21.11.2025
REPORTAGE

Was den Sweetspot der Slush in Helsinki ausmacht – und warum er wirkt

Zwischen Meetings, Side-Events und dichtem Slush-Trubel entsteht in Helsinki ein spürbares Gefühl von Aufbruch in Europas Tech-Szene. brutkasten war vor Ort und warf einen Blick hinter die Kulissen.
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Die Hauptbühne der Slush in Helsinki | (c) Martin Pacher / brutkasten

Von Mittwoch auf Donnerstag hat es in der Nacht in Helsinki leicht geschneit. Vor dem Messegelände, wo die Besucher:innen ankommen, liegt der für die Konferenz namensgebende Schneematsch auf der Straße. Wer das Gelände betritt, bekommt über dem Eingang sofort einen Banner mit einer provokanten Aufschrift zu sehen: „STILL DOUBTING EUROPE – GO TO HEL“. Die Message ist klar: Wer Europa unterschätzt, soll hierherkommen und selbst sehen, was möglich ist. Die Slush 2025 ist weit mehr als eine Startup-Tech-Konferenz. Sie ist auch ein Stück weit ein europäisches Zukunftsversprechen.

Die Slush ist Non-Profit

Drinnen vibriert die Halle wie ein Bienenstock. 13.000 Teilnehmer:innen drängen zwischen schwarzen Wänden und Laserlichtern – teilweise erinnert die dunkle Atmosphäre an einen hippen Nachtclub. Herzstück bildet eine große Meeting-Area, die mit Tischlampen zu One-on-One-Meetings einlädt.

Ursprünglich ist die Slush 2008 aus einer studentischen Initiative der Aalto-Universität entstanden. Damals noch ein 250-Personen-Treffen, wurde es in den Händen einer Gruppe von Studierenden zu einem internationalen Startup-Event – mit internationaler Größe. In diesem Jahr wird das Event von 1.600 Volunteers organisiert. „Wir wollten nie einfach eine Konferenz bauen“, sagt Slush-Co-Founder Ville Vesterinen im brutkasten-Gespräch. „Wir wollten ein Movement, das jungen Menschen zeigt, dass es einen Ort gibt, an dem weltverändernde Ideen entstehen.“

Ville Vesterinen | (c) Martin Pacher

Aktuell ist Aino Bergius CEO der Slush. Sie war selbst mit 15 Jahren Volunteer. Aufgrund der starken studentischen Ausrichtung wechselt der CEO-Posten alle paar Jahre. Für viele junge Volunteers ist die Mitarbeit der Eintrittspunkt für ihre spätere Karriere im Startup-Ökosystem. Auch Miki Kuusi war einmal CEO der Slush. Er ist kein Geringerer als der Gründer der Food-Delivery-Plattform Wolt, die 2022 an das US-Unternehmen DoorDash verkauft wurde. Das Dealvolumen betrug damals rund acht Milliarden US-Dollar.

Die Aalto-Universität gilt als Vorreiterin in Europa, wenn es um die enge Verzahnung von Forschung, Innovation und Gründung geht. Studierende werden dort systematisch ermutigt, ihre wissenschaftlichen Projekte in Unternehmen zu überführen. Dementsprechend verfügt die Universität über einen der größten Stände in der Messehalle.

Limitierte Tickets

Dieses Selbstverständnis, kombiniert mit der Non-Profit-Struktur der finnischen Startup Foundation, die Gewinne zurück ins Ökosystem zu reinvestieren, hat die Slush zu einem Event gemacht, bei dem sich Investor:innen und Gründerinnen auf gleicher Augenhöhe mischen. Insgesamt 6.000 Startups treffen in diesem Jahr auf 3.500 Investor:innen. Auf das ausgewogene Verhältnis wird jedes Jahr besonders streng geachtet, wie uns Ville Vesterinen erzählt. Zudem ist die Anzahl der gesamten Tickets auf maximal 13.000 beschränkt, die oft schon Monate im Voraus ausverkauft sind. Zum Vergleich: Der Web Summit in Lissabon zählte in diesem Jahr rund 70.000 Teilnehmer:innen.

