28.05.2025
BARRIEREFREI

Smarda: Steirisches Startup erhält Auszeichnung beim US-Summit International Award

Das österreichische E-Commerce-Startup Smarda erhielt beim Summit International Award (SIA) in Portland (USA) den Summit Emerging Media Award. Dabei wurde das neue, nativ barrierefreie Shop- und Website-System des Gleisdorfer Startups ausgezeichnet.
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Smarda
(c) Smarda - Die zwei Smarda-Gründer und Geschäftsführer Horst Schalk (l.) und Alexander Wenzl.

Die vom steirischen E-Commerce-Startup Smarda entwickelte Cloud-Software ist eine Lösung, die für die automatisierte Erstellung barrierefreier Onlineshops und Websites gemäß dem international anerkannten Standard WCAG 2.2 AA zertifiziert ist. Mit der Auszeichnung beim Summit International Award in Portland, USA, würdigte die SIA-Fachjury das sogenannte „Accessible AI Shop System“ als „zukunftsweisende Technologie im digitalen Handel“.

Smarda: Einsatz von KI zur Automatisierung

Das Unternehmen wurde von Horst Schalk und Alexander Wenzl 2019 gegründet und setzt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die KI automatisiert viele der redaktionellen Auflagen, wie zum Beispiel das Erstellen von Alternativ-Texten für Bilder, die für User:innen mit einer Sehbeeinträchtigung wichtig sind, um Inhalte zu verstehen. Diese Automatisierung soll sicherstellen, dass jedes Projekt von Beginn an barrierefrei, rechtssicher und EU-konform umgesetzt wird.

„Diese Auszeichnung zeigt, dass Barrierefreiheit im E-Commerce kein Nice-to-have, sondern ein Must-have ist – technologisch machbar, wirtschaftlich relevant und gesellschaftlich notwendig“, sagt Co-Gründer und CEO Schalk. Das Ziel der Lösung: barrierefreies Einkaufen und Surfen – ohne Mehraufwand für Shop-Entwickler, Webdesigner oder Betreiber.

Zeichen zur Teilhabe setzen

Mit dem prämierten System möchte sich Smarda nicht nur als Technologieführer in Sachen barrierefreier Weblösungen positionieren, sondern zugleich auch ein international starkes Zeichen für digitale Teilhabe setzen. Laut Umfragen werden, so Schalk, 50 Prozent der Online-Shops allein in Deutschland aufgrund mangelhafter Rechtssicherheit mit empfindlichen Strafen abgemahnt. Ab dem 28. Juni 2025 wird die Barrierefreiheit für viele Shops und Websites EU-weit zur Pflicht und bei Verletzung derer können Strafen von bis zu 80.000 Euro drohen.

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Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber
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Sie wird regelmäßig als möglicher Hebel genannt, um Startups abseits von klassischen Förderungen staatlich zu unterstützen: die öffentliche Beschaffung. Gleichzeitig wird kritisiert, dass diese oft nicht die kommunizierten Zielsetzungen, etwa in der Stärkung der heimischen Innovationslandschaft, widerspiegelt. Das will die österreichische Bundesregierung nun mit einem „nationalen Aktionsplan Strategische Öffentliche Beschaffung“ ändern, der bis Jahresende unter Federführung von Wirtschafts- und Innovationsministerium ausgearbeitet werden soll.

Öffentliche Auftraggeber stärker als Erst- und Referenzkunden für Startups etablieren

Der Aktionsplan soll „als Handlungsleitfaden für den Bund, seine Beteiligungen sowie weitere öffentliche Auftraggeber dienen“. Ziel sei es, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und europäische Wertschöpfung stärker in Beschaffungsprozessen zu verankern. Ein besonderer Schwerpunkt liege darauf, öffentliche Auftraggeber stärker als Erst- und Referenzkunden für innovative Unternehmen und Startups zu etablieren. Damit sollen „neue Technologien schneller zur Marktreife gelangen und zusätzliche Impulse für Wachstum und privates Kapital entstehen“.

Hanke: „Das Billigstbieterprinzip ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß“

Innovationsminister Peter Hanke führt aus: „Mit rund 70 Milliarden Euro jährlich verfügt der Staat über enorme Gestaltungskraft. Diese wollen wir künftig gezielt einsetzen, um Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen, die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts zu stärken und europäische Souveränität auszubauen.“

Hier gelte es neue Wege zu gehen: „Das Billigstbieterprinzip ist in dieser Form nicht mehr zeitgemäß. Wir brauchen eine Beschaffung, die europäische Souveränität und Innovationskraft in den Vordergrund stellt“, so Hanke. Der Staat soll dabei „als Ankerkunde vorangehen“ und innovativen Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Lösungen erstmals im Markt einzusetzen. „Das stärkt unsere Startups, schafft heimische Wertschöpfung und macht Österreich technologisch unabhängiger“, meint der Minister. Bundesbeteiligungen wie die ÖBB und ASFINAG seien dabei bereits Vorreiter. Ziel sei es, dass die Republik ihre Rolle als Eigentümer konsequenter ausbaue.

Und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ergänzt: „Der Staat soll nicht nur einkaufen, sondern Innovationen den Weg in den Markt ebnen. Wenn die öffentliche Hand als Erst- und Referenzkunde vorangeht, schaffen wir Marktchancen für heimische Unternehmen, stärken europäische Wertschöpfung und machen aus Innovation schneller wirtschaftlichen Erfolg. Genau diesen Paradigmenwechsel treiben wir jetzt voran.“

Spinoff-Gründungen als konkrete KPI für „Austrian Quantum Cluster“

Zeitgleich geben die beiden Minister per Aussendung auch ein Update zu weiteren Maßnahmen im Bereich der in der Industriestrategie 2035 (brutkasten berichtete) definierten Schlüsseltechnologien. In der AI Factory Austria seien demnach 53 von insgesamt 80 Millionen Euro Projektkosten als Investition in einen Supercomputer vorgesehen, der kommendes Jahr in Wien in Betrieb gehen soll.

Zudem nennen die Ministerien einige KPIs für den „Austrian Quantum Cluster“, in den heuer 30 Millionen Euro aus dem Fonds Zukunft Österreich fließen (brutkasten berichtete). Demnach soll der „erste Megacluster Österreichs“ unter der Ägide von aws (Austria Wirtschaftsservice), FFG (Forschungsförderungsgesellschaft), CDG (Christian Doppler Forschungsgesellschaft) und FWF (Wissenschaftsfonds) etwa mindestens fünf Spinoffs hervorbringen und mindestens acht Millionen Euro Folgeinvestitionen für Startups bzw. Scaleups hebeln. „Wir wollen Quantentechnologie nicht nur erforschen, sondern in Österreich entwickeln, produzieren und vermarkten. Unser Ziel ist klar: Aus Spitzenforschung soll Spitzenindustrie werden“, kommentiert Hattmannsdorfer. Dabei setze man auf „Fokus statt Gießkanne“.

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