03.05.2021

ViennaUP’21: Das erwartet die TeilnehmerInnen am Smart City Summit 2021

Im Rahmen der ViennaUP'21 findet vom 4. bis zum 5. Mai der Smart City Summit 2021 statt. Im Vorfeld des zweitägigen Events hat der Brutkasten mit Eva Czernohorszky, Director Technology Services bei der Wirtschaftsagentur Wien, über die Zielsetzung des Summits und die aktuelle Smart City Rahmenstrategie der Stadt Wien gesprochen.
/artikel/smart-city-summit-2021-interview
Smart City Summit
Director Technology Services, Vienna Business Agency | (c) Christian Husar
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Wie können Städte gestaltet werden, damit sie auch für künftige Generationen lebenswert bleiben? Diese Frage steht im Zentrum des zweitägigen Smart City Summit 2021, der am 4. und 5 Mai im Rahmen der ViennaUP’21 stattfinden wird.

Bereits im Vorfeld haben sich mehr als 600 TeilnehmerInnen aus über 45 Länder angemeldet, die sich zwei Tage lang im digitalen Raum versammeln werden. Neben Inputs von internationalen ExpertInnen steht der kollaborative Austausch im Zentrum der Veranstaltung – unter anderem werden auch zahlreiche Startups teilnehmen.

Im Interview mit dem Brutkasten erläutert Eva Czernohorszky, Director Technology Services bei der Wirtschaftsagentur Wien, was die TeilnehmerInnen am Summit erwartet. Zudem erläutert Czernohorszky, wie das internationale Know-How im Zuge des Summits kollaborativ gesammelt und in künftige Smart City Projekte der Stadt Wien einfließen wird.

+++ Jetzt online anmelden für den Smart City Summit +++


Welche Schwerpunktthemen wird der Smart City Summit 2021 abdecken? 

Im Kern steht die Frage, was wir heute tun müssen, damit Wien für unsere Enkelkinder so lebenswert bleibt, wie es ist, und für Herausforderungen wie eine Pandemie, die Klimakrise und die Urbanisierung gerüstet ist. Ganz konkret stehen Themen wie Kreislaufwirtschaft, Grätzlentwicklung, nachhaltiges Bauen, Digitalisierung und Wasserstoffantrieb auf der Agenda.

Welche Zielsetzung verfolgt der Smart City Summit und wie werden Startups im Rahmen der Veranstaltung eingebunden? 

Mit dem Smart City Summit wollen wir einen Austausch zwischen StadtgestalterInnen, WissenschafterInnen und PionierInnen ermöglichen. Wir zeigen einerseits Leuchtturmprojekte aus Wien und holen uns andererseits Inspirationen aus aller Welt. Im Konferenzprogramm kommen mehr als 50 SpeakerInnen zu Wort. Zusätzlich werden anstehende Innovationsvorhaben der Stadt Wien in Co-Creation Sessions bearbeitet. Startups konnten sich im Vorfeld für diese Sessions anmelden und wir haben mit unseren PartnerInnen gemeinsam für diese Sessions eine Zusammensetzung kuratiert, die ein intensiveres Eintauchen in die Themen ermöglicht.

Stichwort Kollaboration: Wie soll das Matchmaking im Zuge des Smart City Summit erfolgen?

Mehr als 600 TeilnehmerInnen aus 45 Nationen haben sich im Vorfeld mit einem Profil registriert, das zeigt, womit sie sich gerade beschäftigen, zu welchen Themen sie nach Lösungen suchen oder innovative Ideen beitragen können. Das ermöglicht eine sehr gezielte Vernetzung mit anderen Teilnehmenden. Über die in Wien entwickelte Softwarelösung b2match können die TeilnehmerInnen Meetingslots in virtuellen Räumen buchen. In 20 minütigen Online-Treffen kann man ausloten, ob es da wirklich Synergien gibt und die Kontakte gegebenenfalls vertiefen.

Inwiefern werden die Learnings des Smart City Summits in die Smart City Rahmenstrategie der Stadt Wien einfließen? 

Die Veranstalter des Summits, also neben der Wirtschaftsagentur Wien auch die Stadt Wien, die Wiener Stadtwerke, die Wien Holding und die Aspern Smart City Research schicken ihre eigenen ExpertInnen in die Sessions und ins Match Making. So werden Erkenntnisse und Ideen aus diesem Summit unmittelbar in die Smart City Rahmenstrategie und in konkrete Aktivitäten in Wien einfließen.

Welche Leuchtturmprojekte stehen 2021 im Bereich Smart City in Wien auf der Agenda und welche Rolle spielen dabei Startups?

Besonders spannend finde ich persönlich den DoTank Circular City Vienna, die Wasserstoffstrategie der Wiener Stadtwerke, die City Logistik Pläne der Unternehmen der Wien Holding und  Wiens Pläne für einen digitalen Zwilling. Wir werden beim Summit außerdem von den Erfahrungen in Cascais (Portugal), Zürich, Helsinki, Amsterdam, Berlin und Thailand lernen können. Zukunftsperspektiven kommen von PionierInnen wie citibeats, Madaster, refurbed, Securaxis, puslwerk und alchemia nova.


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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
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Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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