Die Meeting-Area | (c) Martin Pacher

Starke Präsenz aus Österreich

Für viele europäische Startups ist der Weg nach Helsinki mittlerweile ein Fixpunkt im Kalender – und für Österreich in diesem Jahr sichtbarer denn je. Insgesamt waren heuer rund 200 Teilnehmer:innen aus Österreich vor Ort. Davon sind rund 120 Teilnehmer:innen über go-international, einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus, und der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer Österreich, angereist – darunter zahlreiche Gründer:innen, Investor:innen und zentrale Akteur:innen des österreichischen Startup-Ökosystems.

Die Eröffnung von Austria@Slush von AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA | (c) Martin Pacher

Für Mikolaj Norek, Head of Technology and Innovation am AußenwirtschaftsCenter Stockholm, ist das kein Zufall. „Es ist meine 16. Slush, und ich habe selten so konzentrierte Energie erlebt“, sagt er. „Hier wird die Zukunft gestaltet.“ Er beschreibt eine Investorendichte, die ihresgleichen sucht. „In der Welt ist hier die größte Akkumulation von Kapital“, sagt er. Dazu kommen Investor:innen aus allen Erdteilen, viele aus den USA, die gezielt nach europäischen Deep-Tech- und KI-Cases suchen.

Eine Gondel lädt für Meetings ein | (c) Martin Pacher

Und er betont den besonderen Stellenwert von Startups in den Nordics. „Startups sind hier kein Randphänomen, sie sind ein gesellschaftlicher Motor“, sagt Norek. Dass die nordischen Länder so früh so viel Kapital mobilisieren konnten, liegt für ihn auch an den Pensionssystemen: Staatliche und private Pensionsfonds investieren seit Jahrzehnten in Startups. Jede Bürgerin und jeder Bürger sieht jährlich im Pensionsbescheid, wie viel Rendite aus diesem Sektor kommt. „Das schafft Identifikation, Vertrauen und Akzeptanz“, sagt er. Startup-Erfolg ist somit Teil der allgemeinen Wohlstandssicherung.

Startups und Unternehmen aus Österreich

In den zwei Tagen nutzen auch österreichische Startups bewusst das Momentum der Slush und den Zugang zu internationalen Investor:innen und potenziellen Kund:innen. Manfred Taschner von LifeTaq – einem Startup, das eine roboterbasierte Maschine zur Herstellung von 3D-Gewebemodellen entwickelt – beschreibt seine Vorbereitung so: „Im Vorfeld wäre es gut, auch einmal unabhängig von der Slush in Kontakt zu treten, damit die Chancen höher sind, dass man auch ein One-on-One-Meeting bekommt.“ Ein Gespräch dauere „20 bis 25 Minuten“ – und man müsse in dieser Zeit exakt auf den Punkt kommen.

In der Halle gibt es auch Lounges zum Entspannen | (c) Martin Pacher

Vera Matisovits von Globezero.ai hilft mit ihrem Startup Industrieunternehmen über AI-Agents, ihre Klimapfade zu verstehen. Sie erklärt: „Die Industrie hat ambitionierte Klimaziele. Aber wie der Weg dorthin ausschaut, das wissen eigentlich die wenigsten.“ Auf der Slush führt sie Gespräche mit Mitsubishi und BMW – potentielle Kooperationspartner für ihr Startup.

Angelika Lackner von Diamens – einem Femtech-Startup, das einen nicht-invasiven Endometriose-Selbsttest auf Basis von Menstruationsblut entwickelt, setzt bewusst auf die ruhigeren Formate: „Mein Tipp wäre: eher auf Side-Events zu gehen, da man hier besser Connections herstellen kann.“

Angelika Lackner mit ihrer Co-Founderin Clara Ganhör | (c) brutkasten

Ebenfalls Teil der österreichischen Delegation ist Infineon Technologies Austria. „Wir waren heuer das erste Mal bei der Slush dabei“, sagt Andreas Mühlberger. Ziel sei es gewesen, „internationale europäische Startups kennenzulernen, die im Bereich Deep Tech und Elektronik arbeiten, wo wir Kontakte herstellen können und uns weiter vernetzen können.“

Europa im globalen Wettbewerb

Während sich in Meetings, Lounges und seitlichen Hallen neue Kontakte bilden, zieht sich ein Thema wie ein roter Faden durch die Slush: die Frage, wie Europa im globalen Technologiewettbewerb mithalten kann. Der im Rahmen der Slush präsentierte State of European Tech Report liefert ein ernüchterndes Bild: Während Europa 2025 rund 44 Milliarden US-Dollar an Tech-Investitionen verzeichnet, kommen die USA allein in den ersten neun Monaten auf 177 Milliarden (brutkasten berichtete).

