verstärkt auf die strategische Weiterentwicklung und Innovationsstrategie von smaXtec konzentrieren.

Zudem wird Hein Schumacher, ehemaliger CEO von Unilever und FrieslandCampina, ebenfalls als „Non-Executive Director“ im Board begrüßt. Mit diesen Neubesetzungen möchte das Unternehmen sowohl sein Management-Team als auch die Geschäftsführung stärken und seine internationale Expertise in den Bereichen Finanzen, Strategie, innovative Technologie in der Milchwirtschaft und globaler Unternehmensführung ausweiten.

„Teil der smaXtec-Reise zu werden, ist für mich eine spannende neue Aufgabe. Gesunde Tiere sind die Grundlage für jeden erfolgreichen landwirtschaftlichen Betrieb, und die smaXtec-Lösungen leisten hier einen entscheidenden Beitrag“, kommentiert Schumacher seine neue Rolle. „Ich freue mich darauf, das internationale Wachstum des Unternehmens zu begleiten und zu unterstützen.“

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In der heimischen Startup-Landschaft hat sich Stefan Ebner längst einen Namen gemacht. Er gründete das Datenunternehmen Braintribe, eröffnete später unter anderem den Co-Creation-Space Tribe.Space, launchte die Co-Creation-Plattform Tribe.Land oder das KI-WealthTech-Unternehmen WeR. Nun meldet er sich mit seinem neuesten Projekt Tribe.One zurück, das laut Ebner eine „dritte Welle der KI“ einläuten soll, nach den Sprachmodellen (LLMs) und den KI-Agents.

Von Agents zur Co-Organisation

Agents hätten sich zwar wie ein „Super Personal Assistant“ angefühlt, seien aber nie etwas gewesen, was eine Organisation wirklich aufnehmen könne, argumentiert Ebner. Tribe.One setzt deshalb eine Schicht über den Agents an: „Ich glaube, die nächste Welle wird das sein, was wir Co-Organisation nennen“, erklärt der Gründer. Gemeint ist ein neues Operating Model, in dem Mensch und KI den Output gemeinsam nutzbar machen. Damit richtet sich die Lösung vor allem an CEOs, CFOs und CMOs, denn: „Die meisten KI-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Organisation“, so Ebner.

Digitale Counterparts für die Führungsebene

Kern des Ansatzes sind sogenannte „Entities“, die auf Tribe.Ones Plattform Gzero laufen. Führungskräfte erhalten darüber ein digitales Gegenüber, etwa einen Co-CEO oder Co-CFO. Dieses kennt das Unternehmen samt Plänen und OKRs und gibt Aufgaben an Agents weiter, da eine Entity selbst keinen direkten Datenzugriff hat.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Tribe.One an sich selbst: Dort arbeiten laut Ebner vier menschliche und acht KI-C-Levels zusammen, und die Entities sind schon seit einem Jahr intern im Einsatz. Für Kund:innen soll die Möglichkeit bestehen bereits bestehende Agents mitzubringen und zu integrieren.

Ein Ort für Fokus und Austausch

Ebner verbindet technologische Vorhaben traditionell mit physischen Orten, vom Nachtclub Chaya Fuera bis zum Tribe.Space. Auch Tribe.One bekommt mit dem „Co-lab“ nun einen solchen Ort in Wien. Er ist laut Ebner kein klassischer Coworking-Space, sondern ein Ort für Fokus, Schulungen und Austausch, an dem auch Marketing, Kommunikation und Frühphasen-Projekte stattfinden sollen. Um die Szene zu vernetzen, ist jeden letzten Donnerstag im Monat ein „Open House“ geplant. Die offizielle Eröffnung soll gemeinsam mit dem großen Launch im Jänner erfolgen.

Forschung in Wien, Kapitalmarkt in London

Während Forschung und Entwicklung in Österreich bleiben, gründet Tribe.One in London eine Limited als Co-Headquarter für Markt und Kapital. Ebner selbst pendelt entsprechend zwischen zwei Welten: Zwei Wochen pro Monat verbringt er in Wien mit Forschung und Coding, die übrige Zeit bei Kunden, die er vor allem im DACH-Raum und in UK sieht.

Finanziert hat sich das Unternehmen bisher selbst und macht nach Ebners Angaben „substanzielle Umsätze“. Im ersten oder zweiten Quartal des kommenden Jahres will er nun aber Kapital aufnehmen.

Die Vision dahinter ist ambitioniert: Tribe.One soll zu den Top-5-KI-Firmen Europas gehören, die die neue Welle mitgestalten. Nach dem Soft Launch ist der große Launch für Januar geplant, und bis Jahresende will das Team 10 bis 15 Enterprise-Kunden und ebenso viele Startups onboarden. Ein Tool für Millionen Nutzer soll Tribe.One dagegen ausdrücklich nicht werden.

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