Henna Virkkunen und Andreas Klinger | (c) Martin Pacher

Und genau an diesem Punkt wird klar, warum die europäische Regulierung immer stärker in den Mittelpunkt rückt. Denn die Frage nach Kapital ist untrennbar mit der Frage nach Rahmenbedingungen verbunden. Mut wird Europa auch regulatorisch brauchen – so zeigt es das prominent besetzte Slush-Panel mit EU-Kommissarin Henna Virkkunen und Investor Andreas Klinger, Mitinitiator von EU-INC. Virkkunen kündigte in Helsinki eine Reihe von Maßnahmen an, die Startups in Europa unmittelbar betreffen werden. Zum Vorschlag einer einheitlichen europäischen Rechtsform für Startups sagt sie: „Das Timing ist sehr gut. Europa muss schneller werden“.

Zwischen solchen politischen Botschaften und dem dichten Slush-Trubel liegt der Kern dessen, was diese Konferenz ausmacht: das Gefühl von Aufbruch. Man merkt es in den Gängen, in schnellen Begegnungen, in Gesprächen an Stehtischen, in Side-Events in alten Industriehallen. Europa wirkt hier nicht wie ein Kontinent, der von den USA oder China abgehängt wird. Und Mikolaj Norek bringt es auf den Punkt: „Es gibt wieder diesen Moment, diesen Auftrieb. Ich habe ihn seit Jahren nicht mehr so stark gespürt wie heuer.“


Slush-Insights 2025: Warum der Norden Europas so stark ist

Die Slush 2025 unterstreicht erneut, warum die nordischen Länder international als Benchmark für Innovation, Deep-Tech-Entwicklung und Startup-Skalierung gelten. Kaum ein anderes Event bündelt in so kurzer Zeit so viel Kapital, Talent und Technologie.

Mitten in diesem Umfeld spricht Mikolaj Norek, Head of Technology and Innovation am AußenwirtschaftsCenter Stockholm, über die Besonderheiten des nordischen Ökosystems, die langjährige Entwicklung der Slush und die Faktoren, die diese Region zu einem internationalen Hotspot gemacht haben.

Disclaimer: Die Reise- und Übernachtungskosten wurden von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer Österreich übernommen.

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Q.ANT-Gründer und CEO Michael Förtsch beim World Venture Forum in Kitzbühel | (c) Martin Pacher / brutkasten

Photonic Computing gilt als eine der großen Wetten auf die nächste Generation der Recheninfrastruktur: Statt mit Strom wird mit Licht gerechnet – was drastisch weniger Energie verbraucht und in Zeiten explodierender KI-Rechenlast zum entscheidenden Faktor werden könnte.

Mit Q.ANT hat sich ein Stuttgarter Deep-Tech-Startup an die Spitze dieses Feldes gesetzt: Nach eigenen Angaben ist es weltweit das einzige Unternehmen, das photonische Prozessoren bereits in Rechenzentren ausliefert. Für Gründer und CEO Michael Förtsch ist die Technologie mehr als ein Effizienzversprechen. Sie ist für ihn eine der wenigen realistischen Chancen, mit denen Europa im nächsten KI-Zyklus doch noch eigene Champions hervorbringen kann. Getroffen haben wir Förtsch beim World Venture Forum in Kitzbühel.


brutkasten: Michael, für alle, die sich mit Photonic Computing noch nie beschäftigt haben – wo steht Q.ANT aktuell?

Michael Förtsch: Wir sind im Moment die einzige Firma weltweit, die Prozessoren basierend auf dieser Technologie liefern kann. Könnten wir heute die Stückzahlen eines Nvidia stemmen? Nein. Aber wir sind in kleineren Stückzahlen genau in den Rechenzentren verbaut, wo Nvidia in größeren Mengen installiert ist. Auf der Skala der Technology Readiness Levels würde ich uns zwischen sieben und acht eingruppieren – unsere Serversysteme kann man inzwischen per Cloud-Service buchen. Das funktioniert nicht nur im Labor unter zwangsbeatmeten Konditionen, sondern im regulären Rechenbetrieb als Co-Processing-Unit im Rechenzentrum. Was uns noch fehlt, um zu den ganz Großen aufzuschließen, ist die Produktionsfähigkeit. Das werden wir nicht alleine hinkriegen, sondern mit Partnern aus der Halbleiterindustrie.

Mit den ganz Großen meinst du Nvidia – oder auch Lightmatter aus den USA?

Lightmatter ist kein Competitor. Wenn man Photonik und Computing zusammenbringt, gibt es zwei Strömungen. Die erste ist das Interconnect-Thema: Da geht es nur darum, Licht zu nutzen, um Datenpakete schneller an den klassischen Prozessor heranzubringen – die sogenannten Co-Packaged Optics. Dort ist Lightmatter unterwegs, genauso Ayar Labs oder Intel. Der zweite Bereich ist der Prozessor-Markt: Da wird mit Licht statt Strom tatsächlich gerechnet. Wir waren 2024 weltweit die Ersten, denen es gelungen ist, einen Prozessor aufzubauen, der wirklich rechnen konnte – und diese Führungsposition haben wir bis heute gehalten. Wir führen das Feld im photonischen Computingbereich an, nicht im Datentransport.

Ihr challengt also Nvidia?

Nuanciert betrachtet: Ich sehe nicht, dass wir die Grafikkarte ergänzen. Stell dir den Computer als Fuhrpark vor. Die Host-CPU ist der VW Passat – das universellste Teil im Stack, kann alles, aber nichts besonders schnell. Die GPU ist der Viertelmeilen-Dragster: Sie kann genau eine Rechenoperation brutal gut, die Vektor-Matrix-Multiplikation, mehr nicht. Wir sind das Formel-1-Auto. Wir beherrschen deutlich mehr Befehle als die GPU – auch hochkomplexe mathematische Zusammenhänge in einem Takt. Mit uns solltest du nicht zum Bäcker fahren, aber am Nürburgring sind wir die Schnellsten. Und der Quantencomputer ist das Boot: Der fährt gar nicht auf der Straße.

Ihr steht bereits in Rechenzentren. Was heißt das konkret für die Effizienz?

Das schönste Beispiel ist das Hochleistungsrechenzentrum in München. Dort stehen unsere Server direkt neben denen von Nvidia. Vor deren Grafikkarten-Rechenschrank herrschen sechzig Grad Innentemperatur – so viel Hitze entsteht da drin. Bei uns stehst du davor und es ist kühl. Da laufen keine Wasserleitungen zum Kühlen rein, du siehst einfach nur Server, die rechnen. Man erlebt die Effizienz physisch. Und wir haben in den letzten drei Jahren gezeigt, dass wir von Prozessorgeneration zu Prozessorgeneration hundertmal schneller geworden sind – das entspricht zehn Jahren Digitalindustrie pro Jahr. Nächstes Jahr werden wir in bestimmten Anwendungen den State of the Art der Digitalindustrie überholt haben.

Welche Anwendungen sind das?

Erstens Bilderkennung: Wie viele Bilder identifizierst du korrekt pro Sekunde – und wie viel Strom hat es gekostet? Ob Robotics oder Autonomous Driving, überall werden Bilddaten verarbeitet. Zweitens Next-Level-LLMs. Der weltweite Strombedarf von LLMs wird bald so groß sein wie der von Japan; skaliert man das weiter, wären wir 2035 beim weltweiten Energiebedarf. Das wird nicht funktionieren. Es braucht die Revolution in der Revolution – Ende des Jahres zeigen wir, wie wir uns das vorstellen. Und drittens Physical AI: Wenn du einen Roboter mit KI versorgen willst, willst du ihm keinen seitenlangen Text geben, sondern das Problem auf Signalebene beschreiben – so wie wir Menschen. Da werden wir als einer der heißesten Kandidaten für den effizienten Einstieg gehandelt.

Das Rennen um generative KI hat Europa gegen die USA verloren. Ist Physical AI das Feld, wo Europa noch mitspielen kann?

Alle haben Sorge, wir hätten im KI-Zeitalter alles verloren. Aber jede neue KI-Welle bietet Europa die Chance auf eigene Champions. Nur weil OpenAI und Anthropic heute gut sind, heißt das nicht, dass sie die nächste Welle automatisch gewonnen haben. Wir haben jüngst gemeinsam mit NXAI, dem österreichischen Startup von Sepp Hochreiter, ein erstes TiRex-Modell auf unserer photonischen Hardware gezeigt. Wir haben Hochreiter und Björn Ommer, die mit Time Series Prediction und Diffusion Models Weltstandards gesetzt haben. Wir haben Mistral, Aleph Alpha, Black Forest Labs, wir haben Q.ANT – Europa hat eigentlich alles in der Hand, um vom Prozessor bis zum KI-Modell alles zu machen. Man muss nur sagen: Wir investieren jetzt eher in der Kategorie zehn Milliarden in dieses Ökosystem, um wirklich einen großen Schuss zu landen. Während die Amerikaner Milliardenbeträge in ihre AI Factories gesteckt haben, hieß es bei uns: Fünfhundert Millionen sind schon ein Haufen Geld. Wenn deine Kapitalisierung um Faktoren unterschiedlich ist, hast du keine Chance in dem Rennen.

Fehlt das Kapital in Europa?

Das Kapital ist da – der Mut muss kommen. Venture Capital ist kein High-Risk-Gambling, sondern hochstrategisches Investment in die innovative Zukunft dieser Region. Was Europa nicht verstanden hat, ist die Geschwindigkeit. Bei einem großen US-VC liegen zwischen Erstgespräch und Datenraumzugang zwei Wochen. Wir haben in den USA ungelogen null Pitchdeck gebraucht: Fünfzeiler per E-Mail, dann sitzt dir jemand gegenüber, der brutaler Experte ist, selbst schon zwei Firmen im Halbleiterbereich groß gemacht hat und dich im Erstgespräch technologisch grillt. In drei, vier Wochen redet man über ein Termsheet. In Europa ist man dagegen oft sehr Governance-getragen: Der Erste hat keine Entscheidungsbefugnis, dann entscheidet ein Board, das gar nicht weiß, worum es geht.

Trotzdem habt ihr fast ausschließlich europäische Investoren – untypisch für Deep Tech.

Genau das ist ein Signal für ein Wiedererwachen Europas. Wir haben international gesucht und international Zuspruch bekommen. IMEC, Xpand, Cherry Ventures, UVC und Venionaire waren wirklich schnell und gut und so haben wir die Series A in Europa zusammenbekommen – mit der nötigen Geschwindigkeit und dem technologischen Zutrauen. Europa hat äquivalente Optionen geboten wie die USA, also blieb ich in Europa. Aber eben nicht im Selbstaufgabemodus, sondern nur, weil Europa die besten Konditionen geboten hat.

Wie sieht die weitere Roadmap aus – kauft euch irgendwann Nvidia?

Ich habe die Firma gegründet, um sie an die Börse zu führen und einen neuen Weltmarktführer in der Prozessortechnologie zu bauen. Einen Verkauf schließe ich nicht kategorisch aus – als Gründer muss man in Varianten denken. Aber das Ziel ist: ein, zwei Finanzierungsrunden, dann ein IPO zum richtigen Zeitpunkt. Mein Wunsch ist, dass diese Firma ihr Headquarter in Europa hat und in Europa gelistet ist. Aber immer mit wirtschaftlichem Rational: Warum soll ich Geld aus patriotischen Gründen liegen lassen? Aktuell ist die Valuation bei einem europäischen IPO gerade im Deep-Tech-Bereich nicht so gut wie in den USA. Gleichzeitig erlebe ich, dass Europa aufwacht – es fängt an, seine eigene Technologiegeschichte wieder schreiben zu wollen. Bis zum Ende der Dekade soll Photonic Computing jedenfalls ein ganz normaler, integraler Bestandteil des Compute Stacks sein – wie die Grafikkarte heute.

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